Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

J. Luh, M. Kaiser: Einführung

Friedrich300 - Politik und Kulturtransfer im europäischen Kontext

Einführung

Jürgen Luh und Michael Kaiser


<1>

"Friedrich der Große: Politik und Kulturtransfer im europäischen Kontext" lautet der Titel der vierten Tagung einer von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gemeinsam mit der Stiftung Preußische Seehandlung 2007 ins Leben gerufenen Konferenz- und Publikationsreihe über Friedrich den Großen und seine Zeit. Wie in den Jahren zuvor werden beide Stiftungen unterstützt durch das Deutsche Historische Institut Paris sowie durch das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte. Allen Partnern sei sehr gedankt.

<2>

Der Idee zur Tagung liegt, wie könnte es anders sein, ein sehr weites Verständnis von Kulturtransfer zugrunde. 1 Denn der Begriff "Kulturtransfer" wie auch derjenige der "Akkulturation" und die dahinterstehende Forschungsrichtung innerhalb der Kulturwissenschaften ist eine Errungenschaft erst der jüngeren Zeit. 2 Zwar operierten die Ethnologie und die Anthropologie schon länger mit dem Begriff, den sie auch beständig fortentwickelten (vgl. Beitrag Gotter in dieser Ausgabe). Doch erst seit der Mitte der 1980er Jahre wurde der Kulturtransfer für die Geschichtswissenschaft zu einem operationalisierbaren Konzept umgeformt – ein Vorgang, den man wiederum selbst als wissenschaftsmethodologischen Kulturtransfer bezeichnen kann –, so dass er seitdem stetig an Bedeutung gewonnen hat, zumal im Zusammenhang mit der längst allgegenwärtigen "Globalisierung". 3 Der Begriff "Kulturtransfer" beschreibt den – oft komplizierten – Prozess der Übernahme kultureller Praktiken durchverschiedene Regionen, Länder, Staaten oder gesellschaftliche Gruppen. 4 Ein Phänomen, über welches man sich im 18. Jahrhundert, zu Zeiten Friedrichs, im Grunde keine Gedanken gemacht hat. Was Kultur aber sei, darüber wurde im 18. Jahrhundert sehr wohl reflektiert.

<3>

Friedrich selbst hat das Wort "Kultur" oder "culture", wie er französisch schrieb, nicht häufig verwendet; das Wort "civilisation" als synonymer Begriff wie er heute vor allem im englischen Sprachraum üblich ist, hat er überhaupt nicht benutzt. In den Œu vres de Frédéric le Grand , die man dank der digitalen Herausgabe durch die Universität Trier leicht und schnell durchsuchen kann, 5 taucht "culture" in unterschiedlichem Zusammenhang und eher selten auf, das Wort "Transfer", "transfert", erwartungsgemäß nirgends.

<4>

Friedrich gebrauchte den Begriff "culture", wie man feststellen kann, fast im "modernen" Sinn, das heißt für "geistige Tätigkeit und ihren Ertrag im weltlichen Feld". Er sprach bzw. schrieb von der "Kultur des Geistes", "culture de l ' esprit" als Voraussetzung aller "Kultur"; dann von der Kultur der Wissenschaften, "culture des sciences", und der Kultur der Künste, "culture des arts" oder "culture des beaux-arts". Beides, Wissenschaft und Kunst, nannte er in einem Atemzug, noch öfter aber gebrauchte er den Begriff Kunst allein als Synonym für Kultur.

<5>

Was Friedrich genau bedachte, wenn er von Dingen sprach, um die sich der weite Rahmen des Kulturtransferbegriffes spannen lässt, kann man im Zusammenhang den Aufzeichnungen des Marchese Lucchesini entnehmen; sie bilanzieren und spiegeln in vielerlei Hinsicht Friedrichs Auffassungen. Girolamo Lucchesini, 1751 geboren, 1825 gestorben, war Kammerherr des Königs und dessen Gesellschafter. Er saß als solcher seit 1780 an der Tafel des Königs und notierte die dort gehörten Gespräche in einem Tagebuch. Er tat dies meist relativ unmittelbar, noch am Abend desselben Tages. 6

<6>

Sieht man sich diese Aufzeichnungen in ihrer Gesamtheit an, so zeigt sich im Hinblick auf das Tagungsthema zunächst, was Friedrich unter "Kultur" und deren Entwicklung in erster Linie verstand: das, was man im englischsprachige Raum mit "production of wealth" bezeichnet. Kulturleistungen, so Friedrich, bestimmten sich durch das Vermögen, das heißt den Reichtum eines Staates. Je wohlhabender ein Staat, desto höher sei seine Kulturleistung. Friedrich stellte in dieser Beziehung regelmäßig Vergleiche an, die, wenn man sie in eine Reihung brächte, wie ein modernes Ranking anmuteten.

