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    U. Gießmann: Die Stofflichkeit einer Stadt

    discussions 11 (2015)

    Ursula Gießmann

    Die Stofflichkeit einer Stadt

    Methodische Überlegungen zur Textilität der Vormoderne am Beispiel Kölns im späten Mittelalter

    Abstract

    Das hier vorgestellte Projekt erforscht die Präsenz von Textilien im Köln des späten Mittelalters in einer weiten Perspektive. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie und warum kommunikative Prozesse an das textile Medium delegiert wurden. Dazu soll die Omnipräsenz des textilen Mediums erfasst und die aus diesem Befund entstehenden Implikationen für die Stadt, für die Stadtbewohner und für das Medium selbst dargestellt werden. Seit dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln im Jahr 2009 ist der Zugriff auf historische Quellen in Form von Texten zur Kölner Geschichte in traditioneller Form nicht mehr möglich. In dieser misslichen Situation ermöglicht es die Bearbeitung der materiellen Kultur, neue methodische Zugriffe für die historische Forschung zu entwickeln. Textilien werden daher sowohl als schriftliche Spur in dokumentarischer Form, als visuelle Referenz im Bild wie auch als Artefakt in die Analyse mit einbezogen.

    Résumé

    Le projet ici présenté étudie, dans une perspective élargie, la présence des textiles à Cologne à la fin du Moyen Âge. La question centrale est de savoir comment et pourquoi les processus communicatifs ont été délégués au médium textile. Pour ce faire, l’omniprésence des médiums en textile doit être comprise et, sur la base des résultats obtenus, les implications produites sur la ville, les habitants et le médium même seront ensuite présentées. Depuis l’effondrement des archives historiques, en 2009, l’accès aux sources textuelles concernant Cologne n’est plus possible dans les formes traditionnelles. Dans cette situation délicate, le travail sur la culture matérielle permet de développer de nouvelles approches méthodologiques pour la recherche historique: de là, les textiles sont compris aussi bien comme trace écrite sous forme documentaire que comme référence visuelle dans les images, ainsi que comme artefact dans les analyses.

    Historische Forschung zu Textilien

    <1>

    Die wenigsten historischen Quellen geben über die vormoderne Verwendung von Textilien Auskunft. Meist ist durch knappe Einträge in Inventaren, Rechnungen und Testamenten oder durch kurze Erwähnungen in Chroniken – etwa bei Beschreibungen von festlichen Anlässen – lediglich die Existenz von Stoffen belegt. Auch bei überlieferten Textilien, deren Erforschung sich bislang vor allem der restauratorischen Bestandssicherung und der kunsthistorischen Einordnung gewidmet hat, ist der Verwendungszusammenhang meist unsicher1. So hat sich die Aufmerksamkeit der historischen Forschung bislang nur selten auf Stoffe gerichtet2 und sich dann häufig im Kontext wirtschaftsgeschichtlicher Fragestellungen vollzogen3. Nur vereinzelt sind bisher Vermutungen über die Rolle von Tapisserien im Gerichtsprozess4 angestellt und soziale Statuszuschreibungen über eine Analyse der Kleidung bzw. der Kleiderordnungen decodiert worden5. Auf Basis des bisherigen Forschungsstandes kann daher kaum Auskunft darüber gegeben werden, wie umfassend und vielschichtig die Prägung des städtischen Raumes durch Textilien auch außerhalb von liturgischen Zusammenhängen gewesen sein muss6.

    Kommunikation durch Stoffe

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    Dass dies jedoch der Fall war, stellt die Arbeitshypothese des hier vorzustellenden Projektes dar und soll künftig am Beispiel Kölns herausgearbeitet werden. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie und welche kommunikativen Prozesse durch wen an das textile Medium delegiert wurden und welche Sinnzuschreibungen damit einhergingen. Darüber hinaus soll ausgelotet werden, warum dieses ephemere Medium für die kommunikativen Absichten geeignet erschien. Dazu soll die Allgegenwart des textilen Mediums erfasst und die aus diesem Befund entstehenden Implikationen für die Stadt, für die Stadtbewohner und für das Medium selbst dargestellt werden. Dabei werden ausgewählte Beispiele in den verschiedenen Konservierungsmodi untersucht, das heißt in den verschiedenen medialen Repräsentationen, durch die Textilien überliefert sind. Textilien werden also sowohl als schriftliche Spur in dokumentarischer Form, als visuelle Referenz im Bild wie auch als dreidimensionales Artefakt in die Analyse miteinbezogen. Denn die methodische Grundüberlegung in diesem Projekt geht von der Gleichwertigkeit des überlieferten Artefakts, seiner dokumentierten Form und der visuellen Referenz aus. Erst die Zusammenschau der gesamten Überlieferung kann die Präsenz der Kölner Textilität sichtbar machen und nicht zuletzt zu einer weiteren Erforschung der materiellen Kultur der Vormoderne exemplarisch beitragen.

