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    A. G. Kistner: Das Legatenwesen unter Innozenz VI.

    discussions 11 (2015)

    Andreas G. Kistner

    Das Legatenwesen unter Innozenz VI.

    Abstract:

    Vor dem Hintergrund der schlechten Publikationslage zu Innozenz VI. (1352–1362) wird das Legatenwesen dieses Papstes ersten Untersuchungen unterzogen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich Kriterien benennen lassen, auf deren Grundlage Personen für eine Legation ausgewählt wurden. Darauf folgt ein kurzer Blick auf die Vollmachten, über die die Kardinallegaten verfügen konnten, und auf das Wirken der Legaten in ihren Zielgebieten, wobei besonders der Frage nach der Handlungsfreiheit des Legaten Aegidius Albornoz bei der Veröffentlichung der Aegidianischen Konstitutionen nachgegangen wird. Abgeschlossen wird diese Projektskizze von Überlegungen zur Finanzierung und Beeinflussung der Gesandtschaften und Querverbindungen zwischen diesen.

    Résumé:

    Vu l’état insatisfaisant des publications sur Innocent VI (1352-1362), la politique légatine du pape va être soumise à une première analyse. La question est alors posée de savoir selon quels critères et d'après quels fondements la bonne personne peut être choisie pour une légation; en conséquence, un aperçu sur les procurations dont les cardinaux légats peuvent disposer va être exposé. Un aperçu sur l’influence des légats dans leurs domaines d’action va être tenté, où la question de la liberté d’action du légat Gilles Albornoz dans la publication des constitutions aégidiniennes sera spécialement étudiée. Cet essai se conclura sur les conditions de financement et l’influence des légations et sur les relations transversales entre eux.

    Einführung

    <1>

    Innozenz VI. entsandte nur zwei Legaten – ausweislich der derzeitigen Registerpublikation. Man sieht schon daran, dass Innozenz VI. hier nur als ein Fallbeispiel gewählt werden kann, ein Dissertationsprojekt aber deutlich darüber hinaus greifen müsste.

    <2>

    Die zwei Kardinallegaten, die Innozenz – erneut: ausweislich des derzeitigen Standes der Registerpublikation – entsandte, waren Guillaume de la Jugié, quellentechnisch schlecht erschlossen, und die vielleicht schillerndste Legatengestalt des 14. Jahrhunderts, Aegidius Albornoz, der fast schon als literarisch ›übererschlossen‹ bezeichnet werden könnte. Mit dem Letzten beginnend und aus rein praktischen Gründen den Schwerpunkt auf ihn legend, sollen kleine Schlaglichter, die im Zuge der kommenden Monate und hoffentlich nicht allzu vielen Jahre zu Scheinwerfern ausgebaut werden, auf das Legatenwesen des 14. Jahrhunderts geworfen werden. Hier wird also zunächst Altbekanntes über Albornoz berichtet, um so ein paar weiterführende Fragen das Gesamtkonstrukt »Legat in der Avignoneser Epoche« betreffend unterbreiten zu können. Dabei möchte ich in etwa dem Ablauf einer Legation folgen, also nacheinander folgende Punkte anschneiden: 1. Legatenauswahl; 2. Das Wirken vor Ort; 3. Querverbindungen; 4. Zusammenfassung.

    Legatenauswahl

    <3>

    Wie wird man Legat? Die bekannte Schilderung des sogenannten Ordo Romanus XIV über die Konsultationen im Konsistorium und den Ablauf der verschiedenen Besuche sei hier nicht rekapituliert1. Wie kommt man zur Auswahl einer speziellen Person? In den Collationes Clemens’ VI., also niedergeschriebenen Predigten, die Ralf Lützelschwab bearbeitet hat, werden verschiedentlich benötigte Charaktereigenschaften hervorgehoben. Darunter »prudentia et discretio«, »sapientia et consideratio«, energisches Auftreten, »prudentia«, »labor« und »diligentia« oder auch Durchsetzungsvermögen. In einer Collatio geht Clemens VI. ausdrücklich auf die Frage »Was zeichnet einen guten Legaten aus?« ein. Er beantwortet dies mit »Reinheit«, »Unbestechlichkeit«, »Heiligkeit, Predigt und heiliger Ermahnung«, ebenso wie »Handeln in Treue und Demut«, »Aufrichtigkeit und Hingabe«2. Diese Begrifflichkeiten machen sich sehr gut in Predigten, sind für Legaten vielleicht im besten Wortsinne topisch. Aber könnte es auch Auswahlkriterien gegeben haben, die über die erforderlichen Charaktereigenschaften hinausgingen? Schauen wir uns kurz das Beispiel Albornoz an. Es war bekanntermaßen nicht der erste Versuch, einen Legaten mit einem ›robusten‹ Mandat, wie es heute wohl hieße, auszustatten, um so die Ordnung in Italien in päpstlichem Sinne wiederherzustellen. Unter Johannes XXII. wurden 1319 Bertrand du Poujet und 1326 Giangaetano Orsini entsandt. Bei Bertrand du Poujet, so wurde festgehalten, kam eine recht starke Xenophobie gerade gegenüber französischen Funktionsträgern der Kurie in Italien zum Tragen. Diese war im Verbund mit seiner schroffen Art und harten Handlungen für das Scheitern seiner Friedensmission verantwortlich. Blake Beattie hat darüber spekuliert, dass Giangaetano Orsini als Römer gerade deshalb entsandt worden sein könnte, weil er den ›Makel‹ des Französischen nicht trug, ortskundig war und auf lokale Kontakte zurückgreifen konnte – alles Eigenschaften, über die Bertrand du Poujet nicht verfügte. Mit Blick auf Albornoz führt ebenfalls Blake Beattie aus, dass er eben nicht aus Italien gekommen sei – also frei war von Verstrickungen in die dortigen Ränke – und wenn auch Fremder, so doch frei vom »gallischen« Makel gewesen sei3. Sophia Menache betont in ihrer Monographie über mittelalterliche Kommunikation, dass der Erfolg einer Legation wesentlich davon abhing, dass die Person in partibus für alle Parteien akzeptabel war4. Man kann ihr nur zustimmen. Gab es noch weitere Kriterien? Die juristische Bildung, seine Vertrautheit mit dem Verwaltungswesen und auch seine in Spanien beim Kampf zur Rückgewinnung der muslimisch beherrschten Teile erworbenen militärischen Kenntnisse sprachen für ihn5. Doch ruft man sich die Bildungskarriere des durchschnittlichen Kardinals der Zeit in Erinnerung, so ist die juristische Bildung gewiss kein Alleinstellungsmerkmal des Aegidius Albornoz.

