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J. Luh, M. Kaiser: Einleitung

Friedrich300 – Hof und Familie

Einleitung

Jürgen Luh und Michael Kaiser


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Am 24. Januar 2012 jährt sich der Geburtstag Friedrichs des Großen von Preußen zum dreihundertsten Mal. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) nimmt das Datum dieses Geburtstages zum Anlass, über das Umfeld und die Person des Königs und deren Bedeutung einst und jetzt neu nachzudenken. Sie hat zu diesem Zweck eine Tagungsreihe ins Leben gerufen, die neue, andere und auch bislang nicht gestellte Fragen zu Friedrich, seiner Zeit und seiner Wirkung nach dem heutigen Wissens- und Kenntnisstand beantworten soll. Dabei wird die SPSG von unentbehrlichen Partnern unterstützt: von der Stiftung Preußische Seehandlung, vom Deutschen Historischen Institut Paris und vom Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Potsdam.

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Diese zweite Konferenz widmet sich dem preußischen Hof in der Zeit Friedrichs des Großen. Es ist ein Thema, das bei der Betrachtung Friedrichs und seines Wirkens traditionell nur wenig Aufmerksamkeit gefunden hat: Denn "der Hof" passte nur schlecht zum lange Zeit vorherrschenden Friedrich-Bild. Man wollte den rational-aufgeklärten Herrscher nicht mit der höfischen Szenerie in Verbindung bringen, weil "der Hof" des Herrschers in der bürgerlichen Geschichtsschreibung des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts als dekadent und verdorben galt. Dies ließ man noch für Friedrich I., den ersten preußischen König, gelten, der seine Würde in prunkvoller Hofentfaltung zur Schau stellte. Doch in der Darstellung eines aufgeklärten und damit der Moderne und dem Fortschritt zugewandten Herrschers erschien die Welt des Hofes unpassend.

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Für diese Sicht der Dinge hat Friedrich selbst Anlass gegeben, als er die Hofhaltung seines Großvaters Friedrichs I. als "verschwenderisch" anprangerte. Sie sei "eher von asiatischem Prunk als von europäischer Würde" gewesen, 1 und die Historiker sind dieser Wertung auch bei der allgemeinen Betrachtung des Phänomens "Hof" lange Zeit gefolgt. In Karl Biedermanns Bänden über "Deutschland im 18. Jahrhundert" (1854-1880) beispielsweise findet man über die "Duodezhöfe" und ihre Herrscher Urteile wie "nichtsnutzig", "liederlich" "frivol", "maßlos", "ausschweifend", bestenfalls "üppig". Es habe ein lächerlicher Streit um Rang und Titel geherrscht. "Höfe und Adel [waren] gänzlich versunken in ausländischer Sitte, oder vielmehr Sittenlosigkeit, und gänzlich abgewendet von den Fortschritten nationaler Bildung, gleichsam abgelöst von dem eigentlichen Nationalkörper." Doch "mit dem Auftreten Friedrich ' s [des Großen] beginnt eine Reaction des bürgerlich sittlichen Bewußtseins gegen die vornehme Sittenlosigkeit, des selbstbewußten geistigen Aufstrebens der Mittelklassen, der Träger einer soliden Bildung, gegen die fade Oberflächlichkeit der bisher tonangebenden Kreise." 2 Das Interesse der Historiker und Politiker galt der nationalen bürgerlichen Staatswerdung. Der Hof galt als anachronistisch und überlebt. Friedrich besaß deshalb keinen Hof im Sinne der bürgerlichen Kritik. Dies ließ sich aus seinen abfälligen Urteilen über Zeremonien und Titel leicht konstruieren.

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Der einzige, der trotz dieser Tendenzen in der deutschen Geschichtswissenschaft, quasi gegen die Zunft eine Gesamtschau des preußischen Hofes wagte, war Eduard Vehse – im Rahmen seines 48 Bände umfassenden Riesenwerkes "Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation". Auf der Grundlage aller verfügbaren gedruckten Quellen beschreibt die 1851 erschienene "Geschichte des preußischen Hofs" die Hofhaltung von 1535 bis 1840, von Kurfürst Joachim II. bis zu König Friedrich Wilhelm III. – zwar schon damals nicht wissenschaftlichem Standard entsprechend, aber mit heute noch aufschlussreichen Wertungen.