<7>

Um bei diesem Kultur-Vergleich der europäischen Staaten gut abzuschneiden, um in seinem "Ranking" einen vorderen Platz zu belegen, seien, wie Friedrich erkannte, Kultur-Transferleistungen nötig: "Es ist ein Grundsatz des Königs", notierte Lucchesini zum Beispiel am 12. Mai 1780, "bei Begründung […] neuer Handelsgesellschaften oder Manufakturen Ausländer aus den Ländern, wo diese Manufaktur oder dieser Handelszweig schon in Schwung ist, daran zu beteiligen. Auf diese Weise werden die fremden Industrien in sein Land eingeführt." 7

<8>

Das Beispiel, an dem Friedrich solche Ansichten entwickelte, war die Seidenproduktion, die er mit Nachdruck in seinen Ländern zu etablieren gesucht hatte. Lucchesini berichtet von Gesprächen an des Königs Tafel: "350.000 Thaler werden jährlich in den Staaten des Königs in Seide angelegt […] Es giebt bereits 80.000 Maulbeerbäume in den Staaten des Königs, in Pommern, Brandenburg und Magdeburg; und in Schlesien sind vielleicht noch mehr" (25. September 1780). 8 Und weiter: "Ich hörte, daß auf der Messe zu Frankfurt an der Oder in diesem Monat 130.000 Ellen verschiedener Seidenstoffe verkauft worden sind, sämtlich in den Staaten Seiner Majestät hergestellt. Man berechnet, daß jede Messe 600.000 Thaler fremdes Geld ins Land bringt" (22. März 1781). 9 Sowie: "Jetzt hat er [der König] in seinen Staaten so viele [Maulbeerbäume, 186.000 nämlich], daß sie einen Ertrag von 12.000 Pfund Seide erzielen. Wenn man sie aber recht pflegte, würden sie vielleicht 20.000 Pfund liefern. Allein an gedrehter Seide, wie sie zum Nähen, zu Stickereien, und zu anderen Sachen, aber nicht zu Gespinsten verwendet wird, werden 20.000 Pfund in den Staaten des Königs abgesetzt. Auf den Dörfern will er Seidenspinnereien nicht anlegen, weil die Landleute dazu nicht bequem und nicht reinlich genug wohnen." (15. Mai 1780). 10 Durch die gezielte Förderung der Seidenindustrie hatte Friedrich in seinen Augen sein Land im "Ranking" der europäischen Kulturstaaten weit nach vorn gebracht, auf den Platz hinter Großbritannien und Frankreich.

<9>

In der Tat hat die Förderung der Seidenproduktion dazu beigetragen, preußische Handwerker in Europa konkurrenzfähig zu machen. Berlin wurde, nach eher bescheidenen künstlerischen Anfängen in den 1740er und 1750er Jahren, zu einem europäischen Zentrum der Seidenkunst (vgl. Beitrag Evers in dieser Ausgabe). Am Beispiel der um 1765 entstandenen Seidengewebe im Neuen Palais lässt sich erkennen, dass Webtechnik und Grundmuster der preußischen Seidenproduktion der damals führenden Seidenproduktion in Frankreich verpflichtet waren. Allerdings wich die Ausformung der preußischen Muster von den heute bekannten französischen Vorbildern ab: Einzelne französische Musterbestandteile wurden mit eigenständigen künstlerischen Ideen kombiniert.

<10>

Auf dem Gebiet der "culture de l ' esprit", der geistigen Kultur, aber sah Friedrich sein Land und seine Untertanen, die Deutschen überhaupt, noch weit zurück im Vergleich zu Frankreich und den Franzosen. Dazu notierte Lucchesini unter dem 2. Oktober 1780 in sein Tagebuch: "Es wurde ziemlich viel von Literatur gesprochen, von der Dürftigkeit der deutschen Bühne, und der geringen Anzahl guter italienischer Trauerspiele; von den englischen Dichtungen, von dem schwachen Eindruck, welchen die Lektüre der griechischen Trauerspiele macht, von dem schlechten Geschmack der lateinischen Trauerspiele und der Vollendung des französischen Theaters." 11 In seiner Schrift über die deutsche Literatur von 1780 empfahl der König deshalb, – dies sehr verkürzt – die Franzosen zu imitieren: den Klang und die Konstruktion ihrer Sprache, ihr Denken, auch ihre Werthaltungen. Dann könnten die Deutschen als Kulturvolk noch vor den Briten rangieren. 12 Schon 1775 hatte er an Voltaire geschrieben: "Die Deutschen haben den Ehrgeiz, auch ihrerseits die Segnungen der schönen Künste zu genießen. Sie streben danach, Athen, Rom, Florenz und Paris gleichzukommen. Bei aller Vaterlandsliebe wage ich nicht zu behaupten, daß es ihnen bisher gelingt. Zweierlei fehlt: die Sprache und der Geschmack. Die Sprache krankt am Wortschwall. Die vornehme Welt spricht Französisch, und die paar Schulfüchse und Professoren vermögen ihrer Muttersprache nicht die Glätte und die leichte Bewegung zu geben, die sie nur in der guten Gesellschaft erwerben kann [...] An Geschmack fehlt es den Deutschen an allem." 13 Geist, Sprache und Geschmack konstituierten für Friedrich den esprit , der in seinen Augen für den Fortschritt der Menschheit notwendig war.

<11>

Solchen esprit aber gestand der König einzig den Franzosen zu. Zu den französischen Philosophen vor allem fühlte er sich zugehörig. Der Kronprinz und König hat "neben anderen Rollen auch die des Philosophen für sich in Anspruch genommen" (vgl. Beitrag Pečar in dieser Ausgabe). Friedrich wollte als roi philosophe in Europa wahrgenommen werden. Dies suchte er dadurch zu erreichen, "daß er in seinem Antimachiavell die Rolle des philosophe für sich adaptierte und die Wertmaßstäbe der philosophes weitgehend übernahm.“ Durch die Rolle des Roi philosophe versuchte Friedrich, sich der öffentlichen Lehrer- und Richterrolle der philosophe zu entziehen und eigene Urteilsmaßstäbe zu definieren und zu etablieren.

