Werner Paravicini, Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 1995–1996 (1. September 1995–31. August 1996)
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Autor / Rezensent Paravicini, Werner
Titel Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 1995–1996 Untertitel (1. September 1995–31. August 1996) Institut Deutsches Historisches Institut Paris BSB digitale Bibliothek http://francia.digitale-sammlungen.de/Blatt_bsb00016301,00299.html Seiten 289-328 BSB Band-ID bsb00016301 BSB Seiten Anfang 00299 BSB Seiten Ende 00338 Lizenz urheberrechtlich geschützt DDC-BSB Geo-SW DDC-BSB Sach-SW DDC-BSB Zeit-SW Zeit-SW Geo-SW (GKD) Sachschlagwort (SWD) Personenschlagwort (PND) Fachgebiet OCR-Text Werner Paravicini DAS DEUTSCHE HISTORISCHE INSTITUT PARIS IM JAHRE 1995-1996 (1 SEPTEMBER 1995-31 AUGUST 1996) Inhalt I Das Institut 289 Allgemeine Forschungsprojekte, S 292 Veröffentlichungen, S 298 Kolloquien, S 300 Vortrage, S 303 Stipendiaten, S 304 Besuche, Gaste, Kontakte, S 307 Gesellschaft der Freunde des Deutschen Historischen Instituts Paris, S 308 Bibliothek, S 308 Perso nal,S 310 II Die Arbeit der Wissenschaftler 312 Dr Hartmut Atsma, S 312 Dr Rainer Babel, S 314 Dr Hanno Brand, S 315 Dr Rolf Große, S 315 Dr Martin Heinzelmann, S 316 Dr Holger Kruse, S 318 Pnv Doz Dr Klaus Manfrass, S 318 Dr Stefan Martens, S 319 Prof Dr Werner Para vicini, S 322 Prof Dr Jürgen Voss, S 325 Dr Andreas Wilkens, S 327 I. Das Institut Vom »Neuanfang« über die »Festigung« zu den »ersten Ergebnissen« Dies ist die wesent¬ liche Botschaft meines dritten Berichts1, auch wenn die meisten Resultate einstweilen lediglich in maschinenschriftlicher Form vorliegen Immerhin der erste Band der »Ma¬ nuscrits enlumines« ist erschienen, der Papsturkundenband »Saint-Dems« ist abgeschlos¬ sen und geht zum Verlag, der erste Band der Originalurkunden von Cluny ist so gut wie fertig, und am Ende des nächsten Jahres können wir auf den Abschluß des ersten Bandes der »Sources hagiographiques de la Gaule« hoffen Diese und weitere Fortschritte sind im ersten und zweiten Berichtstell fur die allgemeinen und besonderen Projekte naher be¬ schrieben Ansonsten erhielt das vergangene Jahr seinen Rhythmus durch die Abfolge von vier wis¬ senschaftlichen Festen Den Anfang machten der Jahresvortrag und die Beiratssitzung am 13 und 14 Oktober 1995 Den Vortrag hielt Prof Dr Heinrich-August Winkler, Humboldt-Universität Ber¬ lin, zum Thema »Weimar, Bonn, Berlin Trois Républiques allemandes« Wiederum wa¬ ren um die 400 Gaste gekommen, was zeigt, daß der starke Zuspruch des letzten Jahres kein Sonderfall war Wiederum konnten wir in den ausgeräumten Lesesaal der Bibliothè¬ que historique de la Ville de Paris einladen, den Conservateur General Jean Derens ohne viel Aufhebens uns zur Verfugung gestellt hatte, von Bernard Billaud, President de la Commission des Travaux historiques de la Ville de Pans (und Mitglied des Vorstands un¬ serer Gesellschaft der Freunde), freundlich begrüßt Danach war der Weg nicht weit zum Jahresempfang im Hôtel Duret de Chevry An der Beiratssitzung des nächsten Tages nahmen teil Beirat Frau Prof Dr Boehm (Univ München), Prof Dr Malettke (Umv Marburg, Stellv Vorsitzender), Prof Dr 1 1993-1994, in Francia22/1 (1995) S 343-378 1994-1995, in Francia23/1 (1996) S 367-407 290 Werner Paravicini Mieck (Freie Univ. Berlin), Prof. Dr. Oexle (Dir. Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen, Vorsitzender). Gäste: Prof. Dr. Esch (Dir. DHI Rom), Prof. Dr. Wende (Dir. DHI London). Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie Dr. Pusch (Referat 334). DHI Paris: Prof. Dr. Paravicini (Dir.), Dr. Atsma (Stv. d. Dir., Protokollant), Dr. Babel (örtlicher Personalrat), Dr. Kruse (Vertr. d. wiss. Mitarbeiter), Dr. Martens (Vertr. der wiss. Mitarbeiter). Verhindert: Prof. Dr. Dr. hc. mult. Fuhrmann (Präsident der Bayer. Akademie d. Wiss., München), Prof. Dr. Hilde¬ brand (Univ. Bonn), Prof. Dr. Rexheuser (Dir. DHI Warschau), Prof. Dr. W. Schulze (Univ. München). Gegenstand der Beratungen waren, wie jetzt immer, mögliche Wege zu weiterem Wachstum durch Drittmittel in Zeiten schrumpfender Haushalte, die Nutzung des Dienst¬ gebäudes, Einsatz der Datenverarbeitung, die notwendige Erhöhung des Stipendienetats u.a.m. Dankbar ist zu vermerken, daß das Institut, in der Neueren und Zeitgeschichte und in der Bibliothek unterbesetzt, bislang von Stellenkürzungen wenigstens verschont blieb; und daß tatsächlich in 1996 der Stipendientitel aufgestockt wurde, und daß ab 1997 (vorbe¬ haltlich der Zustimmung des Bundestages) die langersehnte Archivarsstelle besetzt werden kann. Im übrigen lindern wir den Personalmangel durch Einstellung von Praktikanten in Wissenschaft, Bibliothek und Verwaltung (vgl. S. 311) - dies ist keine Dauerlösung, aber ein Verfahren, mit dem beide Seiten vorerst zufrieden sind. Das zweite Fest (vgl. unten S. 293 f.) war die Vorstellung des ersten Bandes der »Ma¬ nuscrits enluminés d'origine germanique« der Pariser Nationalbibliothek im Institut am 30. November 1995, wo Forscher der Handschriftenabteilung der Bibliothèque nationale de France und des Institut de Recherche et d'Histoire des Textes mit vielen deutschen Kol¬ legen zusammenkamen: Jean Favier, Präsident der BNF, ergriff das Wort, und es sprach auch Christian J. Regge, für die Fritz Thyssen Stiftung in Köln, in deren mildem Tau diese schöne Blume erwachsen war. Postkarten mit einigen Motiven aus jenen Handschriften halten die Erinnerung an dieses Fest wach - das zum ersten von zweien werden wird, wenn hoffentlich und wirklich auch der zweite Band einmal erarbeitet und erschienen ist. Am 30. November hatte der große Streik, der dann fast bis Weihnachten dauern sollte, bereits begonnen. Aber er konnte unser Haus nicht lahmlegen: Lediglich ein »Jeudi« (J. Wollasch) fiel aus und mußte im Frühjahr nachgeholt werden. Die unerklärlich gute Laune während all dieser Widrigkeiten hielt an und band die Belegschaft nur desto fester zusammen. Weiter ging es am 20. Mai 1996, als der zweite Jahrestag der Einweihung des Hôtel Du- ret de Chevry gefeiert wurde, mit steinerner Inschrift und passendem Vortrag, mit Musik (und welcher Musik!), Brot und Wein, alles auf Kosten oder vermittelt durch die Gesell¬ schaft der Freunde (vgl. unten S. 308). Der Höhepunkt wurde indes am 3. Juli 1996 erreicht: An diesem Tage wurde M. le Doyen Jean Schneider, membre de lTnstitut, unser alter Freund und Gönner, dessen Verdienste um die deutsch-französische Verständigung - trotz Struthof und Dachau - schon im Jahre 1953 Hermann Heimpel notierte, mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Botschafter Stabreit überreichte es ihm im Hôtel Beauharnais; im Hôtel Duret de Chevry folgte ihm zu Ehren ein Essen, veranstaltet zusammen mit der Kulturabteilung der Bot¬ schaft, an dem mehrere confrères des Institut de France, Schüler, Freunde und Familien¬ mitglieder teilnahmen. Eine andere, jedoch nicht in Paris gefeierte Ehrung wiederfuhr dem DHIP in der Person seines ehemaligen Direktors, Prof. Dr. Dr.es h.c. Karl Ferdinand Werner: Die Universität