    Textilien als Wissensspeicher

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    Textilien besitzen eine ganz spezifische Materialität: Sie weisen vielfältige Sinnschichten auf, die sie als multivalente und polyfunktionale Dinge kennzeichnen. Sie stellen einen Wissensspeicher für die technischen Abläufe der Herstellung dar (Ausgangsprodukte, Verfeinerung, Färbung etc.) und sind als gehandelte Waren Zeugen von Wirtschaftsprozessen. Die Bedeutungsebenen von Textilien werden als soziales Konstrukt vor allem interaktiv hergestellt. So treten Stoffe in normativen, sozialen und rituellen Kontexten in Erscheinung: als Dekor von Herrschafts- und Rechtsorten ebenso wie im Kleiderwechsel als konstitutiver Teil von Ritualen des Übergangs, den sogenannten »rites de passage«. Zudem gilt Kleidung als eines der Distinktionsmittel in der stratifizierten Gesellschaft der Vormoderne, das beispielsweise Ausdruck in Kleiderordnungen fand7. Daneben stellen Textilien gemeinsam mit Reliquien das Heilige im Reliquiar dar, sofern sie nicht bereits selbst als (Kontakt-)Reliquie gelten.

    Ein neuer Begriff: Textilität

    <4>

    Um der Präsenz von Textilien im Köln des späten Mittelalters nachgehen zu können, erscheint es für dieses Projekt notwendig, einen neuen Begriff einzuführen: Textilität. Hierbei handelt es sich um einen in der Literaturwissenschaft bereits etablierten Begriff, der vor allem auf die poetologische Metaphorik im Sinne von »Text-Textus-Gewebe« oder auch »Wortgeflechte« eingeht. In diesem Projekt hingegen soll mit Textilität zum einen die Allgegenwärtigkeit von Textilien und zum anderen die aus diesem Befund entstehenden Implikationen vor allem für das Medium selbst umfasst werden8. Die bedeutungsgenerierenden Funktionen von Textilien sind nämlich bislang selten in den Blick genommen worden. Dabei kommt es darauf an, aus der spezifischen Medialität des Textils heraus die Funktion und ihre Bedeutungszuschreibungen zu decodieren. Dies stellt eine Ausweitung der Analyse rein materialästhetischer Aspekte dar. Es geht in diesem Projekt auch, aber eben nicht nur, um die verwendeten Fasern, Metallfäden, Farben, Techniken, durch die einfallendes Licht reflektiert, geschluckt oder gebrochen wird. Der haptische Eindruck und die spezifischen Oberflächenwirkungen, die Textilien entwickeln können, sind von zentraler Bedeutung, aber mit dem Begriff »Textilität« wird ein neuer Schwerpunkt gesetzt. Es soll zusätzlich zu den objektimmanenten und rezeptionsästhetischen Aspekten auch eine zunächst rein alltagskulturell anmutende Eigenschaft von Stoffen berücksichtigt werden: Textilien zeichnen sich dadurch aus, flexibel und mobil zu sein. Diese vermeintliche Selbstverständlichkeit macht sie zu einer der wandelbarsten Objektgruppen überhaupt. Das Textilien eigene ephemere Potenzial, die vielgestaltige Anpassungsfähigkeit an Räume und Körper, kreiert eine eigene Realität, etwa wenn in Form von Tapisserien ganze Räume durch anlassbezogenes Dekor nobilitiert werden9. Durch Stoffe oder Seile können rasch räumliche Einheiten entstehen, indem eingehüllte Abgrenzungen gezogen werden10. Ebenso lassen Überfangungen – etwa durch einen Baldachin – prominente Plätze entstehen11. Das textile Potenzial ermöglicht auf diese Weise differenzierte und anlassgebundene Repräsentationen.

