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Verhasster Schwager und bon oncle : Friedrich der Große und die Markgrafen von Ansbach

Störkel, Arno

Neben Wilhelmine in Bayreuth hatte Friedrich noch eine weitere Schwester in Franken, mit der ihn jedoch emotional wenig verband. Dagegen war das Verhältnis zu dem als "Wilden Markgrafen" bekannt gewordenen Schwager trotz zeitweiliger politischer Annäherung lebenslang von tiefer gegenseitiger Abneigung gekennzeichnet, die bei Beginn des Siebenjährigen Krieges zu offener Feindschaft wurde. Nach dessen frühem Tode folgte 1757 sein Sohn Alexander, der in seinem eigenen "Kronprinzenkonflikt" von der Mutter zu einem glühenden, wenn auch reichlich naiven Bewunderer des Königs gemacht worden war. Geschickt instrumentalisierte Friedrich als "bon oncle" den um Anerkennung als aufgeklärter Herrscher kämpfenden jungen Markgrafen für seine Interessen. Dessen Persönlichkeit scheint ihn indes so überzeugt zu haben, dass er den Markgrafen kurzzeitig sogar als potentiellen Nachfolger in Erwägung gezogen haben soll.