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A. Flick, W. Schulz (Hg.), Von Schweden bis Südafrika/From Sweden to South Afrika (Dominique Guillemenot-Ehrmantraut)

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Andreas Flick, Walter Schulz (Hg.), Von Schweden bis Südafrika/From Sweden to South Afrika. Vorträge der Internationalen Hugenotten-Konferenz in Emden 2006

Francia-Recensio 2009/3 Frühe Neuzeit – Revolution – Empire (1500–1815)

Andreas Flick, Walter Schulz (Hg.), Von Schweden bis Südafrika/From Sweden to South Afrika. Vorträge der Internationalen Hugenotten-Konferenz in Emden 2006/Proceedings of the International Huguenot Conference in Emden 2006, Bad Karlshafen (Verlag der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft) 2008, 362 S., ISBN 978-3-930481-26-2, EUR 22,80.

rezensiert von/compte rendu rédigé par

Dominique Guillemenot-Ehrmantraut, Landau

Dieser Band bietet eine Reihe von 15 Beiträgen, die auf der Internationalen Hugenottenkonferenz vorgetragen wruden. Nach Charleston (USA), London und Stellenbosch (Südafrika) fand die Konferenz vom 14. bis 17. September 2006 in der deutschen Hafenstadt Emden statt. Die Publikation präsentiert Texte auf Englisch und Deutsch, die eine weite Palette an Forschungen zur Theologie, Geschichte oder Genealogie der Hugenotten behandeln.

Der erste Beitrag von Dolf. Britz, der eine Brücke zur vorherigen Tagung in Südafrika schlägt, stellt die Geschichte der Nachkommen französischer Flüchtlinge in der südafrikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts dar.

Costello Vivien fasst in aller Kürze, jedoch mit großer Präzision, die faszinierenden Militärlaufbahnen in den Jahren 1685 bis 1689 von Jacques Barbeault, René Henri Béjarie (Sieur de St. Germain), Charles des Vignolles (Adelsherr von Prades), David de Montolieu (Baron de St. Hyppolite), Gaspard Perrinet (Marquis d’Arzilliers), Louis Petit des Étans und von Claude Sermant de S. Mas zusammen.

Victor E. d’Assonville analysiert die Theologie eines von Paul Roux (1665–1723) verfassten Katechismusbüchleins. Paul Roux war im Jahr 1688 mit Hugenotten am Kap angekommen. Der Autor zieht einen Vergleich mit niederländischen und deutschen Katechismen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und weist die Kontinuität des Calvinismus nach.

Albert de Lange beschreibt die Etappen der Geschichte der wissenschaftlichen Waldenserbibliographien, die interessanter Weise schon um 1500 entstanden. Die neuesten und Waldenserbibliographien sind im Internet zugänglich (www.waldenserbibliographie.com). Die in der Reformationszeit vorgenommenen Recherchen und die Verbindung zwischen konfessionellem und humanistischem Interesse im Werke von Flacius aus dem Jahr 1556 sorgten sorgten schon für die Erschließung von Quellen bis zurück ins Mittelalter. Erst im 18. Jahrhundert bot J. S. Baumgarten wieder eine ausführliche Bibliographie der Waldenser. Nach ihm verfasste N. Ch. Kist, um die Mitte des 19. Jahrhunderts (1857), wieder einen kritischen Literaturbericht. Der Autor schildert detailliert diese und alle weiteren Schritte bis zur heutigen Internetressource und schafft damit wichtige Arbeitsmaterialien.

Jochen Desel fasst lange Jahre seiner Forschung über Fluchtwege der Hugenotten und Waldenser in deutschen Territorien im 17. und 18. Jahrhundert zusammen. Er schildert die Situationen der Reformierten in Frankreich, und anhand von Beispielen beschreibt er die Gründe, Situationen der Flucht und die Wege durch Frankreich oder die Schweiz bis an zur Ankunft in Deutschland.