    <4>

    Was sprach aber beispielsweise für Élie Talleyrand de Périgord, als er zum Legaten in Frankreich ernannt wurde? Im Rahmen der Vermittlungsaufgabe zwischen dem französischen und dem englischen König wäre er allein sicherlich wenig geeignet gewesen: Seine Verbindung zum französischen Königshaus machte ihn den Engländern in einem Maße suspekt, dass verschiedentlich seine Initiativen allein aus diesem Grunde kurz vor dem Scheitern standen. Ihm wurde mit Niccolò Capocci ein Ausgleich an die Seite gestellt6.

    <5>

    Könnte Pfründenbesitz im Legationsgebiet ein Argument gewesen sein? Sicher: Die Vertretung der eigenen Interessen in der jeweiligen Region sorgte zwar für Kontakte und eröffnete Kommunikationskanäle zu einflussreichen Persönlichkeiten, gleichzeitig sollten die Kardinäle an der päpstlichen Kurie jedoch als Sachwalter der Könige derjenigen Reiche wirken, in denen sie bepfründet waren7. Der Vorgänger von Innozenz VI. hat Eduard III. darauf hingewiesen und Guillaume de la Jugié, in Kastilien bepfründet, scheint so gehandelt zu haben8. Sollte die Bepfründung also eine positive Rahmenbedingung gewesen sein? Für Guillaume de la Jugié kommt José Zunzunegui zu dem Schluss, dass »niemand unter den Kardinälen unter diesen Umständen besser geeignet gewesen sei, als der Neffe Clemens’ VI., um sich die Last der Legation in Kastilien auf die Schultern zu laden«9. Andererseits: Bei dem weit gestreuten Pfründenbesitz, den manch ein Kardinal vorweisen konnte, war es nahezu unmöglich, jemanden in eine Region zu entsenden, in der er über keinerlei Pfründen verfügte. Daher wäre es im Einzelfall zu untersuchen, ob regelmäßig Personen in Regionen entsandt wurden, wo sie über Kontakte verfügten, die sie nutzbar machen konnten. Im Hinblick auf Talleyrand und England ist das Argument nicht schlagkräftig, da in diesem Fall der Pfründenbesitz des Kardinals auf der Insel eher zur Antipathie vor Beginn der Mission geführt hatte10.

    <6>

    Schwierigkeiten bei dem Versuch, Kriterien zu benennen, die spezielle Kardinäle zu Legaten in einer bestimmten Region qualifizieren, liegen auf der Hand, muss doch stets damit gerechnet werden, dass die Bewertung bestimmter Charakteristika seitens des päpstlichen Auftraggebers sich gewandelt oder manches sich schlicht als Fehlentscheidung herausgestellt haben kann. Da derlei nicht in Rankingbögen einer Personalabteilung festgehalten wurde, steht man also vor der Gefahr des beliebigen Fischens im Trüben und einer willkürlichen Identifizierung von Kriterien, die für eine bestimmte Person gesprochen haben könnten.

    <7>

    Die Bekleidung kurialer Spitzenpositionen schützte nicht vor der Beauftragung mit einer Legation, zumindest necessitate cogente, wenn aufgrund von Alter oder Krankheit andere Kardinäle nicht zur Verfügung standen. In der Pönitentiarie, dem Kuriengericht oder der kurialen Verwaltungsstelle für Sündennachlässe und Absolutionen, wurde beispielsweise deren Leiter Albornoz vertreten11. Einzig die Leitung der Kanzlei, seit dem Pontifikat Johannes’ XXII. wieder von einem Kardinal wahrgenommen, scheint nicht von Legationsaufträgen betroffen gewesen zu sein. Aber hier steht noch eine genauere Durchsicht an.

    <8>

    Vor Verlassen der Kurie wurden die Rahmenbedingungen festgelegt, innerhalb derer sich die Gesandten bewegen konnten. Gil Álvarez de Albornoz wurde am 30. Juni 1353 zum Kardinallegaten und Generalvikar für den Kirchenstaat ernannt und mit der vielleicht umfangreichsten Sammlung von Sondervollmachten des 14. Jahrhunderts, Fakultäten genannt, ausgestattet. Diese Fakultäten umfassten Berechtigungen, vom Makel der Geburt zu dispensieren, bestimmte Personengruppen zu absolvieren, Notare zu kreieren, bestimmte Benefizien zu vergeben, gegebenenfalls auch die Berechtigung, weltliche wie geistliche Würdenträger ihrer Ämter zu entheben12. Blake Beattie betont die umfangreiche Ausstattung mit Sondervollmachten des Orsini-Legaten 1326, der in dieser Hinsicht ein Vorläufer Albornoz’ war, doch nehmen sich seine 41 Fakultäten gegenüber den 80 des spanischen Legaten eher bescheiden aus13. Innozenz VI. könnte mehrfach sehr freigebig gewesen sein, und tatsächlich deckt sich diese Vermutung mit der Beobachtung Pierre Jugies, dass große Legationen so gut wie immer mit etwa 60, teils auch mehr Fakultäten ausgestattet wurden14: Zunzunegui zählt für Guillaume de la Jugié ebenfalls mehr als 60 Vollmachten, die zu einem späteren Zeitpunkt, als seine Aufgaben modifiziert wurden, noch ausgeweitet wurden15. Stefan Weiß geht für Albornoz davon aus, dass die Fakultäten gleichsam Reskripte waren und er weitgehenden Einfluss auf die Ausgestaltung dieser Fakultäten hatte. Birgit Studt sieht dies für das gesamte Spätmittelalter noch offener, wenn sie auch vor allem das 15. Jahrhundert im Blick hatte16. Überdies hat Weiß unter Verweis auf Robert Charles Figueira bereits darauf hingewiesen, dass die Hochphase des Legatenwesens unter dem Aspekt der Befugnisse, die mit der bloßen Ernennung übertragen wurden, bis in das frühe 13. Jahrhundert dauerte. Später habe die Zahl der Reservatrechte des Papstes derart zugenommen, dass für eine vergleichbare Ausstattung eines Legaten immer mehr Sondervollmachten nötig waren17.

