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R. Schieffer: Das Deutsche Archiv

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Das Deutsche Archiv

Discussions 3 (2010)

Rudolf Schieffer

Das Deutsche Archiv



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Das Deutsche Archiv für Erforschung (bis 1944: Geschichte) des Mittelalters (DA) wurde 1937 vom damaligen Reichsinstitut für ältere deutsche Geschichtskunde in Berlin begonnen (Bd. 1–7) und nach dem Krieg von München aus fortgesetzt (ab Bd. 8, 1951). Seit 1956 erscheint die Zeitschrift im festen jährlichen Rhythmus von zwei Heften pro Band (derzeit Bd. 65, 2009). Das DA ist in der Tradition des Archivs der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde (12 Bände, 1820–1874) und des Neuen Archivs der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde (50 Bände, 1876–1935) das Periodikum der 1819 gegründeten Monumenta Germaniae Historica (MGH) und wird vom jeweiligen Präsidenten in Verbindung mit weiteren Fachkollegen herausgegeben. Es ist die älteste allgemein-mediävistische Zeitschrift im deutschen Sprachraum und zugleich eines der führenden Organe der internationalen Mittelalter-Forschung. Erscheinungsort war von Anfang an der Böhlau-Verlag (zunächst in Weimar, später in Köln).

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Gemäß den Zielen der MGH herrschen im Aufsatz- und Miszellenteil quellenkundliche Beiträge, zumal im Zusammenhang mit geplanten, laufenden oder abgeschlossenen MGH-Editionen, vor, doch ist das DA – stärker als seine Vorgänger-Zeitschriften – auch offen für Studien darstellender Art aus unterschiedlichen Bereichen der Mediävistik und beschränkt sich keineswegs auf »deutsche« Geschichte von 500 bis 1500. Alle Beiträge erscheinen in deutscher Sprache, weshalb fremdsprachige Manuskriptangebote gegebenenfalls übersetzt werden müssen.

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Der Besprechungsteil versteht sich insoweit als Spiegel der internationalen Mittelalter-Forschung, als rund zur Hälfte des Umfangs Publikationen des fremdsprachigen Auslands vorgestellt werden. Neben der Rezension von Monographien liegt ein besonderer Vorzug des DA darin, dass in erheblicher Anzahl auch unselbständig erschienene Arbeiten (Zeitschriftenaufsätze, Inhalte von Sammelbänden) angezeigt werden, was in vergleichbarer Weise meines Wissens weltweit kein anderes Fachorgan leistet. Die Grundlage bilden die von der Bibliothek der MGH gehaltenen Periodika (teilweise im Austausch mit dem DA erworben), ausgewählte Zeitschriften der Bayerischen Staatsbibliothek sowie die regelmäßige Zuarbeit auswärtiger Korrespondenten (vor allem für regionale Organe). Die Gesamtzahl der in den jüngsten Jahrgängen mit mindestens einem Beitrag erfassten Autoren schwankt zwischen 2.200 und 2.400.

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Innerhalb der Zeitschrift hat sich im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte die Gewichtung zwischen Aufsätzen und Miszellen einerseits und den Besprechungen andererseits fühlbar verschoben. Während die Gewinnung geeigneter Manuskripte für den Aufsatzteil schwieriger geworden ist (hauptsächlich wegen der übermächtigen Konkurrenz von Tagungsbänden, Festschriften und anderen Sammelpublikationen), bereitet es angesichts der regen internationalen Literaturproduktion wachsende Mühe, den Umfang des Besprechungsteils einigermaßen im Zaum zu halten. Die Berücksichtigung elektronischer Veröffentlichungen, die schwieriger aufzuspüren sind als gedruckte, würde den Rahmen vollends sprengen. In den letzten drei Jahrgängen machte der Anteil der Besprechungen und Anzeigen rund 60 Prozent des Umfangs von circa 950 Seiten aus, während er noch vor 20 Jahren bei rund 45 Prozent lag (bei damaligem Umfang von 700–750 Seiten).

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Nach dem Wegfall eines Druckkostenzuschusses der DFG im Jahre 1994, der unter anderem zur Streichung der Autorenhonorare führte, musste der Abonnementspreis in zwei Schritten auf 160,- DM bzw. 80,- € angehoben werden, hält sich in dieser Höhe aber seit Jahren stabil, ebenso wie der Kreis der Abonnenten. Die Druckauflage beträgt 1.000, die Verkaufsauflage 800 Exemplare. Laut Auskunft des Verlags, der geschäftlich mit der Entwicklung des DA zufrieden ist, wird etwa ein Drittel der abonnierten Exemplare im Ausland abgesetzt. In Deutschland sind unter den Abnehmern neben Bibliotheken in beachtlichem Maße auch Fachkollegen, die als wesentliche Attraktion den informativen Besprechungsteil angeben.

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Für die Produktionsbedingungen des DA ist ausschlaggebend, dass die redaktionellen und technischen Leistungen von Mitarbeitern des (staatlich finanzierten) Münchner Instituts der MGH als Dienstaufgabe erbracht werden. Für das nach außen vergebene Layout des Aufsatzteils erstattet der Böhlau-Verlag dem Institut die Kosten. Zudem wird ein erheblicher Teil der Buchbesprechungen von den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Instituts verfasst, die die Rezensionsexemplare der Institutsbibliothek zur Entlastung von deren Anschaffungsetat überlassen.

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Alle Aufsätze und Miszellen des DA seit 1937 sind bis auf den aktuellen Jahrgang, der mit einjähriger Sperrfrist folgt, elektronisch unter http://www.digizeitschriften.de frei zugänglich. Die Besprechungen und Anzeigen werden, ebenfalls mit einjähriger Sperrfrist, in Verbindung mit dem OPAC der Monumenta-Bibliothek (http://www.mgh-bibliothek.de) ins Netz gestellt.

Autor:

Prof. Dr. Rudolf Schieffer
Monumenta Germaniae Historica, München
Rudolf.Schieffer@mgh.de

Lizenzhinweis: Dieser Beitrag unterliegt der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung (CC-BY-NC-ND), darf also unter diesen Bedingungen elektronisch benutzt, übermittelt, ausgedruckt und zum Download bereitgestellt werden. Den Text der Lizenz erreichen Sie hier: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de

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In: discussions, discussions 3 (2010) - Revues scientifiques. État des lieux et perspectives / Wissenschaftliche Zeitschriften. Aktuelle Situation und Perspektiven
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Dokument zuletzt verändert am: 11.06.2010 11:19
Zugriff vom: 23.05.2012