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D. Potter, Renaissance France at War (Rainer Brüning)

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David Potter, Renaissance France at War. Armies, Culture and Society, c. 1480–1560

Francia-Recensio 2009/3 Frühe Neuzeit – Revolution – Empire (1500–1815)

David Potter, Renaissance France at War. Armies, Culture and Society, c. 1480–1560, Rochester (Camden House) 2009, XVIII–406 S. (Warfare in History), ISBN 978-1-84383-405-2, GBP 60,00.

rezensiert von/compte rendu rédigé par

Rainer Brüning, Karlsruhe

In der Renaissance wurde laut David Potter die französische Gesellschaft auf den Krieg hin ausgerichtet. Sein Buch über die französische Armee, Kultur und Gesellschaft zwischen dem Einfall in Italien 1494 und dem Frieden von Cateau-Cambrésis 1559 reiht sich somit in die seit langem geführte Diskussion über den fundamentalen Zusammenhang von Staatsbildung und Kriegsführung ein, bei der Perry Andersons »Lineages of the Absolute State« (1974) und Geoffrey Parkers »Military Revolution« (1988) Pate gestanden haben.

Nach einer kurzen chronologischen Einführung zum Kriegsverlauf wendet sich der Autor den strukturellen Themen zu: Welche politischen Entscheidungsprozesse führten zum Krieg? Wie waren das Oberkommando und die Kriegsplanung organisiert? Welche Rolle kam der berühmten schweren Kavallerie – und damit dem Adel – noch zu? Welche Anstrengungen wurden zum Aufbau einer französischen Infanterie unternommen und wie lange blieb die Krone noch auf schweizer und deutsche Söldner angewiesen? Welche militärtaktischen und -strategischen Änderungen erzwang die neue Wunderwaffe der Artillerie und was passierte tatsächlich auf dem Schlachtfeld? Die Logistik des Krieges erforderte neue Verwaltungsinstrumente. Eine entscheidende Rolle kam den Finanzen und dem Aufbau des modernen Steuerstaates zu. Doch damit nicht genug, die Gesellschaft selbst musste mit gezielter Propaganda auf den permanenten Kriegszustand eingestimmt werden: Dazu dienten nicht nur die traditionellen Zeremonien der Information, sondern auch die moderne Druckerpresse. Musik, bildende Künste und Literatur trugen dazu bei, das Bild eines glorreichen Krieges zu verbreiten und so die öffentliche Meinung im Sinne der Dynastie zu beeinflussen.

Potters Buch bietet eine gute und solide Grundlage, um sich mit den zentralen Aspekten der französischen Militärgeschichte zur Zeit der Renaissance vertraut zu machen. Die Marine bleibt dabei allerdings ausgespart. Die Summe an Informationen und die Präsentation wichtiger Details, wie im Anhang über die Truppenstärke, lässt sein Werk zu einer wahren Fundgrube für weitere Forschungen werden, auf deren noch weiße Flecken er zu recht hinweist. Da sein ganzer Ansatz aber eher deskriptiver denn analytischer Natur ist, hätte sich der Rezensent manchmal eine etwas stärkere Verortung seiner Ergebnisse in die o. g. Diskussion gewünscht. Trotz aller blutigen Anstrengungen fiel das Resultat für die französische Krone ja eher dürftig aus: Die Hegemonie Spaniens war vorerst nicht zu brechen und Frankreich selbst versank im Bürgerkrieg. So interessant Potters Beispiele aus dem Bereich der Kultur auch sind, so schön wäre eine etwas umfassendere Interpretation der einzelnen Kunstwerke z. B. im Sinne einer »Historischen Bildkunde« oder eine differenzierte Diskussion des Begriffs »Öffentlichkeit« gewesen. Zum Thema der schweizer Söldner und deutschen Landsknechte oder zum Kosmos Kaiser Karls V. hätte durchaus neuere – deutschsprachige – Literatur herangezogen werden können. Die Qualität der dem Buch beigegebenen Abbildungen ist leider wenig befriedigend.

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D. Potter, Renaissance France at War (Rainer Brüning)
In: Francia-Recensio, 2009-3, Frühe Neuzeit – Revolution – Empire (1500–1815)
URL: http://www.perspectivia.net/content/publikationen/francia/francia-recensio/2009-3/FN/potter_bruening
Dokument zuletzt verändert am: Feb 13, 2012 03:58 PM
Zugriff vom: May 24, 2012