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V. Trenkle: Expertise und Ehre

discussions 11 (2015)

Viktoria Trenkle

Expertise und Ehre

Kardinäle im hohen Mittelalter (1049–1206). Ein Werkstattbericht

Abstract:

Der vorliegende Werkstattbericht skizziert das Dissertationsprojekt »Expertise und Ehre: Kardinäle im hohen Mittelalter«. Dazu wird das Thema zunächst in der aktuellen Forschung verankert und anschließend die dem Dissertationsprojekt zugrunde liegende Fragestellung erläutert. Nach einer Vorstellung des Untersuchungszeitraums und des ausgewählten Quellenmaterials werden grundlegende Überlegungen zu den Phänomenen Expertise und Ehre dargelegt.

Résumé:

Le présent rapport intermédiaire rend compte du projet de thèse »Expertise et honneur : les cardinaux au haut Moyen Âge«. Pour ce faire, tout d’abord, le thème sera ancré dans la recherche actuelle; ensuite, les questions à la base du projet seront développées. Après une présentation du cadre chronologique et des matériaux documentaires choisis, les réflexions fondamentales sur le phénomène de l’expertise et de l’honneur seront exposées.

Einleitung: Formen mittelalterlicher Kommunikation am Beispiel des sich formierenden Kardinalkollegiums

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»Diese Kirche hat sieben Kardinalbischöfe, die alleine neben dem Papst zum heiligen Altar gehen dürfen, und die heilige Messe feiern. Darin ist ohne Zweifel jener Anspruch des Propheten Zacharias enthalten: ›Sieh‹, sagt er, ›der Stein, den ich in Gegenwart Jesu gegeben habe, hat sieben Augen‹. Dieser Stein aber ist ohne Zweifel jener Fels, von dem Jesus sprach, als er zu Petrus sagte: Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen. Dieser Felsen hat sieben Augen, weil die heilige Kirche mit ebenso vielen Geschenken für den heiligen Geist glänzt, mit denen sie leuchtet wie ein goldener Leuchter, welcher nicht erlöschen kann und die Dunkelheit der Unkenntnis vertreibt und den Geist der Menschen erleuchtet, um in den Schein der Gerechtigkeit zu schauen […]. Und so ist diese Kirche gegründet zu Ehren des heiligen Erlösers und gebaut als Gipfel und Spitze der gesamten christlichen Religionsgemeinschaft, so dass ich sagen kann, es ist die Kirche der Kirchen und das Heiligste vom Heiligen«1.

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Mit diesen Worten wandte sich Petrus Damiani kurz nach seiner Ernennung zum Kardinal an die anderen Kardinalbischöfe der Laterankirche. Dieser Brief verdeutlicht zum einen die Hauptanliegen meiner Dissertation, die in diesem Beitrag erstmals vorgestellt werden sollen, verweist zum anderen aber auch auf die Bedeutung von Kommunikation im Mittelalter. So zeigt allein schon die Tatsache, dass sich Petrus Damiani gleich nach seiner Erhebung an die anderen Bischöfe wendet, wie hoch bereits damals der Austausch und die Kommunikation zwischen den Kardinalbischöfen eingeschätzt wurde. Dass dazu das Medium des Briefes gewählt wurde, zeigt ebenfalls die Bedeutung des Genres2.

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Inhaltlich entwickelte Petrus Damiani in diesem Brief ein Bild der Kardinalbischöfe, welches diese gleichsam als die sieben Augen des Steines, auf dem die Kirche errichtet wurde, darstellt. Hierbei wurde auf eine Vorstellung zurückgegriffen, welche im Alten Testament häufiger vorkommt3. In diesem Kontext steht die Zahl Sieben für Vollkommenheit, während der Felsen als ein Symbol für Christus als König, Priester, Mensch und Eckstein sowie als Fundament, auf dem das göttliche Gebäude errichtet ist, angesehen werden kann. Petrus Damiani schafft auf diese Weise eine direkte Verbindung zwischen der Stellung der Kardinalbischöfe und der Kirche. So wird aus diesem Beispiel sehr schnell ersichtlich, dass die Kardinäle damals eine besondere Ehrenstellung innehatten, die auch eng mit der Ehre der heiligen katholischen Kirche verbunden war. Diese zeigte sich, wie auch in dem Zitat angesprochen, wohl am offensichtlichsten in der Mitwirkung an liturgischen Handlungen. Die Kardinäle hatten aber nicht nur diese Vorrechte, sie mussten auch dazu beitragen, die Einheit der christianitas zu gewähren. Die Kirche hatte im Verlauf des Mittelalters stets Schwierigkeiten, ihre Einheit zu begründen und langfristig zu wahren. Um diese zu gewährleisten, brauchte man anerkannte Institutionen. Diese besaßen eine sehr hohe Legitimität, da sie von Gott begründet waren4. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Kardinalat zu einer Institution der Kirche heranreifen und zu einer der wichtigsten Stützen des Papsttums aufsteigen konnte.

Die Entstehung des Kardinalskollegiums – ein Forschungsüberblick

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Deshalb schenkte die Forschung der Geschichte des Kardinalats immer wieder Aufmerksamkeit. Dabei fand auch die Entstehung des Kardinalskollegiums Berücksichtigung. Insgesamt lässt sich feststellen, dass es hierbei zu unterschiedlichen Zugriffsmöglichkeiten auf dieses Thema gekommen ist.