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Von den preußisch gesinnten Historikern ist dieses Werk als nutzlos verdammt worden. So hieß es beispielsweise zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts: Von Vehses Buch wisse doch "jeder Sachkenner, dass wir es hier mit einem Tendenzwerk schlimmster Art zu tun haben. Der einseitige politische Standpunkt des betriebsamen Publizisten ist in diesem Werke mit so auffallendem Mangel an gründlicher Forschung und historischer Kritik verbunden, dass üppig wucherndes Unkraut von unbeglaubigten Anekdoten, unkontrollierbaren Gerüchten und fabulösen Geschichtchen das ernsthafte Nachrichtenmaterial völlig erstickt oder in den Hintergrund drängt." 3

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Diese Diskreditierung von Vehses Hofgeschichte beruhte, neben der Tatsache, dass Vehse ein Liberaler war, im Falle Friedrichs vor allem auf dem Abdruck von Urteilen auswärtiger Diplomaten und Besucher "über Regiment und Charakter" 4 des Königs, die keineswegs immer schmeichelhaft für Friedrich waren. Und sie beruhte auf Vehses ausgiebiger Benutzung von Anton Friedrich Büschings Buch über den Charakter des preußischen Königs von 1788. 5

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Doch schon Büschings Offenbarungen fanden nicht viel Beifall; sein Werk traf auf eine erste publizistische Welle der Friedrich-Begeisterung nach dem Tod des Königs. Viele engagierte Zeitgenossen nahmen Büsching übel, dass er dem großen König den verdienten Heiligenschein vorenthielt. Der in preußischen Diensten stehende Diplomat und Aufklärer Christian Wilhelm von Dohm beispielsweise, der die erste wissenschaftlichen Anspruch erhebende Bibliographie der Werke von und über Friedrich verfasst hat, beanstandete Büschings Buch als verwirrend, als das Bild des Königs entstellend: "Er [Büsching] bemühte sich sehr um möglichste Zuverläßigkeit der Nachrichten, die er bekannt machte;" schrieb Dohm, "aber es fehlte ihm an richtiger und scharfer Beurtheilung und an Geschmack, um das Wichtige und Erhebliche von dem Unwichtigen und Gemeinen zu unterscheiden, auch oft an Gefühl des Schicklichen und Anständigen. Dies zeigt sich … in der Charakteristik des großen Königs ... Sie gibt von den großen Eigenschaften Friedrichs, die er als Mensch, als Regent und als Feldherr hatte, gar keinen Begriff." 6 Büsching hatte gewagt, Friedrich an seinem Hof als Mensch mit Schwächen zu zeigen, dessen Vorliebe für ausgiebige Mittagstafeln anzusprechen, was Vehse zum Teil in sein Werk übernahm – was jedoch bei der politischen Bedeutung, mit der die preußische Geschichtsschreibung Person und Geschichte des Königs seit der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts aufgeladen hatte, nicht sein durfte.

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Die Historiographen des preußischen Staates begannen deshalb Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts selbst, "auf Grundlage archivalischer Forschungen und kritischer Sichtung der gedruckten Quellen … die mannigfachen Erscheinungen, Ereignisse und Verhältnisse des preußischen Hoflebens in ihrem bunten Getriebe von 1688-1888 anschaulich zu schildern". Dabei wollten sie "diesen Dingen und den daran beteiligten Persönlichkeiten … zu ihrem vollen historischen Recht ... verhelfen" – nach der Aufgabenstellung und dem Motto Heinrich von Sybels: "Es gibt keine bessere Propaganda für das Ansehen Preußens in der Welt, als die authentische Kenntnis der Preußischen Geschichte." 7

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Erschienen von den damals avisierten vier Bänden sind 1912 lediglich der erste Teil des zweiten Bandes über den Hof Friedrichs des Großen, der Halbband "Der Hof des Kronprinzen" aus der Feder Fritz Arnheims sowie von Erich Bleich der erste Teil des dritten Bandes "Der Hof des Königs Friedrich Wilhelm II. und der Hof des Königs Friedrich Wilhelm III." im Jahr 1914. Der Erste Weltkrieg verhinderte Arnheims geplante Fortsetzung über den "Hof des Königs" und des gesamten Werks.

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Arnheims Buch ist zeitgebunden in Anlage und Analyse, das heißt voll Verehrung für das Herrscherhaus. Abschnittweise ausgenommen von solcher Hochachtung ist Wilhelmine von Bayreuth, denn die Tochter von "Preußens größtem inneren König" Friedrich Wilhelm I. hat Memoiren geschrieben, die Vater und Bruder nicht immer im hellsten Licht erstrahlen lassen. Über Wilhelmines Werk heißt es bei Arnheim: "Noch heute gibt es bedauerlicherweise nicht wenige unkritische Leser, die ihr Urteil über diese tief beklagenswerte Fürstin und über deren Jugendzeit am preußischen Königshofe sich auf Grund der von Entstellungen und Pikanterien geradezu wimmelnden 'Memoiren’ bilden, die sie zu einer Zeit niederschrieb, in der sie mit sich selbst und mit der ganzen Welt zerfallen war, wo sie in maßloser Verbitterung alles das schmähte und in den Staub zog, was einstmals ihr besonders lieb und wert gewesen war. Ganz anders", so Arnheim, "steht es natürlich mit dem ernsthaften Geschichtsforscher, dem die völlige Wertlosigkeit jener Memoiren seit langem bekannt ist. Die Quelle, aus der er seine Kenntnis über die älteste Tochter Sophie Dorotheens und Friedrich Wilhelms schöpft, sind die eigenhändigen Briefe dieser Lieblingsschwester Friedrichs des Großen. Und in ihnen kommt eine ganz neue Wilhelmine zum Vorschein: nicht die gehässige Verleumderin des Vaters, sondern das 'gehorsame’ Töchterchen, das den 'schönsten Papa von der Welt’ am liebsten 'heiraten’ möchte; nicht die griesgrämige Tadlerin des Kronprinzen, sondern dessen treue Beraterin in allen schwierigen Lebenslagen". 8