<12>

Das französische Vorbild wurde aufgrund von Friedrichs Vorliebe prägend für die Wissenschaftsentwicklung in Preußen während seiner Regierungszeit (vgl. Beiträge D ' Aprile und Kohl in dieser Ausgabe). Auf zwei Ebenen kam es dabei innerhalb der Wissenschaften zu Vermittlung, Austausch, Wettstreit und sogar Netzwerkbildung. Auf der horizontalen Ebene geschah dies innerhalb der europäischen und – ansatzweise – bereits auch globalen Wissensgemeinschaft. Hierfür war die Etablierung der Berliner Akademie zentral. Sie bildete "einen symbolischen Ort, der im Zusammenspiel mit den anderen maßgeblichen Akademien als Versammlungsort für die 'Bürger ' einer imaginären, nationalkulturelle Grenzen überschreitenden République des lettres dienen sollte." (Kohl) Auf der vertikalen Ebene konnten die Wissenschaften durch die Gründung der Akademie, deren Arbeit und deren Veröffentlichungen nach und nach breiteren Schichten der Gesellschaft zugänglich gemacht werden.

<13>

Friedrich, das leitet sich aus seinem Verständnis des Akademiegedankens ab, ging es offenbar nicht um den Transfer von Kultur nach unserer heutigen Auffassung, sondern zuvorderst um den Transfer von Ideen und von Techniken zum Nutzen seines Landes, damit dieses unter seiner Regentschaft zu den führenden Mächten Europas gezählt würde. Es ging ihm, so scheint es, genau genommen um die Aneignung von Ideen und Techniken, die weitere Erkenntnisse und freilich auch Geld ins Land brachten sowie Wohlstand und Prestige versprachen. Denn das war es offensichtlich, was er unter "Kulturtransfer" verstand. Land und Leute sollten reicher werden, materiell wie immateriell. Dazu schien es ihm richtig und notwendig, Dinge zu imitieren, bzw. imitieren zu lassen, um dadurch bisher fehlende Fertigkeiten zu erlangen. Denn diese erwarb man sich seiner Meinung nach am besten dadurch, dass man – dies wohl seine Vorstellung von Fortkommen und Innovation – Ideen adaptierte, Dinge kopierte und Techniken imitierte. Für ein solches Vorgehen sind Japan, und heute vor allem China, gute Beispiele.

<14>

Dass nun – vereinfacht gesagt – in den Fällen Japans und Chinas durch Imitieren und Kopieren Kultur transferiert wurde und wird, kann man nicht guten Gewissens behaupten; die Einflüsse des in beiden Ländern imitierten und kopierten Westens sind ja dort allenfalls oberflächlich – von einer Verschmelzung zu einem einheitlichen, kohärenten kulturellen Ganzen kann nicht die Rede sein.

<15>

Auf Friedrich und seine Zeit einen sehr weiten Begriff von Kulturtransfer anzuwenden, scheint also zunächst sinnvoll – im skizzierten Sinn des Transfers von Ideen, Techniken, Fertigkeiten. Diesen weiten Transferbegriff im Sinn von "Kulturadaption" zu präzisieren, könnte aber hilfreich sein. Kulturadaption beinhaltet ja immer noch eine Transferleistung, umfasst jedoch nicht das auf die Aneignung einer Kultur Weisende – und auch nicht die Verschmelzung zweier Kulturen miteinander. Zudem war die rezipierende Seite (insbesondere, was den König betraf) in vielen Fällen selbstbewusst genug, den Prozess einer Aneignung sehr eigenständig zu gestalten. Insofern fordert die hier erkennbare historische Konstellation eine Flexibilität, die das Paradigma des Kulturtransfers mittlerweile auch längst offeriert. 14

<16>

Friedrich verstand sich als absolut, als allein herrschender Fürst, der in den Staatsaktionen die letzte Entscheidungskompetenz für sich reklamierte. Daraus resultierte nicht nur das – falsche – Bild des allmächtigen, "absolutistisch" regierenden Königs, sondern auch des allgegenwärtigen, stets tatkräftigen und sich in allen Belangen kümmernden und einsetzenden Monarchen. 15 Doch wie stark waren die Vorgänge des Kulturtransfers wirklich durch Friedrich beeinflusst bzw. initiiert? Hat der König sich tatsächlich um all das gekümmert und kümmern können?

<17>

Fraglos war der Einfluss Friedrichs auf zentrale Bereiche maßgeblich. So wurde das höfische Leben in Preußen vor allem von ihm selbst bestimmt. Er machte die Vorgaben, welcher Stil und welche Mode zu gelten hatten. So beispielsweise bei der Gestaltung seines Gartens in Sanssouci (vgl. Beitrag Dorgerloh in dieser Ausgabe). Friedrich orientierte sich dabei an "modernen" Entwicklungen fürstlicher Gartengestaltung, wie man sie seinerzeit vor allem in England beobachten konnte. Er nahm Ideen auf und deutete sie auf seine eigene Weise – im Rahmen der Gartengestaltung wie auch der Stadtarchitektur, so seine Idee des Mittelalters als "Zeit geistigen und kulturellen Niedergangs" (vgl. Beitrag Hagemann in dieser Ausgabe). Als er – für das 18. Jahrhundert im Übrigen sehr früh – die Gotik aufgriff, in Form des Nauener Tores in Potsdam, tat er dies, gerade weil er in ihr "einen barbarischen Stil" sah. Er wollte den – von ihm sonst hoch geschätzten – palladianischen Architekturen Potsdams einen Kontrast gegenüberstellen, der ihre Wirkung solcherart noch verstärken sollte, jedoch keinesfalls eine Gotikmode etablieren. Denn das Denken in Kontrasten war ein typisches friderizianisches Stilmittel im Städtebau wie auch bei der Gartengestaltung.

