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    M. Rohrschneider: Die höfisch-kulturellen Beziehungen der anhaltischen Fürstentümer zu Preußen um 1750

    Friedrich300 – Friedrich der Große und der Hof

    Die höfisch-kulturellen Beziehungen der anhaltischen Fürstentümer zu Preußen um 1750.

    Eine Bestandsaufnahme

    Michael Rohrschneider


    Abstract

    Die Erforschung der höfisch-kulturellen Beziehungen zwischen Preußen und den anhaltischen Fürstentümern um die Mitte des 18. Jahrhunderts steckt noch in ihren Anfängen. Beim gegenwärtigen Forschungsstand lässt sich konstatieren, dass die Berlin-Potsdamer Residenzlandschaft im Hinblick auf die anhaltischen Askanier große Ausstrahlungskraft besaß. Die Indienstnahme preußischer Künstler durch die anhaltischen Fürsten zeigt dies exemplarisch. Gerade mit Blick auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ist darüber hinaus festzustellen, dass auch von Seiten Anhalts vielfältige Einflüsse auf Preußen wirkten. Ziel künftiger Forschungen sollte es daher sein, eine umfassende anhaltisch-preußische Beziehungsgeschichte der Frühen Neuzeit zu erarbeiten, wobei auch und gerade die Frage zu untersuchen sein wird, wie sich die ungleichen Nachbarn Preußen und Anhalt konkret wechselseitig wahrnahmen.

    <1>

    Die Erforschung des frühneuzeitlichen Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche neue Impulse erhalten, die, wie Anton Schindling es treffend formuliert hat, ein "neues Bild vom Alten Reich" vermitteln. 1 Das Reich wird nicht mehr mit dem abfälligen Urteil außenpolitischer Ohnmacht und innerer Zersplitterung bedacht, wie es in der borussisch-kleindeutschen Historiographie oftmals der Fall war. 2 Vielmehr wird es inzwischen als über lange Zeit im Großen und Ganzen funktionierende Rechts- und Friedensordnung verstanden, 3 die gerade den kleineren, nichtarmierten Reichsständen Schutz bot, wie zum Beispiel den Fürsten von Anhalt, um die es in dieser Studie geht.

    <2>

    Eine bemerkenswerte Folge dieser Neubewertung ist die Tatsache, dass in jüngerer Zeit in verstärktem Maße auch und gerade diese kleineren Reichsstände, die sogenannten Mindermächtigen, das Interesse der Forschung gefunden haben. 4 Bekanntlich wurden besonders die kleineren geistlichen und weltlichen Reichsfürsten, die Reichsgrafen, die Reichsritter oder auch die Reichsstädte in der älteren Historiographie oftmals mit 'Kleinstaaterei' in Verbindung gebracht; der negativ konnotierte Begriff 'Duodezfürst' ist ein bezeichnender Ausdruck dieser Forschungstendenz. Friedrich der Große steht gewissermaßen stellvertretend für diese Anschauung der älteren Geschichtsschreibung. In seinem Antimachiavell hat er sich wie folgt über die kleineren Fürsten geäußert: "[...] die Mehrzahl dieser kleinen Fürsten, namentlich in Deutschland, richtet sich zugrunde durch die Aufwendungen, zu denen ihr trunkener Größenwahn sie verführt, die in so gar keinem Verhältnis zu ihrem Einkommen stehen; die Ehre ihres Hauses hochzuhalten, sinken sie immer tiefer, aus Eitelkeit geraten sie auf den Weg zum Elend und zum Armenhaus. Noch der allerjüngste Sproß einer apanagierten Linie hält sich in seiner Einbildung für einen kleinen Ludwig XIV.: er baut sein Versailles, küßt seine Maintenon und hält sich seine Armee." 5

    <3>

    Waren also die kleineren Glieder des Reiches aus der Sicht des in den Maßstäben der großen europäischen Politik denkenden und handelnden Königs und nicht selten auch aus der Perspektive der nachfolgenden macht-, national- und anstaltsstaatlich geprägten borussischen Historiographie eine quantité négligeable , so ist die Frühneuzeitforschung in jüngerer Zeit zu einer gänzlich anderen Anschauung gelangt. Angesichts der Diskreditierung des Machtstaats durch die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges hat sie verstärkt seit den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts die Erforschung der mannigfaltigen kleineren Glieder des Reiches, wie der anhaltischen Fürsten, in ihrer bunten Vielfalt als konstitutiv angesehen, um zu einem angemessenen Bild des Alten Reiches jenseits der Fixierung auf die großen Reichsstände zu gelangen. 6 Zwar hat beispielsweise schon die ältere anhaltische Forschung in diesem Bereich erhebliche Leistungen erbracht, doch sind erst in neuerer Zeit verstärkte Bemühungen unternommen worden, durch eine methodische Verbindung von Reichs- und Landesgeschichte die Erforschung des Facettenreichtums der mindermächtigen Reichsglieder in die Neubewertung der politischen Strukturen des Alten Reiches einzubinden. 7

    <4>

    Angesichts der vielen wertvollen Neuansätze, die in diesem Kontext zu verzeichnen sind, sei an dieser Stelle stellvertretend auf eine Forschungstendenz hingewiesen, die im inhaltlichen Zusammenhang dieser Studie von besonderem Interesse ist und der im Hinblick auf die Möglichkeiten kleinstaatlicher Politik eine Anschauung zugrunde liegt, die von Jörg Jochen Berns in einem 1993 erschienenen Aufsatz prägnant mit der Überschrift "Duodezabsolutismus als kulturelle Chance" gekennzeichnet worden ist. 8 Diese Forschungsrichtung ist besonders dadurch charakterisiert, dass sie dem machtstaatlichen Verdikt der älteren Forschung den positiv bewerteten bewussten Verzicht kleinerer Fürsten auf eine eigene ambitionierte Machtpolitik entgegensetzt und zugleich deren Verdienste auf dem Feld des geistigen und kulturellen Lebens hervorhebt. 9

    <5>

    Damit sind wir bei den anhaltischen Fürstentümern angelangt, deren Geschichte im 18. Jahrhundert einen Verlauf nahm, der zwischen zweit- oder drittrangiger politischer Bedeutung einerseits und partieller kultureller Blüte andererseits verortet werden kann. Noch heute erlebbarer Ausdruck des letztgenannten Sachverhaltes ist der Dessau-Wörlitzer Kulturkreis, der als "Musterbeispiel praktizierter Aufklärung" 10 heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

    <6>

    Vor diesem forschungsgeschichtlichen Hintergrund ist es das Ziel dieser Studie, der Fragestellung nachzugehen, wie sich die höfisch-kulturellen Beziehungen zwischen den ungleichen Nachbarn Anhalt und Preußen um die Mitte des 18. Jahrhunderts konkret gestalteten. Im Folgenden wird dabei zunächst die Genese der anhaltisch-preußischen Beziehungen seit der Mitte des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts nachgezeichnet, um die politischen Rahmenbedingungen der höfisch-kulturellen Beziehungen um 1750 kenntlich zu machen. Damit einher geht eine Skizze des Forschungsstandes zu dem vielschichtigen Verhältnis zwischen Anhalt und Preußen und dem höfischen Leben in den anhaltischen Fürstentümern um die Mitte des 18. Jahrhunderts. In einem weiteren Schritt erfolgt dann eine Darlegung der derzeitigen Kenntnisse über die anhaltischen Höfe und deren Beziehungen zum preußischen Nachbarn, ehe abschließend, gewissermaßen als Ausblick für zukünftige Forschungen, ein Quellenbeispiel hinsichtlich der bislang noch nicht hinreichend geklärten Frage untersucht wird, wie die anhaltischen Höfe von preußischer Seite konkret wahrgenommen wurden. An dieser Stelle ist allerdings ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass es im hier gegebenen Rahmen nicht darum gehen kann, das Thema der höfischen Beziehungen zwischen Anhalt und Preußen um 1750 letztgültig zu behandeln. Vielmehr soll angesichts des defizitären Forschungsstandes eine vorläufige Bestandsaufnahme erfolgen.

    Zur Genese der anhaltisch-preußischen Beziehungen im 17. und 18. Jahrhundert

    <7>

    Eine der Determinanten der Geschichte Anhalts im 17. und 18. Jahrhundert war die Landesteilung der Jahre 1603 bzw. 1606. Das zuvor vereinte Fürstentum Anhalt wurde in diesen Jahren in vier (Teil-)Fürstentümer unterteilt, die noch um 1750 Bestand hatten, auch wenn in der Zwischenzeit die Hauptlinien teils ausgestorben und vormalige Nebenlinien an die Regierung gelangt waren. 11 Diese vier (Teil-)Fürstentümer Anhalt-Bernburg, Anhalt-Dessau, Anhalt-Köthen und Anhalt-Zerbst führten jeweils getrennte Hofhaltungen. Insofern muss es im Plural die anhaltischen Höfe heißen, wenn von den höfischen Beziehungen zwischen Anhalt und Preußen die Rede ist. Den einen anhaltischen Hof hat es im Untersuchungszeitraum bekanntlich nicht gegeben.