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Als Wilhelmine die zitierten Worte zu Papier brachte, war sie wahrscheinlich nicht älter als fünf Jahre, Arnheim datiert den Brief im Zusammenhang mit einem anderen von 1717 "sehr früh". Kritisch, wie angekündigt, kann man seine Durchsicht der Quellen und deren Analyse also nicht nennen. Allerdings beschreibt Arnheim das "bunte Getriebe" Hof sehr ausführlich. Sehr nützlich ist dabei, dass er im Verlauf seiner Geschichte eine Übersicht über die personelle Zusammensetzung des kronprinzlichen Hofstaats gibt. An diese kann die weitere Forschung anknüpfen.

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In der Zeit der beiden Weltkriege war der Hof für die Forschung nicht interessant. Doch seit der Wiederentdeckung von Norbert Elias’ Werk "Über den Prozeß der Zivilisation" von 1939 im Zusammenhang mit der Veröffentlichung seines Buches "Die höfische Gesellschaft" im Jahr 1969, 9 arbeitete die moderne Forschung die Bedeutung des Hofes für die Entwicklung der europäischen Geschichte und Kulturgeschichte heraus: Der Hof spielte als "ein Mittel, um zu glänzen, von sich reden zu machen und sein Ansehen und das seines Hauses zu erhöhen", in der europäischen Fürstengesellschaft des 18. Jahrhunderts eine zentrale Rolle, so Aloys Winterling in seiner grundlegenden Studie über den Hof der Kurfürsten von Köln. 10

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Auf den friderizianischen Hof schien diese Feststellung allerdings auch bis in die jüngere Zeit nicht zuzutreffen. Denn "das Thema Friedrich und der Hof wird immer noch häufig abgehandelt mit einer Mischung aus den bekannten abfälligen Zitaten aus des Königs Schriften und offenbar exemplarisch gemeinten Episoden aus ‘Tafelrunde‘ und der Beziehung zu seinen Vorlesern.", wie Thomas Biskup feststellte. 11 Die Bedeutung des Hofes wird allenfalls für die Rheinsberger Jahre wahrgenommen, als Friedrich dort eine eigene Hofhaltung aufbaute, die auch die klassischen Elemente höfischen Amusements beinhaltete. Darin sah man vor allem einen gegen den Vater gerichteten Affekt, der dem "höfischen Treiben", Theater, Oper, Bällen, Diners et cetera, abhold war. Dennoch wurde unter dem Hinweis auf die Rheinsberger Tafelrunde vor allem die Vorbereitung des Kronprinzen auf die Regierungsverantwortung herausgestellt und betont, dass er viele Stunden am Tag las, am Schreibtisch arbeitete und an der Mittags- und Abendtafel selbstverständlich präsidierte und die Diskussionen lenkte. Für die Königszeit wurde der Hof dann fast ausschließlich in seiner Funktion als Schauplatz des aufgeklärten Monarchen gesehen: Hier stand der Umgang mit gelehrten Gästen wie Algarotti, Lord Marschall Keith, dem Marquis d ' Argens, Maupertuis und – allen voran – Voltaire im Vordergrund. Nicht höfische Feierlichkeiten bestimmten das historische Bild Friedrichs dieser Jahre, sondern der flötenspielende Monarch, wie ihn Menzel gesehen hat: nicht also ein typisch höfisches Arrangement, sondern eine bürgerliche Szene mit Verweischarakter auf biedermeierliche Hausmusik.

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Doch Friedrich war nicht der spartanisch lebende, bedürfnislose Philosoph von Sanssouci, der allen Luxus aus seiner Umgebung verbannt und keinen Sinn für höfische Prachtentfaltung hatte. Um zu "glänzen" schaffte Friedrich ein goldenes Tafelservice an, und er hinterließ nach seinem Ableben 130 Tabaksdosen im Wert von rund 1,3 Millionen Talern, eine Information, die wir übrigens Vehse verdanken. 12 Dass er für die Dosen viel Geld ausgab, immer zwei bei sich hatte, sie auch gern verschenkte, war allgemein bekannt. Besonders nach dem Siebenjährigen Krieg wuchs die Bedeutung des friderizianischen Hofs. Deutlich und sichtbar wurde dies nicht zuletzt daran, dass dem König nun Schloss Sanssouci nicht mehr ausreichte. Mit dem Neuen Palais ließ Friedrich einen mächtigen Schlossbau errichten. 13 Er bewies damit, dass er durchaus Sinn für den Hof als Mittel der Repräsentation hatte: Die neue europäische Macht Preußen sollte auch in ihrer höfischen Selbstdarstellung erfahrbar werden.