    <9>

    Bisher wurden hier gerade einmal zwei Kardinäle vorgestellt, die als legati a latere entsandt wurden – Aegidius Albornoz und Guillaume de la Jugié. Doch müssen weitere zwei Kardinallegaten Beachtung finden: Élie Talleyrand de Périgord und Niccolò Capocci. Ralf Lützelschwab hat für Clemens VI. beobachtet, dass die Unterscheidung zwischen legati a latere und Nuntien vor allem eine akademische war. Die Ausgestaltung bzw. der Charakter einer päpstlichen Gesandtschaft aus Kardinälen hing weitgehend von den Fakultäten ab18. Hier wäre noch zu überprüfen, ob das für Innozenz VI. im gleichen Maße gilt. Dazu nur ein kleines Aperçu: Norman Peter Zacour geht in seiner Studie über Élie Talleyrand de Périgord davon aus, dass Talleyrand und Cappocci als formale Nuntien das Zeremoniell von Legaten durchlaufen hatten19.

    Das Wirken vor Ort

    <10>

    Kommen wir nun zum Wirken der Legaten in ihren Zielgebieten, behandelt vor allem am Beispiel von Kardinal Albornoz. Besonders hervorgehoben hinsichtlich der Handlungsfreiheit Albornoz’ sei die Publikation der »Constitutiones Aegidianae«, die zum grundlegenden Gesetzeswerk des Kirchenstaates bis 1816 werden sollten.

    <11>

    Kurz und stark vereinfachend war Italien ein Spielfeld freier Kräfte, der Kriegszustand fast allgemein20. Schon wegen der räumlichen Entfernung des Papstes, des Herrschers über den Kirchenstaat, entstanden größere Spielräume für lokale Potentaten, ihre eigene Herrschaft zu errichten. Die Befriedung war eine Voraussetzung für die Rückkehr der Kurie nach Italien. Frühere Versuche, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, waren gescheitert, doch hatte Johannes XXII. mit der Entsendung von Bertrand du Poujet und Giangaetano Orsini Maßstäbe gesetzt. Insbesondere Ersterer war militärisch sehr aktiv. Es sollte dann aber bis zum Pontifikat Innozenz’ VI. dauern, bevor erneut an eine solche Politik angeknüpft werden konnte.

    <12>

    Im Spätsommer 1353 traf Albornoz militärisch zunächst völlig unzureichend ausgestattet in Italien ein und bemühte sich erst einmal um Unterstützung. Erst danach ging er an die Umsetzung seiner Ziele. Nach zwar wechselvollen, aber insgesamt doch recht erfolgreichen dreieinhalb Jahren standen weite Teile des Kirchenstaates wieder unter der auch faktischen Oberherrschaft der Kirche.

    <13>

    Die Publikation der »Constitutiones Aegidianae« zu Fano Ende April/Anfang Mai 1357 kennzeichnet, so die Communis Opinio21, einen Augenblick des Umbruchs in der päpstlichen Italienpolitik. Dieser Umschwung sei von der Befürchtung, einer offenen Auseinandersetzung mit den Visconti entgegenzugehen, maßgeblich befördert worden. Diese waren der größte Machtfaktor Oberitaliens und um eine Ausweitung ihrer Territorien zu Lasten des Kirchenstaates bemüht. Zusätzlich beabsichtigten bestimmte Kreise der Kurie nach der Niederlage des französischen Heeres bei Poitiers 1356 eine Verschiebung der Prioritäten in Richtung Frankreich. Wirkte sich hier die Herkunft der Kardinäle aus? Die Kurie hatte mittlerweile recht feste Wurzeln an der Rhône geschlagen und Rückkehrpläne des Papstes dürften wohl nicht auf das Wohlwollen der Kardinäle gestoßen sein. Eines der kardinalizischen ›Schwergewichte‹, Élie Talleyrand de Périgord, war für seine große Nähe zum französischen Königshaus bekannt22.

    <14>

    Mit dem Umbruch einher ging die Abberufung Albornoz’ und seine Ersetzung durch den Abt von Cluny, Androin de la Roche, formal ein einfacher Legat, da er zu diesem Zeitpunkt noch kein Kardinal war. In der eben beschriebenen Lesart wäre dieser der Exekutor einer neuen low profile-Politik in Italien gewesen. Das anstehende Ende der Legation habe zu der eigentlich vorzeitigen Veröffentlichung der Konstitutionen geführt. Die Einberufung des Parlamentes zu Fano sei deshalb mehr oder weniger Hals über Kopf geschehen – ohne Nennung von Ort und Datum, geschweige denn des Gegenstandes. So habe man zumindest in Orvieto eher an eine Versammlung, die allgemein der Verwirklichung des Friedens gewidmet sein sollte, gedacht. Parallel dazu begann Androin de la Roche auf Anweisung von Papst und Konsistorium in Mailand und Bologna eine Politik, die derjenigen Albornoz’ strikt entgegenlief. Trotz seiner bevorstehenden Abberufung an die Kurie wollte Albornoz noch rasch sicherstellen, dass sein Nachfolger vor vollendete Tatsachen gestellt würde, um diesen dadurch auf seine eigene Politik festzulegen. Wie in der Literatur angedeutet wird, hat Albornoz gekränkt selbst um seine Abberufung gebeten, die ihm nach päpstlichem Willen so lange verwehrt bleiben sollte, bis sein Nachfolger eine direkte Unterweisung über die Lage erhalten habe. Albornoz schrieb etwa Mitte April nach Avignon, dass er, da sein Nachfolger nun bei ihm angekommen sei, gedenke, noch im Mai in Avignon anzukommen, was bedeutete, unmittelbar nach dem Parlament von Fano aufzubrechen23. Somit hätte der Beauftragte selbst festgelegt, wann seine Beauftragung endet, wozu er ausweislich seiner Fakultäten nicht berechtigt gewesen ist.