    Beispiel: Das Kölner Stadtbanner

    <5>

    Die ephemere Qualität hat jedoch auch Folgen für die Überlieferungschancen von Textilien, die insgesamt ausgesprochen dürftig sind. Aus dem späten Mittelalter haben daher vor allem textile Artefakte überlebt, die in einem sakralen Kontext standen oder noch stehen. Bei ihnen führte der materielle bzw. symbolische Wert dazu, dass sie aus dem Kreislauf von Weiter- und Nachnutzung ausscheiden und somit gewissermaßen Schatzqualitäten entwickeln konnten. Hier sei auf ein Beispiel aus dem städtisch-politischen Kontext eingegangen, dem gleichwohl auch sakrale Substanz zugewiesen wurde: Das 104 x 170 cm große Kölner Stadtbanner, das heute im Stadtmuseum Kölns aufbewahrt wird, besteht aus bemalter Seide mit einer Fransenbordüre, deren Partien der gemalten Kronen und der Wappen im Schwenkel weitgehend original aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammen12. Die Ornamentfelder stellen eine spätere Ergänzung dar, die wahrscheinlich über einem minimalen Originalbefund vorgenommen wurde. Das große rechteckige Format mit dem seitlich angebrachten langen Schwenkel entspricht dem gängigen Typus wehender Banner, wie sie auf zahlreichen Kölner Tafelmalereien des 15. Jahrhunderts zu sehen sind. Unter diesem vexillum civitatis hatte sich die geschworene Stadtgemeinschaft bei Gefahr zu versammeln und dem Banner »nazovolgen in nutz, urber und hulpe der stede und gemeynde«, wie etwa aus dem Verbundbrief von 1396 hervorgeht, der die politische Verfasstheit der Kommunität für die nächsten 400 Jahre regeln sollte13. Der Aufbewahrungsort dieses Banners war nur den 22 Bannerherren, die von den Gaffeln bestimmt wurden, bekannt. Von diesen besaßen nur vier die Schlüssel zur »Bannerkist«, die dieses zentrale Zeichen der städtischen Kommunität nahezu unzugänglich barg. Vor allem sein hoher symbolischer Stellenwert ist verantwortlich für die Überlieferung dieses Objekts, während von den mehrfach belegten »weelchtwelen« der städtischen Trompeter keine materiellen Spuren mehr auffindbar sind14.

    Der »Material Turn«

    <6>

    Mit der Erforschung der Kölner Textilität in diesem Projekt rückt eine bislang eher von Ethnologen, Archäologen und Kunsthistorikern bearbeitete Quellengattung in den Fokus historischer Forschung: die Dinge. Dinge sind immer Zeichen und Zeugen einer vergangenen Kultur15. Sie sollten daher sowohl in ihrer dreidimensionalen Zeugenhaftigkeit als auch in ihrer komplexen Zeichenhaftigkeit untersucht werden. Es geht also nicht nur um das Artefakt an sich, sondern auch um seine kulturelle Funktion und Repräsentation. Damit wird der bisherige Forschungsschwerpunkt, der häufig auf der Kreation eines Objektes lag, zu Gunsten einer multiperspektivischen Sicht erweitert. Dinge stellen nicht nur Wissensspeicher für Fragen zu Technik, Handel oder Herrschaft dar, sie ermöglichen darüber hinaus auch Aussagen über kulturelle Praktiken, zum Beispiel zu ihrer Verwendung in einem religiös-spirituellen Kontext. In den Dingen sind zum einen Traditionen eingeschrieben, zum anderen offenbart sich aber besonders in ihrer Nutzung und Nachnutzung ihr Innovationspotenzial – beides muss von der Forschung decodiert werden, da die Dinge an sich nur unvollständig zum heutigen Betrachter direkt sprechen. Deshalb ist es das Ziel dieses Projekts, die im einzelnen Objekt enthaltene Verflechtung von materiellen, kulturellen, religiösen, sozio-politischen und wirtschaftlichen Aspekten hervorzuholen.

