J. Wanka: Geleitwort
2012 jährt sich zum 300. Mal der Geburtstag Friedrichs II. Dieses Ereignis gab der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg den Anlass, beginnend im Jahr 2007, eine Reihe jährlich folgender Tagungen ins Leben zu rufen, um über die Person des Königs und seine Bedeutung einst und heute nachzudenken.
Der preußische Staat, seine Leistungen und seine Schwächen, sind bereits viel besprochen und beschrieben, seriös erforscht, aber auch instrumentalisiert und verklärt worden. Zweifelsohne spielte die Person Friedrichs II. dabei eine herausgehobene Rolle. Vor allem mit ihm verbinden sich Attribute wie Militarismus, Reaktion und Disziplin, aber auch Aufklärung und Toleranz.
Zwischen Forschung und Verklärung erscheint es daher wichtig, ein heutigen Fragestellungen und Kenntnissen entsprechendes Bild Friedrichs II. zu bestimmen bzw. zu komplettieren.
Daher begrüße ich, als Vorsitzende des Stiftungsrates ebenso wie als Vertreterin der brandenburgischen Landesregierung, die Bemühungen der Stiftung als eine der beiden „Preußen“-Stiftungen, die Forschungen und Aktivitäten zum 300. Geburtstag Friedrichs II. voranzutreiben, zu bündeln und unter einem Logo der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Im Rahmen von „Friedrich300“ hat die Stiftung begonnen, sich verstärkt auf die Erforschung und Bearbeitung der brandenburgisch-preußischen Geschichte zu fokussieren. Sie wird – parallel zu den Tagungen – die umfassenden eigenen friderizianischen Bestände erforschen und sie unter anderem in Form von Bestandskatalogen der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich machen.
Die erste Tagung, die vom 27. bis 29.09.2007 in Potsdam stattfand, hat deutlich gemacht, dass es noch viel Neues über Friedrich II. zu entdecken und zu veröffentlichen gibt. Es hat sich auch gezeigt, dass sich eine neue, jüngere Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen wie Historiker, Kunsthistoriker, Naturwissenschaftler, Literaturwissenschaftler oder Archivare der Person Friedrichs II. mit neuen Ideen und Ansätzen zuwendet und zu neuen Bewertungen und Betrachtungen kommt.
Tagungen wie diese und andere Projekte dienen jedoch nicht nur der Wissenschaft, sondern auch der interessierten Öffentlichkeit, die so ihr Bild des Königs und seines Landes ergänzen oder korrigieren kann.
Insofern freue ich mich, dass mit dieser neuen Online-Publikationsinitiative eine zeitgemäße Plattform für die Vermittlung von Forschungsergebnissen gefunden ist und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in enger, Richtung weisender Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut Paris die Möglichkeit gegeben wurde, ihre Forschungsergebnisse zu „Friedrich300“ aktuell und fortlaufend zu publizieren.
Prof. Dr. Johanna Wanka
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Potsdam, im Juni 2008
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