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C. Fabris, Étudier et vivre à Paris au Moyen Âge (Christof Ohnesorge)

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Cécile Fabris, Étudier et vivre à Paris au Moyen Âge. Le collège de Laon (XIVe–XVe siècle)

Francia-Recensio 2009/3 Mittelalter – Moyen Âge (500–1500)

Cécile Fabris, Étudier et vivre à Paris au Moyen Âge. Le collège de Laon (XIVe–XVe siècle), Paris (École des chartes) 2005, VI–504 S. (Mémoires et documents de l’École des chartes), ISBN 2-900791-76-6, EUR 35,00.

rezensiert von/compte rendu rédigé par

Christof Ohnesorge, Fulda

Der Band hält durchaus, was der Titel verspricht, denn »Studieren und Leben in Paris im Mittelalter« wird von der Autorin Cécile Fabris in der Tat exemplarisch und doch umfassend beleuchtet, bezogen auf den Fall des 1314 gegründeten Collège de Laon und seine Entwicklung im 14. und 15. Jahrhundert. Dieses Studienhaus, das unter der Schirmherrschaft des Bischofs von Laon stand, gehörte im Spätmittelalter zu den kleineren Einrichtungen dieser Art und entfaltete keine besondere politische Bedeutung. Die Autorin betrachtet die innere Organisation des Kollegs und geht dabei besonders auf Finanzierungsaspekte ein. Eingehend beleuchtet wird aber auch die Bedeutung des Collège innerhalb der Pariser Universität und in der Pariser Gesellschaft. Ebenso betrachtet sie das geistige und geistliche Leben der Institution und arbeitet mit Hilfe der prosopographischen Methode ihre soziale Struktur heraus.

Jacques Verger betont in seinem Vorwort, dass die Studie seiner Schülerin weit über eine lokal begrenzte Monographie hinausgehe und einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer umfassenden Geschichte des Bildungssystems und der gebildeten Schichten in Frankreich am Ende des Mittelalters liefere. Die Quellenbasis, auf die sich Cécile Fabris stützt, ist beeindruckend umfassend: Sie reicht von den Kollegstatuten über juristische Texte, Register und Inventare hin zu Rechnungen. Im ersten Abschnitt ihrer Arbeit untersucht die Autorin die Herausbildung des neuen Collège als einer universitären Institution. Die Statuten von 1327 legten den Rahmen des Lebens im Kolleg fest, vor allem die Studien und die religiösen Pflichten. Sodann wird die Stiftung und Ausgestaltung der Stipendien dargelegt, ehe Fabris sich der Darstellung der Verwaltung anhand des Amts des maître oder principal und der Stellung des Bischofs von Laon zuwendet. Im nächsten Abschnitt geht es um die wirtschaftliche Entwicklung des Hauses und seines Vermögens, wobei zunächst auf den Grundbesitz und seine Ausdehnung im Quartier Latin, dann die Erweiterung desselben in und außerhalb von Paris eingegangen wird. Weitere Einkünfte zeigt die Autorin für das 15. Jahrhundert auf und kommt danach auf die Verwaltung und Sicherung dieses gesamten Vermögens zu sprechen.

Mit besonderem Gewinn wird man das sechste Kapitel lesen, in dem Cécile Fabris auf Bücher und Bibliothek, den Unterricht, das religiöse und alltägliche Leben zu sprechen kommt. Der dritte große Abschnitt ist im Anschluss daran der Lebensgemeinschaft der Stipendienempfänger des Bistums Laon gewidmet. Die Autorin geht auf die Aufnahme derselben ins Kolleg und den Ablauf des Jahres ein, ehe sie in einem weiteren Kapitel die Studiengänge und kirchlichen oder weltlichen Karrieren behandelt. Sodann beleuchtet sie das Beziehungsnetz des Collège, indem sie etwa auf die Verbindungen zwischen früheren Absolventen eingeht. Im Anhang ediert Fabris eine Reihe von Quellentexten zu den Statuten und Stiftungen sowie eine Reihe von Rechnungen und gibt einen prosopographischen Anhang bei. Die fleißige und dennoch gut lesbare Untersuchung von Cécile Fabris ist dem geneigten Leser am Ende des Bandes umfassend erschlossen: zum einen durch Quellennachweis und Literaturanhang, zum anderen durch Orts- und Personenindex und Verzeichnis der Schautafeln.

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C. Fabris, Étudier et vivre à Paris au Moyen Âge (Christof Ohnesorge)
In: Francia-Recensio, 2009-3, Mittelalter – Moyen Âge (500–1500)
URL: http://www.perspectivia.net/content/publikationen/francia/francia-recensio/2009-3/MA/fabris_ohnesorge
Dokument zuletzt verändert am: Feb 10, 2012 01:38 PM
Zugriff vom: May 24, 2012