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So gab es eine Reihe von Forschungen, welche die rechtlichen Grundlagen des sich formierenden Kardinalats in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen rückte. Diesen Ansatz verfolgten insbesondere Hans Walter Klewitz5 und Stephan Kuttner6. Carl Gerold Fürst7 untersuchte die auswärtigen und »geborenen« Kardinäle, während Klaus Ganzer8 die Entwicklung des auswärtigen Kardinalats in den Mittelpunkt seiner Arbeit rückte.

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Neben diesen Arbeiten stehen Untersuchungen, die sich der Struktur und der Zusammensetzung des Kollegs gewidmet haben. Dabei stand vor allem der Untersuchungszeitraum von 1130 bis 1181 im Mittelpunkt der Überlegungen. Für diesen Zeitraum liegen gleich zwei prosopographische Untersuchungen vor. So erabeitete zunächst Johannes Brixius9 in seiner 1912 erschienenen Dissertation die damalige Zusammensetzung des Kardinalats. 1965 ergänzte dann Barbara Zenker10 diese Untersuchungen. In seinen Arbeiten skizzierte Rudolph Hüls die Grundzüge des Kardinalats von 1049 bis 113011. Der personellen und geographischen Zusammensetzung widmete sich John Broderick überblickshaft12. Die Tätigkeiten der Legaten standen im Mittelpunkt der Arbeiten von Claudia Zey, Stefan Weiß und Werner Malezcek13.

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Die Rolle des Kardinalskollegiums in Kultur und Kommunikation ist bislang lediglich in Bezug auf soziale Netzwerke während der Tagung in Avignon 197814 sowie in Einzeluntersuchungen zu Kardinalspredigten15 oder zur kardinalizischen Briefproduktion16 untersucht worden. Claudia Zey und Werner Maleczek behandelten diesen Punkt auch in ihren Beiträgen in dem Sammelband »Geschichte des Kardinalats im Mittelalter«17, welcher 2011 erschienen ist und momentan das aktuellste und ausführlichste Handbuch zum Kardinalat darstellt. Dennoch ist eine systematische kulturwissenschaftliche Untersuchung – vor allem aus der Frühzeit des Kardinalskollegiums – ein Desiderat der Forschung, welches die hier vorgestellte Dissertation zum Thema »Expertise und Ehre: Kardinäle im hohen Mittelalter« zu schließen versuchen wird.

Expertise und Ehre im Fokus der Kommunikationsforschung

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Nichtsdestotrotz widmete sich die moderne Forschung bereits diesen Themenkomplexen. So erarbeitete Knut Görich18 in seiner Habilitationsschrift zu Friedrich Barbarossa den »honor« des Kaisers auf verschiedenen Gebieten und die Bedeutung der Ehre sowohl im Bereich von Interaktion und Kommunikation in Konfliktfällen als auch im Hinblick auf Geld, Gericht und Gerechtigkeit. Diese Überlegungen werden durch die Arbeiten von Gerd Althoff sinnvoll ergänzt. Dieser geht, wie Görich, neben der verbalen auch auf die nonverbale Kommunikation ein. Althoff beschreibt, wie stark die mittelalterliche Herrschaftsausübung auf rituellen Handlungen beruhte19 und spürt des Weiteren den Funktionen öffentlicher Kommunikation nach20.

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Die Forschung wandte sich auch dem Expertentum im Mittelalter zu. Ausführlich befasste sich das Göttinger Graduiertenkolleg »Expertenkulturen des 12. bis 16. Jahrhunderts«21 mit dem Thema. Speziell mit der Expertise der Kardinäle beschäftigte sich Werner Maleczek, indem er die Kardinäle unter Coelestin III. und Innocenz III. – mithin einen Zeitraum von 1191 bis 1216 abdeckend – in Hinblick auf Bildung, Werdegang und Kompetenzen als Auditoren, Legaten, Vorstände der Kanzlei und Rektoren in einem Teil des Patrimonium Petri untersuchte22. Claudia Zey widmete sich in mehreren Aufsätzen den Befugnissen der Kardinäle während ihrer Tätigkeit als Legaten23.

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Wie aus diesem kurzen Überblick ersichtlich wird, hat sich die Forschung bereits mit mehreren Aspekten des frühen Kardinalats beschäftigt. Allerdings sind bislang die kulturwissenschaftlichen Aspekte, die bei der Formierung des Kardinalats ebenfalls eine wichtige Rolle spielten, nur am Rande berücksichtigt worden.

Fragestellung

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Deshalb wird die hier vorgestellte Dissertation der Expertise und Ehre der Kardinäle gewidmet. Dabei soll zum einen hinterfragt werden, was während des Institutionalisierungsprozess des Kardinalkollegiums nach außen kommuniziert wurde. Zum anderen soll der Frage nachgegangen werden, auf welche Mittel der Kommunikation dabei zurückgegriffen wurde. In einem abschließenden Schritt soll ausgewertet werden, ob sich die neue Stellung der Kardinäle in den Quellen widerspiegelt und ob diese Beschreibung des Kardinalrangs mit Begriffen wie Expertise und Ehre fassbar ist

Untersuchungszeitraum

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Obwohl die drei kardinalizischen Ordines ab etwa 500 fassbar sind, ist eine prosopographische Erfassung einzelner Kardinäle vor 1049 nicht möglich. Zwar geben der »Liber pontificalis«24 und auch vereinzelte archäologische Funde Aufschluss über das Wirken der Kardinäle in dieser Zeit – so ist zum Beispiel ihre Mitwirkung am stadtrömischen Gottesdienst ab 750 oder an der Umgestaltung der römischen Kirchenverwaltung im 10. Jahrhundert belegt –, doch lässt sich lediglich feststellen, dass in der Mitte des 11. Jahrhunderts die drei Ordines locker nebeneinander bestanden. Sie waren zwar durch liturgische, seelsorgerische und administrative Verpflichtungen verbunden, ein gemeinsames Agieren ist hingegen nicht erkennbar25.

