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Eine historisch Große : Katharina II. von Russland

Schippan, Michael

Die 1762 durch einen Staatsstreich zur Macht gelangte Zarin Katharina II. (1729-1796) war die einzige Herrscherin, der von den Zeitgenossen und der Nachwelt der Beiname "die Große" zuerkannt wurde. Entsprechend den Intentionen russischer adliger Würdenträger, die ihr mehrfach dieses Epitheton antrugen, sollte die Kontinuität zur vorangegangenen Regierungszeit Zar Peters des Großen sichtbar gemacht werden. Zu Katharinas Verherrlichung trugen im Ausland Aufklärer wie Voltaire und der Prinz de Ligne bei. Katharina erfüllte als Siegerin in den Kriegen gegen das Osmanische Reich, Schweden und Polen die traditionellen Kriterien, die an einen "großen Herrscher" gestellt wurden. Im Jahrhundert der Aufklärung wurden zudem besonders ihre "Werke des Friedens" geschätzt und ihre Bemühungen um eine Reform der Gesetzgebung und des Bildungswesens gewürdigt.