    <15>

    Der Papst scheint erst im letzten Moment von der Versammlung erfahren zu haben, auf der letztlich in seinem Namen ein Gesetzeswerk für sein Herrschaftsgebiet erlassen werden sollte. Der Herrscher des Kirchenstaates spielt in den Konstitutionen keine große Rolle: ohne jeden Zweifel ist es sein Legat, der das Gesetzeswerk erlässt24. Dieser Versammlung scheint Innozenz zudem keine größere Bedeutung beigemessen zu haben25. Albornoz versuchte, nicht nur seinen hinsichtlich der Stellung in der Kirchenhierarchie und Rechtsstellung im Gefüge päpstlicher Gesandter niedriger stehenden Nachfolger, sondern auch den Auftraggeber selbst vor vollendete Tatsache zu stellen. Die Aufgabe, als »Stimme des Papstes« zu fungieren, wäre hier also nur teilweise erfüllt worden. Die auf Birgit Studt zurückgehende Überlegung, dass das Ausmaß eigenständigen Wirkens der Legaten im Rahmen der päpstlichen Politik noch nicht völlig klar ersichtlich ist, gilt auch für Albornoz26.

    <16>

    Die Finanzierung von Legationen gehört zu den innerhalb der Forschung immer wieder behandelten Fragen. Für die Italienlegationen des spanischen Kardinals wurden weite Teile der Kirche zur Finanzierung herangezogen – und nicht nur die prokurationspflichtigen Personen bzw. Institutionen innerhalb der Legationsprovinzen: Die Erzbischöfe von Mainz und Köln27 sahen sich ebenso zu Beiträgen aufgefordert wie die Bischöfe von Gurk oder Osimo, Senigallia und andere. Letztere wurden 1359 wegen der nicht erfolgten Zahlung gar exkommuniziert28. Doch gab es auch auf niedrigerer Ebene immer wieder Schwierigkeiten, die benötigten Beträge einzutreiben. Der zweite zu Beginn erwähnte Protagonist, Guillaume de la Jugié, wurde Gegenstand eines Schreibens des kastilischen Königs Peter I. an Innozenz, in dem er darum bat, die Entsendung des Legaten, wenn möglich, zu widerrufen: der Krieg sei ja nun schon fast vorbei, mithin ein Grund für die Legation entfallen, vor allem aber seien die Kirchen der ihm unterstehenden Reiche infolge des Bürgerkrieges so sehr in ihren Einnahmen gemindert29, dass sie – so die implizite Schlussfolgerung, da man hier auf die päpstliche Antwort zurückgreifen muss – einen Legaten im Kardinalsrang nicht auch noch finanzieren könnten. Oder sollte dies nur ein Vorwand gewesen sein? Clara Estow führt aus, dass die Expansionsbestrebungen Peters recht erfolgreich begonnen hätten und es nur dem Erscheinen des Legaten geschuldet sei, dass ein Waffenstillstand geschlossen werden konnte, der den ob der militärischen Stärke Peters von Kastilien überraschten Peter von Aragón vor größeren territorialen Verlusten bewahrt habe30. Der Verweis auf die finanziellen Nöte mochte also auch ein Versuch sein, einen bekannten Sachverhalt, nämlich die finanziellen Verpflichtungen prokurationspflichtiger Institutionen gegenüber einem kostspieligen Gast, auszunutzen, um eine unerwünschte Einmischung zu verhindern31. Damit wäre der Punkt der Beeinflussungsversuche angesprochen, der weiter unten noch einmal aufgegriffen werden soll.

    <17>

    Finanzielle Gründe können für die Nichtentsendung eines Legaten im Kardinalsrang verantwortlich gewesen sein. Karl IV. wollte durchaus die Kaiserkrone erlangen, die für gewöhnlich, im Falle der Abwesenheit des Papstes, von drei Kardinälen in feierlicher Zeremonie verliehen wurde. Einer hätte auf eigene Kosten reisen sollen, die beiden anderen auf Kosten der Kirche. An der Kurie war man unwillig, sich diese finanziellen Lasten aufzubürden32. Karl, so die Einschätzung der Kurie, konnte man wegen seiner Armut nicht für den aufwendigen Unterhalt von zwei Kardinälen heranziehen. Der Vollständigkeit halber sei angefügt, dass man als entsandter Nuntius, nicht jedoch als Legat, weiterhin Einkünfte aus der Kammer des Kardinalskollegs bezog33.

    <18>

    Ein anderer für die Thematik relevanter Bereich ist die Benefizienvergabe durch Legaten. Bekanntermaßen erhalten Legaten, aber auch Nuntien, die Befugnis, bereits vakante bzw. zukünftig vakant werdende Benefizien zu vergeben – teils mit einer numerischen Obergrenze, teils mit einer Ertragsobergrenze. Diese Befugnisse, so eine Vermutung von Birgit Studt, wurden vor allem dazu genutzt, das eigene Gefolge zu sichern34. Es ist bekannt, dass man seine Anliegen gerne einem in der Region anwesenden päpstlichen Gesandten vorlegte, anstatt an die Zentrale zu reisen35. Nun mag die im Rahmen der Reskripttheorie vertretene Meinung, dass sich das Wirken des Papstes und seiner Stellvertreter vor Ort weitgehend darauf reduziert hat, Suppliken zu bewilligen, zu weit gehen, doch war es gewiss kein unwesentlicher Bestandteil legatorischer Tätigkeiten. Verständlicherweise galten die Fakultäten, also auch diejenigen, die die Kollation von Benefizien gestatteten, lediglich für die Dauer der Legation. Was geschah also, wenn man zwar eine Expektanz erworben hatte, diese aber vor der Abreise des ausstellenden Legaten nicht mehr erfolgreich einlösen konnte? Pierre Jugie verweist darauf, dass die Möglichkeit bestand, sich dann eben doch an die Zentrale zu wenden, um dort eine Verlängerung der Expektanz mittels der fiktiven Begründung, die Legation dauere noch länger, zu erwirken. Die vom Legaten vorgenommenen Kollationen konnten vom Papst freilich auch widerrufen werden36.

    <19>

    Im Falle der Legaten Innozenz’ VI. lassen sich hierzu erneut aus dem Wirken Albornoz’ ein paar kleinere Beispiele anführen. Am 2. September 1358 wurde über die Kollation und Provision des Konventspriorats von St. Nikolaus in Versiliano in der Diözese von Perugia, die der »Sedis Apostolice legatus« zu Gunsten des Mönches Andreas Philippi vorgenommen hatte, entschieden: »confirmatae sunt«37. In der anschließenden Ausführungsbestimmung ist dann jedoch nicht mehr die Rede vom Legaten, sondern die »beneficia suprascripta« wurden als »per dominum papam« zugesprochen bezeichnet38.