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Auch die begriffliche Entwicklung fällt in diesen Zeitraum. Wörtlich kann man »cardinalis« auf das lateinische Wort »cardo« im Sinne von »Türangel«, »Angelpunkt«, »Hauptpunkt« und »Gelenk« zurückführen. In seiner klassischen Bedeutung kann es als »zum Hauptpunkt, Angelpunkt gehörend« übersetzt werden. Augustinus verwendete »cardinalis« noch im Sinne von »das Wichtigste«, während Ambrosius die ersten vier Tugenden als Kardinaltugenden bezeichnete. Erst im sechsten Jahrhundert erhielt das Wort seine klassische Bedeutung. Diese wurde jedoch im kirchlichen Kontext schnell mit mehreren Bedeutungen aufgeladen. So kann »cardo« als die Hauptkirche eines Bistums oder als Bischof, der den Angelpunkt seiner Diözese darstellt, oder auch als Kirche von Rom, die gleichsam als Angelpunkt der christlichen Kirche fungierte, übersetzt werden. Es kam also zu einer sehr vielfältigen Verwendung des Begriffs. Allerdings wurde die Bezeichnung in Verbindung mit der römischen Kirche vom sechsten bis zum achten Jahrhundert hauptsächlich für die sieben Diakone Roms benutzt, deren »Angelpunkt« der römische Bischof war. Im elften Jahrhundert traten die liturgischen Aufgaben in den Hintergrund und das Wort »cardinalis« wurde in seiner Semantik hinsichtlich der politischen Aufgaben erweitert, mit denen die Kardinäle zunehmend betraut wurden26.

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So erscheint ein Beginn der Untersuchungen mit dem Pontifikat Leos IX. sinnvoll, da dieser aus Lothringen stammende Papst ein sehr eigenständiges Profil und ausgeprägte Primatsvorstellungen hatte27. Obwohl schon seine Vorgänger Clemens II. und Damasus II., welche von Heinrich III. eingesetzt wurden, sich der Kirchenreform widmeten, gelang es erst Leo IX., neue Strukturen zu schaffen28. Dies lag sicher nicht zuletzt an den Persönlichkeiten, die er mit an die Kurie brachte und die sich seinen Reformvorstellungen verbunden fühlten, wie Humbert von Moyenmoutier, Friedrich von Lothringen oder Hugo Candidus29. Er unterhielt aber auch enge Kontakte zu anderen Gruppen, welche die Kirchenreform mittrugen. Beispielsweise stellte Petrus Damiani, der aus einer Eremitengruppe stammte, eine wichtige Stütze Leos IX. dar. Somit war der Grundstein für eine Entwicklung gelegt, die innerhalb der nächsten 150 Jahre zur Etablierung des Kardinalskollegiums als »Senat des Papstes« führen sollte30.

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Endpunkt meiner Untersuchungen ist der Pontifikat Innozenz’ III. Dieser Papst bemühte sich nicht nur um eine juristische Fixierung der Stellung des Papsttums, sondern auch des Kardinalskollegiums31. Damals hatte sich der Zusammenschluss der Kardinäle im Kollegium gefestigt und sie konnten ihren Platz vor den Bischöfen und Erzbischöfen einnehmen. Zunächst setzte Innozenz III. die Politik seiner Vorgänger fort32. So beteiligte er die Kardinäle an vielen Entscheidungen. Auch war keine Bevorzugung einer bestimmten Gruppe innerhalb des Kollegiums feststellbar. Dies änderte sich in den Jahren 1204 beziehungsweise 1206, in denen sich ein Wandel vollzog. Die Formulierung »de fratrum nostrorum consilio« wurde nur noch selten in den Urkunden verwendet, was auf eine verminderte Beratungstätigkeit im Konsistorium schließen lässt. Es kam außerdem zu einer Herausbildung eines »inneren Kreises«33.

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Mit diesen neuen Strömungen, welche in meiner Arbeit aber nicht mehr behandelt werden, sollen die Untersuchungen beendet werden.

Quellen und Auswahl des untersuchten Materials

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Da das Material für diesen Zeitraum sehr vielfältig ist und die Untersuchung der genannten Fragestellung die Betrachtung mehrerer Quellenarten sinnvoll erscheinen lässt, können diese nicht vollständig durchgearbeitet, sondern nur anhand geeigneter Beispiele behandelt werden.

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So sollen unter anderem Papsturkunden untersucht werden, da auf ihnen einerseits ab 1140 alle drei Ordines unterschrieben, andererseits die Formulierung »de fratrum nostrorum consilio« häufiger wurde. Diese Unterschriften können Aufschluss sowohl über die Beratungstätigkeit im Konsistorium als auch über den Aufenthalt der Kardinäle an der Kurie geben34.