Orléans verlieh ihm (nach der Sorbonne) am 30. Mai 1996 ihren Doctor honoris causa. Das DHIP schloß für diesen Tag und war würdig vertreten. Bildet das DHIP auf diese Weise Traditionen aus und setzt erneuernd und erweiternd fort, was glücklich begonnen wurde, so hatte es doch einige Mühe, das zu bleiben, was es Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 1995-1996 291 nun in seinem Hause ist. Aber auch diese Wolken verzogen sich: der DAAD Paris, mit dem ständige Zusammenarbeit achtsam gepflegt wird, geht nun doch dahin, wo das Insti¬ tut herkommt, in die Rue Maspéro. Und die innenpolitisch attraktive, außenpolitisch aber wenig kluge Überlegung, die historischen Kapitelinstitute des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, namentlich das DHI Rom, das DHI Paris und das Kunsthistorische Institut Florenz, im Zeitalter des »schlanken Staats« zu »privatisieren« und einer abgewandelten »Stiftung Deutsche Historische Auslandsinstitute« zu unterstellen, hielt den massiven, persönlich vorgetragenen Argumenten von Direktoren und Beiratsvorsitzenden nicht stand. Nach dem Sturm bleibt die Erinnerung an vertrauens¬ volle Gespräche zwischen den Instituten und ihrem Dienstherrn. Die noch verbliebene Freifläche im dritten Stock kann also, nachdem soeben auch die Genehmigung des Bundesfinanzministeriums erteilt worden ist, für das Institut ausgebaut werden. Hoffentlich geschieht dies noch im laufenden Jahre 1996. Denn wir brauchen den Platz jetzt schon dringend, noch mehr aber künftig. Denn die Zahl der Mitarbeiter am Institut wächst: Dr. Hanno Brand (DFG) ist einst¬ weilen im Arbeitsbüro des Direktors untergebracht. Wohin aber etwa der künftige Archi¬ var (haushaltstechnisch: »die beamtete Hilfskraft«) kommt, der am 1. Januar 1997 seinen Dienst beginnen soll, ist noch unklar. Und weiteren Stellenzuwachs aus Drittmitteln wird es zum selben Datum voraussichtlich bei der Zeitgeschichte geben. Dort oben werden wohl auch die Zimelien und größeren Schenkungen aufgestellt wer¬ den: Prof. Dr. Fritz Trautz (Heidelberg) hat im Jahre 1996 ältere Einzelgaben durch mehr als 200 Bände, darunter viele ältere Drucke, vermehrt, die in Lieferungen nach Paris kom¬ men. Dagegen sind wir noch gar nicht im Besitz - wohl aber Eigentümer - wertvoller Ge- nealogica, die M. Michel Huberty unter der Bedingung des lebenslangen Nießbrauchs durch einen Dritten dem Institut testamentarisch vermacht hat. Besondere Erwähnung verdient, daß Me Serge Klarsfeld (Paris) dem Institut eine antiquarisch erstandene Samm¬ lung von Zeitungen, Zeitschriften und Karten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und der unmittelbaren Nachkriegszeit geschenkt hat. Das Institut freut sich über diese spontane Geste. Unter den vielen Kolloquien, die das DHIP organisiert und mitorganisiert hat, verdie¬ nen drei hervorgehoben zu werden: »Oppositions et Résistances contre Hitler« (die erste französische Ausstellung und das erste französische Kolloquium zum deutschen Wider¬ stand, initiiert vom städtischen Widerstandsmuseum Leclerc/Moulin in Paris, s. S. 302), »Les Princes et l'Histoire« (je zwei Tage in Paris und in Versailles, S. 302) und »Hanse- kaufleute in Brügge« (in Brügge selbst, S. 301). Es sind dies schöne Zeugnisse für die selbst¬ verständliche Zusammenarbeit des DHIP mit französischen, belgischen, niederländischen Partnern. Sie kommen nicht nur zu uns und arbeiten mit uns, wenn es um die Frankenaus¬ stellung geht (S. 313) oder die Veröffentlichung der Monatsberichte von André François- Poncet (S. 300). Sie tun es auch bei der Erforschung der dunkelsten Epoche der gemein¬ samen Vergangenheit, der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Davon zeugen u.a. die Zusammen¬ arbeit mit dem Centre d'Etude d'Histoire de la Défense (S. 321) und mit dem Institut d'Histoire du Temps Présent (S. 297). Auf dem Gebiet der am Institut traditionell starken Mediävistik zeichnet sich für 1997 auch eine Zusammenarbeit im Dreieck ab, von DHIP, Max-Planck-Institut für Geschichte (O.G. Oexle) und der École des Hautes Études en Sciences Sociales Q.-Cl. Schmitt), die fortgeführt werden soll (S. 301). Schließlich kommt auch Bewegung in ein Vorhaben, das fast seit Anfang erwogen wor¬ den ist: den möglichen synthetischen Beitrag des DHIP zu einer Geschichte der deutsch¬ französischen Beziehungen. Darüber mehr im nächsten Bericht. 292 Werner Paravicini Allgemeine Forschungsprojekte Mittelalter Hagiographische Quellen im Frühen Mittelalter (Dr. Martin Heinzelmann) Auf einer Tagung der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Thema »Neuere Forschungen zu hagiographischen Fragen« (25.-27. April 1996), organisiert von Dieter R. Bauer und Priv.-Doz. Dr. Klaus Herbers, hat Dr. Heinzelmann auch das Institutspro¬ jekt Sources hagiographiques de la Gaule (SHG) vorgestellt und daran anschließend Kon¬ takte mit interessierten jüngeren Forschern angeknüpft. In ähnlicher Weise hat dies J.-C. Poulin auf dem 64. Kongreß der ACFAS (Association canadienne-française pour l'avancement des sciences), Universität McGill ^Montréal), in seinem Vortrag »Méthode de recherche en hagiographie du haut Moyen Âge« (14. Mai 1996) getan. Die ihm für 1996/97 gewährte »année sabbatique«, will er für den Abschluß eines Bandes benutzen, in dem die gesamten Dossiers der »Province de Bretagne« zusam¬ men abgedruckt werden sollen: die bereits in der FRANCIA vorliegenden Teile sollen überarbeitet werden und die noch ausstehenden Dossiers werden dazukommen. Im lau¬ fenden Band der Institutszeitschrift erscheint sein Dossier zu saint Guénolé de Lan- dévennec (SHG V). Der gleiche Autor hat in einem kurzen Bericht für die Zeitschrift Scriptorium das Unter¬ nehmen SHG vorgeteilt und dessen Bedeutung vor allem auch für die Kenntnis hagiogra- phischer Handschriften erläutert; die bisher für die bretonischen Dossiers herangezogenen Handschriften wurden zusammengestellt; vgl. Id., Le projet de recherche sur les sources hagiographiques de la Gaule antérieure à Pan mil, in: Scriptorium 50 (1996) S. 196 f. Originalurkunden des Klosters Cluny (Dr. Hartmut Atsma,) Dr. Atsma hat in Zusammenarbeit mit Prof. Vezin (Directeur d'études an der École pra¬ tique des Hautes Études, IVe section, Paris) die Vorbereitungen zur Drucklegung des 1. Bandes der auf 7 Bände berechneten Serie, die im Rahmen der Reihe »Monumenta Palaeographica Medii JEvi« erscheinen wird (vgl. den Bericht in diesem Band), weitgehend zum Abschluß gebracht. Die Schlußredaktion des ersten Bandes wurde - abgesehen von anderen Institutsgeschäften - erschwert und verzögert, weil seit langem angekündigte Hilfsmittel zur Erforschung der Geschichte Clunys noch nicht genutzt werden konnten. Dr. Atsma und Prof. Vezin haben deshalb - unter dem Vorbehalt späterer Nachbesserun¬ gen - die unerläßlichen und zeitraubenden Identifikationen und Datierungen selbst durch¬ geführt. Das von Dr. Atsma und Prof. Vezin begründete und geleitete Unternehmen »Monu¬ menta Palaeographica Medii ^Evi« ist im letzten Jahr durch eine neue Serie ergänzt worden. Neben den unter den Auspizien der »Académie des Inscriptions et Belles-Lettres« (Paris) erscheinenden Séries gallica und unter den Auspizien der »Real Académia de la Historia« (Madrid) erscheinenden Séries hispanica2 hat Frau Colette Sirat (Directeur d'études an der École pratique des Hautes Études; Chef de la Section hébraïque des Institut de recherches et d'histoire de textes) die Etablierung der Séries hebraïca vermittelt, die unter den Auspi¬ zien der »Académie nationale des Sciences et des Lettres dTsraël« (Jerusalem) veröffent- 2 Der erste, die »Colecciön epigrâfica« der Provinz »Zamora« umfassende Band der von Vicente Garcia Lobo (Leon, Spanien) geleiteten Reihe des »Corpus Inscriptionum Hispaniae Medievalium« ist von Mâximino Gutiérrez Alvarez (Leon) fertiggestellt worden. Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 1995-1996 293 licht werden wird3. Die Bildung einer Serie belgica, die unter die Auspizien der »Académie royale« (Brüssel) gestellt werden könnte, zeichnet sich durch eine Initiative von Walter Prevenier und Adriaan Verhulst (Gent) ab. Es ist am Ende dieses Jahres dankbar zu vermerken, daß Dr. Atsma ebenso wie Prof. Vezin bei der Fortsetzung ihres Unternehmens die bewährte Unterstützung von mehreren Mitgliedern der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres gefunden haben (u.a. Jean Leclant, Jean Favier, Jacques Monfrin, François Chamoux, Jean Marcadé, Pierre Toubert, Jean Richard); seitens der Bibliothèque nationale de France sind Florence Callu, Marie- Pierre Lafitte und François Avril und seitens der Archives nationales Luc Forlivesi und Jean-Pierre Brunterc'h zu nennen. Prof. Louis Holtz hat für die Séries hebraïca die Unter¬ stützung des von ihm geleiteten Institut de recherches et d'histoire de textes (Paris und Or¬ léans) zugesagt. Schließlich ist mit Frau Helen Wanke (Universität Tübingen) und Frau Gundula Caspary (Universität München) auch zweier Praktikantinnen des DHI dankbar zu gedenken, die sich von Mitte Juli bis Anfang September 1996 nicht nur an den laufenden Geschäften der Institutsbibliothek, sondern auch im Cabinet des Manuscrits der Bibliothè¬ que nationale de France um die Kollationierung der Texte sowie der Verifizierung der materiellen Beschreibungen und bibliographischen Angaben zu den ältesten Urkunden Clunys verdient gemacht haben. Illuminierte Handschriften deutscher Provenienz in der Bibliothèque nationale de France (Dr. Hartmut Atsma) Das Erscheinen des in Zusammenarbeit zwischen dem DHI Paris und der Bibliothèque nationale de France (Paris) entstandenen Katalogs: »Manuscrits enluminés d'origine ger¬ manique. Tome I: Xe-XIVe siècle«4 gab den Anlaß zu einer außergewöhnlichen Veranstal¬ tung am 30. November 1995 im DHI. Trotz erheblicher Behinderung durch den seinerzeit besonders harten Streik war die von Dr. Atsma organisierte »Buchtaufe«, an der außer den Autoren Frau Prof. Dr. Florentine Mütherich (Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Mün¬ chen), die das Vorhaben wissenschaftlich beraten und begleitet hatte, Dr. Wolfhart Frei¬ herr von Stackeiberg (Deutsche Botschaft, Paris) und auch zahlreiche Konservatoren der Pariser Archive und Bibliotheken teilnahmen, gut besucht. Nach Grußworten des Insti¬ tutsdirektors, von Jean Favier (Membre de lTnstitut, Président de la Bibliothèque nationa¬ le de France) und Christian J. Regge (Fritz Thyssen Stiftung, Köln), die ihre Genugtuung über den Erfolg der langjährigen Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen zum Ausdruck brachten, präsentierte Frau Claudia Rabel (Institut de recherches et d'hi¬ stoire de textes, Paris und Orléans) in einem Lichtbildervortrag das soeben erschienene Werk. In den Vitrinen der Eingangshalle des Instituts wurden Faksimiles von einigen be¬ sonders aussagekräftigen Handschriften ausgestellt. Diese Reproduktionen hatte die fran¬ zösische Nationalbibliothek ebenso ermöglicht wie den Druck von Postkarten, deren Finanzierung die »Gesellschaft der Freunde des Deutschen Historischen Instituts Paris« besorgte. 3 Colette Sirat hat in Zusammenarbeit mit Malachi Beit-Arié und Mordechai Glatzer unter dem Titel »Codices hebraïcis litteris exarati quo tempore scripti fuerint« den ersten, die Jahre 894 (?) - 1020 umfassenden Band der datierten hebräischen Handschriften des Mittelalters fertiggestellt. Im Unter¬ schied zu den »nationalen« Serien, erfaßt das hier angekündigte Werk Handschriften aus den verschie¬ densten Aufbewahrungsorten im Ausland. 4 Manuscrits enluminés d'origine germanique. Tome I : Xe - XIVe siècle, publié par François Avril et Claudia Rabel avec la collaboration d'Isabelle DELAUNAY, Paris 1995. Avec préfaces de Jean FAVIER et Werner PARAVICINI (Bibliothèque nationale de France. Département des Manuscrits. Centre de re¬ cherches sur les manuscrits enluminés). 294 Werner Paravicini Der zweite Band des Katalogwerks ist Frau Isabelle Delaunay übertragen worden, die schon am ersten Band mitgewirkt hatte. Sie wird im Rahmen des von Generalkonservator François Avril geleiteten »Centre de recherches sur les manuscrits enluminés« in der fran¬ zösischen Nationalbibliothek und weiterhin mit der wissenschaftlichen und organisato¬ rischen Unterstützung von Prof. Mütherich und Dr. Atsma die noch nicht katalogisierten illuminierten Handschriften deutscher Provenienz aus der Zeit vom 14. bis zum 19. Jahr¬ hundert bearbeiten. Ob seitens der Fritz Thyssen Stiftung eine finanzielle Unterstützung der unerläßlichen Arbeits- und Forschungsaufenthalte der Bearbeiterin in Deutschland gewährt werden kann, wird von der weiteren Entwicklung des Projekts, insbesondere des erwähnten Forschungszentrums abhängen, das ebenso wie andere Einrichtungen der Biblio¬ thèque nationale de France von dem nahe bevorstehenden Umzug in das Stadtviertel Tolbiac (Paris, XIIIe Arrondissement) und die damit verbundenen Umstrukturierungen betroffen sein könnte. Gallia Pontificia (Dr. Rolf Große) - Papsturkunden in Frankreich. Band IX: Saint-Denis Nach Vorlage des Editionsteils auf der letzten Beiratssitzung hat Dr. Große in den folgen¬ den Monaten die historische Einleitung, die chronologische Liste mit Regesten aller Papst¬ urkunden, den Archivbericht sowie eine Auswahlbibliographie verfaßt und den Band wie vorgesehen bis zum Frühjahr abgeschlossen. Das Manuskript wurde dem Direktor im Februar vorgelegt und fand auch die Zustimmung von Herrn Professor Hiestand (Düssel¬ dorf) und Herrn Professor Lohrmann (Aachen), die es einer kritischen Durchsicht unter¬ zogen. Die Drucklegung soll im Winter beginnen. - Papsturkunden in Frankreich. Band X Diesen Band, der weitere Abteien der Ile-de-France enthalten wird, hat Dr. Große mit dem 1118 durch Simon von Neauphle gegründeten und 1147 den Zisterziensern übertra¬ genen Kloster Les Vaux-de-Cernay begonnen, dessen Fonds in den Archives départemen¬ tales des Yvelines (Versailles) aufbewahrt wird. Die Ordnung der Archivalien entspricht noch weitgehend einem 1765 angefertigten Inventar, so daß der Zugriff auf das einschlä¬ gige Urkundenmaterial keine größeren Schwierigkeiten bereitet. Dr. Große hat die Papst¬ urkunden bereits erfaßt und die Textherstellung