    Heilige Stoffe, rechtliche Stoffe, soziale Stoffe

    <7>

    Die ephemere Qualität hat jedoch auch Folgen für die Überlieferungschancen von Textilien: Da vor allem Objekte im religiös-kulturellen Kontext überdauert haben, konzentriert sich das Projekt zur Textilität Kölns im Spätmittelalter zunächst auf heilige Stoffe. Als ›Schatz-Objekte‹ konnten sie oftmals die Fragilität und Flüchtigkeit der Textilien überwinden, indem sie aus dem Kreislauf von Nachnutzung und produktiver Aneignung ausschieden. Ihre sakrale Qualität ist freilich erst durch Kontextverschiebungen entstanden. Erst mit einer präziseren Terminologie und genaueren Informationen über die objektspezifischen Ausstattungskontexte sind Auskünfte darüber möglich, wie Stoffe heilig wurden, wie sie bewahrt und behandelt wurden und welche Funktionen ihnen zukamen. Damit werden Kontextualisierungen im Hinblick auf kulturell-religiöse Praktiken und soziale Statuszuschreibungen auf einer neuen Wissensbasis möglich. Hierzu werden vor allem die in Kirchenschätzen der Kölner Kirchenprovinz (u. a. Xanten, Aachen, Köln) bewahrten Textilien untersucht und dabei ihre Qualität als sakrale Objekte ausgelotet. Um die vermutete Wertigkeit dieser Stoffe in ihrer Materialität nachzuweisen, müssen auch naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden herangezogen werden. Zum anderen soll der Rechtsöffentlichkeit konstituierenden Funktion von Textilien anhand ihrer visuellen Überlieferung in der Kölner Tafelmalerei nachgegangen werden. Diese ist für die frühneuzeitliche Verwendung von Tapisserien von Wolfgang Brassat hypothesenartig formuliert worden, doch ist diese Vermutung bislang nicht weiterverfolgt worden16. Diese Forschungslücke soll geschlossen werden, indem unter dem Begriff »rechtliche Stoffe« die Konstituierung von Rechtsorten im Bild, aber auch am Hof des Kölner Erzbischofs exemplarisch untersucht wird. Hier ist etwa an die Ausstattung von repräsentativen Anlässen zu denken, die Rechtsakte begleitet haben, in denen Machtansprüche performativ und zeichenhaft inszeniert wurden, z. B. im Adventus-Zeremoniell. Insbesondere bei der bildlichen Darstellung von Rechtsakten kam Textilien eine zentrale Rolle zu, doch konnte ihre Funktion bislang nicht geklärt werden. Dabei muss bei der Bearbeitung dargestellter Stofflichkeit die jeweilige Bildspezifik in besonderer Weise gewürdigt werden: Das vormoderne Bild ist immer auch Erzähler realer oder fiktiver Geschichten, es dient der Sichtbarmachung von Abstrakta und Unsichtbarem17. Dies gilt vor allem für den Bereich dargestellter Kleidung, da Kleidung im Bild als sozial kodierter Zeichenträger wie auch als Allegorie und Narrativ gesehen werden kann18. So stellt auch hier die Ermittlung zeitgenössischer Begriffe wie die Klärung des Ausstattungskontextes die Grundlage für weitergehende Aussagen über die Objektfunktionen im Bereich der kulturellen Praxis wie der sozialen Statuszuschreibung dar. Zuletzt zeigen sich die spezifischen Wertigkeiten von textilen Objekten im Kontext ihrer Weitergabe: So sind Kleidungsstücke etwa vielfach in Testamenten vermerkt oder in Güterverzeichnissen aufgeführt. Zugleich wurden Stoffe zum Indikator von sozialen Statuszuschreibungen, wie die Vielzahl von Kleiderordnungen für das Reichsgebiet zwischen 1350 und 1550 eindrucksvoll dokumentiert19. Für Köln besteht für diese »sozialen Stoffe« eine Forschungslücke, denn die im 15. Jahrhundert in Morgensprachen wiederholt erlassenen, graduell variierenden Aufwandsordnungen wurden bisher nur partiell analysiert und die Kleider-Codes nur ansatzweise dechiffriert20. In Rückkoppelung mit dem Materialbefund, dem Ausstattungskontext und den zu erwartenden Ergebnissen zur Terminologie werden diese Aufwandsordnungen neu interpretiert.

    Ausblick

    <8>

    Das Forschungsprojekt strebt eine Analyse textiler Objekte sowie schriftlicher und visueller Referenzen von Stofflichkeit in Köln und deren kontextuelle Einordnung an, um über die Erforschung der materiellen Kultur Kölns einen Beitrag zu einem vertieften Verständnis vormoderner Gesellschaften zu leisten. Dabei schließt der Begriff »Textilität« die Einschätzung mit ein, dass fixe Gebrauchszuweisungen an mobile Medien oftmals scheitern. Dies sollte die Forschung berücksichtigen und eben nicht einen vermeintlich naheliegenden Kontext konstruieren. Im Zweifel muss es deshalb genügen, eine unbefriedigende Leerstelle anzuzeigen und lediglich Möglichkeitsräume zu entwerfen.

