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A. Alduc-Le Bagousse: Inhumations et édifices religieux au Moyen Âge entre Loire et Seine (Nils Bock)

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Armelle Alduc-Le Bagousse (dir.), Inhumations et édifices religieux au Moyen Âge entre Loire et Seine

Francia-Recensio 2008/3 Mittelalter – Moyen Âge (500–1500)

Armelle Alduc-Le Bagousse (dir.), Inhumations et édifices religieux au Moyen Âge entre Loire et Seine, Caen (Publications du CRAHM) 2004, 217 S. (Tables rondes du CRAHM, 1), ISBN 2-902685-30-0, EUR 31,80.

rezensiert von/compte rendu rédigé par

Nils Bock, Münster

Die Table ronde des Centre de recherches archéologiques et historiques médiévales UMR (CNRS/Université de Caen Basse Normandie) zum Thema »Inhumations et édifices religieux au Moyen Âge entre Loire et Seine« fand am 18. Oktober 2003 in der Maison de la recherche en sciences humaines de l’université Caen Basse Normandie statt. Es wurden insgesamt 10 Vorträge zur Organisation der Bestattungsplätze und ihrer Beziehungen zu den religiösen Gebäuden im Westen Frankreichs gehalten, die nun in schriftlicher Form gesammelt vorliegen. Die Beiträge beschäftigen sich mit dem Tod der Geistlichen, Mönche und Äbte, und den Gedenkfeiern zu ihren Ehren, der funeralen und religiösen Wiederverwendung antiker Gebäude während des Hochmittelalters, der Evolution der Grabtopographie, der Begräbnispraktiken, der Qualität und der symbolischen Hierarchisierung der Orte und der gemeinsamen Nutzung der Begräbnisstätten von Laien und Priestern in den Kathedralen und Klöstern von Anjou, Bretagne und Normandie. Auf den letzten Punkt, dessen Beiträge die Hälfte des Buches einnehmen, lag ein Hauptaugenmerk.

Véronique Gazeau, La mort des moines: Obgleich die Regel des hl. Bernards den Tod zugleich als Bestrafung Gottes und als eine Quelle der Erlösung sieht, wird weder seine Behandlung noch das Gedenken an die Toten angesprochen. Glücklicherweise existiert eine differenzierte und reiche Quellenlage, welche die Autorin zusammengetragen und ausgewertet hat. Vincent Debiais, Inscriptions funéraires et édifices religieux: Neben den posopographischen Angaben können Inschriften auch Auskünfte über das Grab selber liefern. Sie können daher einen großen Beitrag zur räumlichen, zeitlichen und menschlichen Dimension des Grabes leisten, was der Autor durch seinen Betrag auf eingehende Weise zeigt. Jacques Le Maho, Aux origines du paysage ecclésial de la Haute-Normandie: Die lang vertretene Theorie, wonach vor allem antike Kultgebäude zu religiösen oder funeralen Zwecken im Mittelalter wiederverwendet wurden, um die heidnischen Orte zu christianisieren, kann durch die Untersuchungen des Autors nicht gestützt werden. Florence Delacampagne et Vincent Hincker, Réutilisation d’édifices antiques: Dieser Beitrag möchte darauf aufmerksam machen, dass die Quellenbasis durch einen Katalog verbessert werden müsste, man mehr Achtung auf die richtige Interpretation der wiederverwendeten Gebäude verwenden sollte und die Chronologie ebenfalls korrigiert werden könnte, wodurch die Forschung einen großen Schritt weiterkommen würde. François Comte, Les lieux de sépultures de la cathédrale Saint-Maurice d’Angers (XIe–XVe siècles): Die Kathedrale von Angers war während des 14. Jhs. das Saint-Denis des Hauses Anjou und herausragende Begräbnisstätte der Region.

Jacques Le Maho et Cécile Niel, Observations sur la topographie funéraire de la cathédrale de Rouen (Xe–XIVe siècles): Von gleicher Bedeutung für die Region ist die Kathedrale von Rouen, weshalb sie sich auf Grund des Quellenreichtums hervorragend als Beispiel und zur Beantwortung der beiden wichtigsten Fragen für das Gesamtthema eignet: Wen bestattet man in der Kathedrale, und seit wann? Welche Plätze in und bei der Kirche werden für die Bestattungen genutzt?

Annie Bardel et Ronan Perennec, Abbaye de Landévennec: Die besonderen Konservierungsbedingungen der Abtei haben den Erhalt von organischem Material ermöglicht, wodurch dieser Ausgrabungsstelle eine besondere Bedeutung für den Bereich der Holzarchitektur und -konstruktionen sowie ihr Zusammenspiel mit den Steinbauten zukommt. Dieser Beitrag bildet zusammen mit den Artikeln von Daniel Prigent, L’inhumation en milieu monastique; Armelle Alduc-Le Bagousse, Joël Blondiaux, Jean Desloges et Christophe Maneuvrier, Les sépultures d’un sanctuaire bénédictin normand und Jean-Yves Langlois et Véronique Gallien, La place des morts à l’intérieur et autour de l’église abbatiale cistercienne de Notre-Dame-de-Bondeville (XIIIe–XVIIIe siècles) eine Gruppe von Beispielen für die Bestattungsriten und -praktiken im klösterlichen Bereich. Aus dieser Gruppe ragt der Beitrag über das normannische Benediktinerheiligtum durch seine anthropologischen und paläopathologischen Untersuchungen hervor, die das Wissen um die Toten erheblich steigert.

Ziel des Kolloquiums war es, die Erkenntnismöglichkeiten aufzuzeigen, die sich bei der Kreuzung eines breit gefächerten Forscherkreises mit einer entsprechenden unterschiedlichen Quellengrundlage ergeben. Die Quellengrundlage lässt sich in einen materiellen (Archäologie, Architektur, Anthropologie, Paläopathologie,…) und einen schriftlichen (Epigraphie, Hagiographie, Nekrologe, Rechtsquellen, …) Bereich unterscheiden. Die einzelnen Beiträge kamen natürlich auf Grund des gegebenen Rahmens nicht über einen tour d’horizon hinaus. Dennoch verfehlte die Table ronde ihre Vorgabe nicht und trug zur Sensibilisierung für die Komplexität des Themas und die Notwendigkeit einer interdisziplinären Vorgehensweise bei.

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A. Alduc-Le Bagousse: Inhumations et édifices religieux au Moyen Âge entre Loire et Seine (Nils Bock)
In: Francia-Recensio, 2008-3, Mittelalter – Moyen Âge (500–1500)
URL: http://www.perspectivia.net/content/publikationen/francia/francia-recensio/2008-3/MA/Alduc-Le-Bagousse_Bock
Dokument zuletzt verändert am: Oct 29, 2008 10:22 PM
Zugriff vom: May 23, 2012