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An diesem Punkt hat auch die neuere Forschung angesetzt und den Hof als relevanten Ort politischen Handelns wahrgenommen. Dies gilt im Anschluss und in Auseinandersetzung mit den Thesen von Norbert Elias zum Hof im "Absolutismus" auch für die Rolle des Hofes im preußischen Herrschaftsgefüge des 18. Jahrhunderts. 14 Hierbei erkannte man rasch den Zusammenhang der einzelnen Schlösser im Gesamtgeflecht der Berlin-Potsdamer Residenzlandschaft, wobei den verschiedenen Schlössern jeweils eine Zeichenfunktion und eine spezielle repräsentative Aussage zugewiesen war: Im Ensemble der höfischen Bauten gab es Orte, die den familiär-dynastischen Bezug betonten, die auch die regionalen Eliten einzubinden trachteten, die ganz auf den staatlichen Repräsentationszweck einer Großmacht zugeschnitten waren – oder weitgehend einer monarchischen Zurückgezogenheit vorbehalten blieben. Dass der Hof an sich auch von anderen Lebenswelten wie der bürgerlichen, bäuerlichen oder militärischen nicht abgeschnitten war, sondern mit ihnen interferierte und in Austausch stand, muss nicht erst eigens betont werden. 15

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Die Forschung hat mittlerweile auch den Hof Friedrichs des Großen in einen weiteren historischen Kontext gestellt und ihn mit den höfischen Welten seines Vaters und Großvaters verglichen. 16 Alle drei Monarchen haben den Hof unterschiedlich interpretiert und ihrem jeweiligen höfischen Leben einen ganz spezifischen Stempel aufgedrückt. Dabei kann man sich durchaus fragen, ob hier Schwankungen zwischen übertriebener Hofbegeisterung und übersteigerter Hofverachtung vorlagen. Doch genauso kann man den preußischen Monarchen eine gewisse Virtuosität im Umgang mit der Machtressource Hof zugestehen: Phasenweise war der Hof in nur sehr reduzierter Form vorhanden, aber die Fähigkeit zu "fallweisem Prunk" gab es gleichwohl. 17 Und dies gilt nicht nur im Vergleich der drei preußischen Könige untereinander, sondern auch für Friedrich selbst, der in den verschiedenen Phasen seines Lebens, in seiner Kronprinzenzeit, in seiner Frühphase als König und nach dem Siebenjährigen Krieg seinen Hof durchaus unterschiedlich aufgebaut und genutzt hat.

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Unbestritten jedoch ist heute, dass Friedrich ungeachtet seiner abfälligen Bemerkungen den Hof als Instrument herrscherlicher Inszenierung gezielt gestaltete und auch als monarchischen Lebensraum sehr bewusst wahrnahm. Von einer Geringschätzung oder auch nur einem mangelnden Interesse für das Höfische kann keineswegs die Rede sein: Das Thema Friedrich und der Hof ist nicht erst von der historischen Forschung entdeckt worden, auch der Monarch selbst war sich stets der Relevanz des Hofes bewusst.

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Dabei darf man nicht den Fehler machen, nur auf den König selbst zu schauen. Zwar leistete sich Friedrich, wie andere europäische Herrscher auch, einen Hof, der in der Regel mit allen üblichen Chargen besetzt war. Doch es gab nicht nur die königliche Hofhaltung, darüber hinaus existierte noch der Hof der Königinmutter, der Hof der Königin Elisabeth Christine, die Höfe seiner Brüder Heinrich und August Wilhelm (dessen Frau hatte wiederum einen eigenen Hof), schließlich der Hof Ferdinands, Friedrich Wilhelms II. und jener der Schwedter Nebenlinie. 18 Insofern ist es schwierig, von "dem preußischen Hof" zur Zeit Friedrichs zu sprechen. Vielmehr gab es ein Nebeneinander von vielen Hofhaltungen, wobei die hier konstituierten Hofgesellschaften miteinander in Austausch standen und überhaupt das System "Hof" nie in Erstarrung verfiel, sondern steter Veränderung unterworfen war. Der Begriff des "friderizianischen Hofes" muss daher als Kollektivbegriff für eine Mehr- oder Vielzahl höfischer Konfigurationen in der Berlin-Potsdamer Residenzenlandschaft aufgefasst werden.

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Die hier publizierten Beiträge – es handelt sich ausschließlich um Erstveröffentlichungen – versuchen, von der oben skizzierten Forschungssituation ausgehend neue Wege zum friderizianischen Hof ausfindig machen. Die Ausgabe insgesamt hat keinen enzyklopädischen Anspruch, ist vielmehr bemüht, auszuloten, in welchen Bereichen die Hofforschung sich weiterentwickeln kann und welche Aspekte stärker als bisher berücksichtigt werden sollten, ja wo überhaupt noch große Lücken klaffen.