    Autorin:

    Dr. Ursula Gießmann
    Universität zu Köln
    a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne
    Research Lab »Transformations of Life«
    ursula.giessmann@uni-koeln.de

    1 Vgl. für eine gelungene Kontext- und Gebrauchsrekonstruktion: Birgit Franke, Aserius und Esther am Burgunderhof, Berlin 1998, bes. S. 53–60. Vgl. zu dem wenig überzeugenden Forschungsstand zum Gebrauchskontext des Neuenahrer Wappenteppichs den Beitrag der Autorin: Ursula Gießmann, Textilität – Die Stofflichkeit Kölns im späten Mittelalter, in: Geschichte in Köln 60 (2013), S. 211–219.

    2 Vgl. zur Relevanz von Kleidung im Mittelalter etwa: Jan Ulrich Keupp, Die Wahl des Gewandes: Mode, Macht und Möglichkeitssinn in der Gesellschaft und Politik des Mittelalters, Ostfildern 2010.

    3 Als ein Beispiel für eine gelungene Stoffgeschichte:Thomas Ertl, Kölner Borten als Exportware. Eine Spurensuche im spätmittelalterlichen Italien, in: Geschichte in Köln 58 (2011), S. 7–32.

    4 Vgl. mit weiteren Verweisen Wolfgang Brassat, Tapisserie und Politik, Berlin 1992, S. 66–69.

    5 Vgl. für Köln mit weiterer Literatur Gerd Schwerhoff, »… Die groisse oeverswenckliche costlicheyt zo messigen«. Bürgerliche Einheit und ständische Differenzierung in Kölner Aufwandsordnungen (14.–17. Jahrhundert), in: Rheinische Vierteljahres Blätter 54 (1990), S. 95–122. Vgl. dazu allgemein: Neithard Bulst, Kleidung als sozialer Konfliktstoff. Probleme kleidergesetzlicher Normierung im sozialen Gefüge, in: Saeculum 44 (1993), S. 32–46.

    6 Die Vorbereitungen des erzbischöflichen Einritts in Köln überliefert die textile Ausstattung des erzbischöflichen Hofs an der Trankgasse: HstAD, Kurköln, Urk. 3426. Vgl. dazu Klaus Militzer, Die feierlichen Einritte der Kölner Erzbischöfe in die Stadt Köln im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, in: Jahrbuch des Kölner Geschichtsvereins 55 (1984), S. 77–116, hier S. 88, Anm. 54.

    7 Vgl. den Überblick von: Liselotte Constanze Eisenbart, Kleiderordnungen der deutschen Städte zwischen 1350 und 1700. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des deutschen Bürgertums, Göttingen 1962.

    8 Erika Greber, Textile Texte. Poetologische Metaphorik und Literaturtheorie. Studien zur Tradition des Wortflechtens und der Kombinatorik, Köln 2002.

    9 Vgl. vor allem die Arbeiten von Birgit Franke zu Tapisserien und der burgundischen Hofkunst z.B. Birgit Franke, Tapisserie als Medium für das fürstliche Bildgedächtnis. Herkules, die Amazonen und das ritterliche Turnier, in: Carola Fey u.a. (Hg.), Mittelalterliche Fürstenhöfe und ihre Erinnerungskulturen, Göttingen 2006, S. 185–220; dies., Assuerus und Esther am Burgunderhof. Zur Rezeption des Buches Esther in den Niederlanden (1450–1530), Berlin 1998.

    10 Vgl. Franz-Josef Arlinghaus, Gesten, Kleidung und die Etablierung von Diskursräumen im städtischen Gerichtswesen (1350–1650), in: Johannes Burkhardt, Christine Werkstetter (Hg.), Kommunikation und Medien in der Frühen Neuzeit, München 2005, S. 461–498, hier S. 484; ders., Raumkonzeptionen der spätmittelalterlichen Stadt. Zur Verortung von Gericht, Kanzlei und Archiv im Stadtraum, in: Bruno Fritzsche, Hans-Jörg Gilomen, Martina Stercken (Hg.), Städteplanung – Planungsstädte, Zürich 2006, S. 101–123, hier S. 110.

    11 Gerrit-Jasper Schenk, Zeremoniell und Politik. Herrschereinzüge im spätmittelalterlichen Reich, Köln u.a. 2003, S. 448–472.

    12 Kölner Stadtbanner; Kölnisches Stadtmuseum, Köln (HM) 1888/11B. Abb.: http://www.kulturelles-erbe-koeln.de/documents/obj/05116337 (16.06.2015).

