Werner Paravicini, Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 2000–2001 (1. September 2000–31. August 2001)
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Autor / Rezensent Paravicini, Werner
Titel Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 2000–2001 Untertitel (1. September 2000–31. August 2001) Institut Deutsches Historisches Institut Paris BSB digitale Bibliothek http://francia.digitale-sammlungen.de/Blatt_bsb00016306,00421.html Seiten 411–440 BSB Band-ID bsb00016306 BSB Seiten Anfang 00421 BSB Seiten Ende 00450 Lizenz urheberrechtlich geschützt DDC-BSB Geo-SW DDC-BSB Sach-SW DDC-BSB Zeit-SW Zeit-SW Geo-SW (GKD) Sachschlagwort (SWD) Personenschlagwort (PND) Fachgebiet OCR-Text Werner Paravicini DAS DEUTSCHE HISTORISCHE INSTITUT PARIS IM JAHRE 2000-2001 (1. September 2000-31. August 2001) Inhalt I. Das Institut, S. 411 Allgemeine Forschungsprojekte, S. 417 - Veröffentlichungen, S. 423 - Kolloquien, S. 424 - Vorträge, S. 425 - Stipendiaten, S. 426 - Praktikanten, S. 428 - Gäste des Hauses, S. 428 - Gesellschaft der Freunde des DHI Paris, S. 428 - Bibliothek, S. 429 - Personal, S. 430. IL Die Arbeit der Wissenschaftler, S. 432 Dr. Hartmut Atsma, S. 432 - Priv.-Doz. Dr. Rainer Babel, S. 433 - Dr. des. Regina M. Delacor, S. 433 - Dr. Anke Grève, S. 434 - Dr. Rolf Große, S. 434 - Dr. Martin Heinzel- mann, S. 434 - Dr. Mareike König, S. 435 - Priv.-Doz. Dr. Klaus Manfrass, S. 435 - Dr. Stefan Martens, S. 436 - Prof. Dr. Werner Paravicini, S. 437 - Prof. Dr. Jürgen Voss, S. 439 - Dr. Andreas Wilkens, S. 440. I. Das Institut1 Forschungen und Fortschritte gab es in Fülle, und dennoch war es kein heiteres Jahr. Über allem Tun stand der Schatten einer Umorganisation, die ohne Not, nur weil Bewährtes eini¬ gen wenigen plötzlich »nicht mehr zeitgemäß« zu sein erschien, von unserem Ministerium mit Hilfe eines einzigen Fachkollegen unaufhaltsam vorangetrieben wurde - gegen den geschlossenen Protest der Direktoren, der Beiräte, der organisierten und unorganisierten Historikerschaft, ja selbst der Tagespresse. Noch ist das Verfahren nicht zu seinem Ende gekommen, aber der Gesetzesentwurf, der alle historischen Auslandsinstitute, die beiden Kapitelinstitute in Rom und Paris voran, einer gemeinsamen Stiftung unterstellt, also media- tisiert und entstaatlicht (wenngleich es gelang, wenigstens den öffentlich-rechtlichen Cha¬ rakter durchzusetzen), soll, wie es heißt, noch in diesem Herbst dem Bundestag zum Beschluß vorgelegt werden. Mehr sei darüber nicht gesagt, obwohl die Feder zuckt. Wer will, kann das Echo in der Presse nachlesen, weshalb es hier, so weit bekannt, verzeichnet ist2. 1 Den Bericht zum Vorjahr s. in Francia 28/1 (2001) S. 419-447. 2 FAZ vom 20. (»Ein Präsident als Oberhistoriker?«, dazu Leserbriefe am 29. März, 2., 4. und 11. April: P. Wende, V. Nies, L. Lütteken; K. Repgen und B. König, bei dem es sich um den Vorsitzen¬ den der Evaluierungskommission des Wissenschaftsrates für die geisteswissenschaftlichen Aus¬ landsinstitute handelt: »Ein Modell unter mehreren«), 24. und 26. März, 2. und 30. April (Protest der Vierzig), 3. Mai (»Ein Oberhistoriker des Auswärtigen?«), 15., 21. Mai, 4. und 5. Juli 2001 (»Wird aus der geplanten Großstiftung eine Kleinstiftung«) (R. Blasius), 9. Mai (D. Polaczek zum Abschied von A. Esch), 12. Mai (über alle Institute, darunter J. Hanimann über uns: »Hier sind Beamte kommunikativ«) und »Effizient oder effiziös?