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Forschungsstrategisch unabdingbar ist hierfür der Brückenschlag von der Untersuchung des friderizianischen Hofes zur europäischen Hofforschung. Der Bezug zu den anderen großen Höfen Europas ist schon allein deswegen vonnöten, weil Preußen im 18. Jahrhundert als aufstrebende Großmacht mit eben diesen Höfen in engem Austausch stand. Die kontinentale Großmacht Frankreich konnte ohnehin die führende und auch über wechselnde Moden hinweg weithin stilbildende Rolle bei der höfischen Inszenierung beanspruchen, dicht gefolgt vom Wiener Hof, der zugleich das Zentrum der Macht war, mit der Friedrich sich im Reich und in Mitteleuropa in erster Linie zu messen hatte. Auch bei den strukturellen Herausforderungen, die die Höfe in Europa zu bewältigen hatten (Klientelbildung und –einbindung, Finanzkrisen, Umgang mit dem Zeremoniell, etc.) reagierten die verschiedenen Höfe durchaus mit ähnlichen Maßnahmen; jedenfalls ist es auch hier sinnvoll, die Entwicklungen am Hof Friedrichs mit denen in Wien und Versailles abzugleichen (vgl. dazu den Beitrag Duindam). Was höfische Traditionen angeht, stand auch der englische Hof den kontinentalen Beispielen in nichts nach. Auch seine Entwicklungsgeschichte bietet wichtige Anhaltspunkte, die ebenso auf den preußischen Hof des 18. Jahrhunderts angewandt werden können (vgl. Beitrag Pečar).

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Beziehungen zwischen den Höfen wurden nicht nur durch Gesandte aufrechterhalten. Der immer wieder praktizierte Gabenaustausch war dabei keineswegs ein Thema bloßer Courtoisie, sondern eine eminent politische Angelegenheit. Geschenke waren Teil der Diplomatie, mussten deswegen sehr sorgfältig ausgewählt und eingesetzt werden, sie gehörten zur politischen Selbstdarstellung, die sinnfällig wurde durch die Wahl der Objekte, Motive, Materialien und Mengen – insgesamt eine Thematik, der sich Friedrich sehr ernsthaft zuwandte (vgl. Beitrag Opalla).

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Wie vielfältig zwischendynastische Beziehungen sein konnten, zeigt der Beitrag Rohrschneider. Für die preußischen Hohenzollern waren die Anhalter zweifelsohne Juniorpartner, doch wirkte nicht nur ein preußischer Einfluss auf Anhalt. Vielmehr existierten wechselseitige kulturelle Beeinflussungen. Dieses Beispiel ist auch insofern aufschlussreich, als gerade die Beziehungen in der höfischen Sphäre immer auch Machtverhältnisse widerspiegeln; klientelare Verbindungen zu anderen, mindermächtigen Herrscherfamilien im Reich stellen zweifelsohne ein weiteres ertragreiches Forschungsfeld für die Zukunft dar.

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Neben den Verbindungen des preußischen Hofes zu anderen Höfen ist die Einbindung in die Strukturen des frühmodernen preußischen Staates zu betrachten. Für das 17. und das frühe 18. Jahrhundert hat die Forschung dem Hof durchaus noch eine wichtige Rolle im Prozess der preußischen Staatswerdung zugebilligt, vor allem seine integrative Wirkung auf die einzelnen Territorien der Mehrfachherrschaft, die die Hohenzollern letztlich ausübten, wurde wiederholt betont. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts hat man diese Funktion mehr und mehr den sich weiter entwickelnden Zentralbehörden zuerkannt. Der Hof erschien – ganz der borussischen Perspektive auf die Entwicklung des preußischen Staates verpflichtet – damit seiner Bestimmung in diesem Prozess enthoben. Als "unpolitisch" bezeichnet, geriet er schnell in den Verdacht, eine weithin überlebte Institution zu sein: Hier schließt sich der Kreis zur oben skizzierten Auffassung der älteren Forschung, der Hof sei unnütz, liederlich und verschwenderisch gewesen. Dass genau diese Einschätzung zu weit geht, zeigt der Beitrag Göse, der auf die nach wie vor starken personellen Verflechtungen und kommunikativen Strukturen zwischen Hof und Zentralbehörden verweist.

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Der Hof funktionierte vielfach auch als kommunikative Drehscheibe; auch dynastische Kontakte wurden hier gepflegt und weiterentwickelt (vgl. Beitrag Schönpflug). Die hier untersuchte Verheiratungspolitik stellt einen wesentlichen Teil der dynastisch geprägten Politik Friedrichs dar. Gleichzeitig rückt der König als Haupt seines Hauses in den Mittelpunkt: Mochten auch die anderen Familienmitglieder jeweils eigene Hofhaltungen haben, so ließ gerade die Heiratspolitik deutlich erkennen, dass über die hier offenkundig werdende dynastische Räson allein der regierende Monarch wachte. Die vom Oberhaupt der Dynastie gezogenen Grenzen spürte insbesondere auch Prinz Heinrich, dessen politische Ambitionen immer wieder an den königlichen Prärogativen scheiterten (vgl. Beitrag Zielosko). Somit verblieb ihm seine Residenz Rheinsberg als Ort, von dem aus er politisch aktiv werden konnte.

