J.-D. Steinert, Migration und Politik. Westdeutschland – Europa – Übersee 1945–1961, 1995 (I. Sturm)
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Rezension
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Autor / Rezensent Sturm, Imke
Titel J.-D. Steinert, Migration und Politik. Westdeutschland – Europa – Übersee 1945–1961, 1995 Untertitel Institut Deutsches Historisches Institut Paris BSB digitale Bibliothek http://francia.digitale-sammlungen.de/Blatt_bsb00016423,00359.html Seiten 345–346 BSB Band-ID bsb00016423 BSB Seiten Anfang 00359 BSB Seiten Ende 00360 Lizenz urheberrechtlich geschützt DDC-BSB Geo-SW DDC-BSB Sach-SW DDC-BSB Zeit-SW Zeit-SW Geo-SW (GKD) Sachschlagwort (SWD) Personenschlagwort (PND) Fachgebiet Zeitgeschichte (1918-1945) OCR-Text Anzeigen 345 Etats-Unis, de la Grande-Bretagne et de la France, et la politique définie et suivie par Adenauer face à chacune de ces trois puissances. Dans la troisième partie l'auteur analy¬ se l'évolution des conceptions d'Adenauer sur les modalités du réarmement allemand. La quatrième partie rassemble des données générales sur les différentes priorités dans la définition par Adenauer des objectifs de politique extérieure, sur les variations dans l'ordre de ces priorités (défense de la RFA ou porte ouverte à la réunification, coopéra¬ tion atlantique ou intégration ouest-européenne), sur la continuité des conceptions d'ensemble d'Adenauer en ce qui concerne le binôme souveraineté-sécurité, malgré des inflexions dues aux limites de la liberté d'action du gouvernement de Bonn en fonction de l'évolution de la politique allemande des Quatre et de la conjoncture intérieure ouest-allemande. Pierre Guillen, Grenoble Johannes-Dieter Steinert, Migration und Politik. Westdeutschland - Europa - Über¬ see 1945-1961, Osnabrück (secolo) 1995, 368 S. Vom Kriegsende bis zum Jahr 1961 untersucht Steinert Wanderungsbewegun¬ gen mit dem westlichen Deutschland als Ziel oder Ausgangspunkt, betrachtet vom Blickwinkel der Besatzungsmächte und bundesdeutschen Regierungen. Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden die westdeutschen Be¬ satzungszonen zu Drehscheiben großer Wanderungsbewegungen, zunächst als Zielort der 12,5 Millionen Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten und zum Teil auch als Ausgangspunkt für diese und 8 Millionen Displaced Persons zur Weitervermittlung in europäische Nachbarländer oder nach Übersee. Bei der politischen Wahrnehmung die¬ ser Wanderungen und den internationalen Bemühungen um ihre Kanalisierung, die hier ausführlich beschrieben werden, stehen nicht nur wirtschafts- und arbeitsmarkt¬ politische Argumente im Vordergrund. Als bedeutend werden auch die handelspoliti¬ schen Aspekte grenzüberschreitender Migrationen vorgestellt. Arbeitskräfte werden in Europa zu einer wertvollen Ressource, über die in multilateralen internationalen Kon¬ ferenzen verhandelt wird. Die >Übervölkerung< der westdeutschen Besatzungszonen bereitet den westeuropäischen Nachbarn größere Sorge als den deutschen Politikern. So wird im parlamentarischen Rat entschieden, nicht an die Tradition der Weimarer Verfassung anzuknüpfen und das Recht auf Auswanderungsfreiheit nicht als Grund¬ recht in das Grundgesetz mitaufzunehmen (S. 41 ff). Steinerts Schilderung der Rechts¬ lage bleibt jedoch ungenau, wenn er in seiner Zusammenfassung diesen Umstand nochmals zitiert und wenig später ohne weitere Erläuterung die Auswanderung und »deren im Grundgesetz garantierte Freiheit« erwähnt (S. 331). Die Anwerbung von DPs und deutschen Kriegsgefangenen trägt in Großbritannien und Frankreich zur Lin¬ derung des erheblichen Arbeitskräftemangels dieser Länder bei. Eine rege politische Zusammenarbeit innerhalb Europas zur Steuerung von Arbeitskräftewanderungen, aber auch über Europa hinaus mit traditionellen Einwanderungsländern wie USA, Kanada und Australien wird hier auf einer breiten Quellengrundlage nachvollzogen. Für das Jahrzehnt nach der Gründung der Bundesrepublik beschreibt Steinert neben der deutschen Auswanderungs- auch die deutsche Z a Wanderungspolitik, die bis Mitte der 1950er Jahre an Bedeutung gewinnt und schließlich mit den ersten Anwerbeverein¬ barungen für Gastarbeiter aus verschiedenen Mittelmeerländern zum Schwerpunkt im Bereich der Wanderungspolitik wird. Der Bearbeitungszeitraum schließt mit dem Jahr 1961, in dem der Mauerbau die deutsch-deutsche Wanderung von der DDR in die Bun¬ desrepublik beendet und eine Verordnung der EWG erste Maßnahmen zur Herstel¬ lung der Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der Mitgliedsstaaten bestimmt. In- 346 Anzeigen teressant ist die erstmals in dieser Ausführlichkeit zu findende quellenbasierte Dar¬ stellung einzelner Regierungsprojekte wie das der gescheiterten Ansiedlung von Deutschen in La Serena (Chile) zu Beginn der 1950er Jahre. Ein besonderes Verdienst der Untersuchung ist die ausführliche Behandlung der zwischenstaatlichen Zusam¬ menarbeit hinsichtlich der Wanderungen sowie die Politik einzelner Aufnahmeländer in Europa und Übersee gegenüber der Einwanderung von Deutschen. Dazu sind Quel¬ len aus verschiedenen deutschen Archiven sowie aus Nationalarchiven in Kanada, Aus¬ tralien, USA und Großbritannien herangezogen worden, und angesichts dieser breit angelegten Quellenbasis überrascht es, daß bei der Bedeutung des französischen Falles französische Archive nicht konsultiert wurden. In seiner Darstellung der deutschen Wanderungspolitik in ihren verschiedenen Aspekten und der ganz unterschiedlichenWanderungsbewegungen, die in den ersten beiden Nachkriegs Jahrzehnten Westdeutschland zum Ziel- oder Ausgangspunkt ge¬ nommen hatten, geht Steinen von einer »Vielfalt determinierender Faktoren« (S. 15) aus. In dieser Vielfalt der angesprochenen Bereiche birgt sich jedoch auch die Schwie¬ rigkeit, übergreifende Entwicklungen, Kontinuitäten und Brüche im Blick zu behalten, was dem Autor nicht immer gelingt. So wünscht sich der Leser bisweilen einige zusätz¬ liche reflexive Atempausen vom durchweg detailreichen Rückgriff auf Ministerialpro- tokolle und Verwaltungskorrespondenzen. Freilich können die Erschließung neuen Quellenmaterials und die quellennahe Darstellung als willkommene Ergänzungen der Migrationsforschung zu diesem Zeitpunkt gelten. Imke Sturm, Berlin Abstract