<18>

All dies überrascht nicht, und doch stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage Friedrich im weiten Feld der repräsentativen Kultur zu seinen Entscheidungen gelangte. An dieser Stelle kommen Friedrichs Kunstagenten ins Spiel. Auch wenn der König konkrete Anweisungen und Aufträge erteilte und am Ende formal und faktisch selbst entschied, blieb er doch stets auf die Befunde angewiesen, die ihm seinen Agenten präsentierten, sei es bei Ankäufen von Gemälden, sei es bei der Indienstnahme von Kunsthandwerkern, sei es bei der Anstellung von Musikern. Kulturtransfer beruhte also in jeder Sparte zunächst auf entsprechenden Spezialisten, die das Feld beherrschten und den Markt sondierten. Ihre Expertise erst schuf die Grundlagen dafür, dass der König auf diesem Feld überhaupt handlungsfähig war.

<19>

Nicht dass Friedrich immer dem Rat der Kunstagenten gefolgt wäre. Natürlich setzte er sich über so manche Empfehlung hinweg und favorisierte nicht selten Investitionen, von denen die Experten abrieten. Auch hier ist gerade die Kunstgeschichte voll von Episoden, die das schwierige Verhältnis zwischen dem König und seinen Kunstmaklern beleuchten. Ein Beispiel für diese komplexen Mechanismen liefert Johann Ernst Gotzkowsky, der zu den bedeutenderen Akteuren des preußischen Kunsthandels im 18. Jahrhundert zu zählen ist. 16

<20>

Es waren aber nicht nur Kunstagenten, im höfischen Umfeld gab es auch andere Kunstinteressierte, die ähnlich gelagerte Interessen wie Friedrich verfolgten. Kulturtransfer verknüpfte sich hier durchaus mit Aspekten der Konkurrenz um die besten Gemälde, Musiker und Schauspieler. In diesem Kontext muss vor allem Prinz Heinrich genannt werden, dessen Ambitionen im Bereich der Kunst denen seines königlichen Bruders in nichts nachstanden. 1775 kam der von Voltaire geförderte und in ganz Europa gefeierte Schauspieler Henri Louis Le Kain nach Preußen, zunächst an den Hof des Prinzen Heinrich. Der war begeistert von ihm. Auf Friedrich dagegen machte die Kunst Le Kains keinen großen Eindruck. "Zwar würdigte der König" – nach anfänglicher Reserviertheit und grundlegender Kritik 17 – "die schauspielerischen Gaben Le Kains. Aber im Grunde ist ihm weniger an der Aufführung, als am Text der Stücke [Voltaires] gelegen, von denen er so vieles auswendig weiß, dass er, wie er am 8. September 1775 schreibt, als Souffleur dienen könne." 18 Eine Karriere in Preußen war ihm daher nicht vergönnt, Le Kain ging bald wieder nach Paris, wo er kurz darauf verstarb.

<21>

Auch andere Mitglieder der Familie waren "vermittelnd" tätig. Hier ist besonders an Friedrichs Schwester Wilhelmine zu denken, die dank der auf ihrer Italienreise gemachten Erfahrungen Friedrich etwa auf moderne Maler aufmerksam machte, die in Italien en vogue waren. Im Umkreis des Bayreuther Hofes wirkten auch die Möbelbauer Johann Friedrich und Heinrich Wilhelm Spindler. 19 Ihre Arbeiten galten als herausragend, doch waren sicher nicht nur die Qualität ihrer Möbel, sondern auch die Verbindungen zwischen dem preußischen und dem Bayreuther Hof entscheidend dafür, dass sie mit Aufträgen für die Möblierung des Neuen Palais ' bedacht wurden – und damit Möbelstücke mit Einlegearbeiten am Hofe Friedrichs Einzug hielten, die ganz den Empfehlungen der französischen Mode folgten.

<22>

Dabei wirkte das französische Beispiel inspirierend, wurde jedoch nicht einfach kopiert (vgl. Beitrag Graf in dieser Ausgabe). Der Bildhauer Johann Melchior Kambly (1718-1784) und der Ebenist Heinrich Wilhelm Spindler (1738-1788/1799) wandten bei ihren Werken "nicht die klassische Boulletechnik aus Schildpattfurnier mit Messingeinlagen an, sondern fanden zu individuellen Interpretationen". (Graf) Bewegung und Tiefenwirkung, die Boulle mithilfe der gravierten Messingmarketerien erreicht hatte, transponierten Kambly und Spindler in Raumskulpturen, "die sich als eigenschöpferische Kunstwerke in die Raumgestaltung eingliederten". (Graf)

<23>

Zu fragen ist schließlich nach den zeitlichen Dimensionen des Kulturtransfers. Dies gilt insbesondere dann, wenn wir den König selbst als maßgeblichen Motor desselben erkennen. Gibt es bestimme Phasen seines Lebens und seiner Regierungszeit, in denen Friedrich besonders im Sinne eines Kulturtransfers gewirkt hat? Und entsprechend Jahre, in denen dieses Engagement abflaute oder gar zum Erliegen kam?