    <8>

    Für die langfristige Entwicklung der anhaltisch-preußischen Beziehungen war das Jahr 1658 von zentraler Bedeutung. In diesem Jahr trat der anhalt-dessauische Erbprinz und spätere regierende Fürst des Dessauer (Teil-)Fürstentums Johann Georg II. in die Dienste Kurfürst Friedrich Wilhelms von Brandenburg. 12 Er erlangte in brandenburg-preußischen Diensten höchste zivile und militärische Würden. Überdies wurde er 1659 durch seine Heirat mit Henriette Katharina von Nassau-Oranien, einer jüngeren Schwester der brandenburgischen Kurfürstin Louise Henriette, ein Schwager des Großen Kurfürsten. 13

    <9>

    Diese enge dienstliche und verwandtschaftliche Anbindung des Dessauer Fürsten an den aufstrebenden Hohenzollernstaat war für beide Seiten vorteilhaft und wurde für das nachfolgende Jahrhundert im Hinblick auf die politischen Beziehungen zwischen Anhalt und Brandenburg-Preußen richtungsweisend: Der Große Kurfürst verfolgte eine ambitionierte Außen- und Reichspolitik, die er durch eine Klientel auf Kreis- und Reichsebene zu unterstützen gedachte, während sich für den Dessauer Fürsten die Perspektive eröffnete, im Sog der neuen protestantischen Vormacht im Norden des Reiches Außen- und Reichspolitik auf höchster politischer Ebene betreiben zu können und nicht zuletzt auch Einkünfte zu erlangen, um ein standesgemäßes Leben führen zu können. 14

    <10>

    Johann Georg II. von Anhalt-Dessau war der wohl wichtigste Wegbereiter dafür, dass zahlreiche anhaltische Fürsten und Prinzen – nicht nur aus der Dessauer Linie – nachfolgend in die militärischen Dienste des Hohenzollernstaates traten. 15 Das wohl bekannteste Beispiel ist der sogenannte Alte Dessauer, Leopold I. von Anhalt-Dessau, der Sohn und Nachfolger Johann Georgs II. Er prägte als Generalfeldmarschall wie kein zweiter 'Ausländer' das preußische Militär in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und nahm als enger Mitarbeiter Friedrich Wilhelms I. eine Stellung gegenüber dem preußischen König ein, für die der Begriff der Freundschaft durchaus adäquat erscheint, wenn man einmal die grundsätzlichen Vorbehalte außer Acht lässt, die es zu berücksichtigen gilt, wenn man mit diesem Terminus das Verhältnis zweier regierender Herrscher umschreiben will. 16

    <11>

    Vor diesem politischen und militärischen Hintergrund stellte es einen Bruch mit einer hundertjährigen Tradition dar, als Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, der Enkel des Alten Dessauers, 1757, mitten im Siebenjährigen Krieg, den Entschluss fasste, den preußischen Militärdienst zu quittieren. 17 Als eher 'unmilitärischer' Charakter leitete 'Vater Franz', wie er in seiner Heimat bis heute liebevoll genannt wird, eine durch die Aufklärung geprägte Entwicklung in Anhalt-Dessau ein, der wir unter anderem das Dessau-Wörlitzer Gartenreich zu verdanken haben. Die eingangs erwähnte kulturelle Blüte Anhalts im 18. Jahrhundert ist ganz eng mit dem Leben und Wirken dieses Dessauer Fürsten verbunden. 18

    <12>

    Die politischen Beziehungen zwischen Preußen und Anhalt um 1750 waren dergestalt, dass die anhaltischen Fürsten unter dem Druck der friderizianischen Machtpolitik mehr und mehr in eine Rolle gedrängt wurden, die Volker Press treffend als Satelliten-Stellung bezeichnet hat. 19 Anhaltische Interessenpolitik, die sich gegen die ausdrücklichen Intentionen Preußens richtete, war zu diesem Zeitpunkt faktisch kaum mehr möglich.

    <13>

    Spätestens in den Anfangsjahren des Siebenjährigen Krieges wurde dies besonders deutlich, als der anhaltische Gesandte auf dem Regensburger Reichstag in der Frage des Reichskrieges gegen Friedrich den Großen nicht im Sinne Preußens votierte. 20 Die Folge war, dass er aufgrund des politischen und militärischen Drucks Friedrichs von den anhaltischen Fürsten abberufen werden musste. Der Preußenkönig war nicht bereit, ein Ausscheren seiner Klientel auf dem Reichstag zu dulden. Von der traditionellen Rolle des Kurfürsten von Brandenburg bzw. des Königs von Preußen als Patron der anhaltischen Klientel war nicht mehr viel übrig geblieben: Anhalt wurde im weiteren Verlauf des Siebenjährigen Krieges fast wie ein Feindesland von Preußen ausgepresst. 21

    Zum Stand der Forschung

    <14>

    Wirft man nun einen Blick auf die Forschungslage zu den bisher skizzierten politischen Rahmenbedingungen, so ist zu konstatieren, dass die anhaltisch-preußischen Beziehungen während der Regierungszeiten Johann Georgs II. und Leopolds I. von Anhalt-Dessau, also während der zweiten Hälfte des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, inzwischen als vergleichsweise gut erforscht gelten können, wobei die Beziehungen Anhalt-Dessaus zu Preußen insgesamt gesehen besser erforscht sind als die Beziehungen der übrigen anhaltischen Fürstentümer zum Hohenzollernstaat.

    <15>

    Diese gute Forschungslage umfasst auch und gerade das höfische, geistige und kulturelle Leben in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Denn die jüngere deutsche und niederländische Forschung hat intensiv die prägenden Einflüsse niederländisch-oranischer Provenienz auf Anhalt und Brandenburg-Preußen untersucht, die ganz wesentlich auf die Eheschließungen mit den beiden genannten Oranierprinzessinnen Henriette Katharina und Louise Henriette zurückgingen. 22

    <16>

    Für die Regierungszeit Leopolds I. von Anhalt-Dessau und Friedrich Wilhelms I. liegen überdies die von Otto Krauske im Rahmen der Acta Borussica edierten Briefe des Soldatenkönigs an den Alten Dessauer vor, die vor allem die militärische Tätigkeit der beiden Herrscher beleuchten. 23 Einblicke in das höfisch-kulturelle Leben ihrer Zeit erlauben diese Briefe allerdings weniger, sieht man einmal von der gemeinsamen Begeisterung Leopolds und Friedrich Wilhelms für die Jagd ab. 24 Dies mag unter anderem auch damit zusammenhängen, dass beide Herrscher Charaktere waren, die man schlagwortartig als eher 'unhöfisch' bezeichnen könnte, auch wenn der Soldatenkönig durchaus dynastische Selbstinszenierung betrieb und fallweise auf höfischen Prunk nicht verzichtete, wie die neuere Forschung hervorgehoben hat. 25

    <17>

    Im Hinblick auf die Regierungszeit Leopolds III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, der von 1758 bis 1817 im Dessauer Landesteil regierte, ist darauf hinzuweisen, dass sie wie kaum eine andere Epoche der frühneuzeitlichen Geschichte Anhalts das Interesse der Forschung gefunden hat. Dies ist für die Thematik dieser Untersuchung insofern von Bedeutung, als Teile der Forschung die Regierung dieses bedeutenden anhaltischen Fürsten sogar als eine Art Gegenentwurf zum Preußen Friedrichs des Großen gedeutet haben. Der als "aufgeklärte Lichtgestalt" 26 und als Friedensfürst inszenierte 'Vater Franz' habe gewissermaßen der preußischen Machtpolitik friderizianischer Prägung eine gänzlich unmilitärische Friedenspolitik entgegengesetzt, die sich unter anderem auch darin geäußert habe, dass der Dessauer Fürst einer der spiritus rectores des Fürstenbundes war. 27

    <18>

    Gerade die anhaltische Forschung hat zudem mit guten Gründen auf den zumindest partiell festzustellenden Vorbildcharakter der anhalt-dessauischen Politik für das Preußen des späten 18. Jahrhunderts aufmerksam gemacht. Verwiesen sei hier unter anderem auf die Überlegungen, die Hartmut Ross anlässlich des Preußenjahres 2001 von anhaltischer Seite vorgetragen hat: "Die Fakten sind bekannt: Erdmannsdorff trug den Klassizismus von Dessau-Wörlitz nach Berlin (auch wenn es in manchen Darstellungen umgekehrt zu lesen ist). Die Wörlitzer Gärten wirkten in preußischen Gärten, und König Friedrich Wilhelm II. hatte im Wörlitzer Schloss eine speziell für ihn vorgesehene Schlafgelegenheit. Berenhorst hat die preußischen Militär-Reformer inspiriert [...]. Und obwohl sich in Preußen ebenfalls pädagogische Reformen zeigten, hat das Philanthropin ebenso wie die anderen Dessauer Kultureinrichtungen auch Preußen beeindruckt." 28

    <19>

    Was diese kurzen Hinweise auf den Forschungsstand zeigen sollen, ist dies: Seitens der anhaltischen Forschung ist das Bemühen erkennbar, die vielfältigen Wechselwirkungen anhaltischer und brandenburg-preußischer Politik zu akzentuieren und damit letztlich aus dem großen Schatten herauszutreten, den die preußische Forschung insgesamt gesehen auf die Geschichte der benachbarten kleineren Territorien des Hohenzollernstaates geworfen hat.