<19>

Da Kardinäle bis 1122 zur wichtigsten Legatengruppe aufgestiegen waren, werden auch die Legatenurkunden zur Untersuchung der Gebiete, die von Kardinälen bereist wurden, herangezogen. Hierbei steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob Kardinäle bevorzugt Legationen übernahmen, bei denen sie auf soziale Netzwerke zurückgreifen konnten, oder ob sie eher als Experten für bestimmte Sachfragen, unabhängig vom Gebiet und den eventuell beteiligten Personen, herangezogen wurden35.

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Ebenso werden – gerade bei der Untersuchung sowohl der verbalen als auch der nonverbalen Kommunikation im Themenbereich der Ehre – historiographische Quellen eine wichtige Rolle spielen. So kann die Geschichtsschreibung, welche von Kardinälen verfasst wurde, Aufschluss über deren Selbstverständnis bzw. über die kardinalizische Sicht auf bestimmte Sachverhalte geben. Über das Auftreten des »Senates des Papstes«, über dessen Gestus und Habitus, berichten einige Chronisten wie zum Beispiel Otto von Freising36 oder Wilhelm von Tyrus37. Allerdings muss man bei diesen Quellen immer beachten, in wessen Auftrag sie verfasst wurden, da dies das Bild, das von den Kardinälen in diesen Werken gezeichnet wird, erheblich beeinflusst.

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Das rituelle Verhalten der Kardinäle lässt sich anhand der Zeremonienbücher38 und der Ordines analysieren. In ihnen wird nicht nur die wichtige Rolle der Kardinäle beim Ablauf der Papstwahlen, der Inthronisation, der Inbesitznahme des Lateranpalastes, der Weihe und Krönung, sondern auch der prominente Platz beschrieben, den Kardinäle in Prozessionen oder während der Liturgie der Karwoche einnahmen. Deshalb wird dieses Quellenkorpus eine der Hauptstützen der Arbeit darstellen.

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Für die Untersuchung der verbalen Kommunikation werden Briefe39 die Grundlage bilden. Dabei sollen Schreiben von Kardinälen Einblicke in die Sachverhalte und Probleme gewähren, die sie beschäftigten, während Nachrichten an Kardinäle die Personen, mit denen bestimmte Kardinäle im Kontakt standen, sowie die an sie herangetragenen Bitten aufzeigen.

Definition der Begriffe Expertise und Ehre

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Doch wie kann man nun dieses umfangreiche Quellenmaterial für die Fragestellung nutzbar machen? Obwohl bereits bei den einzelnen Quellenarten erwähnt wurde, inwieweit sie in der Arbeit verwendet werden sollen, muss nun noch eine Definition der beiden Begriffe erfolgen. Was ist unter Expertise zu verstehen?

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Dabei soll zunächst von dem lateinischen Wort »expertus«, welches »erprobt« beziehungsweise »bewährt« bedeutet, ausgegangen werden. Ein Experte ist also eine auf einem bestimmten Gebiet bewährte Person. Diese grundlegende Definition des Wortes dürfte wohl auch am nächsten am Verständnis der Zeitgenossen zu Beginn des Untersuchungszeitraumes liegen, da gerade unter Leo IX. die Möglichkeit bestand, aufgrund einer Bewährung in Belangen der Kirchenreform an die Kurie geholt zu werden. Unter Expertise sind folglich die Kompetenz, die Fachkenntnis, die Eigenschaften und das Wissen, das eine Person zu einem Experten auf einem bestimmten Gebiet macht, zu verstehen40. Allerdings veränderten sich die Rahmenbedingen in der Zeit von 1049 bis 1206 entscheidend. Das Kardinalat wurde zu einer Institution der römischen Kirche und damit gestalteten sich die Anforderungen an die Expertise der Kardinäle neu. Um dieses Phänomen fassen zu können, muss eine Ausweitung der Auslegung des Wortes Expertise erfolgen. Dazu eignen sich die Überlegungen von Frank Rexroth und dem Göttinger Graduiertenkolleg über Experten in der Vormoderne. Ausgehend von der These, dass sich die Auffassung des Experten nicht primär auf die Beschreibung seines Wissensfundus’ richten darf, rücken die sozialen Interaktionsformen als konstitutive Elemente für das Expertentum des Mittelalters in den Vordergrund. Der Experte spielte eine bestimmte Rolle, die dadurch gekennzeichnet war, dass man in bestimmten Kommunikationssituationen von ihm passgenaues Wissen erwartete41. Deshalb soll die dieser Dissertation zugrunde liegende Definition des Expertisebegriffes ebenfalls die Dimension der sozialen Interaktion berücksichtigen, um so auch den Institutionalisierungsprozess der Zeit abbilden zu können.

