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V. Ivaniševic, C. Morrisson, V. Popovic, Les Trésors monétaires byzantins des Balkans et d'Asie Mineure (491-713) (Bernd Kluge)

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Cécile Morrisson, Vladislav Popović †, Vujadin Ivanišević et collaborateurs, Les Trésors monétaires byzantins des Balkans et d’Asie Mineure (491–713),

Francia-Recensio 2009/3 Mittelalter – Moyen Âge (500–1500)

Cécile Morrisson, Vladislav Popović †, Vujadin Ivanišević et collaborateurs, Les Trésors monétaires byzantins des Balkans et d’Asie Mineure (491–713), Paris (Éditions Lethielleux) 2006, 456 S. (Réalités byzantines 13), ISBN 2-283-60465-6, EUR 39,00.

rezensiert von/compte rendu rédigé par

Bernd Kluge, Berlin

Das Buch bietet Katalog und numismatische Auswertung von 367 Schatzfunden byzantinischer Münzen Kleinasiens und des Balkans (Diözesen Illyricum, Asien und Pontus) im Zeitraum von 491 bis 713. Angeschlossen sind 21 Schatzfunde außerhalb der Reichsgrenzen im Barbaricum. Der nach Diözesen, innerhalb der Diözesen nach Provinzen und innerhalb der Provinzen alphabetisch gegliederte Fundkatalog umfasst mit gut 300 Seiten mehr als zwei Drittel des Buches, etwa ein Viertel (80 Seiten) sind der Auswertung gewidmet. Eine praktische synoptische Tabelle fasst die wichtigsten Daten für jeden Fund zusammen (Fundort, Entdeckungsjahr, Stückzahl nach Metallen, älteste Münze, jüngste Münze/Verbergungsdatum, Provinz, heutiges Land). Auf zwei beigelegten großformatigen, sehr sauber ausgeführten Karten wird die administrative Gliederung des Reiches mit den wichtigen Städten der Kartierung der Fundorte mit Einbeziehung der Handelswege gegenübergestellt.

Alle Fundbeschreibungen sind übersichtlich nach einem einheitlichen Schema aufgebaut. Die Titelzeile enthält Fundort, Entdeckungsjahr, Stückzahl nach Metallen, Verbergungszeit. Es folgen Fundumstände, Aufbewahrungsort und bibliographische Angaben zum Fund. Bei den genauer bekannten Funden ist sodann der Fundinhalt beschrieben, wobei die Münzen nach Prägezeiten und Münzstätten tabellarisch erfasst werden. Die Schlussmünze(n) ist (sind) werden eigens hervorgehoben und, sofern möglich, als einzige mit einem Zitat belegt (meist nach DOC/Dumbarton Oaks Catalogue). Abschließend wird das vermutliche Verbergungsdatum erörtert und gelegentlich eine Anmerkung zu Besonderheiten gemacht. Jede Fundbeschreibung ist klar, sachlich, knapp und präzise – man kann es sich kaum besser wünschen. Die nicht namentlich gezeichneten Fundregesten stammen von P. Culerrier, V. Ivanišević, J. Jouroukova, M. Krikou-Galani, B. Mitrea, M. Oeconomides, G. Poenaru-Bordea, V. Popović und I. Touratsoglou. Auf welchen der neun Autoren welches Fundregest zurückgeht, lässt sich auf Seite 10 entnehmen.

Wichtigstes Kapitel im Auswertungs- und Kommentarteil ist der souveräne Überblick zur byzantinischen Münzproduktion des 6. und 7. Jahrhunderts und dessen Widerspiegelung im Geldumlauf des Balkans durch C. Morrisson und V. Ivanišević (S. 41–73). V. Ivanišević untersucht ferner die Schätze als Zeugnisse für das zeitliche Vorrücken und die dabei genommenen Wege der Barbaren auf dem Balkan, sehr schön veranschaulicht in einer Folge von neun Karten (S. 75–93). I. Touratsoglou analysiert in ähnlicher Weise die griechischen (S. 95–104) und P. Culerrier die türkischen Funde (S. 105–112). Das Gedenken an V. Popović (1930–1999), der das Erscheinen dieses maßgeblich durch ihn beförderten Bandes nicht mehr erlebt hat, wird einleitend durch den Wiederabdruck des Nekrologs von N. Duval ausgedrückt.

Leider enthält das Buch keinerlei Münzabbildungen, obwohl es ansonsten mit Karten, Tabellen und Diagrammen ausgesprochen gut ausgestattet ist. Für den Numismatiker bedeutet dies keinen großen Nachteil, da er die Münztypen kennt und den Zugriff auf die numismatische Literatur hat. Für den Historiker ist das Buch dadurch zweifellos in seiner Nützlichkeit eingeschränkt. Man muss zugeben, dass die Bebilderung eines Fundcorpus angesichts der häufig gleichartigen und großenteils im Original auch nicht erhaltenen Fundmünzen problematisch und natürlich auch teuer ist. Dennoch: die Abbildung der wichtigen Typen des Geldumlaufs und eine Bildannoncierung der herausragenden Funde hätten dem Buch sicher zum Vorteil gereicht und die Kosten wohl auch nicht so stark in die Höhe getrieben.

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V. Ivaniševic, C. Morrisson, V. Popovic, Les Trésors monétaires byzantins des Balkans et d'Asie Mineure (491-713) (Bernd Kluge)
In: Francia-Recensio, 2009-3, Mittelalter – Moyen Âge (500–1500)
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Dokument zuletzt verändert am: Feb 28, 2012 12:54 PM
Zugriff vom: May 24, 2012