<24>

Es fällt nicht schwer, dem jungen Friedrich die geistige Gewandtheit zu attestieren, die in ihm eine Offenheit für Ideen von außen heranreifen ließ. Tatsächlich hat er bereits in seiner Kronprinzenzeit Interessen entwickelt, aber auch Neigungen erkennen lassen, die – gerade im Bereich der Musik, der Literatur und der Malerei – auf bestimmte Kulturtransferprozesse verweisen. Wenig überraschend ist auch die Feststellung, dass der König in seinen letzten Lebensjahren deutlich abweisender gegenüber Neuerungen eingestellt war.

<25>

Doch erscheint die bloße Dichotomie zwischen einem aufnahmebereiten jungen König und einem abweisenden "alten Fritz" zu einfach. Die frühe Phase der Offenheit, vielleicht sogar des Überschwangs wird man sicher beibehalten können. Nicht zu übersehen ist aber, dass bei Friedrich nach dem Tod seiner Schwester Wilhelmine im Jahr 1758 eine neuerliche Phase einsetzt, in der er offensichtlich bereit ist, sich aktiv und offen auf neue Einflüsse einzulassen. Die Spätphase hingegen ist mit dem Begriff einer Verknöcherung, die in Teilen gar nicht geleugnet werden soll, doch wohl nur unzureichend charakterisiert. Vielmehr ist ab den 1770er Jahren bei Friedrich eine zunehmende Reflexivität festzustellen, denn er begann zu vergleichen, in welchen Bereichen er maßgebliche Leistungen des Kulturtransfers zuwege gebracht habe. Diese Haltung lässt sicher die Dynamik der früheren Jahre vermissen, verweist aber doch auf eine wichtige Funktion, die – zumindest aus königlicher Sicht – die Anstrengungen beim Kulturtransfer nötig gemacht hat. Die reflexive Betrachtung zeigt, dass Friedrich diese Maßnahmen stets im Kontext der herrscherlichen Repräsentation sah. Maßnahmen zur Aneignung auswärtiger Ideen und Ressourcen entsprangen nicht nur Nützlichkeitserwägungen und ästhetischem Wohlgefallen, sondern dienten auch der Reputation des Staates, die es zu steigern galt. Vor diesem Hintergrund zeigt sich, dass das Thema Kulturtransfer in der Vormoderne vor allem durch den Bezug zum Herrscher an Kontur gewinnt.

<26>

Die Tagung thematisierte das Phänomen des Kulturtransfers fast ausschließlich in seiner Form als Transfer nach Preußen. Dabei versteht es sich von selbst, dass jener Transfer keineswegs nur eine Einbahnstraße war und ist. Stets war auch der Nehmende ein Gebender. Dieser Aspekt wurde im Rahmen der Veranstaltung nur am Rande verfolgt, aber es steht außer Zweifel, dass Preußen im Zeitalter Friedrichs des Großen auch selbst große Strahlkraft besaß und in vielerlei Hinsicht Nachahmer fand. Man denke beispielsweise an die preußische Armee, die in den frühen Jahren des Königs noch Einflüsse anderer europäischer Heere aufnahm und verarbeitete, nach der erfolgreich bestandenen Nagelprobe des Siebenjährigen Kriegs dann selbst zum Vorbild für die Streitkräfte anderer Staaten wurde. Das Heer war "ein wesentlicher Protagonist im beständigen Prozess der Kommunikation, der Rezeption und des Austausches" (vgl. Beitrag Salisch in dieser Ausgabe).

<27>

So wirkt es nur auf den ersten Blick überraschend, dass die habsburgische Großmacht in Preußen nicht nur einen aufstrebenden Konkurrenten sah, sondern auch ein Staatswesen, das viele Vorzüge besaß, die nachahmenswert schienen. Tatsächlich orientierten sich die in Österreich seit 1748 angestoßenen Reformen vor allem an ebenjenem Preußen, das in den vorangegangenen zwei Kriegen gegen die Habsburger siegreich gewesen war. Dessen Verwaltungsstrukturen waren offenkundig in puncto Effizienz und Kontrolle durch den Herrscher den österreichischen deutlich überlegen. Nicht zu Unrecht hat man hierin einen entscheidenden Vorteil gesehen, der den militärischen Erfolg befördert, wenn nicht begleitet hat. Da ein Hauptziel der Wiener Politik aber im Rückgewinn Schlesiens und der Niederwerfung des nördlichen Rivalen bestand, mussten – so die naheliegende Erkenntnis – zunächst einmal die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Im Ergebnis fand ein Transferprozess statt, den Michael Hochedlinger jüngst als "Prussifizierung" Österreichs im 18. Jahrhundert bezeichnet hat. 20

<28>

Der Reformimpuls, der von Preußen ausging und besonders der Struktur der österreichischen und böhmischen Länder ein neues Gepräge geben sollte, gewann mit Maria Theresias Sohn und Nachfolger Joseph II. nochmals spürbar an Kraft. Er sollte die eigentliche Mittlerfunktion in diesem Transferprozess einnehmen. Der preußischen Sicht auf die Dinge ist dies bewusst gewesen, und man kann das bekannte Gemälde Menzels, das das Treffen Friedrichs des Großen und Josephs 1769 in Neiße zeigt, auch als Metapher dieses Kulturtransfers sehen: der große Preußenkönig und in deutlich erkennbarer Devotion der österreichische Thronfolger. Diese Szene lebt von der inhärenten Spannung einer Begegnung zweier Fürsten, die – strukturell betrachtet – einander feindlich begegnen müssten. Und doch erkannte der eine von ihnen im Gegenüber das Faszinierende und war bereit, von ihm zu lernen. Kulturtransfer hatte insofern auch etwas Schmerzliches, und die Geschichtsschreibung hat dem auch Rechnung getragen, indem sie auf die innerhabsburgischen Spannungen hingewiesen hat, die auch in den gegensätzlichen Auffassungen von Mutter und Sohn über den preußischen König ihren Ausdruck fanden.