    <20>

    Eine andere Supplik an den Papst erfolgte nach der vom Legaten vorgenommenen Kollation und Provision des Archipresbyterats der Kollegiatkirche St. Thomas in der Diözese Cesena an Berardo von Penna, das aber lange Zeit vom »dampnatus et hereticus« Francesco degli Ordelaffi besetzt war39. Auch diese Kollation wurde bestätigt40. Wie im ersten Fall wurde auch hier in der Ausführungsbestimmung allein der Papst erwähnt. Die formale Meldung der Kollation an den Kollektor, der dann die verschiedenen Abgaben einzutreiben hatte, erfolgte prima facie von Avignon aus und nicht durch den noch bzw. wieder anwesenden Legaten. Stefan Weiß hat darauf hingewiesen, dass sowohl an den Papst direkt gerichtete Suppliken als auch Schreiben des Papstes an Empfänger in Italien zunächst dem Legaten vorgelegt wurden, der über den Zeitpunkt, eventuell sogar über die grundsätzliche Zustellung entschieden haben dürfte41. So könnte also auch das Schreiben an den Kollektor zuerst an Albornoz gegangen sein. Wir stehen also vor der Fiktion einer höchstinstanzlichen Entscheidung, über deren Umsetzung aber realiter der Beauftragte entschied.

    <21>

    Die Rechnungsbücher des spanischen Legaten in Italien sind erhalten42. Da man für die Ausfertigung einer Urkunde bezahlte, könnte so eventuell auch das Ausmaß der ›Reskripttätigkeit‹ des Legaten abgeschätzt werden, sofern man zu der Einschätzung kommt, dass die für Albornoz erzielten Ergebnisse zu verallgemeinern sind, gelten doch er und seine Kollegen, die in Personalunion Legat und Generalvikar waren, als Sonderfälle. Wie soeben angeklungen, wird man sich nur auf Umwegen einer Antwort auf diese Frage nähern können, da die eigentlichen Urkunden der Legaten nicht erhalten sind – wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

    <22>

    Eine systematische Auswertung der päpstlichen Bestätigungen oder Widerrufe und der Verlängerungen könnte Erkenntnisse über die Gültigkeit von Legatenurkunden und einige Belange der Benefizialpolitik liefern. Stefan Weiß hat gerade den Punkt der Gültigkeit bereits in seiner Dissertation bis zum Ende des 12. Jahrhunderts behandelt43. Hinsichtlich der Benefizialpolitik sollte aber die Skepsis, die u. a. Tilman Schmidt geäußert hat, zur Kenntnis genommen werden, dass von einer Benefizienpolitik kaum zu sprechen sei und die Erkenntnismöglichkeiten stark eingeschränkt seien, da für gewöhnlich eben nur positiv beschiedene Suppliken in die Register eingetragen wurden44. Pierre Jugie verweist aber für seinen Protagonisten, Kardinal Gui de Boulogne, auf einige Archivalien aus der Zeit Clemens’ VI. und auch auf publizierte Registereinträge Gregors XI., anhand derer man eine Probebohrung durchführen könnte45.

    <23>

    Das Wirken der Legaten in partibus war nicht bloß von den Richtlinien des Papstes und gegebenenfalls ihren Interessen bestimmt, sondern hatte Auswirkungen auf andere Kardinäle, die wegen familiärer oder durch Einkünfte bedingter Interessen verschiedentlich versuchten, die Legation zu beeinflussen oder ganz zu beenden. Zu anderer Gelegenheit, und hier verlassen wir kurz Innozenz VI. zugunsten seines Vorgängers Clemens VI., klagten Kardinäle, dass ihre Einkünfte durch das Wirken des Legaten Bertrand de Deux gefährdet würden46. Albornoz eröffnete einem Vertrauten, dass er um die für ihn nachteiligen Gerüchte an der Kurie sehr wohl wusste47. Ein kleines Schlaglicht auf die bekannten Parteiungen im Kardinalskolleg wirft der Dank an Élie Talleyrand de Périgord, der ihn an der Kurie verteidigt habe, »in tantum quod non plus fecisset nec facere potuisset pater suus«48. Man hat angedeutet, dass sogar entfernte Potentaten, die nicht auf den ersten Blick von der Legation betroffen waren, noch Einfluss nahmen – und sei es nur aus persönlicher Verstimmung. So habe der kastilische Hof Albornoz’ Verhalten im Zusammenhang mit außerehelichen Aktivitäten Alfons’ XI. nicht verzeihen können und Einfluss genommen. Welcher Art, darüber schweigt man sich leider aus49. Wesentlich betroffen waren die Visconti, die auf eine harte Auseinandersetzung mit Albornoz zusteuerten, weshalb sie versuchten, an der Kurie Einfluss zu nehmen – mit Erfolg. Die Abberufung 1357 und auch die geänderte Neubeauftragung 1358 sei, so Guillemain, wesentlich auf ihren Einfluss zurückzuführen50. Eine andere Lesart sei aber nicht verschwiegen: Avignon wurde just 1357 von Söldnerkompanien bedroht, und was hätte näher gelegen, als den profiliertesten Militär der Kurie zu ihrer Bekämpfung heranzuziehen? Wie schon Stefan Weiß betont hat, schließen sich beide Gründe für die Rückkehrorder nicht aus51.

    Querverbindungen

    <24>

    Es lassen sich zumindest dünne Querverbindungen zwischen den Legationen belegen. So anempfiehlt Innozenz VI. seinem Legaten nach Kastilien, Guillaume de la Jugié, die Angehörigen der familia von Kardinal Albornoz, insbesondere dessen Brüder. Guillaume möge sich bei Peter I. für diese einsetzen52. Angelegentlich dieser hat Innozenz auch an den genannten König geschrieben und darüber seinen Legaten Guillaume de la Jugié informiert53.

