architectura fridericiana - der König und das Bauwesen

Thiele, Volker

Für Friedrich II. war das Bauen eine der wichtigsten Aufgaben eines Herrschers, der in seinen Augen nicht nur über die Politik bestimmen, sondern auch auf dem Gebiet der Landeskultur beispielhaft voranschreiten und damit eine Vorreiterrolle einnehmen sollte. Er wollte die zeitgenössische Baukunst durch sein Beispiel prägen. Der König griff dabei aktiv in die Planung und Baudurchführung ein und hatte genaue Vorstellungen davon, wie die Gebäude zu gestalten seien. Dabei war er ein architektonischer Laie, der sich noch dazu jeder Form von fachkundiger Beratung verweigerte. Seine Ungeduld war gepaart mit einer ausgeprägten Sparsamkeit. Aus diesem Blickwinkel betrachtet liegt es nahe, zu fragen, wie viel von dem, was wir heute als friderizianische Architektur bezeichnen, Ausdruck eines künstlerischen Gestaltungswillens ist und was nur ein Zufallsprodukt zahlreicher Umstände ist, die zweifelsfrei eng mit der Person Friedrichs II. verbunden sind.

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