<29>

Wenn wir die höfische Sphäre verlassen, ist der Einfluss des Königs auf den Kulturtransfer nicht immer so eindeutig nachzuweisen und auch nicht immer so exklusiv (vgl. Beitrag Kaak in dieser Ausgabe). Doch erweist die Untersuchung der entsprechenden landesfürstlichen Bestrebungen gerade auch im 18. Jahrhundert einen lebhaften Ideentransfer im Agrarsektor. Für die Durchsetzung dieser Neuerungen war der königliche Impetus in jedem Fall von Gewicht. Doch wird nicht zu unterschätzen sein, dass gerade das 18. Jahrhundert vielfältige, von aufklärerischen Motiven gelenkte Initiativen sah, die die Landwirtschaft weiterentwickeln wollten. Diese mussten gar nicht gegenläufig sein, doch ist wichtig zu sehen, dass Kulturtransfer im friderizianischen Preußen sicher eine obrigkeitliche, ja königliche Angelegenheit war, in manchen Bereichen jedoch nicht ausschließlich.

<30>

Aspekte des Kulturtransfers haben auch das weite Feld der Legenden um Friedrich bereichert. Dass der König maßgeblich und erfolgreich für die Einführung der Kartoffel als Grundnahrungsmittel gesorgt habe, gehört zum festen Bestandteil des Anekdotenschatzes um den Alten Fritz; zahlreiche Episoden thematisieren dies und zementieren damit die Geschichte eines Transfers von nicht zu unterschätzenden Folgewirkungen. Sicherlich hat Friedrich mehrfach und über Jahre hinweg Verfügungen erlassen, die den Anbau von Kartoffeln befördern sollten. Allerdings war die Resonanz auf diese königlichen Anweisungen ausgesprochen gering. Die bekannte und vielfach kolportierte Anekdote von den Soldaten, die einen Acker bewachen sollten, um den Bauern den großen Wert der dort angebauten Kartoffeln zu versinnbildlichen, zeigt vor allem, wie schwierig es war, diesen Transfer durchzusetzen. Letztlich hat sich die Kartoffel in Preußen erst im 19. Jahrhundert durchgesetzt – auch wenn die historische Tradition vielfach immer noch Friedrich dieses Verdienst zuschreiben möchte. 21

<31>

Allerdings erweist die Kartoffel-Anekdote ein offenbar wesentliches Charakteristikum friderizianischer Kulturpolitik: das einmalige Abschauen und anschließende Anstoßen einer Entwicklung im eigenen Land – ohne aber die Voraussetzung für einen Transfer geschaffen zu haben, ohne den angeregten Entwicklungsprozess nachhaltig und permanent zu unterstützen und zu begleiten. In seinen Schriften thematisierte Friedrich immer wieder die Aufnahme von Fremdem – sei es zeitlich oder geographisch – als Movens für die Kulturförderung im eigenen Staat und als Metapher seiner Selbstdarstellung (vgl. Beitrag Sachse in dieser Ausgabe). Tatsächlich holte der König Fremde ins Land, gewährte den Neuankömmlingen auch in der Regel eine "Starthilfe", kümmerte sich dann aber nicht mehr um die weitere Entwicklung. So ließ Friedrich etwa auf dem Eberswalder Werder eine Messer- und Stahlwarenmanufaktur gründen, warb die dazu notwendigen Fachleute aus Ruhla, Schmalkalden und Solingen an, die ersten kamen 1743, tat darüber hinaus jedoch nichts, in der Hoffnung, die Manufaktur würde sich ab ihrer Gründung selbst tragen – was nicht der Fall war. "Erst 1753 waren vier Schleifmühlen fertig. Dass sich die Sache so lange hinzog, lag am Fehlen von Fachkräften. Man übertrug den Zuwanderern Arbeiten, die sie wegen ihrer unzureichenden technischen Kenntnisse nicht lösen konnten." Bald darauf wurden dem Staat "die Zuwendungen zuviel“. 22 Friedrich wirkte, modern gesprochen, also nicht nachhaltig. Viele gute Ansätze gingen auf diese Weise wieder verloren.

<32>

Am Ende verschiebt sich noch einmal die Perspektive, wenn Friedrich nicht nur als Akteur des Kulturtransfers auftritt, sondern auch als Objekt eines solchen Mechanismus begriffen werden kann. Dies lässt sich gerade in dem Moment beobachten, als der König verstarb und die Debatte um die Deutung des Friedrichbildes an Dynamik gewann (vgl. Beitrag Lau in dieser Ausgabe). Für welche Ideen der König vereinnahmt werden konnte, wurde rasch zu publizistischen Streitfällen, an denen die europäische, aufgeklärte Gelehrtenrepublik lebhaften Anteil nahm. Nun kann man in den Aufklärern die Vertreter einer europaweiten Reformdebatte sehen, die gerade davon lebte, dass Ideen und Anregungen ausgetauscht wurden, sich gegenseitig befruchteten und damit weiter fortentwickelten. Wenn überhaupt, dann kann man in diesen Kreisen die Experten für Kulturtransfer vermuten.