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Der Begriff der Ehre ist schwieriger zu definieren, da er in verschiedenen Bereichen unterschiedlich konnotiert ist und sich im Laufe der Zeit stark gewandelt hat. Ehre ist heute eine moralische, vom äußeren Ruf unabhängige Größe. Dies widerspricht allerdings dem Bild der Ehre im Mittelalter. Damals stellte sie eben nicht eine moralische, menschliche Qualität dar, sondern wurde von außen zuerkannt. Sie war damit eingebunden in das Verhältnis zur Öffentlichkeit42. Daher spielen bei der Untersuchung des Begriffs die Formen der mittelalterlichen Kommunikation eine sehr wichtige Rolle. Der Bedeutung der Ehre wandte sich zunächst die germanistische Mediävistik zu, welche Ehre zu erwerben und zu wahren als zentrales Handlungsmotiv der Protagonisten epischer Werke erkannte. Ehre und Ehrgefühl können aber auch als Zentralproblem der adeligen Mentalität angesehen werden. Diesen Ansatz übertrug Knut Görich in die Geschichtswissenschaft, als er sich in seiner Habilitationsschrift mit der Ehre Friedrich Barbarossas beschäftigte. Er definierte dabei »honor« als eine Haltung, die dem Würdenträger beziehungsweise seinem Rang im Verkehr mit Menschen entgegengebracht werden muss. Die Ehre einer Person verlangt also, dass sie ihrem Amt, Rang und Verdienst gemäß Anerkennung erhält. Dies geschieht in der öffentlichen Kommunikation sowohl verbal als auch nonverbal43. Allerdings kann diese Definition von Ehre nur bedingt auf den Kontext des sich formierenden Kardinalskollegiums übertragen werden, da im Rahmen der römischen Kirche sowohl andere Mechanismen der Erlangung von Ehre dienten als auch differente Legitimationen herangezogen wurden. Gerade im kirchlichen Kontext spielten Rituale, die man als Kette von Handlungen, Gesten und Worten, die Mustern verpflichtet sind und durch ihre Wiederholung einen bestimmten Wirkungseffekt erzielen, definieren kann, eine wichtige Rolle44. Diese Komponenten sollen die Grundlage des hier verwendeten Ehrbegriffs darstellen.

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Der hier vorgestellte Werkstattbericht bietet einen ersten Einblick in das Dissertationsprojekt »Expertise und Ehre: Kardinäle im hohen Mittelalter«. Natürlich kann es bei der systematischen Durcharbeitung der Quellen noch zu Präzisierungen der Definitionen kommen, da diese ja nicht statische Konstrukte darstellen, sondern aus den Quellen heraus erwachsen.

Autorin:

Viktoria Trenkle
Projekt Schrift und Zeichen
Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Viktoria.Trenkle@fau.de

1 Kurt Reindel (Hg.), Petrus Damiani, Briefe: Die Briefe des Petrus Damiani, Bd. 2, München 1988 (MGH Briefe der deutschen Kaiserzeit, 4,2), Nr. 48: » Haec septem cardinales habet episcopos, quibus solis post apostolicorum sacrosanctum illud altare licet accedere, ac divini cultus mysteria celebrare. In quo nimirum illud Zachariae continetur evidenter oraculum: Ecce, inquit, lapis, quem dedi coram Iesu: super lapidem unum septem oculi sunt. Lapis autem proculdubio petra est, de qua versus Iesus Petro pollicetur dicens: Super hanc petram aedificabo aecclesiam meam. Septem igitur oculos habet hac petra, quia totidem sancti Spiritus donis sancta praefulget aecclesia, quibus nimirium velut candelabrum aureum inextinguibiliter rutilans ignorantiae tenebras effugat, et ad contemplandum iustitiae solem hominum mentes illustrat. [...] Haec igitur ad honorem condita sancti salvatoris aecclesia culmen ac summitas totius christianae religionis effecta, ut ita dixerim, aecclesia est aecclesiarum et sancta sanctorum«.

2 Werner Faulstich, Medien und Öffentlichkeiten im Mittelalter 8001400, Göttingen 1996 (Geschichte der Medien, 2), hier vor allem S. 251272; Roland Zingg, Die Briefsammlung der Erzbischöfe von Canterbury 10701170. Kommunikation und Argumentation im Zeitalter der Investiturkonflikte, Köln 2012 (Züricher Beiträge zur Geschichtswissenschaft, 1), hier vor allem S. 51104.

3 Petrus Damiani spielt an dieser Stelle konkret auf Sacharja 3,9 und Matthäus 16,18 an.

4 Hans-Joachim Schmidt, Einleitung: Zentrum und Netzwerk. Metaphern für die kirchlichen Organisationsformen im hohen und späten Mittelalter, in: Gisela Drossbach, Hans-Joachim Schmidt (Hg.), Zentrum und Netzwerk. Kirchliche Kommunikationen und Raumstrukturen im Mittelalter, Berlin 2008 (Scrinium Friburgense, 22), S. 740, hier S. 710.

5 Hans-Walter Klewitz, Die Entstehung des Kardinalskollegiums, in: Zeitschrift für Rechtsgeschichte. Kanonistische Abteilung 25 (1936), S. 115221 (Wiederabdruck in: Hans-Walter Klewitz, Reformpapsttum und Kardinalkolleg, Weimar 1957, S. 10134).

6 Stephan Kuttner, Cardinalis. The history of a canonical concept, in: Traditio 3 (1945), S. 129214.

7 Carl Gerold Fürst, Cardinalis. Prolegomena zu einer Rechtsgeschichte des römischen Kardinalskollegiums, München 1967.

8 Klaus Ganzer, Die Entwicklung des auswärtigen Kardinalats im hohen Mittelalter. Ein Beitrag zur Geschichte des Kardinalkollegiums vom 11. bis 13. Jahrhundert, Tübingen 1963.