    <25>

    Man sieht hier also auch, wie unterschiedliche Legationen nutzbar gemacht wurden, um Probleme von Familienangehörigen durch den Papst bzw. seinen ›Klon‹ bearbeiten zu lassen. Wenn man hier im Sinne der Reskripttheorie54 nach dem Grund der päpstlichen Initiative fragt, sich in die ›Familienangelegenheiten‹ seiner Kardinalsbrüder einzuschalten, bleibt einem wohl wenig anderes übrig, als eine entsprechende Bitte seitens der Familie, vor allem Albornoz’ selbst, anzunehmen, der seinerseits auch über neue ausgehende Legationen informiert gewesen sein wird. Es sei denn, Innozenz VI. sollte in Kenntnis der Angelegenheiten seiner wichtigsten Kardinäle gleichsam motu proprio tätig geworden sein.

    <26>

    Auch seine zur Friedensstiftung zwischen den Königen von England und Frankreich entsandten Nuntien, Talleyrand und Niccolò Capocci, wurden vom Papst auf dem Laufenden gehalten: Die aktuelle Lage in Italien, inklusive der Vorgänge um Ludwig von Neapel, wurde zum Berichtsgegenstand, wie auch die Legation des Guillaume de la Jugié, über den es lakonisch heißt: »De Ispania nichil boni prorsus audivimus imo timemus quod ad curationem regis et regni provisa remedia parum aut nichil sint commodi allatura«55. Da die Schilderung der Gesamtlage ohne jegliche Formel der Nützlichkeit in deren aktueller Aufgabe angeführt wird, wäre trotz der familiären Bindungen Talleyrands an den Durazzo-Zweig der Anjou eher an einen allgemeinen Usus, alle Kardinäle samt der politisch in partibus Aktiven auf dem Laufenden zu halten, zu denken. Das nimmt angesichts der ohnehin vorhandenen Kardinalsparteiungen, die man für die Förderung seiner Interessen nutzte, kaum Wunder, aber es wäre interessant, den Umfang und vor allem die Tragweite solcher Querverbindungen zu bestimmen.

    Zusammenfassung

    <27>

    Es wurden einige Überlegungen dahingehend angestellt, welche Kriterien über die rein persönliche Disposition hinaus einen Kardinal für eine Gesandtschaft qualifizierten. Daneben wurde ein kurzer Blick auf die Fakultäten geworfen, die freilich systematisch nebeneinandergestellt werden müssten, um entscheiden zu können, in welchem Umfang der Charakter einer Mission die Vergabe von Sondervollmachten beeinflusst haben könnte. Es wurden insbesondere die Selbstständigkeit des Legaten Albornoz am Beispiel der Promulgation der »Constitutiones Aegidianae« und einige wenige Punkte im Zusammenhang mit der Finanzierung und der Kollationstätigkeit päpstlicher Gesandter betrachtet. Die symbolische Kommunikation bei der Promulgation der häufiger erwähnten Konstitutionen wäre interessant zu betrachten, doch hat sich die Chronistik zur Publikation der »Constitutiones Aegidiane« als diesbezüglich nicht ergiebig erwiesen. Der Pontifikat Innozenz’ VI. mit den zwei beschriebenen oder zumindest erwähnten Kardinalslegationen und der Nuntiengesandtschaft ist in gewisser Hinsicht modellhaft für die Schwierigkeit, eine Darstellung des avignonesischen Legatenwesens zu schreiben: Die »Summi Pontifices« selbst sind noch nicht alle (nennenswert) monographisch aufgearbeitet worden, es existieren lediglich einige Aufsätze zu Kardinälen und ihren Tätigkeiten außerhalb der Kurie in päpstlichem Auftrag vor dem Schisma. Die wenigen Monographien bestätigen eher die Regel.

    Autor:

    Andreas G. Kistner, M.A.
    Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf / Université Lumière Lyon 2
    Andreas.Kistner@uni-duesseldorf.de / Andreas.Kistner@univ-lyon2.fr

    Der zugrundeliegende Vortrag ist der Entwurf einer Dissertation, der jedoch verworfen wurde. Der Verfasser arbeitet seit Ende 2013 an den Kardinalstestamenten des avignonesischen Papsttums.

    1 Marc Dykmans, Le cérémonial papal de la fin du Moyen Âge à la Renaissance, Bd. 2: De Rome en Avignon ou le cérémonial de Jacques Stefaneschi, Brüssel, Rom 1981 (Bibliothèque de l’Institut historique belge de Rome, 25), S. 496–502.

    2 Ralf Lützelschwab, Flectat cardinales ad velle suum? Clemens VI. und sein Kardinalskolleg. Ein Beitrag zur kurialen Politik in der Mitte des 14. Jahrhunderts, München 2007 (Pariser Historische Studien, 80), S. 154f., 158, bes. S. 241243.

    3 Blake R. Beattie, Angelus Pacis, The Legation of Cardinal Giovanni Gaetano Orsini, 13261334, Leiden, Boston 2007 (The Medieval Mediterranean, 67), S. 198. Zu Bertrand du Poujet sei verwiesen auf Lisetta Ciaccio, Il Cardinal legato Bertrando del Poggetto in Bologna, Bologna1905 (Atti e memorie della Regia Deputazione di Storia Patria per le Province di Romagna, Terza Serie, 23), S. 85196, 456537.

    4 Sophia Menache, The Vox Dei. Communication in the Middle Ages, Oxford, New York 1990, S. 53.

    5 Bernard Guillemain, Le Sacré Collège au temps du cardinal Albornoz (1350–1367), in: Evelio Verdera y Tuells (Hg.), El cardenal Albornoz y el Colegio de España, Bd. 1, Bologna 1972 (Studia Albornotiana, 11), S. 355–368.

    6 Norman Peter Zacour, Talleyrand. The Cardinal of Périgord (1301–1364), in: Transactions of the American Philosophical Society, n. s. 50,7 (1960), z.B. S. 44.

    7 Später sollte sich daraus der Cardinalis Advocatus als bezahlter ›Kontaktmann‹ entwickeln, vgl. dazu Blake R. Beattie, The Cardinals and Diplomacy in the Fourteenth Century, in: Jürgen Dendorfer, Ralf Lützelschwab (Hg.), Die Kardinäle des Mittelalters und der frühen Renaissance, Florenz 2013 (Milennio Medievale, 95), S. 167–183, hier S. 179–181.