    <20>

    Dennoch bleibt auf eine auffällige Lücke in der Forschung hinzuweisen. Während in jüngerer Zeit instruktive Neuansätze bei der Erforschung des preußischen Hofes des 18. Jahrhunderts zu verzeichnen sind, 29 ist die Forschungslage zu den anhaltischen Höfen und zu den höfisch-kulturellen Beziehungen zwischen Anhalt und Preußen um 1750 – mit einigen Ausnahmen, auf die noch zurückzukommen ist – vergleichsweise schlecht. Die Geschichte der anhaltischen Höfe des 18. Jahrhunderts muss erst noch geschrieben werden; Vehses unzuverlässige Geschichte der kleinen deutschen Höfe ist in dieser Hinsicht völlig unzureichend. 30 Dass gleichwohl, wie bereits angedeutet, einige Ergebnisse vorliegen, die in diesem Forschungskontext nutzbar gemacht werden können, ist nun in einem nächsten Schritt zu zeigen.

    Die anhaltischen Höfe des 18. Jahrhunderts und ihre Beziehungen zur Berlin-Potsdamer Residenzlandschaft – eine vorläufige Bestandsaufnahme

    <21>

    Wenn man den Fokus auf die deutschen Höfe des 17. und 18. Jahrhunderts richtet, so ist im Lichte der jüngeren Forschung zu konstatieren, dass das Reich durch eine polyzentrische Vielfalt unterschiedlichster Höfe geprägt war. 31 Folgt man Volker Bauers Typologie der deutschen Höfe des 17. und 18. Jahrhunderts, so lassen sich zwischen den anhaltischen Höfen und dem preußischen Hof durchaus Gemeinsamkeiten, aber auch Differenzen feststellen. So ordnet Bauer den anhalt-dessauischen Hof ebenso wie den Hof Friedrich Wilhelms I. dem Typus des hausväterlichen Hofes zu, der vor allem durch äußere Schlichtheit, wenn nicht gar Dürftigkeit des höfischen Lebens bestimmt war. 32 Hingegen sei, so Bauer, der Hof Friedrichs des Großen dem geselligen Hoftypus zuzuordnen, der "nicht mehr in erster Linie auf seine Außenwirkung hin angelegt, sondern wirklicher Privatraum des Monarchen [war], der dort im Kreis von Freunden – und nicht eines durch Zeremoniell oder Hofordnung regulierten höfischen Publikums – primär Entspannung vom anstrengenden Beruf des Regierens suchte." 33

    <22>

    Diese Zuordnung des anhalt-dessauischen und des preußischen Hofes ist nicht unwidersprochen geblieben. Erst jüngst wurde der Dessauer Hof des 18. Jahrhunderts als Mischform der Idealtypen zeremonieller, hausväterlicher, geselliger Hof und Musenhof kategorisiert, 34 und man wird auch aufgrund der jüngeren Forschung zum Hof Friedrich Wilhelms I. hervorheben müssen, dass der Soldatenkönig nicht grundsätzlich auf Prunk im Stile des zeremoniellen Hoftypus verzichtete. 35

    <23>

    Der bescheidene Umfang des Hofes von Anhalt-Dessau in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bestätigt jedenfalls den Eindruck einer gewissen Schlichtheit. Die Hofhaltung des Alten Dessauers umfasste im Jahr 1716, folgt man den Zahlen von Ludwig Würdig, 51 Livreebediente, 36 der Hofstaat seiner Tochter Anna Wilhelmine in späteren Jahren bestand nach jüngsten Forschungen aus etwa 35 Personen. 37 Für Anhalt-Köthen konnten für das Rechnungsjahr 1721/22 57 besoldete Personen im Hofstaat ermittelt werden, zuzüglich 15 Kapellmitglieder, also ein ähnlicher Umfang wie in Anhalt-Dessau. 38 Zieht man zum Vergleich etwa die vorliegenden Zahlen der Kurfürstentümer heran, dann werden die wesentlich bescheideneren Dimensionierungen der Hofhaltung kleinerer deutscher Fürstenhöfe, wie sie in Anhalt vorzufinden waren, in aller Deutlichkeit sichtbar: Die bayerische Hofhaltung umfasste 1747 1.429 Personen, 39 der Potsdamer Hofstaat im Jahr 1774 1.827 Personen. 40

    <24>

    Einen etwas anderen Eindruck vermitteln allerdings die Zahlen, welche die neuere Forschung im Hinblick auf die Ausgaben der Fürsten von Anhalt-Köthen und Anhalt-Zerbst für höfische Zwecke vorgelegt hat. In Anhalt-Köthen wurden in dem sehr aufwendigen Rechnungsjahr 1719/20 allein gut 18.000 Taler für "höfischen Prestigekonsum", wie es in der Forschung heißt, ausgegeben, und zwar zuzüglich der persönlich-fürstlichen Ausgaben, die im Rahmen einer "höfisch-kulturellen Offensive" 41 1723/24 bis über 30.000 Taler anwuchsen, und dies bei Gesamteinnahmen in Höhe von rund 76.000 und Gesamtausgaben in Höhe von knapp 74.000 Talern im Jahr 1719/20. 42 Zum Vergleich: Die Ausgaben für den preußischen Hof betrugen um 1740 etwa 209.000 Taler. 43

    <25>

    Diese Zahlen zu Anhalt-Köthen bestätigen den Befund der neueren Forschung, dass die Hofhaltung der Anhalter Fürsten zwar im Vergleich mit den großen Reichsständen eher bescheiden war, dass die aufgeführten Zahlen jedoch angesichts der knappen Ressourcen Anhalts als vergleichsweise hoch einzustufen sind. 44 Der Blick auf die Verhältnisse in Anhalt-Zerbst bestätigt diesen Befund. Eine Auswertung der Kammerrechnungen des Fürstentums Anhalt-Zerbst hat ergeben, dass im Rechnungsjahr 1746/47 etwa 7,5 Prozent, nämlich gut 12.000 Taler, allein für den Schlossbau in Zerbst, das heißt vor allem für die Errichtung und Ausgestaltung des Ostflügels des Zerbster Schlosses, ausgegeben worden sind. 45 Dies ist zwar ein Höchstwert, doch verschlang der Bau jenes Ostflügels im Zeitraum von 1743 bis 1749 durchschnittlich immerhin 4,7 Prozent der jährlichen Landesausgaben in Anhalt-Zerbst 46 – eine beträchtliche Summe, die nur aufgrund der damals vergleichsweise guten ökonomischen Lage in Anhalt-Zerbst von landesherrlicher Seite aufgebracht werden konnte. So wurden im Rechnungsjahr 1745/46 immerhin gut 246.000 Taler im Fürstentum Anhalt-Zerbst eingenommen. 47

    <26>

    Nicht zuletzt der Zerbster Landesteil war es, der mit dazu beitrug, dass die anhaltischen Residenzen im 18. Jahrhundert, das auch als goldenes Zeitalter Anhalts gilt, 48 über ihre Landesgrenzen hinaus beträchtliche Anziehungskraft ausübten. Auf dem Feld der Musik wird dies besonders deutlich: Von 1722 bis 1758 wirkte mit Johann Friedrich Fasch ein bedeutender Komponist der spätbarocken Zeit am Zerbster Hof. Ihm vorangegangen war im Köthener Landesteil Johann Sebastian Bach, der von 1717 bis 1723 als Kapellmeister am Köthener Hof tätig gewesen war.

    <27>

    Für die höfischen Beziehungen zwischen den Nachbarn Anhalt und Preußen war es nun im Untersuchungszeitraum charakteristisch, dass sich die Herrscher sowie deren Familienangehörige samt Begleitung wechselseitig besuchten. So hat die ältere anhaltische Historiographie nicht ohne Stolz die Besuche Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs des Großen in Anhalt aufgeführt, 49 die allerdings, so wird man einschränkend festhalten müssen, offenbar nicht sehr zahlreich waren. Von großer Anziehungskraft war hingegen die Berlin-Potsdamer Residenzlandschaft für die Anhalter. So war beispielsweise Leopold II. Maximilian von Anhalt-Dessau ein gern gesehener Gast am Hofe Friedrichs des Großen. 50 Seinen Tod im Jahre 1751 bedauerte der preußische König sehr. 51 Dagegen langweilte der Bruder Leopolds, der wohl nur wenig gebildete Prinz Moritz von Anhalt-Dessau, der sich häufiger am preußischen Hof aufhielt, den König nach dessen eigenem Bekunden über alle Maßen. 52

    <28>

    Einer neueren Untersuchung zu Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau, einer Tochter des Alten Dessauers, ist zudem zu entnehmen, dass sich die Prinzessin, der Friedrich der Große in Potsdam persönlich begegnet war und die er für sehr liebenswürdig hielt, 53 regelmäßig am Berliner Hof aufhielt. 54 Dort wurde sie sowohl von Königin Elisabeth Christine als auch von der Königin-Mutter Sophie Dorothea empfangen, die über einen eigenen glänzenden, aber politisch wohl eher bedeutungslosen Hof verfügten. 55 Im Sommer fanden diese Empfänge oftmals in Monbijou statt. 56 Bei diesen Aufenthalten am preußischen Hof traf Anna Wilhelmine beispielsweise auch mit Antoine Pesne zusammen. 57 Mehrere Bilder des Malers befinden sich heute in Schloss Mosigkau nahe Dessau, das Anna Wilhelmine 1752 bis 1757 erbauen ließ. Auch ist davon auszugehen, dass die Dessauer Prinzessin in Berlin mit Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff bekannt wurde, der um 1748 Pläne für den Umbau des Dessauer Schlosses entwarf, die aber nur zum Teil umgesetzt wurden. 58