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Sein Bruder, der König, besaß freilich ganz andere Möglichkeiten. So griff Friedrich auch einmal auf das "Carousel" zurück und bediente sich damit eines chevaleresken Spiels, um Glanz und Pracht seiner Herrschaft vorzuführen (vgl. Beitrag Biskup). Wichtig ist es jedoch festzuhalten, dass der König bei diesen öffentlichen Festivitäten großen Wert auf die entsprechende Selbstinszenierung legte – was im Übrigen keinen Widerspruch zu seiner vielfach geäußerten Kritik am zeitgenössischen Zeremoniell darstellt, sondern eher mit seinem auf persönlichem Ruhm gründenden Verständnis von Zeremoniell zu erklären ist. Man mag sich zu Recht fragen, wie weit entfernt solche Debatten des 18. Jahrhunderts von der heutigen Sicht auf diese Themen sind. Hinweise auf die heutige Verwendung historischer Repräsentativbauten für die Selbstdarstellung einer parlamentarischen Demokratie bietet der Beitrag Schmidt.

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Zur Eigenrepräsentation des preußischen Königs und seiner Familie gehörte auch die zeitgenössische Presse. Auch hier zeigt sich, wie sehr die Publizistik im Sinne Friedrichs wirken konnte, um eine ihm genehme Wahrnehmung der Geschehnisse – hier konkret die Trennung von seiner Frau Elisabeth Christine – zu befördern (vgl. Beitrag Hagemann). Die Zeitung, auch dies ein wichtiger, neuer Befund, ist hier sicherlich kaum als Medium aufgeklärten Gedankenguts zu sehen.

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Die Allgegenwart des Königs machte auch vor scheinbar abseitigen Themen nicht halt (vgl. Beitrag Terne). An der Hofoper zeigte sich der Monarch höchst interessiert, war mitnichten nur Konsument des künstlerischen Genusses, sondern griff, ganz der Musikliebhaber und Musiker, selbst in Aufführungen und Partituren ein: auch hier also eine aktive Teilnahme an der Darstellung des königlichen Hofes. Ähnliches lässt sich für die Ausstattung des Neuen Palais’ mit Möbeln feststellen (vgl. Beitrag Schick). Allerdings ging es hierbei nicht nur um repräsentatives Mobiliar, sondern nicht zuletzt auch um Lösungen, die dem Geschmack des Königs entsprachen. Noch viel subjektiver verhielt es sich bei der Ausrichtung der königlichen Tafel (vgl. Beitrag Maether). Hier bestimmte Friedrich ganz nach eigenem Gusto, was aufgetragen werden sollte. Zu konstatieren bleibt in jedem Fall, dass entgegen mancher Meinung in der Literatur von Mäßigung oder gar asketischer Zurücknahme keine Rede sein kann.

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All diese Beiträge widmen sich dem Themenkomplex des Hofes. Welche verallgemeinernden Schlussfolgerungen lassen sich aus ihnen ziehen?
1) Festzuhalten ist zunächst, dass gerade in Bezug auf den friderizianischen Hof festgefügte Forschungsmeinungen einer kritischen Revision unterzogen werden müssen. Dies zeigt sich nicht nur anhand der opulenten königlichen Küche, sondern auch an Friedrichs Auffassung des höfischen Zeremoniells und an dem im Gegensatz zu den Behörden als unpolitisch betrachteten Hof.
2) In die Erforschung des preußischen Hofs im 18. Jahrhundert, und zwar nicht nur für revisionistische Ansätze, sind unbedingt neue Quellen und Quellengruppen einzubeziehen. Dies zeigen etwa Rechnungen für Hofausgaben, Rezepte der höfischen Küche, aber eben auch das weite Feld der zeitgenössischen Publizistik. Deutlich nach vorne rücken auch materielle Quellen, sei es in Gestalt des Inventars der Schlösser, sei es in Gestalt von verschenkten und erhaltenen Preziosen.
3) Gleichzeitig wird man sich bewusst machen müssen, dass genau an diesen Punkten sehr viel und sehr aufwändige Detailforschung notwendig sein wird. Das hängt zum einen mit der langen Forschungstradition zusammen, aber auch mit einigen, bislang eben kaum in den Fokus genommenen Themen.
4) Schon jetzt ist aber absehbar, dass neue, vormals vernachlässigte Themen in den Mittelpunkt rücken. Dies gilt nicht nur für den Hof des Prinzen Heinrich, sondern für sämtliche Nebenhöfe und ebenso für die Außenbeziehungen des Hofes zu anderen Höfen (Stichwort Klientelbeziehungen).
5) Selbstverständlich werden diese Anstrengungen im Kontext einer Hofforschung stehen müssen, die zumindest potenziell immer den Bezug zu den anderen europäischen Höfen mitdenkt – dies umso mehr, als Preußen gerade im 18. Jahrhundert dem Anspruch einer europäischen Großmacht auch im höfischen Umfeld gerecht werden musste.
In dieser Hinsicht weitere Impulse zu vermitteln, ist das Anliegen der vorliegenden Ausgabe.