9 Johannes Matthias Brixius, Die Mitglieder des Kardinalskollegiums von 11301181, Berlin 1912.

10 Barbara Zenker, Die Mitglieder des Kardinalskollegiums von 11301159, Würzburg 1965.

11 Rudolf Hüls, Kardinäle, Klerus und Kirchen Roms 10491130, Tübingen 1977 (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom, 48).

12 John Broderick, The Sacred College of Cardinals: Size and Geographical Composition (10991986), in: Archivum historiae pontificiae 25 (1987), S. 198.

13 Claudia Zey, Claudia Märtl (Hg.), Aus der Frühzeit der europäischen Diplomatie. Zum geistlichen und weltlichen Gesandtschaftswesen vom 12. bis 15. Jahrhundert, Zürich 2008; Claudia Zey, Die Augen des Papstes. Zu Eigenschaften und Vollmachten päpstlicher Legaten, in: Jochen Johrendt, Harald Müller (Hg.), Römisches Zentrum und kirchliche Peripherie. Das universale Papsttum als Bezugspunkt der Kirchen von den Reformpäpsten bis zu Innozenz III., Berlin 2008 (Neue Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften Göttingen, Philologisch-historische Klasse, N. F. 2: Studien zu Papstgeschichte und Papsturkunden), S. 77108; Dies., Handlungsspielräume – Handlungsinitiativen. Aspekte der päpstlichen Legatenpolitik im 12. Jahrhundert, in: Drossbach, Schmidt (Hg.), Netzwerk (wie Anm. 4), S. 6392; Claudia Zey, Zum päpstlichen Legatenwesen im 12. Jahrhundert. Der Einfluss von eigener Legationspraxis auf die Legatenpolitik der Päpste am Beispiel Paschalis’ II., Lucius’ II. und Hadrians IV., in: Ernst-Dieter Hehl, Heike Ringel, Hubertus Seibert (Hg.), Das Papsttum in der Welt des 12. Jahrhunderts, Stuttgart 2002 (Mittelalterforschungen, 6), S. 243262; Stefan Weiß, Die Urkunden der päpstlichen Legaten von Leo IX. bis Coelestin III. 10491198, Köln 1995; Ders., Die Legatenurkunden des 11. und 12. Jahrhunderts zwischen Papst- und Herrscherurkunde, in: Peter Herde, Hermann Jakobs (Hg.), Papsturkunde und europäisches Urkundenwesen, Köln 1999 (Archiv für Diplomatik, Beihefte 7), S. 6785; Werner Maleczek, Die Siegel der Kardinäle. Von den Anfängen bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 112 (2004), S. 177203.

14 Zur Darstellung sozialer Netzwerke, religiöser Befindlichkeiten und kultureller Leistungen siehe auch: Génèse et débuts du Grand Schisme d’Occident, Paris 1980

15 Es sind unfassende Predigtkorpora von Jacques de Vitry (11601240), Stephen Langton (11601228), Eudes de Chȃteauroux (11901237) und Hugo von Saint-Cher (1190–1263) überliefert. Allerdings wurden diese von der Forschung noch nicht systematisch aufgearbeitet. Es liegen jedoch Arbeiten über Kardinalspredigten für den späteren Zeitraum – das avignonesische Papsttum – vor, wie zum Beispiel: Ralf Lützelschwab, Flectat cardinales ad velle suum? Clemens VI. und sein Kardinalskolleg. Ein Beitrag zur kurialen Politik in der Mitte des 14. Jahrhunderts, München 2007 (Pariser Historische Studien, 80); vgl. hierzu auch: Jürgen Dendorfer, Ralf Lützelschwab (Hg.), Geschichte des Kardinalats im Mittelalter, Stuttgart 2011 (Päpste und Papsttum, 39), hier bes. S. 37.

16 Briefe sind vor allem für die Zeit am Ende meines Untersuchungszeitraumes erhalten. So sind zum Beispiel die im Original erhaltenen Briefe von Kardinälen, die im Kapitelarchiv von Sant’Ambrogio in Mailand aufbewahrt werden, zu beachten, vgl. hierzu: Walter Wache, Eine Sammlung von Originalbriefen des 12. Jahrhunderts im Kapitelarchiv von Sant’Ambrogio in Mailand, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 50 (1936), S. 261333; Weiß, Die Urkunden (wie Anm. 13), S. 149151.

17 Dendorfer, Lützelschwab (Hg.),Geschichte des Kardinalats (wie Anm. 15).

18 Knut Görich, Die Ehre Friedrich Barbarossas. Kommunikation, Konflikt und politisches Handeln im 12. Jahrhundert, Darmstadt 2001.

19 Gerd Althoff, Die Macht der Rituale. Symbolik und Herrschaft im Mittelalter, Darmstadt 2003; vgl. zu Formen nonverbaler Kommunikation auch: Gerd Althoff (Hg.), Zeichen, Rituale, Werte. Internationales Kolloquium des Sonderforschungsbereichs 496 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Münster 2004.

20 Gerd Althoff (Hg.), Formen und Funktionen öffentlicher Kommunikation im Mittelalter, Stuttgart 2001.

21 Vgl. hierzu auch den Sammelband: Björn Reich, Frank Rexroth, Matthias Roick (Hg.), Wissen maßgeschneidert. Expertenkulturen im Europa der Vormoderne, München 2012 (Historische Zeitschrift, Beihefte Neue Folge 57).