« (f. Kaube), 14. Mai (W. Schulze); Rheini- 412 Werner Paravicini Aber daß das in sich widersprüchliche Urteil des Wissenschaftsrats (einerseits: die Rechts¬ formen haben sich bewährt3, andererseits: über ein gemeinsames Dach solle nachgedacht werden4), wohlgemerkt nach glänzender fachlicher Beurteilung5, zu solcher Belastung wer¬ den würde, ist nur aus der unwiderstehlichen Attraktion schnittiger Konzepte zu erklären, deren Umsetzung erst einmal viel Zeit und Kraft kostet (die von der Forschung abgezogen werden6) und dann im besten Falle (aber auch nur in diesem) wenig Schaden anrichtet. Nach zehn oder zwanzig Jahren herrscht dann die nächste Mode. Ich wende mich lieber den engeren Institutsgeschäften zu, bei denen es durchaus Erfreu¬ liches zu berichten gibt: Die Autoren der Deutsch-Französischen Geschichte haben inzwi¬ schen nicht nur alle ihren Vertrag mit der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft unterzeich¬ net, sondern sich auch zu ihrem ersten »Atelier« getroffen, das am 11. Juni 2001 stattfand und sich der Frage widmete, welche Themen denn in welcher Weise zum hohen und späten Mittelalter, zum 16. Jh., in der Zeitgeschichte zu behandeln wären. Die Vorträge hielten Jean-Claude Schmitt (Paris), Peter Moraw (Gießen), Gerald Chaix (Tours) und Hartmut Kaelble (Berlin). Die Manuskripte der ersten drei Bände (R. Babel, A. Wilkens, S. Lemas- son/R. Lasserre) werden nun im ersten Halbjahr 2002 erwartet. Die Monumenta Palaeographica Medii Aevi (H. Atsma/J. Vezin) blühen und gedeihen (so wie die Arbeiten an der Retrokonversion unserer Bibliotheksbestände, deren Abschluß scher Merkur 20. April (M. Chr. Wagner: »Rot-grünes Gängelband«), Die Zeit 22. März (G. Seibt: »Attentat der Bürokraten«; J. Fried), 7. Mai (G. Seibt); Die Welt und SZ 3. Mai (Protest des Histori¬ kerverbandes), 9.5. (B. Seewald); Tagesspiegel online 8.5. (W. Schulze); SZ 5. April: (W. Schieder: »Chronik einer angekündigten Entmündigung« und J. Willms: »Sittenverfall«), 14. Mai (W. Schulze/J. Willms); FAZ 14. Mai (B. Werneburg), Berliner Zeitung 15. und 17. Mai (H. Spieß), Ber¬ liner Morgenpost 15. Mai (S. F. Kellerhoff), Bonner Generalanzeiger 19./20. Mai (Helmut Herles), NZZ vom 7. Aug. 2001 (H. Helbling, »Wie die Axt im Walde«). 3 Wissenschaftsrat. Stellungnahme zu den Geisteswissenschaftlichen Auslandsinstituten, Köln 1999, S. 73: »Die Rechtsform des Deutschen Historischen Instituts in Paris als unselbständige Bundesan¬ stalt im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat sich nach Auf¬ fassung des Wissenschaftsrates bewährt. Sie trägt dem hohen Anteil an Daueraufgaben im Tätig¬ keitsspektrum des Instituts sowie den Besonderheiten der institutionellen Kultur des Gastlandes Rechnung und bringt darüber hinaus in besonderer Weise den Stellenwert zum Ausdruck, der den deutsch-französischen Beziehungen über den engeren Bereich der Wissenschaft hinaus zukommt.« Ähnliches ist zu den Instituten in Rom (S. 43) und Florenz (S. 59) gesagt und zusammenfassend für alle drei (S. 18). 4 Ibid., S. 19: »Mit Blick auf längerfristige Planungen regt der Wissenschaftsrat [...] an, die Zusam¬ menfassung aller deutschen Geisteswissenschaftlichen Auslandsinstitute - neben den vom BMBF finanzierten auch das vom Auswärtigen Amt finanzierte Deutsche Archäologische Institut und die zur Max-Planck-Gesellschaft gehörende Bibliotheca Hertziana - in einem gemeinsamen institutio¬ nellen Verbund im Sinne einer Nutzung synergetischer Effekte und damit einer Stärkung der wis¬ senschaftlichen Präsenz Deutschland im Ausland in Erwägung zu ziehen.« Inzwischen hat sich herausgestellt, daß eine Einbeziehung der Bibliotheca Hertziana in Rom nicht möglich ist, und schon gar nicht eine solche des Deutschen Archäologischen Instituts. Aus der großen wurde eine kleine Lösung und wird, möglicherweise, eine Kleinstlösung, deren Sinn nicht mehr erkenntlich ist. 5 Siehe den Beginn des Jahresberichtes 1999-2000. 6 Hier seien nur die Treffen angeführt, die dieser Problematik eigens gewidmet waren: 16. März 2001 : Besuch von Prof. W Schulze, Dr. Doli (BMBF), Prof. Vollrath (stv. Beiratsvors.) im DHIP und Diskussion mit allen Mitarbeitern; 18. April: außerordentl. Beiratssitzung in Gegenwart von Prof. W Schulze und Dr. Pusch (BMBF) in Mainz; 24.-25. April: Sitzung des Hauptpersonalrats im DHIP; 14. Mai: Konferenz der Direktoren mit Frau Ministerin Bulmahn in Berlin; 2. Juli: Konfe¬ renz der Direktoren mit leitenden Ministerialbeamten in Bonn. All diese Treffen (zu denen noch die Sondersitzungen der Schwesterinstitute für Warschau am 17. März in Berlin und für Rom am 30. März in München kommen), haben im Vorfeld und im Nachgang die Redaktion zahlreicher Schriftsätze und unzählige Gespräche notwendig gemacht. Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 2000-2001 413 für 2002 in Sicht ist), die Sources hagiographiques de la Gaule (M. Heinzelmann) legen handgreifliche Ergebnisse vor (und Heinzelmanns »Gregor von Tours« erschien nunmehr bei der Cambridge University Press in englischer Sprache), R. Große reichte in Heidelberg seine Habilitationsschrift ein und organisierte das 2. Atelier zur Gallia Pontificia am 15. Juni 2001. Die Burgundgruppe trat mit ihren niederländisch-belgischen Freunden in eigener Sek¬ tion auf dem Historikertag in Aachen auf und legte der Académie des Inscriptions et des Belles-Lettres am 27. April 2001 das Ms. des ersten Bandes des Textes der Ausgabenrech¬ nungen Karls des Kühnen zur Veröffentlichung vor, den »Argentier« von 1468; M. Jean Favier, membre de iTnstitut, schrieb das Vorwort, die ersten Druckfahnen sind bereits kor¬ rigiert, der nächste Band ist weit fortgeschritten (A. Grève, E. Lebailly, W. Paravicini). Daneben ist in harter Arbeit die Datenbank der Hofesangehörigen Herzog Philipps des Guten soweit revidiert und optimiert, daß ein Ende in absehbarer Zeit zu erhoffen ist; dem Beirat wurde die Datenbank anläßlich seiner Sitzung vorgeführt. Außerdem wird alsbald der 1. Band der Protokollbücher des Ordens vom Goldenen Vlies erscheinen, und dazu (des externen) Malte Prietzels Habilitationsschrift über Guillaume Fillastre d. J. Ein »Bur¬ gundfest« besonders erfreulicher Art war die Vorstellung des gerade erschienenen Reperto- riums der Zentralarchive des burgundischen Staates, erstellt von Mme Janine Sornay unter Beteiligung unseres Hauses; in Zusammenarbeit mit dem Institut de Recherche et d'His¬ toire des Textes fand das Ereignis am 29. Mai 2001 im Hôtel Duret de Chevry statt. R. Babel habilitierte sich im Januar 2001 in München und arbeitet intensiv an seinem Band der Deutsch-Französischen Geschichte. J. Voss korrigiert den Index der Schöpflin- Briefe und steht damit kurz vor der Veröffentlichung dieser umfangreichen Edition. Für das 19. Jh. hat die neue Mitarbeiterin Dr. Mareike König Forschungen über die deutschen Einwanderer in Paris begonnen (zu erwähnen ist aus dem Zeitraum A. Kleinerts soeben erschienene, umfangreiche Studie des »Journal des Dames«), während S. Martens den Füh¬ rer zu den Archiven der deutschen Besatzung in Frankreich und Belgien 1940-1944 ent¬ scheidend förderte und zusammen mit Regina M, Delacor das VW-Projekt zur Edition der Berichte des Militärbefehlshabers soweit brachte, daß eine selbstveranlaßte Evaluierung am 16. März 2001 zum Ergebnis kam, daß ein Abschluß der Herstellung der kommentierten Texte zum Jahresende 2001 sowohl wünschbar als auch machbar sei: Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld (Vorsitz), Dr. Hans Umbreit (MGFA Potsdam) und Jean-Pierre Azéma (Institut d'Études Politiques de Paris) ist für ihr Opfer an Zeit und Aufmerksamkeit sehr zu danken. Die Kommission empfahl eine elektronische Veröffentlichung, durch die französische Seite; da dort lebhaftes Interesse an dieser Form besteht, hat die Sache Aussicht auf Erfolg. Auch legte Frau Delacor eine Dokumentation zur »zyklischen Eskalation des NS-Terrors im besetzten Frankreich 1941/42« vor und präsentierte sie sowohl im Hause als auch in Ham¬ burg. Insgesamt sind nicht weniger als acht Bücher von Autoren innerhalb und außerhalb des Hauses im Berichtszeitraum erschienen, die drei Jahresbände der »Francia« nicht gerechnet; mehr noch wird alsbald folgen. Dabei freut es den Direktor, daß auch er trotz allem einen (schmalen) Band veröffentlichen konnte. Höher bewertet er indessen, daß die École nationale des chartes das Institut dadurch ehrte, daß sie ihm den Vorsitz ihrer »Jury des thèses« für das Jahr 2001 antrug: noch nie durfte ein Ausländer diese Funktion wahr¬ nehmen. Es hat einige Bewegung im Personal gegeben. Wolfgang H. Steins bei