<33>

Auf den ersten Blick ist es dann umso überraschender, zu sehen, dass – das zeigen gerade die Deutungen des Mythos Friedrich – diese Thematik zu scharfen Grenzziehungen, Abschließungstendenzen und Mechanismen der Exklusion führte. Ausgerecht in einem Umfeld, das prädestiniert für Transfer war, wurden erbitterte Definitionskämpfe ausgefochten. Das mag damit zusammenhängen, dass der Kampf um das Bild Friedrichs nie nur ein Streit der Gelehrten, sondern immer auch einer tiefen Politisierung unterworfen war.

<34>

Allgemein wird daran deutlich, dass Kulturtransfer oft genug alles andere als eine konfliktfreie Angelegenheit war, sondern in durchaus heftige Auseinandersetzungen um die jeweilige Deutungshoheit münden konnte. Ob es nun einvernehmliche, stillschweigend ablaufende Prozesse oder eben von heftigen Widerständen begleitete Vorgänge waren, die hier angeführten Beispiele decken nur einen kleinen Bereich dessen ab, was sich unter dem Paradigma des Kulturtransfers in der Epoche Friedrichs des Großen fassen lässt. Und zweifellos bieten sich hier analytische Möglichkeiten, die der Erforschung dieser Zeit noch weitere Wege weisen können.

Autoren

Dr. Jürgen Luh
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Postfach 60 14 62
14414 Potsdam
j.luh@spsg.de

Dr. Michael Kaiser
perspectivia.net
Stiftung DGIA
Rheinallee 6
53173 Bonn
michael.kaiser@stiftung-dgia.de

1 Zum Erkenntnisinteresse der Kulturtransferforschung vgl. Wolfgang Schmale: Erkenntnisinteressen der Kulturtransferforschung, in ders. / Martina Steer (Hg.): Kulturtransfer in der jüdischen Geschichte, Frankfurt a.M. 2006, 23-41.

2 Dazu grundlegend Ulrich Gotter: "Akkulturation" als methodisches Problem der historischen Wissenschaft, in: Wolfgang Eßbach (Hg.): wir/ihr/sie. Identität und Alterität in Theorie und Methode, Würzburg 2000, 373-406.

3 Siehe Michel Espagne / Michael Werner: Deutsch-französischer Kulturtransfer im 18. und 19. Jahrhundert. Zu einem neuen Interdisziplinären Forschungsprogramm des C.N.R.S., in: Francia 13 (1985), 502-510; siehe auch Thomas Fuchs / Sven Trakulhun: Kulturtransfer in der Frühen Neuzeit. Europa und die Welt, in: dies. (Hg.): Das eine Europa und die Vielfalt der Kulturen. Kulturtransfer in Europa 1500-1850, Berlin 2003, 7-24. Dabei liegt der Schwerpunkt der Untersuchungen im 16. Jahrhundert (13ff.). Siehe auch Wolfgang Schmale: Das Konzept "Kulturtransfer" und das 16. Jahrhundert. Einige theoretische Grundlagen, in: ders. (Hg): Kulturtransfer: Kulturelle Praxis in Europa im 16. Jahrhundert, Innsbruck / Wien 2003, 41-61.

4 Siehe Wolfgang Schmale: Historische Komparatistik und Kulturtransfer. Europageschichtliche Perspektiven für die Landesgeschichte: eine Einführung unter besonderer Berücksichtigung der sächsischen Landesgeschichte, Bochum 1998. Siehe auch die Zusammenfassung der Kulturtransferforschung von Sven Externbink: Internationale Beziehungen und Kulturtransfer in der Frühen Neuzeit, in: Fuchs / Trakulhun: Das eine Europa (wie Anm. 3), 227-248, hier besonders: 234: "Im Prinzip war der gesamte Staatsbildungsprozeß zugleich ein umfassender Kulturtransfer."

5 Œu vres de Frédéric le Grand – Werke Friedrichs des Großen. Digitale Ausgabe der Universitätsbibliothek Trier, <URL: http://friedrich.uni-trier.de > <30.08.2011>.

6 Das Tagebuch des Marchese Lucchesini (1780-1782). Gespräche mit Friedrich dem Großen, hg. von Friedrich von Oppeln-Bronikowski und Gustav Berthold Volz (= Romanische Bucherei 5), München 1926; vgl. auch Fritz Bischoff: Gespräche Friedrichs des Großen mit H. de Catt und dem Marchese Lucchesini, Leipzig 1885. Bischoffs Übersetzung ist allerdings chronologisch nicht richtig geordnet. Siehe für einen Teil des Tagebuchs in chronologisch richtiger Reihenfolge der Einträge: Friedrich von Oppeln-Bronikowski / Gustav Berthold Volz: Gespräche Friedrichs des Grossen, Berlin 1919, 215-229.

7 Bischoff: Gespräche (wie Anm. 6), 238, allerdings unter dem falschen Datum 12. Mai 1783; vgl. auch Oppeln-Bronikowski / Volz: Gespräche (wie Anm. 6), 216.