22 Werner Maleczek, Papst und Kardinalskollegium von 1191 bis 1216. Die Kardinäle unter Coelestin III. und Innozenz III, Wien 1984.

23 Vgl. die Publikationen von Claudia Zey in Anm. 13.

24 Louis Duchesne (Hg.), Le Liber pontificalis 1. Texte, introduction et commentaire, Paris 1886.

25 Ulrich Nersinger, Liturgien und Zeremonien am päpstlichen Hof, Bd. 1, Bonn 2010, hier besonders S. 20; Claudia Zey, Entstehung und erste Konsolidierung. Das Kardinalskollegium zwischen 1049 und 1143, in: Dendorfer, Lützelschwab (Hg.), Geschichte des Kardinalats (wie Anm. 15), S. 6394, hier besonders S. 6365; Petrus Canisius van Lierde, André Giraud, Das Kardinalskollegium, Aschaffenburg 1965 (Der Christ in der Welt. Eine Enzyklopädie XII., Bau und Gefüge der Kirche, 3), hier besonders S. 79; Klaus Ganzer, Der ekklesiologische Standort des Kardinalskollegiums in seinem Wandel – Aufstieg und Niedergang einer kirchlichen Institution, in: Römische Quartalsschrift für christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte 88 (1993), S. 114133.

26 Zey, Entstehung (wie Anm. 25), S. 6365; van Lierde, Giraud, Das Kardinalskollegium (wie Anm. 25), S. 912; Ganzer, Die Entwicklung (wie Anm. 8), S. 6.

27 Zur vehementen Durchsetzung der papalen Leitungsansprüche siehe: Jochen Johrendt, Harald Müller, Zentrum und Peripherie. Prozesse des Austausches, der Durchdringung und der Zentralisierung der lateinischen Kirche im Hochmittelalter, in: Jochen Johrendt, Harald Müller (Hg.), Römisches Zentrum und kirchliche Peripherie. Das universale Papsttum als Bezugspunkt der Kirchen von den Reformpäpsten bis zu Innozenz III., Berlin 2008 (Neue Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Philologisch-historische Klasse. N. F. 2), S. 110, hier S. 25.

28 Bernhard Schimmelpfennig, Das Papsttum. Von der Antike bis zur Renaissance, Darmstadt 41996, S. 148; Thomas Frenz, Das Papsttum im Mittelalter, Köln 2010, S. 29; Klaus Herbers, Geschichte des Papsttums im Mittelalter, Darmstadt 2011, S. 123f.; Ganzer, Der ekklesiologische Standort (wie Anm. 25), S. 116.

29 Klaus Ganzer, Das römische Kardinalskollegium, in: Giancarlo Andenna (Hg.), Le instituzioni ecclesiastiche della »societas christiana« dei secoli XIXII. Papato, cardinalato ed episcopato. Atti della quinta settimana internazionale di studio Mendola, 2631 agosto 1971, Mailand 1974, S. 153181, hier S. 156158; Harald Zimmermann, Das Papsttum im Mittelalter, Eine Papstgeschichte im Spiegel der Historiographie. Mit einem Verzeichnis der Päpste vom 4. bis zum 15. Jahrhundert, Stuttgart 1981, S. 107.

30 Schimmelpfennig, Das Papsttum (wie Anm. 28), S. 157160.

31 Werner Maleczek, Die Kardinäle von 1143 bis 1216. Exklusive Papstwähler und erste Agenten der päpstlichen plenitudo potestatis, in: Dendorfer, Lützelschwab (Hg.), Geschichte des Kardinalats (wie Anm. 15), S. 95154, hier S. 127f.; Werner Maleczek, Zwischen lokaler Verankerung und universalem Horizont. Das Kardinalskollegium unter Innozenz III., in: Andrea Sommerlechner (Hg.), Innozenzo III. Urbs et Orbis. Atti del congresso internazionale Roma, 915 settembre 1998, 2, Rom 2003 (Miscellenea della Società Romana di storia patria, 44), S. 102129, hier S. 113116; Elfriede Kartusch, Das Kardinalskollegium in der Zeit von 11811227. Ein Beitrag zur Geschichte des Kardinalats im Mittelalter, Wien 1949, hier besonders S. 47.

32 Maleczek, Die Kardinäle von 1143 bis 1216 (wie Anm. 31), S. 102.

33 Thomas Frenz, Papst Innozenz III. – Weichensteller der Geschichte Europas? (Einführung), in: Thomas Frenz (Hg.), Papst Innozenz III. Weichensteller der Geschichte Europas. Interdisziplinäre Ringvorlesung an der Universität Passau, Stuttgart 2000, S. 720, hier S. 10.