seinem Ausschei¬ den am 31. Juli 2000 noch nicht ganz abgeschlossenes Inventar deutscher Betreffe in Paris (Bd. 2), wird nun, nach Abschluß einer Vereinbarung mit dem Landesarchiv Koblenz, dort zu Ende geführt und soll alsbald in der definitiven Version vorliegen. Hingegen wurde die gleichfalls unvollendete Revision meines Führers zu den Archives nationales vom Pro¬ gramm abgesetzt: Nach einiger Überlegung schien es nicht mehr sinnvoll zu sein, einen im Internet-Zeitalter noch schneller als früher veraltenden Text mit großem Aufwand herzu- 414 Werner Paravicini stellen und dann zu drucken. Sobald wieder ein kundiger Archivar ans DHI Paris entsendet wird (Kandidaten gäbe es, aber sie werden alle zu Hause dringend gebraucht), werden wir uns der Frage entsprechender Hilfestellung erneut annehmen. Zurückgestellt wurde der Plan einer Veröffentlichung der Berichte der französischen Gesandten beim deutschen Bund: bei entsprechender Personalausstattung bleibt er indes eine Option. Anstatt eines Archivars wurde zum 1. April 2001 die oben schon erwähnte Mareike König eingestellt, um den vielbeschäftigten S. Martens von der Redaktion der von ihm betreuten Buchreihen zu entlasten; ihre bisherige Tätigkeit qualifizierte sie auch für die Übernahme und Revision unserer Homepage und der verschiedenen Prospekte, die bereits ein verändertes, moderneres Bild zeigen. S. Martens, der an die 50 Bände redigiert hat, auch den Wechsel vom Verlagshaus Bouvier zu Oldenbourg (München) vorbereitete und durch¬ führte, hat sich den Dank des Hauses (und der Autoren) verdient. Er redigiert weiterhin Teil 3 der »Francia«. Einigen Personalwechsel gab es auch im Burgundprojekt (s. dort): Wir werden uns über¬ haupt daran gewöhnen müssen, daß an die Stelle langjähriger Mitarbeiter solche mit kurz¬ fristigen Verträgen treten. Dabei wollen wir aber vernünftige Grenzen beachten und die richtige Mischung aus Innovation und Erfahrung erhalten. Im Herbst 1999 war Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Malettke aus dem Beirat verabschiedet wor¬ den und am 1. Juni 2001 beging er seinen Abschied von seinem Marburger Lehrstuhl, bei welcher Gelegenheit R. Babel das Haus vertrat. Auch von Prof. Dr. Otto Gerhard Oexle, unserem Beiratsvorsitzenden, hatten wir damals Abschied nehmen müssen. Aber er ist seit¬ her oft in Paris gewesen, auch im Hause (z. B. anläßlich der Nietzsche-Veranstaltung); am 28. September 2001 wird er den Ehrendoktor der Sorbonne erhalten, wovon ein wenig Licht auch auf das Institut ausstrahlt. Von anderen galt es für immer Abschied zu nehmen: Prof. Dr. Fritz Trautz starb am 31. Mai 2001 im Alter von 84 Jahren, ein Beispiel umfassender Bildung und vornehmer Zurückhaltung, dazu, nach der Familie Dreux-Brézé, unser größter Schenker7, Träger unse¬ rer Medaille »Charles Duret de Chevry«8, mit allen Heidelbergern und Mannheimern im Hause seit Jahrzehnten verbunden. Am 28. Juni 2001 schied aus dem Leben Jean Ducarpe, 81 Jahre alt, der erste Träger dieser Medaille9 und Schenker einer umfangreichen Sammlung von Büchern und Broschüren zu den Ereignissen der ersten Hälfte des 20. Jhs., ein Mann größter Bescheidenheit und nie erlahmenden Interesses für die Geschichte Frankreichs und Deutschlands. Am 1. August 2001 erlag Dr. jur. Cornel Renfert, Honorarkonsul der Fran¬ zösischen Republik in Aachen, im 69. Lebensjahr seiner schweren Krankheit, ein Mensch von erlesener Kultur und tiefer Menschenkenntnis, der eigentliche Gründer der Gesell¬ schaft unserer Freunde. Diese feierte mit uns am 17. Mai 2001 das 7. Fest der Einweihung unseres Hauses, das diesmal gänzlich im Zeichen der Musik stand: Prof. Dr. Michael Werner (EHESS) sprach über »Le concert au XIXème siècle«, und wie zur Illustration spielten Evan Rothstein und Jacqueline Toussaint auf Cembalo und Violine. Das größte Jahresereignis war und bleibt aber der Jahresvortrag, den am 6. Oktober 2000 das Beiratsmitglied Prof. Dr. Joachim Ehlers (Freie Universität Berlin) hielt, dem Karls jähr angemessen, über »Charlemagne, l'Européen entre la France et l'Allemagne«. Der uns wie¬ derum dankenswerterweise zur Verfügung gestellte Lesesaal der Bibliothèque historique de 7 Der seinen Namen tragende Bestand in unserer Bibliothek zählt gegenwärtig an die 1400 Bände und wird sich aus dem Nachlaß noch vermehren. Vgl. das Bulletin de la Société des Amis de Flnsti- tut Historique Allemand (BSAIHA) 3 (1997) S. 28-46. Siehe auch die Würdigung von Fritz Trautz in diesem Band der Zeitschrift, S. 269-271. 