G. Kates (Hg.), The French Revolution. Recent debates and new controversies, 1997 (W. Schmale)
—
filed under:
Rezension
BSB Digitale Bibliothek:
http://francia.digitale-sammlungen.de/Blatt_bsb00016341,00335.html
- Metadata
-
Autor / Rezensent Schmale, Wolfgang
Titel G. Kates (Hg.), The French Revolution. Recent debates and new controversies, 1997 Untertitel Institut Deutsches Historisches Institut Paris BSB digitale Bibliothek http://francia.digitale-sammlungen.de/Blatt_bsb00016341,00335.html Seiten 321–321 BSB Band-ID bsb00016341 BSB Seiten Anfang 00335 BSB Seiten Ende 00335 Lizenz urheberrechtlich geschützt DDC-BSB Geo-SW DDC-BSB Sach-SW DDC-BSB Zeit-SW Zeit-SW Geo-SW (GKD) Sachschlagwort (SWD) Personenschlagwort (PND) Fachgebiet OCR-Text Gary Kates (Hg.), The French Revolution 321 gende Inventar liefert dazu nun einen Standortindex der Mühlen auf Gemeindeebene mit einer Zusammenstellung nach Departements sowie einen Index der Müller. Das betrifft auch deutsche Gebiete, wenn auch nicht ganz so umfassend, wie man es sich hätte wün¬ schen können. Überlieferungen liegen nur vor für die heute deutschen Teile der Departe¬ ments Bas-Rhin (Pfalz) und Moselle (Saarland, Pfalz) sowie für das Rhein-Mosel-Departe¬ ment. Für dieses Departement ist allerdings die Zuordnung der Gemeinden zu den heutigen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vertauscht worden, und dies nicht nur in der Länderzusammenstellung, sondern leider auch durchgehend im Gemeinde¬ index (Bonn - Rhénanie-Palatinat, Koblenz - Rhénanie-du-Nord-Westphalie). Erfreuli¬ cherweise sind die zeitgenössischen Bezeichnungen nach der heutigen (deutschen) Schreib¬ weise normalisiert worden (Koblenz statt zeitgenössisch: Coblentz oder heutig: Coblence). Die Überlieferung ist um so wichtiger als sie in der Gegenüberlieferung der Departements meist fehlt. Für das Rhein-Mosel-Departement z. B. sind im Landeshauptarchiv Koblenz nur die Akten über die Neukonzessionen von Mühlen erhalten, nicht aber die Gesamtüber¬ sicht, die nun durch das vorliegende Inventar vorzüglich zugänglich ist. Wolfgang Hans Stein, Paris Gary Kates (Hg.), The French Revolution. Récent debates and new controversies, London (Routledge) 1997, XI-364 S. (Rewriting historiés). Der hier anzuzeigende Sammelband bietet den Wiederabdruck von elf Aufsätzen, von denen mehr als die Hälfte erst vor wenigen Jahren publiziert wurden. Abgedruckt sind die englischen Originalfassungen bzw. Übersetzungen. Kates skizziert in der Einleitung in sehr knapper Form die Entwicklung der Revoluti¬ onsgeschichtsschreibung seit Einrichtung eines Lehrstuhls für Geschichte der Revolution an der Sorbonne vor etwas mehr als hundert Jahren. Einige Bemerkungen sind Schwer¬ punktbildungen in den Diskussionen anläßlich des Bicentenaire gewidmet. Es folgen fünf Teile: (I) Auseinandersetzung und Überwindung des marxistischen Paradigmas (Beiträge von Albert Soboul und Colin Lucas); (II) Revisionismus (François Furet und Keith Michael Baker); (III) »Neoliberale« Antworten auf den Revisionismus (William H. Sewell, Jr. und Colin Jones zum Problem der Bürgerlichen Revolution, Timothy Tackett zum Verhältnis von Adel und Drittem Stand in der Nationalversammlung, John Markoff zum Verhältnis von Französischer Revolution und ländlichem Frankreich); (IV) Geschlechtergeschichte (Lynn Hunt zu Marie-Antoinette als Gestalt der politischen Por¬ nographie; Olwen Hufton zu Vertreterinnen der Gegenrevolution); (V) François Furet (1927-1997), dem der Band gewidmet ist, zu Napoleon. Gegen die Auswahl der Autorinnen und Autoren ist nichts einzuwenden, der Gang der Revolutionsforschung findet aber einen allzu unvollständigen Niederschlag. Die menta- litäts- und kulturgeschichtliche Interpretation sowie der Ansatz der historischen Semantik hätten aufgegriffen werden müssen. In Teil IV zur Geschlechtergeschichte wäre unbedingt ein Auszug aus Antoine de Baecque's »Le corps de l'histoire« (Paris 1993) am Platz gewesen (engl. 1997). Unbemerkt geblieben ist die Behandlung der Revolution durch die Kultur¬ transferforschung, die dem »alten« Thema des »Einflusses« der Revolution auf europäische Nachbarländer eine völlig neue Wendung gegeben hat und, en passant bemerkt, das Thema »(Nord-) Amerika als kulturelle Referenz in Frankreich in der Revolutionsepoche« natür¬ lich genauso betrifft wie Europa. Es muß zur Kenntnis genommen werden, daß die Revolu¬ tionshistoriographie nicht als Ping-Pong-Spiel zwischen einer französischen und einer US- amerikanischen Mannschaft stattfindet, sondern daß auch andere Teams daran beteiligt sind. Wolfgang Schmale, Wien Francu 26/2 (1999) Abstract