34 Einen kleinen Überblick über edierte Papsturkunden, der freilich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, liefert: Julius von Pflug-Hartung (Hg.), Acta pontificum Romanorum inedita, Bd. 2: Urkunden der Päpste vom Jahre c. 97 bis zum Jahre 1197, Tübingen 1884; Katrin Baaken, Ulrich Schmidt (Bearb.), Johann Friedrich Böhmer, Regesta imperii IV: Lothar III. und ältere Staufer (11251197), 4. Abt: Papstregesten, 2 Bde., Berlin 2003/2006; Albert Brackmann (Bearb.), Germania Pontificia, Bd. I: Provincia Salisburgensis et episcopatus Tridentinus, Berlin 1911; Jacques-Paul Migne (Hg.), Gregorii Papae epistolae et privilegia, in: Patrologia latina 202, Paris 1855, S. 15371564; Paul Fridolin Kehr (Bearb.), Italia Pontificia, Bd. 1: Roma, Berlin 1906; Paul Fridolin Kehr (Bearb.), Papsturkunden in Campanien, Berlin 1900 (Nachrichten der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-historische Klasse, 3), S. 286344 (ND als: Paul Friedolin Kehr (Bearb.), Papsturkunden in Italien, 2, Vatikanstadt 1977); Dietrich Lohrmann (Bearb.), Papsturkunden in Frankreich, Neue Folge 7: Nördliche Île-de-France und Vermandois, Berlin 1976 (Abhandlungen der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-historische Klasse, 3,95).

35 Das wichtigste Werk für den genannten Untersuchungszeitrum ist Weiß, Die Urkunden (wie Anm. 13).

36 Franz Josef Schmale (Hg.), Otto von Freising – Rahewin, Gesta Friderici Imperatoris, Darmstadt 1965 (Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, 17).

37 Robert B. C. Huygens (Hg.), Wilhelm von Tyrus, Chronicon, 2 Bde., Turnhout 1986 (Corpus Christianorum Continuatio Medievalis, 63/63A).

38 Edierte liturgische Quellen lassen sich z.B. finden bei: Michel Andrieu (Hg.), Les »Ordines Romani« du haut Moyen Âge, 5 Bde, Vatikanstadt 1931–1961; Ders. (Hg.), Le Pontifical romain au Moyen Âge, 4 Bde., Vatikanstadt 1938–1941; Bernhard Schimmelpfennig, Die Zeremonienbücher der römischen Kurie im Mittelalter, Tübingen 1973. Die Papstwahlen stehen im Mittelpunkt der Abhandlungen von: Richard Zöpffel, Die Papstwahlen und die mit ihnen im nächsten Zusammenhang stehenden Ceremonien in ihrer Entwicklung vom 11. bis zum 14. Jahrhundert, Göttingen 1872; Eduard Eichmann, Weihe und Krönung des Papstes im Mittelalter, München 1951; Klemens Richter, Die Ordination des Bischofs von Rom. Eine Untersuchung zur Weiheliturgie, Münster 1976; Nikolaus Gussone, Thron und Inthronisation des Papstes von den Anfängen bis zum 12. Jahrhundert. Zur Beziehung zwischen Herrschaftszeichen und bildhaften Begriffen, Recht und Liturgie im christlichen Verständnis von Wort und Wirklichkeit, Bonn 1978.

39 Einige Beispiele für Briefsammlungen: Frank Barlow (Hg.), The Letters of Arnulf of Lisieux (Camden, third series, 61), London 1939; W.J. Millor (Hg.), The Letters of John of Salisbury, 2 Bde., Oxford 1955/1979; Julian Haseldine (Hg.), The Letters of Peter of Celle, Oxford 2001; Kurt Reindel (Hg.), Petrus Damiani, Briefe: Die Briefe des Petrus Damiani, 4 Bde., München 1983–1993 (MGH, Briefe der deutschen Kaiserzeit, 4, 1–4); Philipp Jaffé (Hg.), Wibald von Stablo, Epistolae, in: Monumenta Corbeiensia, Berlin 1864 (Bibliotheca rerum germanicarum, 1), S. 76–616.

40 Eine allgemeine Definition des Begriffes »Expertise« findet sich in mehreren Lexika, wie z.B.: Brockhaus Enzyklopädie, Bd. 5, Göttingen 171968, Sp. 378; mit einer näheren Begriffsbestimmung hat sich das Göttinger Graduiertenkolleg auseinandergesetzt. Dieses beschäftigt sich mit Expertenkulturen des 12. bis 16. Jahrhunderts.

41 Frank Rexroth, Systemvertrauen und Expertenskepsis. Die Utopie vom maßgeschneiderten Wissen in den Kulturen des 12. bis 16. Jahrhunderts, in: Reich, Rexroth, Roick (Hg.), Wissen maßgeschneidert (wie Anm. 21), S. 22.

42 Görich, Die Ehre (wie Anm. 18), S. 2.

43 Ibid, S. 5f.

44 Althoff, Die Macht (wie Anm. 19), S. 14.

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Viktoria Trenkle
Expertise und Ehre
Kardinäle im hohen Mittelalter (1049–1206). Ein Werkstattbericht
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Kardinalat Papsttum Kirchengeschichte cardinalat papauté histoire de l’Église
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V. Trenkle: Expertise und Ehre
In: Formen mittelalterlicher Kommunikation. Sommeruniversität des DHIP, 7.–10. Juli 2013/Formes de la communication au Moyen Âge. Université d’été de l’IHA, 7–10 juillet 2013, hg. von/dir. par Ralf Lützelschwab (discussions 11).
URL: http://www.perspectivia.net/publikationen/discussions/11-2015/trenkle_expertise
Veröffentlicht am: 05.10.2015 11:42
Zugriff vom: 19.09.2017 15:22
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