Andreas Flick stellt das Schicksal der Sophie Dorothea, Prinzessin von Ahlden, am Hof von Celle, dar: Ihr Leben war geprägt von ihren hugenottischen Wurzeln und ihr Alltag durchtränkt von französischer Kultur. Ihre Ehe mit dem Sohn von Georg August (Georg II.) war nur von kurzer Dauer. Die 32 Verbannungsjahre verbrachte sie im Schloss von Ahlden. Der Autor beschreibt dieses Leben in Gefangenschaft, während dem sie von drei hugenottischen Verwandten (Samuel de la Rose, Joseph de Casaucau und Jeanne Dyneau de la Bessière) wie auch von ihrem ebenfalls hugenottischen Personal bis zu ihrem Tod begleitet wurde.

Auf der Grundlage eines an das Berliner Konsistorium adressierten Briefs von Friedrich II. von Preußen mit Datum vom 29. Dezember 1779 zeichnet Ursula Fuhrich-Grubert die Struktur der hugenottischen Netzwerke dieser Zeit nach. Die Autorin stellt das Leben des Fürsten und die Geschichte der französischen Kolonien mit ihren Konsistorien in Brandenburg und namentlich in Berlin in einen historischen wie soziopolitischen Kontext, um durch eine gründliche Analyse der Fakten und ihrer Folgen die besonderen Beziehungen zwischen dem König und den Flüchtlingen darzulegen.

Janet Glenn Gray beschreibt die Lage und das Leben von Calvinisten des 16. Jahrhunderts in Schweden über zwei Jahrhunderte hinweg.

Christina L. Griffiths nimmt die Mühe auf sich, die gegen die protestantische Thronfolge Heinrichs von Navarra verbreitete katholische Propaganda zu beschreiben. Anhand dieses besonderen Beispiels wird der mit Feder (Text) und Stift (Karikatur) als Waffen geführte »Kulturkampf« von der Autorin einer methodischen Analyse unterzogen.

Mary Grundlach schildert die Biographie eines französischen Kommissars, Jean Perrachon (aus dem Dauphiné), Mitglied der ersten in Dienst gerufenen französischen Kommission 1686 in Kassel.

Silke Kamp beschreibt anhand von drei Beispielen aus Potsdam (Pierre Gayette/Chambaud, Paul Lagrange und Thomas le Cointe) die Integration der Hugenotten im Spiegel von Steuer- und Gerichtsakten. Damit ist es möglich festzustellen, wie die Familien sich im Exil eingerichtet haben und inwieweit sie ihre Identität bewahren konnten.

Susanne Lachenicht versucht, die Komplexität des Integrationsprozesses der Flüchtlinge in London gegen Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts offen zu legen. Die Vielschichtigkeit der Quellen lässt erkennen, dass die Bewahrung der französisch reformierten Tradition jedoch nicht nur mit theologischen Fragen zu tun hatte.

Jane McKeen bemüht sich, mittels der Korrespondenz von Charles Drelincourt (1595–1669), Pfarrer in Charenton, die Spannungen, Probleme und Fragen seiner Epoche nachzuzeichnen. Mit Sorgfalt stellt sie die Verbindungen dieses Theologen innerhalb des europäischen reformierten Netzwerks dar. Margrit Schulte Beerbühl eröffnet uns die interessante Welt der deutschen Kaufleute in London und ihrer Partner vom 17. bis 19. Jahrhundert. Mit Karten und Tafeln gelingt es der Autorin, die geschäftlichen Verbindungen dieser europäischen Handelselite über mehrere Generationen hinweg zu analysieren.

Walter Schulz, Direktor der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden breitet die Entwicklung der reformierten Gesellschaft in Emden aus, eine Stadt die den Beinamen »Genf des Nordens« wahrlich verdient.

Herman J. Selderhuis liefert eine Studie über den Lebenslauf und die Schriften über die Toleranz von François du Jon (alias Franciscus Junius, 1545–1602). Der Autor hebt die Bedeutung dieses bisher unbekannten hugenottischen Theologen hervor.

Klaas-Dieter Voß beschließt die Publikation mit der Geschichte der französisch reformierten Gemeinde in Emden im 16. Jahrhundert (1553). Er betont dabei den recht besonderen Aspekt der zahlreichen theologischen Kontroversen innerhalb des Konsistoriums und ihre Folgen für die Entwicklung der Kirche.



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A. Flick, W. Schulz (Hg.), Von Schweden bis Südafrika/From Sweden to South Afrika (Dominique Guillemenot-Ehrmantraut)
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Dokument zuletzt verändert am: Jan 24, 2012 03:10 PM
Zugriff vom: May 24, 2012