8 BSAIHA 6 (2000) S. 34. 9 BSAIHA 5 (1999) S. 31. Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 2000-2001 415 la Ville de Paris war wohl gefüllt, und anschließend verfügten sich die Scharen ins Hôtel Duret de Chevry, wo es diesmal mit deutschem Wein und deutscher Wurst etwas deftiger zuging als sonst: wie sich zeigte, erwartet man von einem Deutschen Historischen Institut Deutsches durchaus. Zur anschließenden Beiratssitzung am folgenden Tag kamen zusam¬ men: Beirat: Prof. Dr. H. Duchhardt (Dir. Institut für europäische Geschichte, Mainz), Prof. Dr. J. Ehlers (FU Berlin), Prof. Dr. H. Müller (Univ. Frankfurt), Prof. Dr. W. Schulze (Univ. München, Vorsitzender), Prof. Dr. H. Vollrath (Univ. Bochum, stellv. Vorsitzende). - Gäste: Prof. Dr. A. Esch (Dir. DHI Rom), Prof. Dr. K. Ziemer (Dir. DHI Warschau). - BMBF: Dr. B. Doli (RL 127). - DHI Paris: Prof. Dr. W. Paravicini (Direktor), Dr. H. Atsma (Stv. d. Dir., Protokollant), Dr. R. Babel (öPR), Dr. H. Brand (Vertr. d. wiss. Mitarbeiter), Dr. R. Große (Vertr. d. wiss. Mitarbeiter), G. Neumann (VL). - Verhindert: Prof. Dr. K. Hildebrand (Univ. Bonn), Prof. Dr. H. Schulze (Dir. DHI London), Prof. Dr. M. Seidel (Dir. KHI Florenz). Verhandelt wurden außer den Problemen, die verringertes Personal und eine den Stellplatz allmählich ganz ausfüllende Bibliothek schaffen (unsere schon zwei¬ mal vorgetragene Bitte, Planungsgelder in den Haushalt einzustellen, war ungehört ver¬ hallt), vor allem die eingangs schon erwähnten Bestrebungen, denen der Beirat nichts, aber auch gar nichts abgewinnen konnte. Auf dieser Sitzung waren außerdem Personalia zu regeln: Da Prof. Dr. Hagen Schulze (Berlin) als neuer Direktor des DHI London sein Man¬ dat niedergelegt hatte, und Prof. Klaus Hildebrand (Bonn) nach Ablauf seines zweiten Mandats ausscheiden mußte, waren Neuwahlen fällig. Gewählt und folglich vom Ministe¬ rium ernannt wurden Frau Prof. Dr. Ute Daniel (Braunschweig) und Prof. Dr. Dr. h.c. Rai¬ ner Hudemann (Saarbrücken). Außerdem wurde das Mandat von Prof. Joachim Ehlers (Berlin) um weitere vier Jahre verlängert. Das DHI Paris dankt Prof. Hildebrand für consi- lium et auxilium während vieler Jahre, und es begrüßt dankbar die neuen Mitglieder. Dr. Bernhard Doli, der, dem Ruhestand nahe, zum letzten Mal an einer Beiratssitzung des Hau¬ ses teilnahm, sahen wir ungerne gehen, hat er, ein Mann von wahrer Bildung, sich doch durch die Jahre hin für »seine« Institute eingesetzt, alte wie neue. Auch Prof. Dr. Dr.es h.c. Arnold Esch, der römische Kollege, war zum letzten Mal in dieser Eigenschaft in Paris: Seine Autorität fehlt uns sehr in den Gewittern, die jetzt den Himmel verdunkeln. Seine Verabschiedung am 7. Mai 2001 in Rom, wo ihm, dem Freunde, ein »Liber Amicorum« überreicht wurde, konnte deshalb noch weniger freudvolles Fest sein, als der Anlaß zuge¬ lassen hätte. Zeit zu geruhsamer Eingewöhnung für die neuen Beiratsmitglieder gab es nicht. Denn nach dem Besuch von Prof. W. Schulze und Dr. Doli in Paris am 16. März 2001, zu dem sich dankenswerterweise auch Frau Prof. Vollrath als stellv. Beiratsvorsitzende im DHIP zur Diskussion mit dem versammelten Hause eingefunden hatte, mußte sich der Beirat am 18. April in Mainz zu einer außerordentlichen Sitzung treffen, wo Prof. W. Schulze und Dr. Pusch (BMBF) einen ebenso vergeblichen Versuch unternahmen, von den Wohltaten der geplanten Reform zu überzeugen. »Agree to disagree« war hier wie dort das Ergebnis. Prof. W. Schulze erklärte auf dieser Sitzung nicht nur seinen Rücktritt vom