Autoren:

Dr. Jürgen Luh
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Postfach 60 14 62
14414 Potsdam
j.luh@spsg.de

Dr. Michael Kaiser
perspectivia.net
Stiftung DGIA
Rheinallee 6
53173 Bonn
michael.kaiser@stiftung-dgia.de

1 Die Werke Friedrichs des Großen. In deutscher Übersetzung. 10 Bde., Bd. 1: Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg, hg. von Gustav Berthold Volz, deutsch von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Willy Rath und Carl Werner von Jordans, Berlin 1913, 118.

2 Karl Biedermann: Deutschland im 18. Jahrhundert. Bd. 2: Geistige, sittliche und gesellige Zustände, Tl. 1: Bis zur Thronbesteigung Friedrichs des Großen (1740), Leipzig 1858, IX, 81, 84, 87, 89, 110, 117.

3 Fritz Arnheim: Der Hof des Kronprinzen (= Geschichte des preußischen Hofes, hg. von Georg Schuster, Bd. 2, Tl. 1), Berlin 1912, V.

4 Eduard Vehse: Preussische Hofgeschichten. Neu herausgegeben von Heinrich Conrad, 4 Bde., München 1913, Bd. 3, 254-266.

5 Anton Friedrich Büsching: Character Friederichs des zweyten, Königs von Preußen, Halle 1788. Zu Büsching jetzt auch Wolfgang Neugebauer: Anton Friedrich Büsching 1724–1793, in: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte 58 (2007), 84-101. Als Quellen für den Berliner Hof in der Zeit Friedrichs des Großen wichtig: Des Reichsgrafen Ernst Ahasverus Heinrich Lehndorff Tagebücher nach seiner Kammerherrnzeit. Nach dem französischen Original bearb. von Karl Eduard Schmidt-Lötzen, 3 Bde., Gotha 1907-1913 (Bd. 1: Die Tagebücher der Jahre 1750-1775, Bd. 2: Nachträge 1, Bd. 3 Nachträge 2) und in: Mitteilungen der Literarischen Gesellschaft Masovia 22/23 (1919), 1-172; 24/25 (1920), 1-288; 30 (1925), 1-96; 31 (1926), 1-96; Sophie Gräfin von Voss: Neunundsechzig Jahre am Preußischen Hofe, 9. unveränderte Auflage, München / Leipzig 1913; Karl Heinrich Siegfried Rödenbeck: Tagebuch oder Geschichtskalender aus Friedrichs des Großen Regentenleben, 3 Bde., Berlin 1840-1842.

6 Christian Wilhelm Dohm: Denkwürdigkeiten meiner Zeit oder Beiträge zur Geschichte vom lezten Viertel des achtzehnten und vom Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, 1778 bis 1805, 5 Bde., Lemgo/Hannover 1814-1819, Bd. 5, 247.

7 Arnheim: Hof des Kronprinzen (wie Anm. 3), V. Zur preußischen Historiographie allgemein Wolfgang Hardtwig: Geschichtsstudium, Geschichtswissenschaft und Geschichtstheorie in Deutschland von der Aufklärung bis zur Gegenwart, in: ders.: Geschichtskultur und Wissenschaft, München 1990, 13-57; ders.: Erinnerung, Wissenschaft, Mythos. Nationale Geschichtsbilder und politische Symbole in der Reichsgründungsära und im Kaiserreich, in: ders.: Geschichtskultur und Wissenschaft, München 1990, 224-263. Zur Friedrichrezeption im 19. und 20. Jahrhundert Peter-Michael Hahn: Friedrich der Große und die deutsche Nation. Geschichte als politisches Argument, Stuttgart 2007, besonders 29-78.

8 Arnheim: Hof des Kronprinzen (wie Anm. 3), 10. Mit fast denselben Worten will Gustav Berthold Volz den Memoiren Wilhelmines alle Glaubwürdigkeit nehmen, siehe Friedrich der Große und Wilhelmine von Baireuth, Bd. 1: Jugendbriefe 1728-1740, hg. von Gustav Berthold Volz. Deutsch von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Leipzig 1924, 58. Volz will nicht wahrhaben, wie Wilhelmine die Ereignisse, die sie betroffen haben, empfunden hat. Von ihren 1810 in Braunschweig und Tübingen erschienenen Memoiren (Mémoires de Frédérique Sophie Wilhelmine, Margrave de Bareith, soeur de Frédéric le Grand, depuis l ' année 1706 jusqu ' à 1742, écrits à sa main, 2 Tle., Braunschweig 1810; Von den Denkwürdigkeiten aus dem Leben der Königlich Preußischen Prinzessin Friderike Sophie Wilhelmine (Schwester Friedrichs des Großen) Markgräfin von Bayreuth vom Jahre 1709 bis 1733, Tübingen 1810, existiert keine historisch-kritische Ausgabe. Die neue, wohl zu ihrem 250. Todestag 2008 herausgegebene Ausgabe "Memoiren einer preußischen Königstochter. Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth. Übersetzung, Anmerkungen und Nachwort von Günter Berger, Bayreuth 2007, verzichtet auf alle Hinweise zur Geschichte und Rezeptionsgeschichte der Memoiren.