    13 Vgl. Der Verbundbrief vom 14. September 1396, in: Joachim Deeters, Johannes Helmrath (Hg.), Quellen zur Geschichte der Stadt Köln, Bd. 2. Spätes Mittelalter und frühe Neuzeit (1396–1794), Köln 1996, S. 1–28, hier S. 11, Z. 243; Ursula Gießmann, Bewegliche Fixierungen für Reich und Stadt – Die Dreikronenbanner Kölns, in: Europa, das Reich und die Osmanen. Die Türkenreichstage von 1454/55 nach dem Fall von Konstantinopel. Johannes Helmrath zum 60. Geburtstag, hg. v. Marika Bacsoka, Anna-Maria Blank, Thomas Woelki, Frankfurt a.M. 2014 (Zeitsprünge. Forschungen zur Frühen Neuzeit. Studies in Early Modern History, Culture and Science, 18), S. 101–113.

    14 Vgl. dazu Reiner Dieckhoff, Vexillum civitatis. Vom städtischen Dreikronenbanner, in: Werner Schäfke (Hg.), Der Name der Freiheit 1288–1988. Aspekte Kölner Geschichte von Worringen bis heute. Handbuch zur Ausstellung des Kölnischen Stadtmuseums in der Josef-Haubrich-Kunsthalle Köln. 29.1.1988–1.5.1988. 2Köln 1988, S. 403–409.

    15 Gudrun König, Auf dem Rücken der Dinge. Materielle Kultur und Kulturwissenschaft, in: Kaspar Maase, Bernd Jürgen Warnecken (Hg.), Unterwelten der Kultur. Themen und Theorien der volkskundlichen Kulturwissenschaft, Köln 2003, S. 95–118, hier S. 96.

    16 Brassat, Tapisserie (wie Anm. 4). Vgl. zum Verhältnis Recht und Bild in der Vormoderne mit weiterer Literatur Claudia Blümle, Der Zeuge im Bild. Dieric Bouts und die Konstitution des modernen Rechtsraumes, München 2011.

    17 Insbesondere Historiker sind aufgerufen, beim Umgang mit Bildern ihre an Texten entwickelte Methode der Quellenkritik zu reflektieren. Vgl. zu der Debatte um den Umgang der Geschichtswissenschaft mit Bildern Jens Jäger, Martin Knauer (Hg.), Bilder als historische Quellen? Dimension der Debatten um historische Bildforschung, München 2009, darin: dies., Bilder als historische Quellen? Ein Problemaufriss, S. 7–26, mit umfangreicher Bibliographie auf S. 24–26. Instruktiv sind die Bedenken von Gabriele Bickendorf, Bilder als »Quelle« zu bezeichnen. Mit diesem Begriff würde die visuelle Wahrnehmung von Bildern erkenntnistheoretisch sofort mit dem Lesen einer Schriftquelle gleichgesetzt werden. Diese Analogisierung von Text und Bild müsse aber fehlgehen, vgl. Gabriele Bickendorf, Die Geschichte und ihre Bilder vom Mittelalter. Zur longue durée visueller Überlieferung, in: Bernd Craque, Daniela Mondini, Matthias Noell (Hg.), Visualisierung und Imagination. Materielle Relikte des Mittelalters in bildlichen Darstellungen der Neuzeit und Moderne, Göttingen 2006, S. 105–152, 115–118.

    18 Vgl. hierzu mit weiterer Literatur David Ganz, Marius Rimmele (Hg.), Kleider machen Bilder. Vormoderne Strategien vestimentärer Bildsprache, Berlin 2012.

    19 Vgl. den Überblick von Eisenbart, Kleiderordnungen (wie Anm. 7).

    20 Schwerhoff, »… Die groisse oeverswenckliche costlicheyt zo messigen« (wie Anm. 5).

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    Ursula Gießmann
    Die Stofflichkeit einer Stadt
    Methodische Überlegungen zur Textilität der Vormoderne am Beispiel Kölns im späten Mittelalter
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    Textilien materielle Kultur Köln Rechtsorte Kleidung textiles culture matérielle Cologne lieux juridiques vêtements
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    U. Gießmann: Die Stofflichkeit einer Stadt
    In: Formen mittelalterlicher Kommunikation. Sommeruniversität des DHIP, 7.–10. Juli 2013/Formes de la communication au Moyen Âge. Université d’été de l’IHA, 7–10 juillet 2013, hg. von/dir. par Ralf Lützelschwab (discussions 11).
    URL: http://www.perspectivia.net/publikationen/discussions/11-2015/giessmann_stofflichkeit
    Veröffentlicht am: 05.10.2015 11:42
    Zugriff vom: 19.09.2017 15:20
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