    8 Lützelschwab, Flectat cardinales (wie Anm. 2), S. 186. Zu Guillaume de la Jugié vgl. José Zunzunegui Aramburu, La legación del cardenal de la Jugie a Castilla y Aragón (1355–1358), in: Anthologica annua 12 (1964), S. 129–156, hier S. 132f. Geborene Sachwalter ihrer Könige waren aus dem jeweiligen Reich stammende Kardinäle, doch gab es zwischen 1310 (Tod des Thomas Jorz) und 1368 (Kreation des Simon Langham) keinen Kardinal aus England.

    9 Zunzunegui Aramburu, La legación (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 132.

    10 Vgl. die Pfründenliste Talleyrands bei Zacour, Talleyrand (wie Anm. 6), S. 74–76, darunter Pfründen in den Diözesen York, London, Canterbury und Lincoln; vgl. auch ibid., S. 46–50.

    11 Vgl. Filippo Tamburini, La penitenzieria apostolica durante il papato avignonese, in: Aux origines de l’État moderne. Le fonctionnement administratif de la papauté d’Avignon, Rome 1988 (Collection de l‘École française de Rome, 138), S. 251–268, bes. S. 253f., 260f.

    12 Pierre Gasnault, Marie-Hyacinthe Laurent (Hg.), Innocent VI. Lettres secrètes et curiales, Paris 1959–, Nr. 352–432 inkl. der Empfehlungs- bzw. Ankündigungsschreiben.

    13 Beattie, Angelus Pacis (wie Anm. gewesen sei3), S. 39.

    14 Pierre Jugie, Les cardinaux légats et leurs archives au XIVe siècle, in: Armand Jamme (Hg.), Offices, écrit et papauté (XIIe–XVIIe siècle), Rom 2007 (Collection de l‘École française de Rome, 386), S. 73–96, hier S. 89.

    15 Zunzunegui Aramburu, La legación (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 136, 148f.

    16 Stefan Weiß, Delegierte Herrschaft. Innozenz VI., Kardinal Albornoz und die Eroberung des Kirchenstaates, in: Claudia Märtl, Claudia Zey (Hg.), Aus der Frühzeit europäischer Diplomatie. Zum geistlichen und weltlichen Gesandtschaftswesen vom 12. bis zum 15. Jahrhundert, Zürich 2008, S. 67–84, hier S. 81; Birgit Studt, Anspruch und Wirklichkeit. Der Wandel von Handlungsspielräumen und Reichweite päpstlicher Diplomatie im 15. Jahrhundert, in: Claudia Märtl, Claudia Zey (Hg.), Aus der Frühzeit europäischer Diplomatie. Zum geistlichen und weltlichen Gesandtschaftswesen vom 12. bis zum 15. Jahrhundert, Zürich 2008, S. 85–119, hier S. 89f.; vgl. Birgit Studt, Legationen als Instrument päpstlicher Reform- und Kreuzzugspropaganda im 15. Jahrhundert, in: Gerd Althoff (Hg.), Formen und Funktionen öffentlicher Kommunikation im Mittelalter, Stuttgart 2001 (Vorträge und Forschungen, 51), S. 421–453, hier S. 424.

    17 Stefan Weiß, Die Urkunden der päpstlichen Legaten von Leo IX. bis Coelestin  II. (1049–1198), Köln 1995 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters, 13), S. 356f.; vgl. auch Robert Charles Figueira, The Canon Law of Medieval Legation, Ann Arbor 1980, S. 303–305; ders., Papal reserved powers and the limitations on legatine authority, in: James Ross Sweeney, Stanley Chodorow (Hg.), Popes, Teachers and Canon Law in the Middle Ages, Ithaca, London 1989, S. 191211.

    18 Lützelschwab, Flectat cardinales (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 133f. So auch Beattie, The Cardinals (wie Anm. 7), S. 175f.

    19 Zacour, Talleyrand (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 51.

    20 Sophia Menache, Clement V, Cambridge 1998, S. 170173; vgl auch Daniel Waley, Lo Stato papale dal periodo feudale a Martino V, in: Giuseppe Galasso (Hg.), Comuni e signorie nell’Italia nordorientale e centrale: Lazio, Umbria e Marche, Lucca, Torino 1987 (Storia d‘Italia 7, 2), S. 293299; Peter Partner, The Lands of St Peter. The Papal State in the Middle Ages and the Early Renaissance, London 1972, S. 339355.

    21Paolo Colliva, Il cardinale Albornoz, lo Stato della Chiesa, Le »Constitutiones Aegidiane« (13531357), Bologna 1977 (Studia Albornotiana, 32), S. 184.

    22Zacour, Talleyrand (wie Anm. 6), S. 45.

    23Colliva, Il cardinale (wie Anm. 21), S. 190. Ausdrückliche Erwähnung dieser Planung im Brief Innozenz’ VI. vom 6. Mai 1357 (Diplomatario Albornoz III, 23). Dieses Schreiben war eine schnelle Reaktion auf ein Schreiben Albornoz’, das am 5. Mai eingegangen war, ibid., S. 191.

    24Adalbert Erler, Aegidius Albornoz als Gesetzgeber des Kirchenstaates, Berlin 1970, bes. S. 79f.

    25Die Auffassung von Colliva, Il cardinale (wie Anm. 21), S. 191, Innozenz habe bereits am 6. Mai Kenntnis vom abgeschlossenen Parlament in Fano gehabt und habe erst nach Abschluss desselben dazu Stellung genommen, scheint wenig wahrscheinlich, da Colliva, Il cardinale (wie Anm. 21), S. 190, selbst darauf hinweist, dass ein Schriftwechsel zwischen Ancona und Avignon vier Wochen benötigte – Weiß, Delegierte Herrschaft (wie Anm. 16), S. 76, geht von sechs Wochen aus –, das Parlament von Fano aber am 3. Mai beendet wurde.

    26Studt, Anspruch (wie Anm. 16), S. 97.

    27Diplomatario del cardenal Albornoz. Cancillería pontificia,Bd. 2: 13541356, Barcelona 1981 (Monumenta Albornotiana), Nr. 292

    28Jean Glénisson, Guillaume Mollat (Hg.), Correspondance des légats et vicaires

    généraux Gil Albornoz et Androin de la Roche (1353–1367). L’administration de l’église au XIVe siècle, Paris 1964 (Bibliothèque des Écoles françaises d‘Athènes et Rome, 230), Nr. 460.

