Poésie lyrique latine du Moyen Age. Textes présentés et traduits par P. Bourgain, 1989
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Autor / Rezensent Bourgain, P.
Titel Untertitel Institut BSB digitale Bibliothek http://francia.digitale-sammlungen.de/Blatt_bsb00016293,00339.html Seiten 329-329 BSB Band-ID bsb00016293 BSB Seiten Anfang 00339 BSB Seiten Ende 00339 Lizenz DDC-BSB Geo-SW DDC-BSB Sach-SW DDC-BSB Zeit-SW Zeit-SW Geo-SW (GKD) Sachschlagwort (SWD) Personenschlagwort (PND) Fachgebiet OCR-Text Kurzbesprechungen 329 hat die einschlägigen Arbeiten aber nicht nur zitiert und punktuell ausgewertet, er hat sich weitgehend deren Methodik zu eigen gemacht. Mit anderen Worten, die Bemerkungen des Vf. zu zahlreichen genealogischen Problemen sind von der historischen Kritik ernst zu nehmen. Daß er ernst genommen werden will, zeigt seine Einführung, in der er auf seine Quellen und seine Methode eingeht, sowie Teil III (Bibliographie), mit einer Anführung der Quellen und der wissenschaftlichen Literatur. Das Kernstück des Bandes, Teil II, behandelt die zehn Generationen der Vorfahren Karls d. Gr., oder, numerisch ausgedrückt, dessen 2048 Ahnen, von denen natürlich nur ein Teil bekannt ist. Vf. unterscheidet im übrigen eine sichere Ahnenreihe (Pippin-Karl Martell-Pippin-Ansegisel) von einer »quasi-sicheren«, d.h. die Einbeziehung von Arnulf (als Vater Ansegisels), von Begga (Gattin des Ansegisel) und ihren Eltern, sowie von Rotrud als Gattin Karl Martells. Unter diesen Voraussetzungen scheint es nicht uninteressant, die Anzahl der bekannten Vorfahren Karls nach den einzelnen Generatio¬ nen aufzuzeigen, wobei es in der dritten Generation der Vorfahren (Urgroßeltern) durch die Einbeziehung des Trierer Bischofs Liutwinus (als Teil der weiblichen Linie der Vorfahren Pippins d. K.) zu einer folgenschweren Konjektur kommt. 4. Generation: 11 angeführte Perso¬ nen, von Ansegisel über den Seneschal Hugobert bis zu König Theuderich III.; 5. Generation: 18 Personen; 6. Gen.: 23 Personen; 7. Gen.: 25 Personen; 8. Gen.: 32 Personen; 9. Gen.: 41 Personen; 10. Gen.: 51 Personen. Poésie lyrique latine du Moyen Age. Textes présentés et traduits par Pascale Bourgain, s.l. (Christian Bourgeois Editeur) 1989, 8°, 363 S. (Bibliothèque médiévale, dir. par Paul Zumthor). Der unscheinbar wirkende Band in Taschenbuchformat verbirgt eine erstaunliche Synthese von gut gewählten Texten, die (nicht zuletzt durch ihre ansprechende französische Überset¬ zung) ein relativ breites Publikum ansprechen können, und einer unprätentiösen, aber wirkungsvollen Aufbereitung durch eine Spezialistin des mittelalterlichen Lateins, Professorin an der Pariser Ecole des Chartes. Thema ist die rhythmische lateinische Dichtung des Mittelalters, die meist im Schatten der älteren großen Schwester, der metrischen Dichtung steht, und die bisher in der Regel Romanisten oder Germanisten (d.h. eher Spezialisten der sog. vernakulären Sprachen) überlassen blieb. Nach einer Einführung in die Gattung, deren Geschichte mit der Entwicklung des Lateins in der Spätantike (Verfall der Wortakzente) als auch mit Ausdrucksformen der christlichen Religion zusammenhängt (der älteste Text ist ein 393 von Augustin komponierter Psalm), nach einer informativen, dreiseitigen >Orientation bibliographique< sowie der Erklärung der Prinzipien bei der Auswahl der Texte, werden die insgesamt 82 (durchnumerierten) Dokumente in fünf Abteilungen vorgestellt. Die erste Sektion führt unter dem Titel >Gesang des Menschen vor Gott< Dokumente religiöser Dichtung auf, also einer Textgruppe, die von der Überlieferung in überdimensionaler Weise bevorzugt wurde; die vorliegende Auswahl geht von einer ambrosianischen Hymne des 5./ 6. Jh. bis hin zum »Lauda Sion salvatorem« des Thomas von Aquin (n°21). Es scheint mir erwähnenswert, daß sich Pascale Bourgain von der Masse der überlieferten religiösen Texte nicht überwältigen ließ und diese Abteilung nur ebenso groß wie jeweils diejenigen zu den Liebes- oder Lästergedichten (IV und V) gestaltet hat. In den folgenden Sektionen ließ die Überlieferung freilich keine entsprechende chronologische Breite bei der Auswahl der Texte zu, die nun hauptsächlich aus dem 11.-13. Jh. stammen: II->Gesang des Menschen vor dem eigenen Schicksah (devant lui-même), III - Rachegesang (gegen Unrecht, gegen die Mächtigen, gegen Untreue), IV - >Gesang des augenblicklichen Genusses< (chant de l'instant savoureux), eine überwältigende Lebenslust offenbarend, V - >Lästergesang< (chant narquois), mit Versen, die in ihrer Intelligenz und Frische bis heute nichts von ihrer Unmittelbarkeit und Aktualität verloren haben. Abstract