    <29>

    Man wird betonen müssen, dass drei wesentliche Faktoren für diese engen personalen Verflechtungen bestimmend waren: Zum einen die direkte Nachbarschaft Anhalts zu Preußen, zum anderen die Tatsache, dass anhaltische Fürsten und Prinzen in preußischen Militärdiensten standen, und zum Dritten die engen verwandtschaftlichen Verbindungen zwischen den anhaltischen Askaniern und den Hohenzollern. 59 Auf die gemeinsamen oranischen Wurzeln wurde in diesem Zusammenhang bereits hingewiesen. 60 Zu ergänzen sind noch die drei im Zeitraum von 1699 bis 1767 erfolgten Eheschließungen zwischen den Häusern Anhalt-Dessau und Brandenburg-Schwedt 61 sowie die Vermählung Viktor Friedrichs von Anhalt-Bernburg mit Markgräfin Albertine von Brandenburg-Sonnenburg im Jahre 1733. 62 Gerade die Schwedter Linie des Hauses Hohenzollern war es, die im 18. Jahrhundert, begleitet von einer wachsenden Distanz zur Berliner Hofgesellschaft, erheblichen höfischen Aufwand betrieb und mit den Mitteln kultureller Repräsentation beachtliche Pracht zu entfalten versuchte. 63

    <30>

    Im Hinblick auf den mit den engen höfischen Verbindungen einhergehenden Kulturtransfer zwischen Preußen und Anhalt verfügt die Forschung aufgrund der eingehenden Studien von Horst Dauer und Dirk Herrmann zur Bautätigkeit des Zerbster Fürstenhauses inzwischen über gesicherte Erkenntnisse. 64 Der Zerbster Hof war es nämlich, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts auf künstlerischem Terrain von den engen Beziehungen zum preußischen Hof profitierte. Denn es gelang den Anhaltern, preußische Künstler für den Bau und die Ausgestaltung des Zerbster Schlosses zu gewinnen. 65 Hinter dieser bewussten Heranziehung preußischer Künstler standen offenkundig die Ambitionen und der Ehrgeiz des Zerbster Fürstenhauses, das durch die 1745 erfolgte Verheiratung der Prinzessin Sophie Auguste Friederike, besser bekannt als Katharina die Große, mit dem späteren russischen Zaren in den Blickpunkt des europäischen Interesses geraten war und das durch die Entfaltung höfischer Pracht die besondere Dignität der anhaltischen Askanier vor der europäischen Öffentlichkeit zum Ausdruck bringen wollte. 66

    <31>

    So arbeitete im Zeitraum von 1744 bis 1748 der königlich-preußische Baukondukteur und Baumeister Johann Friedrich Friedel, ein Mitarbeiter Knobelsdorffs, am Ausbau des Zerbster Schlosses. 67 Im Inneren des neu erbauten Ostflügels des Schlosses entfaltete sich nun das friderizianische Rokoko. Maßgeblich daran beteiligt war ein weiterer Künstler, der in preußischen Diensten stand, nämlich der königlich-preußische Bildhauer und Dekorateur Johann Michael Hoppenhaupt der Jüngere. Hoppenhaupt war auch an den Ausstattungen des Berliner Schlosses, der Schlösser Monbijou, Charlottenburg und Sanssouci sowie des Potsdamer Stadtschlosses beteiligt und in den Jahren 1746 bis 1749 für den Zerbster Hof tätig. 68 Ebenfalls mit der Ausgestaltung des Zerbster Schlosses beschäftigt war 1746/47 der Kunstmaler Nikolaus Bruno Belau, der sowohl im Berliner Stadtschloss als auch am Kaiserhof Deckengemälde geschaffen hatte. 69 Ganz augenscheinlich schätzte man am Zerbster Hof die Werke preußischer Künstler und erhoffte sich durch deren Indienstnahme die Anfertigung hochwertiger Arbeiten, die der deutschen und europäischen Öffentlichkeit vor Augen führen sollten, zu welcher Prachtentfaltung ein kleines Fürstentum wie Anhalt-Zerbst in der Lage war.

    Zur Wahrnehmung der anhaltischen Höfe in Preußen um 1750: Ein Quellenbeispiel

    <32>

    Wie die geschilderte Zurschaustellung höfischen Prunks konkret von preußischer Seite wahrgenommen wurde, soll nun abschließend gezeigt werden. Die Quellengrundlage bilden dabei die Tagebuchaufzeichnungen des Reichsgrafen Ernst Ahasverus Heinrich von Lehndorff, des Kammerherrn der Königin Elisabeth Christine von Preußen. 70 Lehndorffs viel beachtete Aufzeichnungen sind für die anhaltisch-preußischen Beziehungen unter anderem deshalb besonders aufschlussreich, da sie nicht nur markante Charakterisierungen von Angehörigen des anhaltischen Fürstenhauses enthalten, 71 sondern auch, weil Lehndorff darin von seinen Reisen an die anhaltischen Höfe berichtet.

    <33>

    Im Folgenden seien einige aufschlussreiche längere Passagen aus Lehndorffs Tagebucheintragungen vom 7., 8. und 9. August 1756 auszugsweise in deutscher Übersetzung zitiert, in denen er seinen Aufenthalt am Zerbster Hof beschreibt: "7. August. Man sendet uns um 2 Uhr eine Hofkutsche. Beim Aussteigen empfangen uns zwei Hofkavaliere und führen uns zur Fürstin-Mutter, bei der wir auch den regierenden Fürsten und die Fürstin finden. Nachdem wir vorgestellt sind, reichen wir den Fürstinnen, die äußerst liebenswürdig sind, die Hand und gehen zu Tisch. Die Mutter hat noch manche Reste ihrer einstigen Schönheit sich bewahrt, die Schwiegertochter aber steht in der Blüte der Jugend und besitzt auch viel Geist, so daß sie in jeder Hinsicht bezaubert. Von Durchlaucht kann man leider nicht dasselbe sagen. [...] Nach der Tafel geht man zur Herzogin-Mutter, deren Unterhaltung bezaubernd ist. Nach einiger Zeit meldet man die Ankunft des Fürsten und der Fürstin von Bernburg. Diese letztere gleicht vollkommen der ländlichen Schönheit, von der Graf Gramont sagt: Kleine Augen, viel Busen und rote Backen. Ihr Gefolge kann man mit dem des 'komischen Romanes' vergleichen. Erstaunt bin ich nun aber, in diesem kleinstädtischen Schauzug einen liebenswürdigen jungen Mann mit interessantem Gesicht zu sehen, der mir außerordentlich gefällt. Er erregt meine lebhafte Neugierde, und ich höre, daß es ein junger Franzose namens Angeli ist [...]. Dieser Angeli, der keine Seele fand, mit der er französisch reden konnte, hat in einem Zeitraum von sechs Monaten sehr gut Deutsch gelernt, eine Tatsache, die für die französische Flüchtigkeit fast unmöglich erscheint." 72

    <34>

    Unter dem Datum des 8. August fährt Lehndorff fort: "Der ganze kleine Hof ist aus Anlaß des Geburtstages seines Herrschers in Gala. Ich liebe diesen trotz seiner Dummheit; er hat ein gutes Herz, und die kleine Zahl der Untertanen, die unter seinem Zepter leben, ist glücklich. Er gehört zu den Fürsten, welche in den Zerbster Annalen werden mehr gesegnet als gerühmt werden. Wir dinieren mit dem ganzen Prunk und der Etikette der kleinen deutschen Höfe. Eine Menge Kanonen werden abgefeuert, während man die Gesundheiten ausbringt, und das Geschmetter der Pauken und Trompeten vergrößert noch das Getöse. Während des ganzen Mahles schwebt unser Allerwertester wegen der vielen Gesundheiten, die wir Serenissimus zu Ehren trinken, immer in der Luft. Die Fürstinnen besitzen zu viel Geist, um nicht das Abgeschmackte einer derartigen Feier zu empfinden, aber sie können es nicht ändern." 73

    <35>

    Und am 9. August schließlich schreibt Lehndorff: "Abends soupieren wir in einem Saal, der ganz mit Grün, aus dem nur die Spiegel und die Bilder hervortreten, geschmückt und prächtig beleuchtet ist. Den Schluß macht ein Ball, auf dem es sehr lebhaft hergeht. Als dieser beendet ist, verabschieden wir uns mit dem aufrichtigen Bedauern, einen Ort so bald verlassen zu müssen, wo man uns mit Artigkeiten überhäuft hat. Dies geht so weit, daß man uns in den fürstlichen Kutschen bis Halberstadt fahren will, wovon wir die Leute nur mit vieler Mühe abbringen können. Am meisten tut es mir leid, von der jungen Fürstin mich verabschieden zu müssen, die in Wahrheit so aussieht, wie die schönen Prinzessinnen der Feenmärchen, die sich in den Armen eines Ungeheuers befinden, was hier der Herr von Zerbst ist." 74

    <36>

    Was fällt nun hinsichtlich der Frage, wie die Verhältnisse am Zerbster Hof von Lehndorff konkret wahrgenommen wurden, auf? Einerseits betont der Kammerherr durchaus respektvoll den großen höfischen Aufwand, der seitens der Anhalter betrieben wurde, sowie die Schönheit und den Esprit der weiblichen Angehörigen des Fürstenhauses. Andererseits kann er sich kaum zügeln, mit spitzer Feder auf die Bescheidenheit und vermeintliche Beschränktheit der Verhältnisse am Zerbster Hof hinzuweisen. Die Schilderung des Franzosen Angeli vermag dies besonders zu veranschaulichen, denn sie ist symptomatisch für die Haltung Lehndorffs: Offenbar vermochte niemand mit Angeli französisch zu sprechen – ein Sachverhalt, den Lehndorff mit großem Befremden wahrnahm und der hier unausgesprochen zum Signum der Beschränktheit der Verhältnisse an einem kleineren deutschen Fürstenhof wie Anhalt-Zerbst wird.