in Angriff genommen. Der Hof der Herzöge von Burgund (Dr. Hanno Brand, Dr. Holger Kruse und Prof. Dr. Werner Paravicini) In Arbeit sind sowohl die Edition der burgundischen Hofordnungen als auch die Erstel¬ lung einer Datenbank, die die Informationen der täglichen Gagenlisten des burgundischen Hofpersonals vollständig, die der täglichen Listen über Sachausgaben in prosopographisch wichtigen Teilen erfaßt. Arbeitsgegenstand sind alle burgundischen Teilhöfe (Herzog, Herzogin, Erbprinz, dessen Gemahlin, ggf. weitere Verwandte). Der Schwerpunkt liegt augenblicklich auf der Regierungszeit Herzog Philipps des Guten (1419-1467). Dem Projekt wurde zunächst ab 1. Oktober 1994 eine Anfangsfinanzierung seitens der Fritz Thyssen Stiftung gewährt. Seit 1. November 1995 wird es durch die Deutsche For¬ schungsgemeinschaft gefördert. Aus ihren Mitteln konnte Dr. Hanno Brand (Leiden/ Gent), eingestellt und die Hilfskraft Valérie Bessey (Paris) weiterbeschäftigt werden. Seit dem 1. Februar 1996 ist zudem aus Mitteln des Instituts Elisa Anne, Paris, als zweite Hilfs¬ kraft am Projekt tätig. Die Arbeitsgruppe ist nunmehr romano-germanisch zusammenge¬ setzt, so wie ehemals der burgundische Staat selbst. Im Laufe des Berichtsjahres wurden alle aus den Archives départementales du Nord in Lille an die Archives nationales zu Paris für das Projekt ausgeliehenen Dokumente (vgl. Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 1995-1996 295 den Bericht des Vorjahrs) transkribiert und der größere Teil auch korrekturgelesen. Daneben wurde mit der Aufnahme der Stücke begonnen, die in der Pariser Nationalbibliothek und im Nationalarchiv selbst verwahrt werden. Insgesamt ist mehr als die Hälfte der gut 5500 Doku¬ mente, die aus der Regierungszeit Philipps des Guten überliefert sind, elektronisch erfaßt. Im nächsten Jahr sollen die ersten Ergebnisse in Form von Ausdrucken vorgelegt werden: Auf¬ grund der Ecroes erarbeitete prosopographische Repertorien zu den Höfen Philipps des Guten (H. Brand) und der Herzogin Isabelle/des Grafen von Charolais (H. Kruse). Die Editionsarbeit wurde besonders bei den Hofordnungen Karls des Kühnen (W. Para- vicini) gefördert, wobei die Textherstellung der Mantelordonnanz von 1469 und der großen Hof Ordnung von 1474 (mit Nachträgen, über 1400 Paragraphen!) am weitesten ge¬ diehen ist. Dabei stellte sich heraus, daß Teile des originalen Textes 1474 erst noch aus der Abschrift vom Anfang des 16. Jh.s rekonstruiert werden müssen. Auch hier ist geplant, im nächsten Jahr eine Editionsrohfassung vorzulegen. Bedauerlicherweise mußte die für das Projekt so förderliche Ausleihe von Dokumenten aus Lille nach Paris wegen geänderter Vorschriften der Direction des Archives de France im August 1996 eingestellt werden. Künftig wird mit Reproduktionen gearbeitet werden müssen, die gegebenenfalls am Original in Lille zu überprüfen sein werden. Da aber das Departementalarchiv in Lille personell nicht in der Lage ist, in größerem Umfang Kopien herzustellen, wird die Arbeitsgruppe dies selbst besorgen müssen. Eine Beschleunigung der Arbeit ist daher nicht zu erwarten. Für den Januar 1997 ist im DHI Paris ein Arbeitstreffen mit französischen, belgischen und niederländischen Kollegen verabredet, auf dem die laufenden prosopographischen Ar¬ beiten zum Personal der Burgunderherzöge, zu denen auch unser Projekt zählt, mit dem Ziel einer künftigen »Prosopographia Burgundica« koordiniert werden sollen. Ein erstes Arbeitsgespräch fand bereits am 22. September 1995 zu Nimwegen am Rande der Tagung des Centre Européen d'Études Bourguignonnes statt. Zum Umkreis des Projekts gehört die Edition des handschriftlichen »Catalogue des actes de Charles le Téméraire (1467-1477)« von Henri Stein (t 1940), auf Zetteln in den Archives départementales de la Côte d'Or in Dijon aufbewahrt, den Sonja Dünnebeil (Eichenau, jetzt Wien) im Werkvertrag bearbeitet. Das Manuskript von ca. 2500 Num¬ mern wird voraussichtlich im Frühjahr 1997 abgeschlossen werden. Neuzeit Französische Schutz- und Protektionspolitik im Spätmittelalter und Früher Neuzeit (Dr. Rainer Babel) Das Manuskript befindet sich noch in Bearbeitung. Sein Abschluß in 1996 wird angestrebt. Die wesentlichen Thesen und Ergebnisse der Untersuchung, so wie sie dort dargestellt werden, seien hier zusammenfassend erläutert: Ausgegangen wird von der Beobachtung, daß »protection« als Begriff der französischen Außenpolitik in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts unterschiedliche Sachverhalte um¬ schreiben kann. Eine Protektionsbeziehung kann sowohl in der Form eines quasi »zwi¬ schenstaatlichen« Verhältnisses zwischen zwei prinzipiell souveränen Handlungspartnern begegnen, sie kann aber auch den Zustand einer militärischen Besetzung mit allen ein¬ schränkenden Folgen für die Autonomie des Protektionsnehmers meinen (wie im Fall der lothringischen Reichsstädte Metz, Toul und Verdun). Daß der gleiche Begriff der Quellen¬ sprache zwei unterschiedliche Sachverhalte bezeichnen kann, fordert zu einer vertieften Untersuchung der Genese von Protektionsbegriff und Protektionspraxis in der französi¬ schen Außenpolitik auf. Herausgearbeitet werden zwei Stränge des französischen Protektionsbegriffes, die sich grundsätzlich unabhängig voneinander entwickeln, aber im Verlauf ihrer Genese Berühr- 296 Werner Paravicini ungspunkte entwickeln: eine auf dem Institut der mittelalterlichen »garde« aufbauende, ge¬ wissermaßen territorialpolitische Tradition, die vor allem im Grenzgebiet zum Reich greif¬ bar wird, und eine Tradition der Schutzpolitik gegenüber prinzipiell eigenständigen Herr¬ schaftsträgern. Ausgehend von den Fällen Metz, Toul und Verdun wird der erste Schutzbegriff aufge¬ arbeitet. Es wird gezeigt, wie zwischen der ersten Besetzung der drei Reichsstädte unter dem Argument der »Protektion« 1552 und ihrer endgültigen Abtretung an Frankreich 1648 ein Protektionsverständnis Konturen gewinnt, das schrittweise die »protection royale« mit einem souveränem Besitz gleichwertigen Rechtstitel identifiziert. Dies steht in engem Zusammenhang mit einem bestimmten Geschichtsbild und einer bestimmten Rechtsvorstellung: dem Bild von der Stiftung der Krone Frankreich durch Chlodwig, zu deren Domäne auch die Lande links des Rheins gehörten, wozu dann der den »lois fonda¬ mentales« zugerechnete Gedanke von der Unveräußerlichkeit dieser Krondomäne trat. Hieraus entstand eine Protektionsidee, in der Schutz als eine besondere Form faktischer Herrschaft des Königs von Frankreich über einen entfremdeten Teil seiner Souveränität verstanden wurde. Hiervon zunächst zu unterscheiden ist eine zweite Linie des ProtektionsVerständnisses: Sie betrifft die Schutzverhältnisse, die der König von Frankreich mit anderen Fürsten oder Gemeinwesen auf dem Wege der Vereinbarung aufrichtete und die im Prinzip die Souverä¬ nität des Schutznehmers nicht berührten. In diesen Schutzbeziehungen kam die Auffas¬ sung der Krone Frankreich von ihrer Rolle in der Christenheit und von den Pflichten eines »Roi Très Chrétien« im Bereich der Staatenpolitik zum Ausdruck. Sie enthalten damit