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Dynastie : Norm und Wirklichkeit im Hause Hohenzollern

Pečar, Andreas

Viele Untersuchungen zur Fürstenherrschaft in der Frühen Neuzeit identifizieren Dynastien als Träger des Staatsbildungsprozesses, sehen sie also gleichsam als handelnde Subjekte in der Geschichte. Dieser Ansatz deckt sich insbesondere im Falle Preußens auf eigentümliche Weise mit Auffassungen der älteren borrussisch geprägten Forschung, die den Hohenzollern insgesamt oder zumindest herausgehobenen Herrscherpersönlichkeiten wie dem Großen Kurfürsten einen gesamtstaatlichen Einigungswillen zuschrieb und in der Hohenzollerndynastie die Keimzelle des späteren preußischen Staates erblickte. In diesem Beitrag geht es zum einen darum, Dynastie als kulturelle Konstruktionsleistung der Adelskultur herauszustellen, mit der spezifische Normen und Verhaltenserwartungen in den Adelsfamilien verknüpft waren. Zum anderen wird anhand der Hohenzollernfamilie und deren Umgang mit hauseigenen Erbfolgevereinbarungen untersucht, inwieweit die in den Primogeniturregelungen festgeschriebenen Verhaltenserwartungen mit alternativen Normen, Erwartungen und Interessen kollidierten und welche Verbindlichkeit diesen Regelungen daher zugesprochen werden kann.