Vorsitz des Beirates, sondern auch das Ende seiner Mitgliedschaft im Beirat überhaupt. Deshalb wurden gewählt: Frau Prof. Vollrath zur Vorsitzenden, Prof. Duchhardt zum stellv. Vorsitzenden und als neues Mitglied Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer (Münster); seine Ernennung durch das Ministerium steht noch aus. Teilnehmer an dieser Sitzung waren, außer den bereits genannten: Beirat: Prof. Dr. J. Ehlers (FU Berlin), Prof. Dr. Ute Daniel (TU Braunschweig), Prof. Dr. h.c. Rainer Hudemann (Univ. Saarbrücken), Prof. Dr. H. Müller (Univ. Frank¬ furt). - DHI Paris: Prof. Dr. W. Paravicini (Direktor), Dr. H. Atsma (Stv. d. Direktors), Dr. R. Babel (öPR), Dr. A. Grève (Vertr. d. wiss. Mitarbeiter), Dr. R. Große (Vertr. d. wiss. Mit¬ arbeiter), G. Neumann (Verwaltungsleiter). - Gäste: Dr. A. Kunz (Institut für Europäische Geschichte, Mainz), Prof. Dr. M. Matheus (Univ. Mainz - gewählter Direktor des DHI Rom). 416 Werner Paravicini Es kamen aber auch Besuche anderer Art: am 8. September 2000 Studenten aus Bielefeld im Rahmen des »Cursus intégré Histoire Bielefeld/Paris VII« (Prof.res Neithard Bulst, Jochen Hoock, Andreas Suter); am 18. September eine Gruppe des Instituts für Öster¬ reichische Geschichtsforschung (Prof. Dr. Werner Maleczek); am 7. Dezember die Teilneh¬ mer am 55. Attache-Lehrgang des Auswärtigen Amtes (Dr. Jean-Pierre Rollin), denen der unermüdliche Prof. Michael Werner einen Vortrag hielt; am 18. Dezember die Lukas-Kan¬ torei (Berlin) unter der Leitung von Michael Herrmann, die in der Église des Billettes das Weihnachtsoratorium aufgeführt hatte; am 18. Januar 2001 Prof. Dr. Hansgerd Schulte mit seinen Studenten der Université de Paris III; am 12. April 2001 PD Dr. Thomas Behrmann (Münster) mit seinem Seminar; am 20. Juli eine Gruppe von Tübinger Kunsthistorikern unter Leitung von Dr. Ernst Seidl, und schließlich am 24. August zu einem Vin d'honneur das Bureau und Comité international des Études Byzantines, aus Anlaß des XXe Congrès international (36 Nationen!), der in Paris stattfand, mit dem Vorsitzenden Gilbert Dagron, membre de lTnstitut (Paris), und seinem gewählten Nachfolger Prof. Dr. Peter Schreiner (Köln). An durchgeführten Kolloquien seien hervorgehoben: »Grand Tour« II, das unter bedeu¬ tender internationaler Teilnahme, auch der Schwesterinstitute, die in der Villa Vigoni im Vorjahr begonnene Unternehmung féliciter in Paris zu gutem Ende brachte (die Veröffent¬ lichung ist in Vorbereitung); die burgundische Sektion »Der berühmteste Hof Europas?«, die wir auf dem Aachener Historikertag veranstalteten, zusammen mit belgischen und nie¬ derländischen Forschern (mehrere Vorträge werden in der »Francia« erscheinen); weiter die »Ateliers« unserer frankophonen Stipendiaten: über den Hexensabbat (M. Ostorero), die Rolle der Wirtschafts- und Finanzleute im Prozeß der europäischen Einigung in den 60er Jahren (S. Lefèvre), über 1968 in Westeuropa (E. Husson); ihnen ist das 2. Atelier zur Gallia Pontificia zur Seite zu stellen (R. Große) und die Veranstaltung um die Zweite unzeit¬ gemäße Betrachtung Nietzsches (deren Texte in der »Francia« veröffentlicht werden sol¬ len). Unter den geplanten Kolloquien ziehen vielleicht jene beiden die Aufmerksamkeit auf sich, die mit anderen Auslandsinstituten vorbereitet werden: das Ende Oktober stattfin¬ dende »Atelier« im DHI Warschau zum Thema »Das alte und das neue Europa«, das mög¬ licherweise Ausgangspunkt für eine umfassendere Veranstaltung in Paris sein wird; und das für das Frühjahr 2003 vorgesehene Kolloquium »Luxus und Integration. Materielle Hof¬ kultur in Europa vom 12. bis zum 18. Jh.