auch eine Konzeption und Vision der europäischen Politik und der europäischen Ord¬ nung, in der Frankreich eine regulierende und ordnende Funktion zukam. Die Ursprünge und Vorformen dieser Schutzpolitik werden in der französischen Italienpolitik des späte¬ ren Mittelalters gesucht (Florenz, Genua etc.), wobei herauszuarbeiten versucht wird, daß die italienische Politik Ludwigs XL hier einen besonders deutlichen Entwicklungssprung bewirkt hat. Aufgezeigt werden soll dann die nochmals gesteigerte Qualität, welche die Schutzpolitik der Krone Frankreich in der Ära Heinrichs IL gewinnt, dessen antihabsbur- gischer außenpolitischer Entwurf in den ersten Jahren seiner Herrschaft massiv auf dem Konzept einer Schutzpolitik in Italien und im Reich beruht. Grundanliegen der Untersuchung ist es, neben der Bedeutungsbreite des Protektionsbe¬ griffes anhand einer Längsschnittanalyse zu veranschaulichen, wie im Medium französi¬ scher Protektionspolitik ein Selbstbild der Krone zum Ausdruck kommt, das den Gedan¬ ken ihrer regulierenden Rolle in der europäischen Politik betont. Es soll deutlich werden, daß dieser Gedanke nicht nur in nachträglichen Rechtfertigungsversuchen außenpoli¬ tischen Handelns, sondern auch in konkreten Entscheidungsprozessen selbst präsent ist. Somit soll die Untersuchung dazu beitragen, die Entwicklung eines grundlegenden ideolo¬ gischen Zusammenhanges und sein Gewicht in den Traditionen der französischen Außen¬ politik aufzuzeigen. Johann Daniel Schöpflins wissenschaftliche und diplomatische Korrespondenz (Prof. Dr. Jürgen Voss) Nach Abarbeitung termingebundener Korrekturarbeiten kamen die Arbeiten an diesem Projekt in der zweiten Jahreshälfte endlich voran: Die Brieftexte wurden sukzessive auf EDV übertragen bzw. erfaßt. Es handelt sich in der Regel um Originalbriefe Schöpflins; vereinzelt haben sich auch Antwortschreiben der Korrespondenten ermitteln lassen; sie sind hier einbezogen. Miter¬ faßt werden auch die 180 Briefe Andreas Lameys an Schöpflin aus den Jahren 1763-1771, weil sie in der Regel die Reaktion auf bei Fester bereits edierte Schreiben Schöpflins an den Mannheimer Akademiesekretär darstellen und Teil von Schöpflins Wirken sind. Diese Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 1995-1996 ' 297 Briefe sind maschinenschriftlich transkribiert und müssen noch zusammen mit weiteren noch nicht erfaßten Schreiben in den Komputer eingegeben werden. Die Edition wird in¬ klusive der Briefe Lameys über 500 Texte enthalten. Zeitgeschichte Akten zu den deutsch-französischen Beziehungen im 20. Jahrhundert (Dr. Stefan Martens) - Archivführer zu den deutschen Akten zur Geschichte Frankreichs unter deutscher Be¬ satzungsherrschaft im Zweiten Weltkrieg. Dank der raschen Erfassung der Bestände in Freiburg durch Herrn Remus konnte im Fe¬ bruar des Jahres 1996 das Rohmanuskript des geplanten Führers zu den Beständen des Bun¬ desarchiv-Militärarchivs in Freiburg abgeschlossen werden. Die ursprünglich für den Som¬ mer geplante Erstellung der Register bzw. der Indices mußte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Ebensowenig ist derzeit absehbar, wann mit der geplanten formalen Angleichung der beiden Übersichten zu den Beständen des Bundesarchiv-Militärarchivs bzw. der Archives nationales begonnen werden kann, da die parallel zur Arbeit von Herrn Remus in den Archives nationales begonnene Verzeichnung des Bestandes AJ 40 (Militär¬ befehlshaber Frankreich und Belgien/Nordfrankreich) durch den Weggang der Bearbeiterin ins Stocken geraten ist. Um die Fortsetzung und den erfolgreichen Abschluß des Projekts sicherzustellen, sind im Oktober Gespräche mit beiden Archivleitungen verabredet. - Auswahledition der Berichte der französischen Präfekten sowie des deutschen Militärbe¬ fehlshabers 1940-1944 Zu Beginn des Jahres 1996 wurde mit den Vertretern des Institut d'Histoire du Temps Pré¬ sent, Henry Rousso (Dir.) und Denis Peschansky, Einigkeit darüber erzielt, daß es sich an¬ gesichts des umfangreichen Materials bei dem Projekt nur um eine Auswahledition han¬ deln könne. Der Wert einer solchen Edition liegt darin, daß damit erstmals ein zentraler Quellenbestand zur Geschichte Frankreichs im Zweiten Weltkrieg der breiten Forschung erschlossen wird. Darüber hinaus ist ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt, daß nicht nur die verschiedenen Ebenen der französischen Überwachung, sondern parallel dazu stets auch die Berichte der entsprechenden deutschen Stelle abgedruckt und knapp kommentiert werden sollen. Im Juli wurde bei einem Treffen zwischen den Direktoren des DHIP und des IHTP und Herrn Dr. Hinnerk Bruhns (CNRS) vereinbart, daß vom 1. Januar 1997 an im Rahmen ei¬ ner auf sechs Monate begrenzten, vom CNRS und DHIP gemeinsam getragenen Anfangs¬ finanzierung je ein französischer und ein deutscher Mitarbeiter mit den Vorarbeiten zu der geplanten Auswahledition beginnen werden. Die beiden Bearbeiter sollen nach drei Mona¬ ten ein Arbeitspapier vorlegen, das im Rahmen eines Workshops mit einschlägigen Sach¬ kennern diskutiert werden wird. Migration und internationale Politik (Priv.-Doz. Dr. Klaus Manfrass) Dr. Manfrass hat weiter an seiner Studie »Außenpolitische Implikationen der internationa¬ len Migration im deutsch-französischen Vergleich« gearbeitet. Die Redaktion einer ersten Version der folgenden Abschnitte wurde abgeschlossen: 1. Historischer Abriß der Entwicklung des internationalen Migrationsprozesses in Eu¬ ropa und weltweit von den 1950er Jahren bis zur Gegenwart: von der europäischen Ar¬ beitskräftewanderung der 1950er-l 970er Jahre zur vielfältigen globalen Migrationsbewe¬ gung der Gegenwart ( 45 S.). 2. Der Stellenwert Deutschlands und Frankreichs im Globalisierungsprozeß der Migra¬ tion (wirtschaftliche Internationalisierung; Entstehung/Abbau/Verlagerung von Arbeits¬ plätzen; Strukturwandel der Arbeitsmärkte; demographische Entwicklungen) (45 S.). 298 Werner Paravicini 3. Deutschland, Frankreich und die internationalen Wanderungsströme (Kontinuität und Verlagerung von den 1950er Jahren über die weltweite Öffnung mit dem Ende der bi¬ polaren Weltordnung bis zur Gegenwart) (50 S.). Der Schwerpunkt der Forschungs- und Redaktionsarbeit lag im Bereich des Abschnitts 4 mit dem Arbeitstitel: »Migrationen im Spannungsfeld zwischen Westeuropa und der Welt des Islams« (70 S.). Die Untersuchung konzentriert sich auf die Beziehungen zwischen Frankreich bzw. Deutschland als den wichtigsten Aufnahmeländern der europäischen Industriegesellschaft einerseits und den islamischen Herkunftsländern des Mittelmeerraums andererseits. Ana¬ lytisches Kernproblem ist die Politisierung des ursprünglich weitgehend unpolitischen Mi¬ grationsprozesses (Arbeitskräftewanderung) durch das Auftreten des Islams als politische Antriebskraft (Ideologie) in der Region der Herkunftsländer. Konsequenz ist eine Poli¬ tisierung der zugewanderten Minderheit im Aufnahmeland mit Rückwirkungen auf den Integrationsprozeß, ein Bedeutungszuwachs der bilateralen Beziehungen zwischen Auf¬ nahme- und Herkunftsländern, Konflikttransfer vom Herkunfts- ins Aufnahmeland, Be¬ deutungswandel der Migration und Auftreten der Religion als Bestimmungselement der bilateralen Beziehungen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Beziehungen Frankreichs zu Algerien und den Be¬ ziehungen Deutschlands zur Türkei. Beides sind die jeweils wichtigsten Herkunftsländer, und in beiden stehen die innenpolitischen Entwicklungen im Spannungsfeld des Vordrin¬ gens des islamischen Fundamentalismus. Dies hat Auswirkungen auf die jeweilige Diaspo¬ ra im Ausland, auf den außenpolitischen Stellenwert beider Länder sowie ihre bilateralen Beziehungen zu den Aufnahmeländern Frankreich und Deutschland. Die Untersuchung orientiert sich am Konzept der Verknüpfung von Innen- und Außenpolitik (Konflikt¬ transfer) sowie an der Frage nach der Bedeutung des Verhältnisses der Kulturen (West¬ europa/Westen - Islam) als Bestimmungsfaktor internationaler Beziehungen. Die im Berichtszeitraum gehaltenen Vorträge (Bonn, Osnabrück, Arnoldshain, Lud¬ wigsburg, s. Teil II) haben den jeweiligen Fortgang der Forschungsarbeit dieses Abschnitts zum Ausdruck gebracht und ermöglichten eine Überprüfung der Ergebnisse in der Dis¬ kussion mit einem wissenschaftlichen Fachpublikum. Veröffentlichungen Allgemeines Zu den beiden vorausgegangenen Jahresberichten des Direktors (1993-1994 und 1994-95) vgl. Anm.l. Mittelalter Erschienen: FRANCIA 22/1: Mittelalter - Moyen Âge, Sigmaringen (Thorbecke) 1995, X-381 S. - ISBN 3-7995-7240-6. FRANCIA 23/1: Mittelalter - Moyen Âge, Sigmaringen (Thorbecke) 1996,411 S. Holger Kruse, Hof, Amt und Gagen. Die täglichen Gagenlisten des burgundischen Hofes (1430-1467) und der erste Hofstaat Karls des Kühnen (1456), Bonn (Bouvier) 1996, 357 S. (PHS44). Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 1995-1996 299 Im Druck, in Vorbereitung, angenommen zur Veröffentlichung: Philippe Depreux, Prosopographie de l'entourage de Louis le Pieux: (781-840), Sigmarin¬ gen (Thorbecke) 1996, ca. 550 S. (Instrumenta 1). Andrea Decker-Heuer, Studien zur Memorialüberlieferung im frühmittelalterlichen Paris, Sigmaringen (Thorbecke) 1997 (BdF 40). Transferts culturels et histoire littéraire au Moyen Âge. Textes réunis et pu¬ bliés par Ingrid Kasten, René Pérennec et W. Paravicini, Sigmaringen (Thorbecke) 1997 (BdF). Joseph Morsel, Une société politique en Franconie à la fin du Moyen Âge: Les Thüngen, leurs princes, leurs pairs et leurs hommes (1275-1525), Sigmaringen (Thorbecke) 1997, ca. 400 S. (Instrumenta). Josiane Barbier, Terres du fisc et palais en Neustrie (IVe-Ve siècles), Sigmaringen (Thorbecke) 1997, ca. 400 S. (BdF). Neithard Bulst, Repertorium französischer Kleiderordnungen des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Sigmaringen (Thorbecke) 1997/1998, ca. 400 S. (Instrumenta). Harald Müller, Päpstliche Delegationsgerichtsbarkeit in der Normandie im 12. und frühen 13. Jahrhun¬ dert: Mit der Edition zahlreicher Prozeßerzeugnisse, herausgegeben vom Deutschen Histo¬ rischen Institut Paris und der Ecole nationale des chartes. Bonn (Bouvier) 1997, ca. 750 S. Studien und Dokumente zur Gallia Pontificia. Frühe Neuzeit, Revolution (1500-1815) Erschienen: FRANCIA 22/2: Frühe Neuzeit - Revolution - Empire 1500-1815, Sigmaringen (Thor¬ becke) 1995, X-318 S. - ISBN 3-7995-7241-4. Calixte Hudemann-Simon, L'État et la Santé, La politique de santé publique ou »police médicale« dans les quatre départements rhénans, 1794-1814, Sigmaringen (Thorbecke) 1995, 544 S. (BdF 38) - ISBN 3-7995-7338-0. Im Druck, in Vorbereitung, angenommen zur Veröffentlichung: FRANCIA 23/2: Frühe Neuzeit - Revolution - Empire 1500-1815, Sigmaringen (Thor¬ becke) 1996, ca. 330 S. Identité régionale et conscience nationale en France et en Allemagne du Moyen Âge à l'époque moderne. Publié par Rainer Babel et Jean-Marie Moeglin, Sigmaringen (Thor¬ becke) 1997, ca. 470 S. (BdF 39). Strasbourg, Schoepflin et l'Europe au XVIIIe siècle. Textes réunis et publiés par B. Vogler et J. Voss, Bonn (Bouvier) 1996, ca. 350 S. (PHS 42). Calixte Hudemann-Simon, L'État et les Pauvres. L'assistance et la lutte contre la mendi¬ cité dans les quatre départements rhénans 1794-1814, Sigmaringen (Thorbecke) 1997 (BdF 40). Erich Pelzer, Die Wiederkehr der girondistischen Helden. Deutsche Intellektuelle als kulturelle Mittler zwischen Deutschland und Frankreich während der Französischen Revolution, Bonn (Bouvier) 1996, ca. 430 S. (PHS 43). Erich Pelzer, Die deutsche Bibliothek der französischen Revolution (1789-1799). Bibliographie, Sigmaringen (Thor¬ becke) 1997 (Instrumenta). 19. und 20. Jahrhundert Erschienen: FRANCIA 22/3: 19./20. Jahrhundert - Histoire contemporaine, Sigmaringen (Thorbecke) 1995, X-348 S. - ISBN 3-7995-7242-3. Wolfgang Bergsdorf, Literatur und Politik in Deutschland. Zur Tradition und Aktualität eines Dauerkonflikts, Bonn (Bouvier) 21995, 158 S. (Reflexionen über Deutschland im 20. Jh.). ISBN 3-416-02428-1. Hans L. Merkle, Ein deutsches Unternehmen in Frank¬ reich. Die Bosch-Gruppe und der Neubeginn in den deutsch-französischen Beziehungen ab 1945. - Une entreprise allemande en France. Le groupe Bosch et le renouveau des relations franco-allemandes à partir de 1945, Bonn (Bouvier) 1995, 56 S. (Reflexionen über Deutsch- 300 Werner Paravicini land im 20. Jh.). ISBN 3-416-02591-1. Paris und Berlin in der Revolution 1848. - Paris et Berlin dans la Révolution de 1848. Gemeinsames Kolloquium der Stadt Paris, der Histo¬ rischen Kommission zu Berlin und des Deutschen Historischen Instituts Paris (Paris, 23.-25. November 1992), hg. v. Ilja Mieck, Horst Möller und Jürgen Voss, Sigmaringen (Thorbecke) 1996, 320 S. ISBN 3-7995-7288-0. Thomas Raithel, Das »Wunder« der in¬ neren Einheit. Studien zur deutschen und französischen Öffentlichkeit bei Beginn des Ersten Weltkriegs, Bonn (Bouvier) 1996, 564 S. (PHS 45). ISBN 3-416-0264-1. Hans Maier, Niederlage und Befreiung. Der 8. Mai 1945 und die Deutschen. - Défaite et libéra¬ tion. Les Allemands et le 8 mai 1945, Bonn (Bouvier) 1996, 84 S. (Reflexionen über Deutsch¬ land im 20. Jh.). ISBN 3-416-02591-X. Im Druck, in Vorbereitung, angenommen zur Veröffentlichung: FRANCIA 23/3: 19./20. Jahrhundert - Histoire contemporaine, Sigmaringen (Thorbecke) 1996, ca. 330 S. Dagmar Soleymani, Les échanges commerciaux entre la France et les États allemands 1834-1869, Bonn (Bouvier) 1997, ca. 300 S. (PHS 41). Die deutsch-französischen Wirt¬ schaftsbeziehungen 1945-1960. Les relations économiques franco-allemandes 1945-1960. Hg. v. Andreas Wilkens, Sigmaringen (Thorbecke) 1997, ca. 400 S. (BdF). André Fran- çois-Poncet, Les débuts de la République fédérale d'Allemagne. Les rapports mensuels du Haut Commissaire français à Bonn 1949-1955. Textes présentés, introduits et annotés par Hans Manfred Bock, en coopération avec la Direction des Archives et de la Documentation du Ministère des Affaires étrangères, 2 Bde, Paris (Imprimerie Nationale) 1996,1429 S. Veröffentlichungen der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Historischen Instituts Paris Erschienen: W. Paravicini, Savoir-vivre et savoir-faire. Civilisation courtoise et civilisation technique dans les relations entre la France et l'Allemagne du Moyen Age aux Temps Modernes, Sigmaringen (Thorbecke) 1995, 66 S. (Conférences annuelles de lTnstitut Historique Allemand 1) - ISBN 3-7995-7275-9. Heinrich-August Winkler, Weimar-Bonn-Berlin. Trois Républi¬ ques allemandes, Sigmaringen (Thorbecke), 58 S. (Conférences annuelles de l'Institut Histori¬ que Allemand 2) - ISBN 3-7995-7276-7. Bulletin de la Société de l'Institut Historique Allemand. Bulletin der Freunde des Deutschen Historischen Instituts Paris 1 (1995), 76 S. Im Druck: Bulletin de la Société de lTnstitut Historique Allemand. Bulletin der Freunde des Deut¬ schen Historischen Instituts Paris 2 (1996), 100 S. Kolloquien5 Allgemeines Abgehalten: Usages scientifiques des bibliothèques. Internationales Kolloquium, veranstaltet von der Université Paul Valéry Montpellier (Chr. Amalvi) und dem Frankreichzentrum der Uni¬ versität Freiburg i.Br. (G. Krumeich) in Zusammenarbeit mit dem DHIP, im DHIP, 5 O = Organisation. MO = Mitorganisation. B = Beratung und finanzielle Beteiligung. Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 1995-1996 301 22-23 Febr 1996 - W Paravicim (B) Archiv und Gedächtnis Auf den Spuren einer interkulturellen Geschichte / Archives et memoire Problèmes et méthodes de Varchivi- stique dans une perspective d'histoire culturelle comparative (France et Allemagne) Kollo¬ quium, veranstaltet von der École normale supérieure - Groupe d'études sur les transferts culturels, dem Frankreich-Zentrum der Universität Leipzig, dem Institut français Leipzig, dem Centre Marc Bloch Berlin, dem Institut fur Kultur- und Universalgeschichte Leipzig, in Verbindung mit dem DHIP, Leipzig, 23 -25 Juni 1996 - W Paravicim (B) Geplant La liberté et les Beaux-Arts - ideal et réalités, de VAntiquité au XVIIIe siede Tagung der Winckelmann-Gesellschaft, Stendal, in Verbindung mit dem Musée du Louvre und dem DHIP Paris, 29 September-5 Oktober 1996 im DHIP -W Paravicim (B) Restaura¬ tion Historische Vergleiche fur die Gegenwart Gemeinsames Kolloquium der Deutschen Historischen Auslandsinstitute mit weiteren Partnern 2000 - W Paravicim (MO) Mittelalter Abgehalten Hansekaufleute in Brügge Kolloquium des DHIP und der Universität Greifswaid, veran¬ staltet in Zusammenarbeit mit den Universitäten Gent und Kiel, dem Stadtarchiv und der Genootschap voor Geschiedems zu Brügge, und den Deutschen Historischen Auslandsin- stituten London, Rom und Warschau Brügge, 25 -28 April 1996 - W Paravicim (MO) Geplant Hofe und Hof Ordnungen (1200-1600) - Cours et Ordonnances de l'Hôtel 5 Symposium der Residenzenkommission der Akademie der Wissenschaften zu Gottingen, veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem DHIP und dem Staatsarchiv Sigmaringen Sigmanngen, 5 -8 Ok¬ tober 1996 - H Kruse, W Paravicim (MO) Prosopographia Burgundica Atelier, ver¬ anstaltet vom DHIP Paris, 27 Januar 1997 -H Brand, H Kruse und W Paravicim (O) Neue Tendenzen in der deutschen Mediävistik Atelier veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut fur Geschichte (O G Oexle) und der EHESS Pans (J -Cl Schmitt), im DHIP, Herbst 1997 Eine entsprechende Tagung zur franzosischen Mediävistik soll ein Jahr spater in Gottingen stattfinden - W Paravicim (MO) Gabentausch im Mittelalter - Le don au moyen âge Internationales Kolloquium, veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut fur Geschichte Gottingen (B Jussen) und dem DHIP Paris 1998 - W Paravicim (MO) Das Frauenzimmer - La Chambre des Dames 6 Sympo¬ sium der Residenzenkommission der Akademie der Wissenschaften zu Gottingen in Zusam¬ menarbeit mit dem DHIP Sept/Okt 1998 -H Kruse, W Paravicim (MO) »Atelier« zum Thema La Hanse teutonique et la France Evtl gemeinsam mit den DHI London und Warschau Paris 1998 -S Abraham-Thisse, W Paravicim (O) Le Grand Tour Adliges Reisen und europaische Geschichte vom 14 bis zum 18 Jahrhundert Gemeinsames Kollo¬ quium der Deutschen Historischen Auslandsinstitute, der Herzog-August-Bibhothek Wolfenbuttel und des Instituts fur Europaische Geschichte Mainz Wolfenbuttel 1999 - W Paravicim, R Babel, J Voss (MO) Der Neußer Krieg 1474-1475 Em Europaisches Ereignis Gemeinsames Kolloquium des DHIP mit mehreren Partnern 2000 - W Paravi¬ cim (MO) Flandern, Italien, Frankreich wirtschaftliche und künstlerische Beziehungen am Ende des Mittelalters Gemeinsames Kolloquium mit dem DHIR, dem Kunsthistori¬ schen Institut Florenz und weiteren Partnern 2001 -W Paravicim (MO) 302 Werner Paravicini Frühe Neuzeit, Revolution (1500-1815) Abgehalten: Les princes et l'histoire (XIVc-XVHIe siècle). Kolloquium veranstaltet vom DHIP und der Université de Versailles-Saint-Quentin-en-Yvelines. Paris/Versailles, 13.-16. März 1996. - J. Voss, W. Paravicini (MO). Geplant: »Atelier« zum Thema Die Kommunikationsrevolution der Frühen Neuzeit. Paris, April 1997. - R. Babel (O). Europäische Gesellschaft in Münster und Osnabrück. »Atelier« aus Anlaß des Westfälischen Friedens vor 350 Jahren, veranstaltet im Rahmen der vom Deutsch-Französischen Kulturrat zur Erinnerung an den Westfälischen Frieden geplanten Feiern. Paris 1998. - R. Babel (O). Les trois révolutions de l'imprimerie. Deutsch-fran¬ zösisches Kolloquium unter der Schirmherrschaft des Deutsch-Französischen Kulturrats. Lyon/Paris, Oktober/November 1998. - J. Voss, W. Paravicini (MO). 19. und 20. Jahrhundert Abgehalten: Les Traités de Versailles et l'Europe du XXe siècle. III. Internationales Kolloquium des In¬ stitut d'Études et d'Éducation européennes in Verbindung mit dem Institut Hongrois, dem Institut d'Études des Relations Internationales und dem DHIP. Paris, 27. November 1995. - W. Paravicini (B). Oppositions et résistances allemandes au National-Socialisme, 1933-1945. Deutsch-französisches Kolloquium, organisiert vom Goethe-Institut Paris, dem DHIP, dem Mémorial du Maréchal Leclerc de Hautecloque et de la Libération de Paris et Musée Jean Moulin mit Unterstützung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, des Militärgeschichtlichen Forschungsamts, Potsdam, und des Centre Marc Bloch, Berlin, Paris, 27.-29. März 1996. - S. Martens (MO). La bataille de la Somme dans la Grande Guerre. Colloque du 80e anniversaire, veranstaltet vom Centre de Recherche de l'Historial de la Grande Guerre, Péronne, in Verbindung mit dem DHIP. Péronne, 1.-4. Juli 1996. - S. Martens (B). Geplant: How Total was The Great War} Germany, France, Great Britain, and the United States, 1914-1918. Internationale Konferenz, veranstaltet von der Universität Bern und den deut¬ schen historischen Auslandsinstituten London, Washington und Paris. Bern, 9.-12. Oktober 1996. - S. Martens (B). »Atelier« zum Projekt Edition der Berichte der Präfekten und der Militärbefehlshaber in Frankreich, 1940-1944. In Zusammenarbeit mit dem Institut d'Hi¬ stoire du Temps Présent und den Archives nationales. Paris, Jan./Feb. 1997. - S. Martens (MO). Jean Monnet, l'Europe et les chemins de la paix. Internationales Kolloquium, veran¬ staltet vom Institut Pierre Renouvin der Université de Paris I-Sorbonne, dem DHIP und der »Fondation Jean Monnet pour l'Europe (Lausanne)". Paris, 29.