    <37>

    Inwiefern führen die angeführten Passagen aus den Tagebuchaufzeichnungen Lehndorffs über seinen Aufenthalt am Zerbster Hof nun weiter bei der Erforschung der Beziehungen zwischen Anhalt und Preußen? Lehndorffs pointierte Ausführungen, deren Repräsentativität für die preußische Wahrnehmung der anhaltischen Verhältnisse beim gegenwärtigen Forschungsstand zweifelsohne noch fraglich ist, könnten eingebunden werden in den Kontext der bislang nicht hinreichend erforschten wechselseitigen Perzeption Anhalts und Brandenburg-Preußens in der Frühen Neuzeit. Dabei könnte es ebenso um die politische Vorreiterrolle Preußens im mitteldeutschen Raum wie um die höfisch-kulturelle Ausstrahlungskraft der Berlin-Potsdamer Residenzlandschaft auf die anhaltischen Höfe gehen, 75 die sich im 17. und 18. Jahrhundert in vielerlei Hinsicht eng an Brandenburg-Preußen orientierten.

    <38>

    Andersherum gewendet könnte im Rahmen eines größeren Forschungszusammenhanges untersucht werden, wie die preußische Seite die Politik ihrer anhaltischen Klientel und die höfisch-kulturellen Impulse wahrnahm, die von den Anhaltern ausgingen. Langfristiges Ziel wäre eine umfassende anhaltisch-preußische Beziehungsgeschichte der Frühen Neuzeit, welche die facettenreichen Wechselwirkungen zwischen den ungleichen Nachbarn in den Bereichen Politik, Kultur und Wirtschaft aufschlüsseln könnte. Zuvor müssen aber erst noch wichtige Fundamente gelegt werden. Die Geschichte der anhaltischen Höfe des 18. Jahrhunderts zählt zweifellos zu diesen dringlichen Forschungsdesideraten.

    Autor:

    PD Dr. Michael Rohrschneider
    Universität zu Köln
    Historisches Seminar I
    Albertus-Magnus-Platz
    D-50923 Köln
    michael.rohrschneider@gmx.net

    1 Vgl. Anton Schindling: Kaiser, Reich und Reichsverfassung 1648-1806. Das neue Bild vom Alten Reich, in: Olaf Asbach / Klaus Malettke / Sven Externbrink (Hg.): Altes Reich, Frankreich und Europa. Politische, philosophische und historische Aspekte des französischen Deutschlandbildes im 17. und 18. Jahrhundert (= Historische Forschungen 70), Berlin 2001, 25-54; vgl. jüngst zusammenfassend Matthias Schnettger: Von der "Kleinstaaterei" zum "komplementären Reichs-Staat". Die Reichsverfassungsgeschichtsschreibung seit dem Zweiten Weltkrieg, in: Hans-Christof Kraus / Thomas Nicklas (Hg.): Geschichte der Politik. Alte und Neue Wege (= Historische Zeitschrift. Beihefte NF 44), München 2007, 129-154; Thomas Nicklas: Müssen wir das Alte Reich lieben? Texte und Bilder zum 200. Jahrestag eines Endes – Revision der Literatur des Erinnerungsjahres 2006, in: Archiv für Kulturgeschichte 89 (2007), 447-474.

    2 Vgl. zum Beispiel Eike Wolgast: Die Sicht des Alten Reiches bei Treitschke und Erdmannsdörffer, in: Matthias Schnettger (Hg.): Imperium Romanum – Irregulare Corpus – Teutscher Reichs-Staat. Das Alte Reich im Verständnis der Zeitgenossen und der Historiographie (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. Abteilung Universalgeschichte. Beiheft 57), Mainz 2002, 159-188.

    3 Vgl. aus der jüngeren Forschung insbesondere Karl Härter: Sicherheit und Frieden im frühneuzeitlichen Alten Reich. Zur Funktion der Reichsverfassung als Sicherheits- und Friedensordnung 1648-1806, in: ZHF 30 (2003), 413-431.

    4 Vgl. hierzu den Überblick über die Erforschung der sogenannten Mindermächtigen bei Helmut Neuhaus: Das Reich in der Frühen Neuzeit (= Enzyklopädie deutscher Geschichte 42), 2. Aufl., München 2003, 77-85; für Anhalt vgl. exemplarisch Michael Rohrschneider: Möglichkeiten und Grenzen politischer Selbstbehauptung mindermächtiger Reichsstände im 17. Jahrhundert: Das politische Wirken Johann Georgs II. von Anhalt-Dessau, in: Werner Freitag / Michael Hecht (Hg. in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V.): Die Fürsten von Anhalt. Herrschaftssymbolik, dynastische Vernunft und politische Konzepte in Spätmittelalter und Früher Neuzeit (= Studien zur Landesgeschichte 9), Halle (Saale) 2003, 187-201; zum größeren Zusammenhang vgl. Anton Schindling: Mindermächtige Territorien und Reichsstädte im Heiligen Römischen Reich: Stände oder Kleinstaaten?, in: Dieter Langewiesche (Hg.): Kleinstaaten in Europa. Symposium am Liechtenstein-Institut zum Jubiläum 200 Jahre Souveränität Fürstentum Liechtenstein 1806-2006 (= Liechtenstein politische Schriften 42), Schaan 2007, 37-58; Matthias Schnettger: Kleinstaaten in der Frühen Neuzeit. Konturen eines Forschungsfeldes, in: HZ 286 (2008), 605-640.

    5 Gustav Berthold Volz (Hg.): Die Werke Friedrichs des Großen. Bd. 7. Antimachiavell und Testamente. Deutsch von Eberhard König, Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Willy Rath, Berlin 1913, 42.

    6 Vgl. jüngst die Typisierung von Johannes Arndt: Monarch oder der "bloße Edelmann"? Der deutsche Kleinpotentat im 18. Jahrhundert, in: Ronald G. Asch / Johannes Arndt / Matthias Schnettger (Hg.): Die frühneuzeitliche Monarchie und ihr Erbe. Festschrift für Heinz Duchhardt zum 60. Geburtstag, Münster u.a. 2003, 59-90.

    7 Vgl. insbesondere Schindling: Kaiser (wie Anm. 1), 34, 52ff.

    8 Jörg Jochen Berns: Zur Frühgeschichte des deutschen Musenhofes oder Duodezabsolutismus als kulturelle Chance, in: ders. / Detlef Ignasiak (Hg.): Frühneuzeitliche Hofkultur in Hessen und Thüringen (= Jenaer Studien 1), Erlangen / Jena 1993, 10-43.

    9 Vgl. zum Beispiel Roswitha Jacobsen: Höfische Kulturentwicklung im Kontext von Kleinstaatlichkeit, in: dies. (Hg.): Weißenfels als Ort literarischer und künstlerischer Kultur im Barockzeitalter. Vorträge eines interdisziplinären Kolloquiums vom 8.-10. Oktober 1992 in Weißenfels, Sachsen/Anhalt (= Chloe. Beihefte zum Daphnis 18), Amsterdam / Atlanta 1994, 23-44, hier: 27ff; Georg Schmidt: Mäzene, Patrioten und Despoten. Drei mitteldeutsche Fürsten im späten Alten Reich, in: Holger Zaunstöck (Hg.): Das Leben des Fürsten. Studien zur Biografie von Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817), Halle (Saale) 2008, 30-45; Jürgen John: Vorwort, in: ders. (Hg.): Kleinstaaten und Kultur in Thüringen vom 16. bis 20. Jahrhundert, Weimar / Köln / Wien 1994, IX-XII, hier: IX: "Gehören doch die Kleinstaaten [...] zu den heftig umstrittenen historischen Phänomenen. Immer wieder sind sie bemüht worden, um – je nach Standpunkt – die Misere oder die Reichhaltigkeit deutscher Geschichte zu veranschaulichen. Im Pro und Contra der Zeitgenossen oder historiographischer Nationalstaats-, Föderalismus-, Erbe- und Sonderwegdebatten schwankte ihr Charakterbild zwischen machtstaatlichen Verdikten und dem 'Lob der Kleinstaaten' als Gegengewichten zu den Gefahren der Großstaaten und der Moderne. "

    10 Erhard Hirsch: Die Dessau-Wörlitzer Reformbewegung im Zeitalter der Aufklärung. Personen – Strukturen – Wirkungen (= Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung 18), Tübingen 2003, 4.

    11 Als Überblick nach wie vor gewinnbringend heranzuziehen ist Hermann Wäschke: Anhaltische Geschichte. Bd. 3: Geschichte Anhalts von der Teilung bis zur Wiedervereinigung, Cöthen 1913; zur Landesteilung von 1603/06 vgl. Codex Anhaltinus minor oder die vornehmsten Landtags-, Deputations- und Landrechnungs-Tags-Abschiede, auch Theilungs-, Seniorats- und andere Recesse des Fürstenthums Anhalt de Anno 1547 bis 1727 sambt deren nöthigsten Beylagen, Leipzig 1864, 61-70.