8 Bischoff: Gespräche (wie Anm. 6), 162.

9 Bischoff: Gespräche (wie Anm. 6), 199.

10 Bischoff: Gespräche (wie Anm. 6), 240f., allerdings unter dem falschen Datum 15. Mai 1783.

11 Oppeln-Bronikowski / Volz: Gespräche (wie Anm. 6), 223.

12 Siehe Horst Steinmetz (Hg.): Friedrich II., König von Preußen und die deutsche Literatur des 18. Jahrhunderts. Texte und Dokumente, Stuttgart 1985, 60-99.

13 Gustav Berthold Volz (Hg.): Die Werke Friedrichs des Großen. In deutscher Übersetzung, Bd. 8, Berlin 1913, 309 (Friedrich an Voltaire am 24. Juli 1775).

14 Siehe dazu die Überlegungen bei Ulrich Gotter: Zwischen Südsee, Paris und Sanssouci. Konzepte von Kulturtransfer und der friderizianische Hof, in: Friedrich300 - Colloquien, Friedrich der Große: Politik und Kulturtransfer im europäischen Kontext (2010) < http://www.perspectivia.net/content/publikationen/friedrich300-colloquien/friedrich-kulturtransfer/gotter_kulturtransfer > <30.08.2011>, <18>ff.

15 So Carl Hinrichs: Der allgegenwärtige König. Friedrich der Große im Kabinett und auf Inspektionsreisen, 2. Aufl., Berlin 1940. Hinrichs selbst schreibt über sein Buch in einer Schlussbemerkung: "In diesem besonderen Jubiläumsjahr 1940 aber war eine solche Aufgabe" – ein volkstümliches Werk über den König zu schreiben – "noch weniger als sonst allein mit den Mitteln nüchterner exakter Wissenschaft zu lösen, sie mußte auch mit dem Herzen erfüllt werden." (311).

16 Nina Simone Schepkowski: Johann Ernst Gotzkowsky. Kunstagent und Gemäldesammler im friderizianischen Berlin, Berlin 2009.

17 Oppeln-Bronikowski / Volz: Gespräche (wie Anm. 6), 259-261.

18 Uwe Steiner: Die Sprache der Gefühle. Der Literaturbegriff Friedrichs des Großen im historischen Kontext, in: Brunhilde Wehinger (Hg.): Geist und Macht. Friedrich der Große im Kontext der europäischen Kulturgeschichte, Berlin 2005, 23-49, hier: 29.

19 Afra Schick: Johann Friedrich und Heinrich Wilhelm Spindler. Die Möbelaufträge Friedrichs des Großen für das Neue Palais, in: Friedrich300 - Colloquien, Friedrich der Große und der Hof (2009) < http://www.perspectivia.net/content/publikationen/friedrich300-colloquien/friedrich-hof/Schick_Spindler > <30.08.2011>.

20 Michael Hochedlinger: Der König und die Habsburgermonarchie. Oder: Wie preußisch war Österreich im 18. Jahrhundert?, in: Friedrich300 - Colloquien, Friedrich der Große - eine perspektivische Bestandsaufnahme (2008) <URL: http://www.perspectivia.net/content/publikationen/friedrich300-colloquien/friedrich-bestandsaufnahme/hochedlinger_habsburgermonarchie > <30.8.2011>.

21 Ein frühes Beispiel für eine differenzierte und realistische Darstellung zu Friedrichs Bemühungen um die Kartoffel findet sich bezeichnenderweise in der naturwissenschaftlichen Abhandlung von Julius Münter: Die Krankheiten der Kartoffeln insbesondere die im Jahre 1845 pandemisch herrschende nasse Fäule, Berlin 1846, 16f.

22 Ingrid Mittenzwei / Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648 bis 1789. Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild, Köln 1987, 306.

Lizenzhinweis: Dieser Beitrag unterliegt der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung (CC-BY-NC-ND), darf also unter diesen Bedingungen elektronisch benutzt, übermittelt, ausgedruckt und zum Download bereitgestellt werden. Den Text der Lizenz erreichen Sie hier: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de

PSJ Metadata
Michael Kaiser, Jürgen Luh
Einführung
CC-BY-NC-ND 3.0
Frühe Neuzeit (1500-1789)
Preußen bis 1947
Kultur- und Mentalitätsgeschichte, Theorie und Methode der Geschichtswissenschaften
18. Jh.
4015701-5 4000911-7 4165964-8 4165992-2
Akkulturation Kulturtransfer Friedrich der Große
Europa (4015701-5), Akkulturation (4000911-7), Kulturaustausch (4165964-8), Kulturvermittlung (4165992-2)
PDF document luh-kaiser_einfuehrung.doc.pdf — PDF document, 182 KB
J. Luh, M. Kaiser: Einführung
In: Friedrich der Große: Politik und Kulturtransfer im europäischen Kontext. Beiträge des vierten Colloquiums in der Reihe „Friedrich300“ vom 24./25. September 2010, hg. von Michael Kaiser und Jürgen Luh (Friedrich300 - Colloquien, 4)
URL: http://www.perspectivia.net/publikationen/friedrich300-colloquien/friedrich-kulturtransfer/luh-kaiser_einfuehrung
Veröffentlicht am: 21.09.2011 16:05
Zugriff vom: 19.09.2017 15:24
abgelegt unter: