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S. Cantelli Berarducci: Hrabani Mauri Opera Exegetica (Klaus Zechiel-Eckes)

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Yves-Marie DUVAL, La décrétale Ad Gallos Episcopos: son texte et son auteur

Francia-Recensio 2008/4 Mittelalter – Moyen Âge (500–1500)

Silvia Cantelli Berarducci, Hrabani Mauri Opera Exegetica. Repertorium fontium, Bd. 1: Rabano Mauro esegeta. Le fonti; i commentari; Bd. 2: Apparatus fontium (in Genesim - in libros Macchabeorum); Bd. 3: Apparatus fontium (in Mattheum – Homiliae in Evangelia et Epistolas), Turnhout (Brepols) 2006, XXXIII-1508 S. (Instrumenta patristica et mediaevalia. Research on the Inheritance of Early and Medieval Christianity 38, 38A, 38B), ISBN 978-2-503-51064-4; 978-2-503-51065-1; 978-2-503-51066-8; EUR 70;00; 85,00; 85,00.

rezensiert von/compte rendu rédigé par

Klaus Zechiel-Eckes, Köln

Es ist ein gewichtiges Werk in jeder Hinsicht: Die Verfasserin legt in drei Bänden nichts Geringeres vor als eine quellenkritische Analyse sämtlicher exegetischer Werke des Fuldaer Abtes und späteren Mainzer Erzbischofs Hrabanus Maurus. Etwa fünfzig Kommentare schlagen hier zu Buche, von denen die meisten editorisch unzureichend aufbereitet sind, weil immer noch Georg Colveners Kölner Druck von 1626/27 (reproduziert in Jacques-Paul Mignes Patrologia Latina) der Maßstab der Dinge ist; einige müssen nach wie vor in den Handschriften benutzt werden (z. B. Jesaia in Cod. Erlangen 63, Daniel in Cod. Karlsruhe Aug. CCVIII). Wer sich zukünftig mit Hrabans Auslegung der Heiligen Schrift beschäftigt, kommt an vorliegendem Repertorium fontium nicht vorbei. Gleich zu Beginn sei gesagt, daß Silvia Cantelli Berarducci zwar die Hauptlast des Unternehmens getragen hat, die beiden mächtigen Quellenbände (38A und 38B: Apparatus fontium) jedoch von einem insgesamt vierzehnköpfigen Mitarbeiterstab (u. a. Valentina Bechelli, S. Gelli, Cinzia Grifoni, C. Verri, Mario Naldini, siehe die Namen im einzelnen S. VIII-IX) erarbeitet worden sind. Der einleitende Teil (S. 1-124) bietet allgemeine Ausführungen zu „Rabano Mauro esegeta“, wobei zwei Typen der Quellenbenutzung herausgestellt werden (S. 67): Eine „forma letterale“, demnach wörtliche Abschrift des „testo utilizzato“, sowie eine „forma continuata“, die mit längeren Auslassungen operiert: „... una selezione, che tuttavia avviene per esclusione di sezioni più o meno estese, e non per scelta o omissione di singole parole o frasi“. Gerade in Anbetracht der langen Diskussion, die über den „öden Kompilator“ (Ernst Robert Curtius) geführt wurde, wäre eine Exemplifizierung der „forma continuata“ an repräsentativen Stellen denkbar gewesen – eventuell in Gestalt einer Synopse, die Hrabans Textbehandlung sichtbar macht –, doch bleibt festzuhalten, daß nicht die Arbeitstechnik des Exegeten, sondern die Analyse der benutzten Vorlagen im Zentrum der Untersuchung steht. Im zweiten Hauptteil (S. 127-255) werden dann Hrabans Quellen vorgestellt, von wenigen klassischen Autoren (Cicero, Plinius Maior) über griechische Väter (Origines, Eusebius, Basilius, Johannes Chrysostomus) und lateinische Kirchenväter in stattlicher Anzahl bis hin zu karolingischen Autoren wie Paulus Diaconus, Alkuin, Smaragdus und Claudius von Turin. Dabei ist als höchst nützlicher Befund zu registrieren, daß die Fußnoten Verweise bieten auf Fuldaer Handschriften der entsprechenden Werke bzw. auf Einträge in Fuldaer Bibliothekskatalogen. Unter diesen Voraussetzungen müßte es eigentlich – wie bei Florus von Lyon oder auch ‚Pseudoisidor’ – bald gelingen, unmittelbar benutzte „Arbeitshandschriften“ des Hrabanus nachzuweisen und seine spezifische Exzerpiertechnik deutlich zu machen. Der dritte Hauptteil (S. 257-391) geht dann auf die Bibelkommentare im einzelnen ein, benennt deren handschriftliche Überlieferung, die jeweils benutzten Quellen und verweist auf Edition(en) und weiterführende Literatur. Im Siglenverzeichnis („Siglario“ S. 413-452) werden alle in den Kommentaren rezipierten Quellen verschlüsselt (warum abweichend von den Vetus-Latina-Siglen?), um dann im eigentlichen Apparatus fontium platzsparend zum Einsatz zu kommen. Jeder einzelne Kommentar findet sich dort (S. 453-1250) Migne-Spalte für Migne-Spalte gleichsam ‚atomisiert’ und mit der entsprechenden quellenkritischen Referenz versehen. Bei den ungedruckten exegetischen Werken (Jesaia in Cod. Erlangen 63, Daniel in Cod. Karlsruhe Aug. CCVIII) erfolgt der Verweis auf Seite(n) und Zeile(n) des überliefernden Manuskripts. Verzeichnisse der zitierten Handschriften (S. 1253-1259), der Bibelverse (S. 1261-1325) und der benutzten Quellen (S. 1327-1508: hier wird jetzt gleichsam der ‚umgekehrte’ Apparatus fontium geboten mit Verweis von Quelle auf Kommentarstelle) beschließen das beeindruckende dreibändige Opus, das höchst sorgfältig gearbeitet ist, wenig Korruptelen aufweist (etwa S. XXIV oben: „K. Schmidt“ lies K. Schmid; im Abkürzungsverzeichnis S. XXVIII fehlt RHT = Revue d’Histoire des Textes; S. XXXI oben: „Hrabanusbeziehung zu seiner Werk“ lies Hrabans Beziehung zu seinem Werk“; S. 39 Anm. 135: „F. Brünholzl“ lies F. Brunhölzl) und mit Fug und Recht als bahnbrechende wissenschaftliche Leistung gelten kann.

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S. Cantelli Berarducci: Hrabani Mauri Opera Exegetica (Klaus Zechiel-Eckes)
In: Francia-Recensio, 2008-4, Mittelalter – Moyen Âge (500–1500)
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Dokument zuletzt verändert am: Mar 01, 2012 11:04 AM
Zugriff vom: May 24, 2012