    12 Vgl. Ernst Müsebeck: Der Eintritt des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau in schwedische, sein Übertritt in brandenburgische Dienste und seine Vermählung mit Henriette Katherine von Oranien, in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte 16 (1903), 477-515; Michael Rohrschneider: Johann Georg II. von Anhalt-Dessau (1627-1693). Eine politische Biographie (= Quellen und Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte 16), Berlin 1998, 51-66.

    13 Vgl. Michael Rohrschneider: Eine anhaltisch-oranische Eheschließung und ihre Folgewirkungen: Überlegungen zu Dynastie und Politik in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts am Beispiel Anhalt-Dessaus, in: Kulturstiftung DessauWörlitz / Stiftung Historische Sammlungen des Hauses Oranien-Nassau (Hg.): Die Niederlande und Deutschland. Aspekte der Beziehungen zweier Länder im 17. und 18. Jahrhundert (= Kataloge und Schriften der Kulturstiftung DessauWörlitz 10), Dessau 2000, 53-58; zu Henriette Catharina und Louise Henriette von Nassau-Oranien vgl. Katharina Bechler: Schloss Oranienbaum. Architektur und Kunstpolitik der Oranierinnen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (= Studien zur Landesgeschichte 4), Halle (Saale) 2002; zusammenfassend dies.: Henriette Catharina von Anhalt-Dessau und das Schloß Oranienbaum, in: Horst Lademacher (Hg.): Onder den Oranje boom. Textband. Dynastie in der Republik. Das Haus Oranien-Nassau als Vermittler niederländischer Kultur in deutschen Territorien im 17. und 18. Jahrhundert, München 1999, 361-378, 469-474; Ulrike Hammer: Kurfürstin Luise Henriette. Eine Oranierin als Mittlerin zwischen den Niederlanden und Brandenburg-Preußen (= Studien zur Geschichte und Kultur Nordwesteuropas 4), Münster u.a. 2001; Thomas Weiss (Hg.): Oranienbaum – Huis von Oranje. Wiedererweckung eines anhaltischen Fürstenschlosses. Oranische Bildnisse aus fünf Jahrhunderten (= Kataloge und Schriften der Kulturstiftung DessauWörlitz 21), Dessau 2003; zum Beziehungsgeflecht zwischen den Oraniern, den anhaltischen Askaniern und den Hohenzollern vgl. ferner Klaus Vetter: Oranien-Nassau und die Hohenzollern im 17./18. Jahrhundert, in: Horst Lademacher (Hg.): Oranien-Nassau, die Niederlande und das Reich. Beiträge zur Geschichte einer Dynastie (= Niederlande-Studien 13), Münster / Hamburg 1995, 97-124; Michael Rohrschneider: Die Oranier und Anhalt. Verflechtungen und Beziehungen, in: Lademacher (Hg.): Onder den Oranje boom (wie Anm. 13), 225-235, 453ff.

    14 Zu den Motiven Johann Georgs II. und Kurfürst Friedrich Wilhelms vgl. ausführlich Rohrschneider: Biographie (wie Anm. 12), 54-59.

    15 Vgl. dazu jüngst den Überblick von Michael Niedermeier: Das Verhältnis zwischen Preußen und Anhalt-Dessau und die politische Zwangsheirat zwischen Fürst Franz und Louise von Brandenburg-Schwedt, in: Zaunstöck: Leben (wie Anm. 9), 63-81, hier: 64-67.

    16 Zu Leopold I. von Anhalt-Dessau ist inzwischen grundlegend: Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676-1747). "Der Alte Dessauer" [Katalog der Ausstellung zum 250. Todestag], Dessau 1997; zum Zusammenwirken Friedrich Wilhelms I. mit dem Alten Dessauer vgl. jüngst Michael Rohrschneider: Leopold I. von Anhalt-Dessau, die oranische Heeresreform und die Reorganisation der preußischen Armee unter Friedrich Wilhelm I., in: Peter Baumgart / Bernhard R. Kroener / Heinz Stübig (Hg.): Die Preußische Armee. Zwischen Ancien Régime und Reichsgründung, Paderborn u.a. 2008, 45-71.

    17 Vgl. zuletzt Andreas Pietsch: Ein 16-Jähriger im Krieg, in: Heinrich Dilly / Holger Zaunstöck (Hg.): Fürst Franz. Beiträge zu seiner Lebenswelt in Anhalt-Dessau 1740-1817, Halle (Saale) 2005, 18-24; Niedermeier: Verhältnis (wie Anm. 15), 67-70.

    18 Eine Biographie Leopolds III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau bleibt ein wichtiges Desiderat der Forschung; vgl. vorerst die Beiträge in Dilly / Zaunstöck: Fürst Franz (wie Anm. 17); Zaunstöck: Leben (wie Anm. 9); wichtig sind ferner die einschlägigen Arbeiten von Erhard Hirsch; genannt seien exemplarisch Erhard Hirsch: Dessau-Wörlitz. "Zierde und Inbegriff des XVIII. Jahrhunderts", München 1985; ders.: Experiment, Fortschritt & praktizierte Aufklärung. Franz von Anhalt-Dessau zum 250. Geburtstag (= Beiträge zur Stadtgeschichte 11), Dessau 1990; ders.: Reformbewegung (wie Anm. 10).

    19 Volker Press: Friedrich der Große als Reichspolitiker, Wiederabdruck in: ders.: Das Alte Reich. Ausgewählte Aufsätze. In Verbindung mit Stephanie Blankenhorn, Horst Carl, Gabriele Haug-Moritz und Michael Kaiser hg. von Johannes Kunisch (= Historische Forschungen 59), Berlin 1997, 260-288, hier: 272, 274.

    20 Vgl. Ludwig Arndt: Friedrich der Große und die Askanier seiner Zeit, in: Anhaltische Geschichtsblätter 13 (1937), 21-57, hier: 41; Max Koch: Der Deutsche Reichstag während des Siebenjährigen Krieges 1756-1763, Diss. Bonn 1950, 47f.; Benno von Knobelsdorff-Brenkenhoff: Anhalt-Dessau 1737-1762, seine vier Fürsten und Brenckenhoff (= Aus Deutschlands Mitte 12), Bonn 1987, 63.

    21 Vgl. Ulla Jablonowski: Bausteine zu einer Geschichte der Stadt Dessau. 6. Die Stadt im Siebenjährigen Kriege (1756-63) I, in: Dessauer Kalender 37 (1993), 59-71; dies.: Bausteine zu einer Geschichte der Stadt Dessau. 7. Die Stadt im Siebenjährigen Kriege (1756-63) II, in: Dessauer Kalender 39 (1995), 38-49; dies.: Bausteine zu einer Geschichte der Stadt Dessau. 8. Die Stadt im Siebenjährigen Kriege (1756-63) III, in: Dessauer Kalender 40 (1996), 53-64.

    22 Vgl. die in Anm. 13 genannten Arbeiten sowie zusätzlich für die niederländisch-anhaltischen Kulturbeziehungen Alexandra Nina Bauer (Bearb.): Anhaltische Gemäldegalerie Dessau. Die holländischen Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts. Kritischer Bestandskatalog Bd. 3 (= Kataloge der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau 13), Dößel 2005.

    23 Otto Krauske (Bearb.): Die Briefe König Friedrich Wilhelms I. an den Fürsten Leopold zu Anhalt-Dessau. 1704-1740 (= Acta Borussica. Denkmäler der Preußischen Staatsverwaltung im 18. Jahrhundert. Ergänzungsband), Berlin 1905.

    24 Vgl. dazu auch Otto Krauske: Vom Hofe Friedrich Wilhelms I., in: Hohenzollern-Jahrbuch 5 (1901), 173-210, hier: 196-199.

    25 Vgl. insbesondere Johannes Kunisch: Funktion und Ausbau der kurfürstlich-königlichen Residenzen in Brandenburg-Preußen im Zeitalter des Absolutismus, in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte NF 3 (1993), 167-192; Wolfgang Neugebauer: Hof und politisches System in Brandenburg-Preußen. Das 18. Jahrhundert, in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 46 (2000), 139-169; ders.: Vom höfischen Absolutismus zum fallweisen Prunk. Kontinuitäten und Quantitäten in der Geschichte des preußischen Hofes im 18. Jahrhundert, in: Klaus Malettke / Chantal Grell (Hg. unter Mitwirkung von Petra Holz): Hofgesellschaft und Höflinge an europäischen Fürstenhöfen in der Frühen Neuzeit (15.-18. Jh.). Société de cour et courtisans dans l 'Europe de l 'époque moderne (XV e -XVIII e siècle). Internationales Kolloquium veranstaltet vom Seminar für Neuere Geschichte des Fachbereichs Geschichte und Kulturwissenschaften der Philipps-Universität Marburg in Zusammenarbeit mit der Universität Versailles Saint-Quentin (ESR 17-18) vom 28. bis zum 30. September 2000 in Marburg (= Forschungen zur Geschichte der Neuzeit. Marburger Beiträge 1), Münster u.a. 2001, 113-124; ders.: Schloß und Staatsverwaltung im Hochbarock/Absolutismus, in: Wolfgang Ribbe (Hg.): Schloß und Schloßbezirk in der Mitte Berlins. Das Zentrum der Stadt als politischer und gesellschaftlicher Ort (= Publikationen der Historischen Kommission zu Berlin), Berlin 2005, 75-88; Peter-Michael Hahn: Pracht und Selbstinszenierung. Die Hofhaltung Friedrich Wilhelms I. von Preußen, in: Friedrich Beck / Julius H. Schoeps (Hg. unter Mitarbeit von Thomas Gerber und Marco Zabel): Der Soldatenkönig. Friedrich Wilhelm I. in seiner Zeit (= Brandenburgische Historische Studien 12), Potsdam 2003, 69-98; ders.: Hofhaltung und Kulturtransfer nach Berlin-Cölln und Potsdam bis 1740. Zur Rezeption und Imitation höfischer Stilelemente, in: Jürgen Luh / Vinzenz Czech / Bert Becker (Hg.): Preussen, Deutschland und Europa 1701-2001 (= Baltic Studies 8), Groningen 2003, 253-279.

    26 Michael Hecht: Die Kraft der Vergangenheit. Historiographie und dynastische Erinnerung der Askanier im 18. Jahrhundert, in: Zaunstöck: Leben (wie Anm. 9), 197-210, hier: 198; für die vorab gewährte Einsichtnahme in sein Manuskript danke ich Michael Hecht.

    27 Vgl. sehr zu Recht relativierend dazu Niedermeier: Verhältnis (wie Anm. 15), 63.

    28 Dietrich Allert / Werner Grossert / Hartmut Ross: Anhalt und Preußen – Eine Gesprächsrunde, in: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Landeskunde 10 (2001), 213-230, hier: 219; zum preußischen Krönungsjubliäum 1701/2001 vgl. aus anhaltischer Perspektive auch Werner Grossert: Anhalt und Preußen. Gedanken und Fragen zur Geschichte aus Anlaß des 300. Jahrestages der Entstehung des Königreiches Preußen am 18. Januar 1701. Vortrag am 20.01.2001 im Galerie-Café Dessau (= Bildungsverein Elbe-Saale. Schriftenreihe 2/2001), Magdeburg 2001.

    29 Vgl. die in Anm. 25 genannten Arbeiten sowie jüngst Thomas Biskup: Höfisches Retablissement: Der Hof Friedrichs des Großen nach dem Siebenjährigen Krieg, in: Friedrich300 – Colloquien, Friedrich der Große – eine perspektivische Bestandsaufnahme. http://www.perspectivia.net/content/publikationen/friedrich300-colloquien/friedrich-bestandsaufnahme/Biskup_Retablissement.doc <06.11.2008>; vgl. zudem aus baugeschichtlicher Sicht jüngst Ulrich Schütte: Berlin und Potsdam. Die Schlossbauten der Hohenzollern zwischen Innovation und inszenierter Tradition, in: Christoph Kampmann / Katharina Krause / Eva-Bettina Krems / Anuschka Tischer (Hg.): Bourbon – Habsburg – Oranien. Konkurrierende Modelle im dynastischen Europa um 1700, Köln / Weimar / Wien 2008, 107-125.

    30 Eduard Vehse: Geschichte der kleinen deutschen Höfe. Vierter Teil (= Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation 38), Hamburg 1856, 175-325 zu den anhaltischen Höfen.

    31 So zum Beispiel Aloys Winterling: Die frühneuzeitlichen Höfe in Deutschland. Zur Lage der Forschung, in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 21 (1996), 181-189, hier: 185.

    32 Volker Bauer: Die höfische Gesellschaft in Deutschland von der Mitte des 17. bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Versuch einer Typologie (= Frühe Neuzeit 12), Tübingen 1993, 66-70.

    33 Ebd., 72.

    34 Vgl. Wilhelm Haefs / Holger Zaunstöck: Hof, Geschlecht und Kultur – Luise von Anhalt-Dessau und die Fürstinnen ihrer Zeit. Ein Forschungsaufriß, in: Das achtzehnte Jahrhundert 28 (2004) H. 2, 158-178, hier: 162.

    35 Vgl. zum Beispiel Neugebauer: Vom höfischen Absolutismus (wie Anm. 25), 117f: "Auch ein Friedrich Wilhelm I. konnte in seiner Zeit auf einen der politischen Formensprache des 18. Jahrhunderts adäquaten Hof [...] nicht verzichten. Trotz der relativen Zäsur von 1710/13 dürfen funktionale Kontinuitäten mithin nicht übersehen werden." Zu Bauers Typologisierung insgesamt vgl. den Beitrag von Andreas Pečar in diesem Band.

    36 Vgl. Ludwig Würdig: Chronik der Stadt Dessau. Von den frühesten Zeiten bis Ende 1875, Dessau 1876, 478.

    37 Vgl. Astrid Wehser: Anna Wilhelmine von Anhalt und ihr Schloß in Mosigkau (= Kieler kunsthistorische Studien NF 2), Kiel 2002, 42; die Bescheidenheit der Verhältnisse zeigt sich exemplarisch darin, dass der Dessauer Hof erst nach 1762 eine eigene Hofkapelle hatte; vgl. ebd., 34.

    38 Vgl. Günther Hoppe: Köthener politische, ökonomische und höfische Verhältnisse als Schaffensbedingungen Bachs (Teil 1), in: Cöthener Bach-Hefte 4 (1986), 13-62, hier: 39.

    39 Vgl. Peter Baumgart: Der deutsche Hof der Barockzeit als politische Institution, in: August Buck / Georg Kauffmann / Blake Lee Spahr / Conrad Wiedemann (Hg.): Europäische Hofkultur im 16. und 17. Jahrhundert. Vorträge und Referate gehalten anläßlich des Kongresses des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Renaissanceforschung und des Internationalen Arbeitskreises für Barockliteratur in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel vom 4. bis 8. September 1979. Bd. I. Vorträge (= Wolfenbütteler Arbeiten zur Barockforschung 8), Hamburg 1981, 25-43, hier: 29.

    40 Vgl. Wolfgang Neugebauer: Potsdam – Berlin. Zur Behördentopographie des preußischen Absolutismus, in: Bernhard R. Kroener (Hg. unter Mitarbeit von Heiger Ostertag): Potsdam. Staat, Armee, Residenz in der preußisch-deutschen Militärgeschichte, Frankfurt a. M. / Berlin 1993, 273-296, hier: 273.

    41 Die beiden Zitate nach Hoppe: Verhältnisse (wie Anm. 38), 35f.

    42 Die Zahlen nach ebd., 33-36; Jens Heckl: Das Geldwesen Anhalts unter Berücksichtigung der Staatsschulden 1690 bis 1875 (= Numismatische Studien 12), Hamburg 1999, 245.

    43 Vgl. Neugebauer: Hof und politisches System (wie Anm. 25), 147.

    44 Vgl. Jan Brademann / Michael Hecht: Anhalt vom Mittelalter bis 1918 – Eine integrative Dynastie- und Herrschaftsgeschichte, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 141/142 (2005/2006), 531-575, hier: 560.

    45 Vgl. Dirk Herrmann: Schloss Zerbst in Anhalt. Geschichte und Beschreibung einer vernichteten Residenz (= Beiträge zur Denkmalkunde in Sachsen-Anhalt 1), 2., erweiterte Aufl., Regensburg 2005, 90.

    46 Vgl. ebd.

    47 Vgl. ebd., 73; Heckl: Geldwesen (wie Anm. 42), 228.

    48 Vgl. Brademann / Hecht: Anhalt (wie Anm. 44), 556.

    49 Vgl. Samuel Lentz: Becmannus Enucleatus, Suppletus Et Continuatus, Oder: Historisch-Genealogische Fürstellung des Hochfürstlichen Hauses Anhalt, Und der davon abstammenden Marggrafen zu Brandenburg, Herzoge zu Sachsen, und Sachsen-Lauenburg, Köthen / Dessau 1757, 461f. (Besuche Friedrich Wilhelms I. in Dessau 1714 und 1717), 530 (Besuch Friedrichs des Großen in Oranienbaum 1754).

    50 Vgl. Otto Krauske: Die Briefe des Kronprinzen Friedrich von Preußen an den Fürsten Leopold und die Prinzen von Anhalt-Dessau, in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte 7 (1894), 49-69, hier: 68; Fritz Arnheim: Der Hof Friedrichs des Grossen. Erster Teil. Der Hof des Kronprinzen (= Geschichte des Preussischen Hofes II/1), Berlin 1912, 237.

    51 Vgl. die beiden Briefe Friedrichs des Großen an seine Schwester Wilhelmine vom 21. und 30.12.1751, in: Gustav Berthold Volz (Hg.): Friedrich der Große und Wilhelmine von Baireuth. Band II: Briefe der Königszeit 1740-1758. Deutsch von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Berlin / Leipzig 1926, 213f.

    52 Vgl. zum Beispiel. den Brief Friedrichs an seinen Bruder August Wilhelm vom 31.10.1746, in: Gustav Berthold Volz (Hg.): Briefwechsel Friedrichs des Großen mit seinem Bruder Prinz August Wilhelm. Deutsch von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Leipzig 1927, 95.

    53 Vgl. den Brief Friedrichs an August Wilhelm vom 5.10.1748, in: ebd., 132: "Wir sahen hier [in Potsdam, M.R.] die Prinzessin Wilhelmine von Anhalt; sie hat bei mir gespeist. Du kennst sie ja; sie ist sehr liebenswürdig."