-31. Mai 1997. - A. Wilkens (MO). Migration: Frankreich - Deutschland - Polen im 19. und 20. Jahrhundert. Gemein¬ sames Kolloquium der Deutschen Historischen Auslandsinstitute Paris und Warschau, 1997/ 1998. - K. Manfrass (O). France-Allemagne, 1942-1945. Internationales Kolloquium, ver¬ anstaltet vom DHIP, dem Centre d'Études d'Histoire de la Défense und dem Institut d'Histoire du Temps Présent, Paris 1998. - S. Martens (MO). Fortsetzung der Kollo¬ quiumsreihe zur Geschichte des Totalen Krieges (s.o.), Thema: Die Verarbeitung des L. Welt¬ krieges. 1999. - S. Martens (B). Fortsetzung der Kolloquiumsreihe zur Geschichte des Totalen Krieges (s.o.), Thema: Der Zweite Weltkrieg. 2002. - S. Martens (B). Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 1995-1996 303 Vortrage Mittelalter Dominique Barthélémy, professeur à l'Université de Paris XII-Val de Marne, La >Seigneu- ne Offenthch- keit Hofordnungen Génie du Christianisme< 1802. Genèse d'une pensée réactionnaire«. Lehrtätigkeit WS 1995/96: Universität Mannheim, Hauptseminar »Die Französische Revolution (1789-1794). Verlauf, Strukturen, Ergebnisse«. WS 1996/97: Universität Mannheim, Hauptseminar: »Deutsch-französische Beziehungen zwischen dem Westfälischen Frieden und der Französischen Revolution 1648-1789«. Das Deutsche Historische Institut Paris im Jahre 1995-1996 327 Organisation Vorbereitung (Bereich Frühe Neuzeit) und Durchführung des Kolloquiums »Les Princes et l'histoire, XIVe-XVIIIe«, das das DHIP vom 13.-16. März 1996 zusammen mit der Uni¬ versität Versailles-Saint-Quentin-en-Yvelines veranstaltet hat. Sonstiges Seit dem 1.4.1992 (Ausscheiden von Dr. Wirsching) vertritt Prof. Voss zusammen mit Dr. Martens das Referat 19. Jahrhundert. Dies bedeutet über die Wahrnehmung der zusätz¬ lichen dienstlichen Aufgaben für die Periode 1815-1870 hinaus Drucklegung eines Kollo¬ quiums, zahlreiche Beratungen und Anfragen, Gutachten, Bestellungen für die Bibliothek. Dr. Andreas Wilkens Im Rahmen eines Werkvertrages erarbeitete A. Wilkens im Jahr 1995/96 einen Führer zu den zentralen französischen Archiven und Bibliotheken. Mit diesem Archivführer führt das DHIP eine Tradition fort, die Mitte der 70er Jahre, angeregt von Prof. Karl Ferdinand Werner, begründet wurde. Der neue Band präsentiert etwa 90 Pariser Archive und Biblio¬ theken, deren Bestände je nach ihrer Bedeutung beschrieben werden. Es kommen hinzu einige Archive außerhalb von Paris mit überregionaler Funktion, etwa die beiden Neben¬ stellen des Archivs des Außenministeriums in Nantes und Colmar. Besonderer Wert wur¬ de auch auf die - erstmalige - Einbeziehung von Archiven der Wirtschaft gelegt, d.h. von Unternehmen oder überregionalen wirtschaftlichen Zusammenschlüssen. Unter ihnen nehmen die von den Archives nationales in Roubaix eingerichteten »Archives du Monde du Travail« einen besonderen Platz ein. Die Beiträge des von A. Wilkens im Auftrag des DHIP organisierten Kolloquiums zum Thema der »Deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen 1945-1960« wurden redak¬ tionell durchgesehen, bearbeitet und in den Druck gegeben. Der Band enthält den erwei¬ terten eigenen Beitrag von A. Wilkens, der auf der Grundlage neu erschlossener Archiva¬ lien die Wiederaufnahme der Kontakte zwischen den Wirtschaftskreisen beider Länder zum Gegenstand hat. Der Eröffnungsvortrag der Veranstaltung von Hans L. Merkle ist separat in der Reihe »Reflexionen« des DHIP veröffentlicht worden. Zu dem Wirtschafts-Kolloqium sind mehrere Berichte erschienen, u.a. in: »Historiens de l'Europe Contemporaine« 9 (1994) S. 149-154; »Bulletin des Deutsch-Französischen Komitees für die Erforschung der deutschen und französischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts«, Nr.ll, Februar 1996, S. 35-39. Veröffentlichungen Erschienen: Neuordnung Europas ? Die Nachkriegsplanungen im 'Comité Français de Libération Na¬ tionale' 1943/1944, in: Thomas Höpel/Dieter Tiemann (Hrsg.), 1945 - 50 Jahre danach. Aspekte und Perspektiven im deutsch-französischen Beziehungsfeld, Leipzig 1996, S. 81-93. Im Druck: (Hg.), Deutsch-französische Wirtschaftsbeziehungen/Les relations économiques franco- allemandes 1945-1960, Sigmaringen (Thorbecke), 1997 (BdF 42). Verständigung von Wirtschaft zu Wirtschaft. Interessenausgleich zwischen deutscher und französischer Indu¬ strie 1947-1955, in: ibidem. Un sidérurgiste allemand dans l'après-guerre. Günther 328 Werner Paravicini Henle et les débuts de la construction européenne, in: Gérard Bossuat, Aspects de la con¬ struction de l'Europe, Paris, Institut Pierre Renouvin, 1997. Die Bundesrepublik Deutschland und Frankreich: Dokumente 1949-1963, hrsg. von Klaus Hildebrand und Horst Möller, 3 Bände, München, Verlag Saur, 1996/1997; hier: Bearbeitung von Band 2: Wirtschaftsbeziehungen. im Manuskript abgeschlossen: Archivführer Paris -19. und 20. Jahrhundert. Zentrale Bestände zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in französischen Archiven und Bibliotheken, Sigmaringen (Thorbecke), 1997 (Reihe Instrumenta). Vorträge Beitrag zum Kolloquium der Universität Tours, 25./26. September 1995: »Allemagne/ Deutschland 1945« zum Thema »Französische Deutschlandpolitik bei Kriegsende«. Am 8. März 1996 zur deutschen Europapolitik der 50er Jahre im Forschungsseminar von Prof. Gérard Bossuat (Paris I). Der hierauf basierende Beitrag wird mit thematischer Aus¬ richtung auf die Haltung der deutschen Industrie im europäischen Einigungsprozeß nach Kriegsende veröffentlicht werden. Laufende Arbeitsprojekte A. Wilkens ist vom DHI beauftragt worden, einen Band für die geplante Handbuchreihe »Deutschland - Frankreich« zu erarbeiten. Er betrifft die deutsch-französischen Beziehun¬ gen in der Zeitspanne von Kriegsende bis zum Jahr 1963. Für das DHIP ist A. Wilkens an der Vorbereitung des Kolloquiums zum Thema »Jean Monnet, l'Europe et les chemins de la paix« beteiligt. Diese Veranstaltung wird in Zusam¬ menarbeit mit dem Institut Pierre Renouvin/Université Paris I und der Fondation Jean Monnet pour l'Europe (Lausanne) vom 29. bis 31. Mai 1997 durchgeführt werden. Ob¬ wohl das gesamte Lebenswerk Jean Monnets Gegenstand des Kolloquiums sein wird, liegt das Schwergewicht auf seinem Beitrag zur Neugestaltung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei wiederum dem deutsch-französischen Aspekt ein besonderes Augen¬ merk gelten soll. Als Mitglieder des Ehrenkomitees konnten u.a. Kommissionspräsident a.D. Jacques Delors und Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt gewonnen werden. Eine fi¬ nanzielle Unterstützung der Veranstaltung konnte mit den Pariser Vertretungen der Kon¬ rad-Adenauer-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung vereinbart werden. Dem Kolloquium wird eine Befragung von Zeitzeugen vorausgehen, die im April 1997 an der Fondation Jean Monnet in Lausanne durchgeführt werden wird. Ehemalige Mitar¬ beiter Jean Monnets, Diplomaten und Politiker aus den sechs Ursprungsländern der eu¬ ropäischen Gemeinschaft stellen sich dabei den Fragen der am nachfolgenden Kolloquium teilnehmenden Historiker. Abstract

