D. Hobbins: The Trial of Joan of Arc (Heinz Thomas)
The
Trial of Joan of Arc. Translated and Introduced by Daniel Hobbins,
Cambridge, London (University Press) 2005, 251 S., ISBN
0-674-01894-X, GBP 15,95.
rezensiert von/compte rendu rédigé par
Heinz
Thomas, Bonn
Daniel Hobbins, Assistant Professor of History an der Universität von Texas zu Arlington, übersetzt den Text des »Procès de condamnation« nach der Ausgabe von Pierre Champion (1920), zieht aber auch die neuere Ausgabe von Pierre Tisset (1960) zu Rate. In der Einleitung erörtert er eine Reihe von bekannten Problemen, z. B. die Glaubwürdigkeit des von Guillaume Manchon geführten Protokolls, das er im Wesentlichen für zuverlässig hält. Im Hinblick auf die unter Leitung von Thomas de Courcelles redigierte amtliche (lateinische) Version der Prozess-Akten plädiert er für eine sehr frühe Datierung, unmittelbar nach dem Ende des Verfahrens und Jeannes Tod. Weiter gibt H. einen knappen Überblick über die komplexe Materie des Inquisitionsverfahrens und meint, Pierre Cauchon habe sich im Wesentlichen an die Regeln gehalten. Dabei nimmt er den Richter gegen von Mark Twain und Régine Pernoud geäußerte Invektiven in Schutz. Im Hinblick auf den todbringenden Relapsus der Delinquentin, der sich in der erneuten Anlegung männlicher Gewandung äußerte, bleibt die Frage ungeklärt, wie denn Jeanne ohne Zutun des Wachpersonals und der dafür zuständigen Obrigkeit in den Besitz dieser Kleidung gelangen konnte. Die Ausführungen werden durch Hinweise auf zumeist englisch- und französischsprachige Literatur abgesichert; die dazugehörige, zwei knappe Seiten umfassende Bibliographie lässt manche Wünsche offen.
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