    29Pierre Gasnault (Hg.), Innocent VI, Lettres secrètes et curiales, Paris 1960, Nr. 1695 (23. August 1355).

    30Clara Estow, Pedro the Cruel of Castile (1350–1369), Leiden 1995 (The Medieval Mediterranean, 6), S. 188; vgl. dazu auch Jose Maria Mendi, La primera legación del Cardenal Gui de Boulogne a España (1358–1361), in: Scriptorium Victoriense 11 (1964), S. 135–224, der darlegt, dass Gui de Boulogne derjenige war, der erfolgreich einen Waffenstillstand vermitteln konnte.

    31 So auch Zunzunegui Arambu, La legación (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 140.

    32 Zacour, Talleyrand (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 18 nach Matteo Villani, IV, 71. Karl war über das minimale ›Krönungskomitee‹ verstimmt – er glaubte, seine Bemühungen um die Krone seien vergeblich gewesen, hätte Albornoz allein die Krönung vorgenommen –, ließ sich aber beschwichtigen, vgl. Richard Salomon (Hg.), Iohannes Porta de Annoniaco, Liber de coronatione Karoli IV. imperatoris, Hannover, Leipzig 1913 (MGH, Scriptores rerum germanicarum, 35), S. 94f.; vgl. auch Emil Werunsky, Der erste Römerzug Kaiser Karls IV. (1354–1355), Innsbruck 1878.

    33 Dykmans, Cérémonial (wie Anm. 1), S. 500. Wegen der Verteilung der Servitien an die Kardinäle wurde in der entsprechenden Dokumentation durchaus Wert auf die Unterscheidung der Gesandtschaftsarten bzw. die Terminologie gelegt, vgl. Clifford Ian Kyer, Legatus and Nuntius as Used to Denote Papal Envoys: 1245–1378, in: Mediaeval Studies 40 (1978), S. 473–477, hier S. 476f.

    34 Studt, Anspruch (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 428f.

    35 Vgl. Jugie, Les cardinaux (wie Anm. Error: Reference source not found), hier S. 90; Studt, Anspruch (wie Anm. 16), S. 97 unter Berufung auf Ernst Pitz, Supplikensignatur und Briefexpedition an der römischen Kurie im Pontifikat Calixts III., Tübingen 1972 (Bibliothek des DHI Rom, 42); s. auch Weiß, Delegierte Herrschaft (wie Anm. 16), S. 77.

    36 Jugie, Les cardinaux (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 92f.

    37 Diplomatario del cardenal Albornoz. Cancillería pontificia, III: 13571359 (Monumenta Albornotiana), Barcelona 1995, Nr. 110.

    38 Diplomatariodel cardenal, III (wie Anm. 37), Nr. 111.

    39 Ibid., Nr. 290.

    40 Ibid. Nr. 305.

    41 Weiß, Delegierte Herrschaft (wie Anm. 16), S. 77f.

    42 Germano Gualdo, I libri delle spese di guerra del cardinale Albornoz, in: Verdera y Tuells (Hg.), El cardenal Albornoz (wie Anm. 5), S. 577–607. Vor allem aber sei auf die Bestände des von Albornoz gegründeten Collegio di Spagna in Bologna verwiesen, vgl. José Trenchs, Carlos Saez, Catálogo de los fondos del Archivo albornociano (Bolonia), Bologna 1979 (Studia Albornotiana, 35); vgl. zu den Erzeugnissen der Kanzlei des Legaten Albornoz auch José Trenchs Odena, La cancillería de Albornoz, como legado pontificio, in: Anuario de Estudios Medievales 9 (1974/1979), S. 469505.

    43 Weiß, Die Urkunden (wie Anm. Error: Reference source not found).

    44 Tilman Schmidt, Benefizialpolitik im Spiegel päpstlicher Supplikenregister von Clemens VI. bis Urban V., in: Aux origines de l’ État moderne. Le fonctionnement administratif de la papauté d’Avignon, Rom 1988 (Collection de l‘École française de Rome, 138), S. 351–369, hier S. 352f. und passim.

    45 Jugie, Les cardinaux (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 93 mit Anm. 72.

    46 Lützelschwab, Flectat cardinales (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 287.

    47 Glénisson, Mollat, Correspondance (wie Anm. Error: Reference source not found), Nr. 986.

    48 Ibid., Nr. 989; Juan Beneyto Pérez, El cardenal Albornoz. Cancillier de Castilla y caudillo de Italia, Madrid 1950, S. 263, deutet nur allgemein eine »antiaegidianische Atmosphäre« unter den französischen Kardinälen an.

    49 Antonio Marongiu, Il cardinale d’Albornoz e la ricostruzione dello Stato pontificio, in: El cardenal Albornoz (wie Anm. 5), S. 461–480.

    50 Guillemain, Le Sacré Collège (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 365.

    51 Weiß, Delegierte Herrschaft (wie Anm. 16), S. 75, Anm. 27. Vgl. auch Zacour, Talleyrand (wie Anm. Error: Reference source not found), S. 42–44.

    52 Diplomatario (wie Anm. 27), Nr. 437.

    53 Diplomatario (wie Anm. 27), Nr. 442f.

    54 Ernst Pitz, Papstreskript und Kaiserreskript im Mittelalter, Tübingen 1971 (Bibliothek des DHI Rom, 36).

    55 Diplomatario (wie Anm. 27), Nr. 488.

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    Andreas G. Kistner
    Das Legatenwesen unter Innozenz VI.
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    Innozenz VI. Albornoz Legation Gesandtschaftswesen Kirchenverwaltung Innocent VI Albornoz légation administrations des États de l’Église
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    A. G. Kistner: Das Legatenwesen unter Innozenz VI.
    In: Formen mittelalterlicher Kommunikation. Sommeruniversität des DHIP, 7.–10. Juli 2013/Formes de la communication au Moyen Âge. Université d’été de l’IHA, 7–10 juillet 2013, hg. von/dir. par Ralf Lützelschwab (discussions 11).
    URL: http://www.perspectivia.net/publikationen/discussions/11-2015/kistner_legatenwesen
    Veröffentlicht am: 05.10.2015 11:41
    Zugriff vom: 19.09.2017 15:22
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