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Der König und die Naturwissenschaft

Eckert, Michael

Friedrich II. von Preußen gilt als aufgeklärter Monarch, als “roi philosophe”, dessen breit gefächerte Interessen genauso Literatur, Künste und Wissenschaften wie auch die Staatskunst umfassten. Blickt man auf die Schriften des Königs, seinen Briefwechsel mit Voltaire und den Umstand, dass die Berliner Akademie in seiner Regierungszeit in ganz Europa zu höchstem Ansehen gelangte, wird man vor allem in der aufgeklärten Grundhaltung des Monarchen den Ursprung für die Modernisierung des preußischen Staats erkennen. Was jedoch Naturwissenschaften und Technik anging, besaß Friedrich nur geringe Kenntnisse und ließ sich in seinen Entscheidungen eher von vorgefassten Meinungen als von rational begründeten Überlegungen leiten. Dies veranschaulicht besonders das gescheiterte Projekt des Wasserspiels im Garten von Sanssouci, ein geeignetes Beispiel, um das eher begrenzte Talent des Königs in diesen Dingen zu veranschaulichen. Damals bezichtigte der König die beteiligten Mathematiker der Selbstüberschätzung und sah darin den eigentlichen Grund für den technischen Fehlschlag, tatsächlich aber hatte sich Friedrich über den Ratschlag der wahren Fachleute hinweggesetzt und stattdessen Scharlatanen vertraut. Das Fiasko des Wasserspiels von Sanssouci war keineswegs das Ergebnis mangelhafter Hydrodynamik, sondern das einer falschen Projektleitung.

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Eckert, Michael: Der König und die Naturwissenschaft.

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