    54 Vgl. Wehser: Anna Wilhelmine (wie Anm. 37), 25, 32, 231, 259, 296.

    55 Zur weitgehenden Einflusslosigkeit des Hofstaats der Königin bzw. der Königin-Mutter vgl. Neugebauer: Hof und politisches System (wie Anm. 25), 155.

    56 Vgl. Wehser: Anna Wilhelmine (wie Anm. 37), 296.

    57 Vgl. ebd., 35; zu Pesnes Wirken in Anhalt vgl. jüngst Horst Dauer: Maler an anhaltischen Fürstenhöfen im 17. und 18. Jahrhundert. Ein Quellenbericht, in: Sachsen und Anhalt 25 (2007), 323-346, hier: 340f.

    58 Vgl. Wehser: Anna Wilhelmine (wie Anm. 37), 35, 199, 206, 209.

    59 Vgl. Georg Schuster: Die Verwandtschaft der Häuser Hohenzollern und Askanien, in: Hohenzollern-Jahrbuch 15 (1911), 245-286.

    60 Vgl. Anm. 13.

    61 Vgl. Schuster: Verwandtschaft (wie Anm. 59), 265-274; Heinrich Schulz: Johanna Charlotte Markgräfin von Brandenburg-Schwedt Äbtissin des Reichsstifts Herford (1729-1750), in: Herforder Jahrbuch 1 (1960), 35-58, hier: 36f; Udo Geiseler: "Daß ich nicht allein sein Vater, sondern auch sein König und Herr sey." – Die Beziehungen der Markgrafen von Brandenburg-Schwedt zu den Hohenzollernkönigen im 18. Jahrhundert, in: Peter-Michael Hahn / Hellmut Lorenz (Hg.): Pracht und Herrlichkeit. Adlig-fürstliche Lebensstile im 17. und 18. Jahrhundert (= Quellen und Studien zur Geschichte und Kultur Brandenburg-Preußens und des Alten Reiches 5), Potsdam 1998, 45-93, hier: 62f; Niedermeier: Verhältnis (wie Anm. 15).

    62 Vgl. Schuster: Verwandtschaft (wie Anm. 59), 279f.

    63 Vgl. Geiseler: Markgrafen (wie Anm. 61), 77; Neugebauer: Hof und politisches System (wie Anm. 25), 156f.

    64 Vgl. insbesondere Horst Dauer: Schloßbaukunst des Barock von Anhalt-Zerbst, Köln / Weimar / Wien 1999; ders.: Maler (wie Anm. 57); Dirk Herrmann: Künstler aus Brandenburg-Preußen in Zerbst, in: Zerbster Heimatkalender 38 (1997), 42-48; ders.: Schloss Zerbst (wie Anm. 45); zum größeren baugeschichtlichen Zusammenhang vgl. auch Elisabeth Schwarze-Neuß: Schloßbau im Barockzeitalter. Eine Sozialgeschichte der Herrschaftsbauten in Mitteldeutschland von der Mitte des 17. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Teil 1: Die Schlösser der Fürsten, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 14 (2005), 253-297; Teil 2: Die Schlösser des Landadels, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 15 (2006), 322-362; Teil 3: Die Schlösser und Herrenhäuser der großen Familien, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 16 (2007), 368-452, hier insbesondere Teil 1, 280-283 zu Anhalt-Zerbst.

    65 Die Indienstnahme von Künstlern und Baumeistern, die bereits in brandenburg-preußischen Diensten standen, durch die anhaltischen Fürsten hatte bereits Tradition. So ist für das späte 17. Jahrhundert vor allem auf das Beispiel des Niederländers Cornelis Ryckwaert zu verweisen. Vgl. Wilhelm van Kempen: Der Baumeister Cornelis Ryckwaert. Ein Beitrag zur Kunstgeschichte Brandenburgs und Anhalts im 17. Jahrhundert, in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 1 (1924), 195-266; Siegfried Griesa: Die Tätigkeit des Festungsbaumeisters und Architekten Cornelis Ryckwaert in Frankfurt (Oder), in: Vorstand der Deutsch-Niederländischen Gesellschaft (Hg.): Auf den Spuren der Niederländer zwischen Thüringer Wald und Ostsee. Symposium der Deutsch-Niederländischen Gesellschaft, Berlin 1992, 39-44; Dauer: Schloßbaukunst (wie Anm. 64), 344ff; Bechler: Schloss Oranienbaum (wie Anm. 13), 75f; Herrmann: Schloss Zerbst (wie Anm. 45), 20-31.

    66 Vgl. in diesem Zusammenhang Hartmut Ross: Katharinas Herkunftsheimat: Anhalt, in: Claus Scharf (Hg.): Katharina II., Rußland und Europa. Beiträge zur internationalen Forschung (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. Abteilung für Universalgeschichte. Beiheft 45), Mainz 2001, 523-533; vgl. ferner insgesamt Claus Scharf: Katharina II., Deutschland und die Deutschen (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. Abteilung für Universalgeschichte 153), Mainz 1995.

    67 Vgl. Herrmann: Künstler (wie Anm. 64), 46; Dauer: Schloßbaukunst (wie Anm. 64), 74-78, 341f; Wehser: Anna Wilhelmine (wie Anm. 37), 128.

    68 Vgl. Herrmann: Künstler (wie Anm. 64), 47; Dauer: Schloßbaukunst (wie Anm. 64), 78ff.

    69 Vgl. Herrmann: Künstler (wie Anm. 64), 47f; Dauer: Maler (wie Anm. 57), 337; zu nennen sind ferner für den Untersuchungszeitraum die Malerinnen und Maler Pier(r)e Ranie (Ranjie), Adolph Friedrich Harper, Anna Rosina Lisiewska, Christian Friedrich Reinhold Lisiewsky und Joachim Martin Falbe. Vgl. ebd., 333-339.

    70 Vgl. Karl Eduard Schmidt-Lötzen: Dreißig Jahre am Hofe Friedrichs des Großen. Aus den Tagebüchern des Reichsgrafen Ernst Ahasverus Heinrich von Lehndorff, Kammerherrn der Königin Elisabeth Christine von Preußen, Gotha 1907; Nachträge Bd. 1-2, Gotha 1910-1913. Diese Tagebuchaufzeichnungen bilden die maßgebliche Quellengrundlage für die immer noch wertvolle ältere Untersuchung von Reinhold Koser: Vom Berliner Hofe um 1750, in: Hohenzollern-Jahrbuch 7 (1903), 1-37.

    71 Vgl. exemplarisch folgende Charakterisierung Moritz' von Anhalt-Dessau in Schmidt-Lötzen: Dreißig Jahre (wie Anm. 70), 46: "Bei der Königin großes Festessen; alle fremden Prinzen nehmen daran teil, unter anderem auch der Prinz Moritz von Anhalt, der ein eigentümlicher Kauz ist. Sein Vater hat ihn ganz nach der Natur aufwachsen lassen, ohne ihm den geringsten Unterricht zu geben. Demgemäß ist er ein Tölpel geworden, wie es kaum je einen gegeben hat."

    72 Ebd., 292f.

    73 Ebd., 293.

    74 Ebd., 294.

    75 Vgl. exemplarisch das Schreiben Prinz August Wilhelms an seinen Bruder Friedrich vom 6.10.1748, wo es mit Blick auf den Aufenthalt der Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau in Potsdam heißt: "Ich wundere mich garnicht, daß Potsdam selbst die Neugier der Prinzessinnen weckt. Die Schönheit des Ortes und der reizende Empfang, der jedermann zuteil wird, besitzen hinreichende Anziehungskraft." Volz (Hg.): Briefwechsel (wie Anm. 52), 133.

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    PSJ Metadata
    Michael Rohrschneider
    Die höfisch-kulturellen Beziehungen der anhaltischen Fürstentümer zu Preußen um 1750
    Eine Bestandsaufnahme
    Die Erforschung der höfisch-kulturellen Beziehungen zwischen Preußen und den anhaltischen Fürstentümern um die Mitte des 18. Jahrhunderts steckt noch in ihren Anfängen. Beim gegenwärtigen Forschungsstand lässt sich konstatieren, dass die Berlin-Potsdamer Residenzlandschaft im Hinblick auf die anhaltischen Askanier große Ausstrahlungskraft besaß. Die Indienstnahme preußischer Künstler durch die anhaltischen Fürsten zeigt dies exemplarisch. Gerade mit Blick auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ist darüber hinaus festzustellen, dass auch von Seiten Anhalts vielfältige Einflüsse auf Preußen wirkten. Ziel künftiger Forschungen sollte es daher sein, eine umfassende anhaltisch-preußische Beziehungsgeschichte der Frühen Neuzeit zu erarbeiten, wobei auch und gerade die Frage zu untersuchen sein wird, wie sich die ungleichen Nachbarn Preußen und Anhalt konkret wechselseitig wahrnahmen.
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    Kultur Hof Anhalt Preußen Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau
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    M. Rohrschneider: Die höfisch-kulturellen Beziehungen der anhaltischen Fürstentümer zu Preußen um 1750
    In: Friedrich der Große und der Hof. Beiträge des zweiten Colloquiums in der Reihe „Friedrich300“ vom 10./11. Oktober 2008, hg. von Michael Kaiser und Jürgen Luh (Friedrich300 - Colloquien, 2)
    URL: http://www.perspectivia.net/publikationen/friedrich300-colloquien/friedrich-hof/Rohrschneider_Anhalt
    Veröffentlicht am: 15.09.2009 17:10
    Zugriff vom: 25.06.2017 08:59
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