9 Norbert Elias: Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen, 2 Bde., 2. Aufl., Bern 1969 (1. Aufl., Basel 1939); ders.: Die höfische Gesellschaft. Untersuchungen zur Soziologie des Königtums und der höfischen Aristokratie mit einer Einleitung: Soziologie und Geschichtswissenschaft, Neuwied 1969.

10 Aloys Winterling: Der Hof der Kurfürsten zu Köln 1688–1794. Eine Fallstudie zur Bedeutung "absolutistischer" Hofhaltung, Bonn 1986, 156-167, Zitat 170.

11 Thomas Biskup: Höfisches Retablissement, in: Friedrich300 - Colloquien, Friedrich der Große - eine perspektivische Bestandsaufnahme, URL: http://www.perspectivia.net/content/publikationen/friedrich300-colloquien/friedrich-bestandsaufnahme/biskup_retablissement <17.08.2009>. Eine für die Zeit moderne und kritische Wertung schon bei: Ernst Poseck: Preußisches Rokoko, Berlin 1940.

12 Wilhelm Bringmann: Friedrich der Große. Ein Porträt, München 2006, 43.

13 Horst Drescher / Sibylle Badstübner-Gröger: Das Neue Palais in Potsdam. Beiträge zum Spätstil der friderizianischen Architektur und Bauplastik, Berlin 1991.

14 Vgl. allgemein dazu Wolfgang Neugebauer: Hof und politisches System in Brandenburg-Preußen: Das 18. Jahrhundert, i n: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 46 (2000), 139-169. Mit speziellem Bezug zum Berliner Schloss ders.: Residenz – Verwaltung – Repräsentation: Das Berliner Schloss und seine historischen Funktionen vom 15. bis 20. Jahrhundert, Potsdam 1999 (= Kleine Schriftenreihe der Historischen Kommission zu Berlin 1); ders.: Schloss und Staatsverwaltung im Hochbarock/Absolutismus, in : Schloss und Schlossbezirk in der Mitte Berlins. Das Zentrum der Stadt als politischer und gesellschaftlicher Ort, hg. von Wolfgang Ribbe, Berlin 2005, 75-88.

15 Wolfgang Neugebauer: Staatsverwaltung, Manufaktur und Garnison: Die polyfunktionale Residenzlandschaft von Berlin-Potsdam-Wusterhausen zur Zeit Friedrich Wilhelms I., in: Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte, NF 7 (1997), 233-257.

16 Johannes Kunisch: Funktion und Ausbau der kurfürstlich-königlichen Residenzen in Brandenburg-Preußen im Zeitalter des Absolutismus, in: Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte, NF 3 (1993), 167-192.

17 Neugebauer: Hof und politisches System (wie Anm. 14). Die Ergebnisse dieses Aufsatzes zusammengefasst in: ders.: Vom höfischen Absolutismus zum fallweisen Prunk. Kontinuitäten und Quantitäten in der Geschichte des preußischen Hofes im 18. Jahrhundert, in: Klaus Malettke / Chantal Grell (Hg.): Hofgesellschaft und Höflinge an europäischen Fürstenhöfen in der Frühen Neuzeit (15.-18.Jh) / Société de cour et courtisans dans l ' Europe de l ' époque moderne (XV e -XVII e siècle) (= Forschungen zur Geschichte der Neuzeit. Marburger Beiträge 1), Münster 2001, 89-111.

18 Das Thema an sich ist von der neueren Forschung durchaus wahrgenommen worden, vgl. etwa die Hinweise bei Jeroen Duindam: Vienna and Versailles. The Courts of Europe ' s Dynastic Rivals, 1550-1780, Cambridge 2003. Speziell zur Königin siehe jetzt den Band von Clarissa Campbell Orr (Hg.): Queenship in Europe 1660-1815. The Role of the Consort, Cambridge 2004.


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Michael Kaiser, Jürgen Luh
Einleitung
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J. Luh, M. Kaiser: Einleitung
In: Friedrich der Große und der Hof. Beiträge des zweiten Colloquiums in der Reihe „Friedrich300“ vom 10./11. Oktober 2008, hg. von Michael Kaiser und Jürgen Luh (Friedrich300 - Colloquien, 2)
URL: http://www.perspectivia.net/publikationen/friedrich300-colloquien/friedrich-hof/Luh-Kaiser_Einleitung
Veröffentlicht am: 15.09.2009 16:55
Zugriff vom: 25.06.2017 08:57
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