« (so der Arbeitstitel), das im DHI London statt¬ finden wird (von Prof.res J. Ehlers, H. Schulze und dem Direktor vorbereitet; eine Vorbe¬ sprechung fand am 14. Juni 2001 in London statt). Daneben ist die Fortsetzung der Koope¬ ration mit den Archives Diplomatiques des Quai d'Orsay (Dir. M. Yvan Roé d'Albert, Mme Isabelle Richefort) zu erwähnen, die aus Anlaß eines von Dr. Burkhardt Schmidt (Univ. Hamburg) entwickelten Projektes zustande kam und zu einem gemeinsamen Kolloquium im November 2002 und zu gemeinsamen Tagungs- und Quelleneditionen führen wird, zum Thema der Verträge der drei Hansestädte Lübeck, Hamburg und Bremen mit Frankreich vom 13. bis zum 19. Jh. Die hochmittelalterlichen Ateliers und Kolloquien werden durch M. Heinzelmann und R. Große fortgeführt, und zum 19.-20. Jh. durch den frankophonen Stipendiaten M. Dominique Trimbur. Zum Schwerpunkt Deutsche Besatzung in Frank¬ reich ist eine Tagung über die Haltung der Intellektuellen vorgesehen (durchgeführt von Prof. Albrecht Betz, Aachen), und Dr. Andreas Wilkens plant ein Symposion zu Willy Brandts Westpolitik. Wir hoffen, daß sich diese und andere Pläne allen widrigen Umständen zum Trotz unge¬ hindert verwirklichen lassen werden, in erprobter Zusammenarbeit mit unseren Freunden und Kollegen in Paris, in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, der Schweiz, England, Kanada und anderswo in Europa und der Welt. Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 2000-2001 417 Allgemeine Forschungsprojekte Deutsch-Französische Geschichte Wie bereits erwähnt, sind die Verträge mit der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft samt und sonders unter Dach und Fach und hat am 11. Juni 2001 die Reihe der Ateliers begon¬ nen, von denen die Arbeit begleitet wird. Jetzt geht es vor allem darum, den Zeitplan einzu¬ halten. Bd. 2 (1000-1250) (Dr. Rolf Große). Dr. Große legte eine Gliederung des Bandes vor und bearbeitete zwei vorbereitende Aufsätze über den »Frieden in Frankreich bis zur Mitte des 12. Jhs.« sowie die Descriptio clavi et corone Domini. Im Mittelpunkt der Studie über den Frieden stehen pax und treuga Dei und ihre Ablösung durch die paix royale. Bei der Descriptio handelt es sich um eine in Saint-Denis im 11. Jh. verfaßte Legende vom Zug Karls des Großen ins Heilige Land. Das von ihr vermittelte Bild des Kaisers und seiner Nachfol¬ ger weist über Saint-Denis hinaus und bringt das französische Selbstverständnis jener Zeit zum Ausdruck: Unabhängigkeit vom römisch-deutschen Imperium, Verhältnis zu den ost¬ fränkischen Karolingern, Kapetinger in der Tradition Karls des Großen. Bd. 4 (1495-1648) (Priv.-Doz. Dr. Rainer Babel). Im Berichtszeitraum wurde die kon¬ krete Arbeit am Manuskript aufgenommen. Fertiggestellt und vorgelegt worden sind zu Teil I des Bandes (Darstellung) gehörende Kapitel zu den politischen Beziehungen in der ersten Hälfte des 16. Jhs. Einem Grundanliegen der Reihe gemäß wurde bei der Abfassung besonderes Augenmerk auf die Verdeutlichung der europäischen Verflechtungen und Ein¬ bindungen der »bilateral« (oder vielmehr dreipolig zwischen Frankreich, Kaiser und Reichsständen) verlaufenden Prozesse gelegt, wie sie sich aus der Natur des habsburgischen Machtkomplexes, aber auch aus dem besonderen, quasi »imperialen« und dem universalen habsburgischen Herrschaftskonzept entgegengestellten Selbstverständnis der Krone Frankreichs ergeben haben. In Arbeit bzw. kurz vor Fertigstellung befinden sich zum Berichtszeitpunkt Kapitel zur Darstellung der politischen Beziehungen in der zweiten Hälfte des 16. Jhs., zu den wirtschaftlichen Austauschprozessen zwischen Frankreich und dem Reich und zu den Strukturen der gegenseitigen Wahrnehmung. Bd. 5 (1648-1789) (Prof. Dr. Voss). Der Band wird durch die Lehrtätigkeit in Mannheim und Forschungsbeitrage vorbereitet. Bd. 11 (1945-1963) (Dr. Andreas Wilkens). Durch Habilitationsvorbereitungen ist die Arbeit in den Hintergrund getreten, soll nun aber mit Vorrang fortgesetzt werden. Mittelalter Monumenta Palaeographica Medii Aevi (Dr. Hartmut Atsma) Im Rahmen der von Dr. Atsma in Zusammenarbeit mit Prof. Vezin (EPHE, Paris) begrün¬ deten und geleiteten Monumenta Palaeographica Medii Aevi (MPMA) sind im Berichtsjahr die folgenden Bände erschienen: I. Veläzquez Soriano (Univ. Madrid), »Documentas de época visigoda escritos en pizarra (siglos VI-VIII)«, 2 Bde., Turnhout, 2001 (Séries hispa- nica). Das Werk ist von den beiden Herausgebern der Reihe in einem Festakt in der spani¬ schen Nationalbibliothek Madrid am 25. Juni 2001 unter dem Vorsitz von M. Diaz y Dîaz vorgestellt worden. Unmittelbar vor dem Druck stehen der jeweils dritte Band der von C. Sirat herausgege¬ benen ältesten datierten hebräischen Handschriften des Mittelalters (Séries hebraica) und der von H. Atsma, zusammen mit S. Barret und J. Vezin herausgegebenen ältesten original überlieferten Urkunden des Klosters Cluny (Séries gallica). Mit E. Lalou (IRHT, Paris) wurde die Einrichtung ihrer zweibändigen Ausgabe von »Les comptes sur tablettes de cire du chambellan de Saint Louis (1282-1309)« für den Druck vorbereitet (Séries gallica). Glei- 418 Werner Paravicini cherweise wurde mit J. Dufour (EPHE, Paris) die Einrichtung seiner typologisch aus¬ wählenden mehrbändigen Faksimile-Edition der »Rouleaux des morts« vorbereitet (Séries gallica). Zusammen mit J.-P. Brunterc'h (Arch. nat., Paris) und P. Johanek (Univ. Münster) hat sich H. Atsma mit der Untersuchung der im Staatsarchiv Münster aufbewahrten Origi¬ nal-Urkunden Ludwigs des Frommen befaßt. Herr Brunterc'h wird die 4-5 bändige Serie mit den Originalurkunden aus den Beständen des Pariser Nationalarchivs herausgeben (Séries gallica). H. Atsma hat sich zusammen mit J. Vezin im Laufe des Jahres auch um verschiedene andere Projekte bemüht, die entweder schon in Arbeit sind (Handschriften in westgoti¬ scher Schrift, hg. von M. Dfaz y Dfaz, R. Asencio, I. Veläzquez, San Iago, Valladolid, Mad¬ rid; Originaldokumente aus dem Archiv der Univ. Krakau, hg. durch M. Markowski; Cor¬ pus der mittelalterlichen Inschriften Spaniens in hebräischer Schrift, hg. von J. Casanovas, Barcelona; frühmittelalterliche Hss. aus Georgien, hg. von Z. Alekzidze, Tiflis) oder ange¬ boten worden sind (z. B. Die ältesten, original überlieferten altfranzösischen Texte, hg. durch G. Hasenohr, Paris). Die MPMA haben eine Ausweitung des Programms durch die Initiativen der wiss. Aka¬ demien in Athen und Budapest erfahren, die jeweils für ihre nationalen Serien eine Kom¬ mission eingesetzt haben. Der Bericht der beiden Herausgeber der Serie war Gegenstand der 75. Jahresversammlung der Union académique internationale (26. Mai 2001, Peking), die die geleistete Arbeit mit folgendem Fazit evaluiert hat: »La Commission souligne la vitalité avec laquelle les promoteurs ont conduit leur projet jusqu'ici. Elle se plaît à soulig¬ ner également la qualité à la fois scientifique et technique des volumes publiés. La commis¬ sion a exprimé ses félicitations.« Sources hagiographiques de la Gaule (SHG) (Dr. Martin Heinzelmann) Das Berichtsjahr war ausgezeichnet durch das Erscheinen des Bandes »L'hagiographie du haut moyen âge en Gaule du Nord« (Beihefte der Francia 52; vgl. unter Institutsveröffentli¬ chungen) und die praktisch abgeschlossene Vorbereitung eines weiteren Bandes über die »Réécriture hagiographique«, der 2002 in der gleichen Reihe erscheinen soll. Der zuletzt genannte Titel hat sich aus Vorträgen im Rahmen eines DHIP-Ateliers über das gleiche Thema vom 8. Juni 2000 heraus entwickelt, zu denen der - ursprünglich bereits vorgese¬ hene - Beitrag von Anne-Marie Helvétius über »Réécriture hagiographique et réforme monastique: les premières Vitae de saint Humbert de Maroilles« (mit Edition der Vita Humberti prima) getreten ist. Eine erste Zusammenfassung der Thematik solcher hagiogra- phischer >Neuschreibungen Unfreie La Sapienza<, Rom. Tagungsvorbereitung: Kolloquium »Westpolitik. Brandt, Pompidou et la construction européenne, 1969-1974«. Internationales Kolloquium, veranstaltet vom Deutschen Histo¬ rischen Institut in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung (Paris/Bonn) und der Universität Orléans; Paris, 15.-16. November 2002. Lehrtätigkeit: Als Maître de conférences an der Universität Orléans; dazu je ein Seminar an der Universität Paris III-Sorbonne-Nouvelle und am Institut d'Études Politiques de Paris. Abstract

